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Die Afghanen sind ein stolzes Volk
und lassen sich nicht gern von Fremden
bevormunden, sagte der ehemalige algerische
Außenminister Lakhdar Brahimi am Mittwoch
den 17.10.2001 in New York.
   
 

Der US-Schlag gegen Afghanistan

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zum US-Militärschlag gegen Afghanistan aufzurufen!!!!
 
 
FLASH
 



Flash-Producing: Jan Ruoff
 
 
 
Associated Press

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UN prüfen Afghanistan-Gipfelkonferenz
Mehrheit der Amerikaner befürwortet Atomwaffeneinsatz gegen Osama Bin Laden

09.11 .2001 Berliner Zeitung

Die Vereinten Nationen erwägen, Regierungen aus aller Welt zu einem Gipfeltreffen über die humanitären Bedürfnisse der Bevölkerung Afghanistans einzuladen. UN-Generalsekretär Kofi Annan habe den Gedanken bereits mit US-Außenminister Colin Powell, Großbritanniens Premierminister Tony Blair und mit dem französischen Präsidenten Jacques Chirac erörtert, sagte UN-Sprecher Fred Eckhard. Annan versuche, sich ein Bild darüber zu machen, ob und welche Regierungen an einem solchen hochrangigen Treffen teilnehmen würden.
US-Präsident George W. Bush und der britische Premier Blair haben eine positive Bilanz des bisherigen Kampfes gegen den internationalen Terrorismus gezogen. Bush sagte, die radikal-islamische Taliban-Regierung sei angeschlagen, der als mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge vom 11. September gesuchte Extremist Osama Bin Laden auf der Flucht. Blair unterstrich bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Washington aber, die Luftangriffe auf Afghanistan würden nicht ausreichen, um die Taliban-Regierung zu schlagen. "Es gibt andere Operationen, die wir ebenfalls in Gang setzen werden", sagte er.

Internationale Militärstrategen gehen inzwischen davon aus, dass die Verbündeten den Winter über Truppen in die Region bringen könnten, um im Frühjahr eine umfangreiche Bodenoffensive in Afghanistan zu starten. Die Angriffe zielen nach Worten des zuständigen US-Oberbefehlshabers Tommy Franks nicht direkt auf die Person des mutmaßlichen Terroristenführers Osama Bin Laden. Vielmehr richte sich die Operation gegen die Taliban und das El-Kaida-Netzwerk, sagte Franks.

Die gegen die Taliban kämpfende Nordallianz ist nach eigenen Angaben weiter auf die nordafghanische Stadt Masar-i-Scharif vorgerückt. US-Luftangriffe hätten den Vorstoß begünstigt, teilte die Nordallianz am Donnerstag mit. Pakistans Staatschef General Pervez Musharraf warnte erneut, die Fortsetzung der Angriffe während des Fastenmonats Ramadan hätte "negative Auswirkungen in der gesamten islamischen Welt". Er forderte zugleich, dass die Ziele der Bombenangriffe besser ausgesucht werden sollten.

Die Mehrheit der US-Amerikaner befürwortet nach einer Umfrage den Einsatz von Atomwaffen gegen Bin Laden und seine Anhänger. In der Umfrage des Zogby-Instituts sagten 54 Prozent, sie hielten Atomwaffen für ein effektives Mittel im Krieg gegen den Terrorismus.

Abwurf der Hilfspakete ist wirkungslos
US-Beamter: Nur ein Prozent der Bedürftigen erhält etwas

Ein US-Regierungsvertreter hat am Donnerstag eingeräumt, dass der Abwurf von Nahrungsmittelpäckchen der US-Armee über Afghanistan wirkungslos sei. Der Abwurf geschehe aus großer Höhe und erreiche nur einen sehr kleinen Prozentsatz der Bedürftigen, sagte der Vize-Staatssekretär für Migration und Flüchtlinge, Alan Kreczko, in Washington. Es sei zwar ein "gut sichtbares Unterfangen" und werde in den unzugänglichsten Gebieten gemacht, aber die abgeworfenen Notrationen erreichten Schätzungen zufolge nur ein Prozent der Bedürftigen. Die US-Armee hat seit Beginn der Bombardierung Afghanistans am 7. Oktober rund 1,25 Millionen Nahrungsmittelpäckchen mit Bohnen, Erdnussbutter und Erdbeermarmelade über entlegenen Gebieten des Landes abgeworfen.
Die Praxis stieß auf Kritik von Hilfsorganisationen, die sie als Öffentlichkeitsarbeit der USA bezeichneten. Zudem hatten die Hilfspakete die gleiche Farbe wie nicht detonierte Streubomben.

Die Ärztin Bärbel Krumme, die für Caritas International in Flüchtlingslagern tätig ist, betonte auf einer Pressekonferenz in München, Hilfe müsse uneigennützig sein. Die Vermischung humanitärer Hilfe mit militärischer Intervention sei ein Dilemma. Die abgeworfenen Lebensmittel-Säcke erreichten oft nicht die Schwächsten, sondern die Schnellsten und Stärksten. Vielfach landeten die Pakete auch in Minenfeldern.


Geheimwaffe RQ-1 jagt Taliban

Die USA haben offenbar zum ersten Mal unbemannte Kampfflugzeuge nach Afghanistan geschickt, die mit Panzerabwehrraketen ausgestattet sind. Der Abschuss der Raketen wird aus Tausenden Kilometern Entfernung gesteuert.


  Washington - Die langsam fliegenden, von Propellern angetriebenen RQ-1 Predator-Maschinen werden von der amerikanischen Luftwaffe seit sechs Jahren für Spionagezwecke benutzt, so auch während des Kosovo-Krieges 1999. Die Drohnen wurden nun offenbar zu unbemannten Kampfflugzeugen aufgerüstet. Die amerikanische Luftwaffe habe die Predator-Maschinen nun mit Panzerabwehrraketen des Typs "Hellfire" ausgestattet, berichtet die "Washington Post".

Es ist nicht bekannt, wie die "Predators" in Afghanistan eingesetzt werden, die "Washington Post" zitiert aber aus Regierungskreisen, dass bereits mehrmals Raketen abgefeuert wurden. Die Angriffe mit den "Predators" markieren damit einen Wendepunkt in der Geschichte des Militärs - die amerikanische Luftwaffe ist nun offenbar in der Lage, Raketen von Flugzeugen aus abzufeuern, ohne das Leben von Piloten zu riskieren.

Amerikanische Militärexperten gehen davon aus, dass im Kampf gegen den Terrorismus möglicherweise weitere neue Technologien zum Einsatz kommen, von denen einige immer noch geheim sind. "Ich denke, dass dieser Krieg eine militärische Revolution mit sich bringt", sagt Eliot Cohen, Militärexperte Johns Hopkins University, der "Washington Post". Es wird vermutet, dass die amerikanische Luftwaffe zurzeit versucht, die Kampfflugzeuge vom Typ RQ-4A Global Hawk, eine viel größere und ebenfalls unbemannte Spionagemaschine, zu "militarisieren", damit sie Waffen von den USA zu den Zielen in der ganzen Welt transportieren können. Im April flog eine dieser Maschinen bereits von Kalifornien nach Australien.

Normalerweise ist die Luftwaffe für den Einsatz von unbemannten Drohnen zuständig. Doch im Krieg gegen Afghanistan arbeitet die Air Force zusammen mit dem amerikanischen Nachrichtendienst CIA, der für die Lokalisierung des Top-Terroristen Osama Bin Laden zuständig ist. Predator-Drohen überfliegen regelmäßig afghanisches Gebiet und senden fotografische Aufnahmen zur Auswertung in die USA.


Das Magazin "New Yorker" berichtete, es sei kürzlich mit Hilfe solcher Aufnahmen gelungen, einen Konvoi des Taliban-Führers Mullah Omar zu identifizieren. Daraufhin habe eine Predator-Drohne eine Rakete auf ein Gebäude abgefeuert, vor dem der Konvoi stoppte. Eine offizielle Bestätigung für diese Angaben gab es nicht.

 

Associated Press
_JC_ CAPTION -->The United States has used 15,000-pound ``daisy cutter'' bombs, similar to the one shown in this undated file photo, in the Afghanistan campaign, a defense official said Monday Nov. 5, 2001. The BLU-82 bomb, was developed to provide the USAF with a high-blast bomb for creating corridors through large minefields, but also for use against ground forces. This bomb was also used to clear helicopter landing areas in the jungle. The bomb was designed to be delivered by pushing it out of the rear cargo doors of the USAF's MC-130H Combat Talon (Hercules) aircraft. The bomb was first used in the mine-clearing role by the USAF in 1991, to open the Desert Storm ground war. ( AP Photo/JANES)



US-ANGRIFFE

"Kein Rezept für den Frieden"

Von Chalmers Johnson

Die amerikanischen Einsätze in Afghanistan stecken voller Widersprüche. Von der Vergeltungsstrategie werden die Kriegstreiber profitieren.

AFP/DPA
US-Strategie voller Widersprüche: Startendes Flugzeug von der USS Enterprise
Der Zyklus von Gewalt und Vergeltung hat begonnen: Am 7. Oktober, als amerikanische und britische Bomben begannen auf Afghanistan zu fallen, sendete al-Dschasira, der populärste Nachrichtensender der islamischen Welt, eine Erklärung von Osama Bin Laden.

"Was Amerika jetzt kostet, ist das, was wir seit 80 Jahren schmecken", sagte er, "ich schwöre zu Gott, dass Amerika nicht in Frieden leben wird, solange nicht Frieden in Palästina eingekehrt sein wird und bevor nicht die letzte Armee der Ungläubigen das Land Mohammeds - Friede sei mit ihm - verlassen hat."

Diese Mitteilung klingt nicht nach dem irrationalen und fanatischen "Bösewicht", über den Präsident Bush sprach. Das hört sich eher an wie die Aussage eines politischen Führers mit gewichtigen Klagen und dem Wunsch nach Rache.

Zwei seiner Forderungen - Israels Aussöhnung mit den Palästinensern und der Abzug der amerikanischen Truppen aus Saudi-Arabien - sind nicht einmal besonders überraschend. Doch diesem Ansinnen haben die USA nichts entgegenzusetzen als Ultimaten und Marschflugkörper.

Gewiss gibt es für Bin Ladens Taten keine Rechtfertigung, wohl aber eine Erklärung. Die USA müssen die Ursachen verstehen und auf Grund dieser neuen Einsichten handeln - und nicht einfach reagieren wie ein imperialistischer Rabauke.

Washingtons Verhalten ist bedrohlich: Es könnte mehr terroristische Attacken und mehr Vergeltungsaktionen nach sich ziehen, bis am Ende alle moderaten Kräfte und kompromissbereiten Politiker eliminiert sind. Dann wäre dieser Konflikt wirklich ein Krieg der Zivilisationen, in dem es keinen Gewinner mehr geben kann.

Bisher waren die US-Angriffe irrational. Da wurden täglich 37.000 humanitäre Tagesrationen, "ein Nahrungsgeschenk des Volkes der Vereinigten Staaten", über Afghanistan abgeworfen: Bohnen mit Tomatensauce, Erdnussbutter nebst Erdbeermarmelade und Streichhölzern.

Der Vorsitzende der Vereinten Stabschefs, General Richard Myers, erklärte, das Pentagon sei "in größtem Maße überzeugt", dass die Lebensmittel durchweg dort landeten, "wo wir sie haben wollen".

Ich glaube, dass es einen Widerspruch gibt, wenn man ein wehrloses Volk mit Bomben und Bohnen eindeckt - und ich glaube, dass die Afghanen sich genauso widersprüchlich verhalten werden: Sie werden die Bohnen essen, gesetzt den Fall, sie finden die CarePakete überhaupt, und dann werden sie Osama Bin Ladens al-Qaida-Organisation beitreten.

Nach dem Angriff der mächtigsten Nation der Welt auf einen der sicherlich ärmsten und schwächsten Staaten wird der Blaue Planet ein zunehmend gefahrvoller Ort. Die Washingtoner Propagandamaschine hat offenbar viele Menschen davon überzeugt, dass die USA nur auf unprovozierte Attacken gegen Gebäude in New York und Washington reagieren.

Es gibt jedoch einflussreiche Persönlichkeiten in Washington, die die Militarisierung der internationalen Politik als glänzende Gelegenheit sehen, um ihre eigenen verdeckten Absichten zu verfolgen: Sie befürworten Angriffe auf den Irak, die Kontrolle über die Öl- und Gasvorkommen in Zentralasien und die Einkreisung Chinas. Der Aufbau eines Raketenschirms soll der erste Schritt auf dem Weg zur Zementierung der weltweiten US-Vorherrschaft sein.

Die amerikanische Öffentlichkeit, die fast nie etwas über die imperialen US-Vorhaben im Ausland gehört hat, ist nicht in der Lage zu verstehen, warum gerade sie von dem Rückschlag dieser Projekte wie von einem Bumerang getroffen wird.

Deshalb sitzen die US-Kriegstreiber fest im Sattel, ohne nennenswerte Opposition. Das ist kein Rezept für den Frieden.

Johnson, 70, Autor von "Ein Imperium verfällt", das im Blessing Verlag, München, erschienen ist, war während des Kalten Krieges Berater der CIA

IM LAND DER MUDSCHAHIDIN

Schlachtfeld Afghanistan

Das im Norden Afghanistans gelegene Pandschir-Tal gehört zu den zehn Prozent des Landes, die noch fest in der Hand der Nordallianz sind. Von dort aus wollen die Mudschahidin und ihre Alliierten gegen Kabul vorrücken, um die Taliban zu vertreiben.

AP
Nur wenige Kilometer hinter der Front errichteten Mitarbeiter der italienischen Hilfsorganisation "Emergency" ein Notfall-Krankenhaus. Täglich müssen dort neue Kriegsopfer versorgt werden. Nicht nur Erwachsene, auch viele Kinder werden durch Minen und Schusswaffen schwer verletzt. Amputationen stehen auf der Tagesordnung.

SPIEGEL TV zeigt den Alltag hinter der Front. Bewegende Bilder vom Leid und Elend in einem vom Krieg geschundenen Land.


ERSTE BILDER

Der Angriff auf Afghanistan

Die militärische Strafaktion gegen das afghanische Taliban-Regime und den mutmaßlichen Terroristenführer Osama Bin Laden hat begonnen. Für die ersten Angriffswellen setzten die USA und Großbritannien Marschflugkörper und Kampfjets ein.

REUTERS REUTERS AFP/DPA
AP AP AFP/DPA
REUTERS AFP/DPA AP

 


FOTOSTRECKE

US-Attacken im Norden Afghanistans

Mit Satellitenaufnahmen dokumentieren die Amerikaner ihre Angriffe und Erfolge auf strategisch wichtige Ziele in Afghanistan.

Vorher Nachher
AP AP/ Department of Defense
AP/ Department of Defense AP/ Department of Defense
AP/ Department of Defense AP/ Department of Defense


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Dienstag 16. Oktober 2001, 13:46 Uhr

Die jüngste US-Offensive setzt auf Waffen der Massenkommunikation

Washington (dpa) - Die jüngste US-Offensive im Kampf gegen den Terrorismus kommt ohne Bomben aus. Zum Einsatz kommen weder Soldaten in fernen Ländern noch Spezialkommandos. Bereit steht die erste Garde der US-Regierung selbst. Im Krieg der Worte und im Kampf um die Herzen der Araber prescht Washington plötzlich voran.

Die nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice gab dem arabischen Fernsehsender mit Millionenpublikum, Al-Dschasira, ein halbstündiges Interview. Andere, selbst Präsident George W. Bush, könnten in Kürze folgen, ließ Rice durchblicken. Ihr Vorstoß signalisiert ein Umdenken in der US-Regierung.

«Wir müssen viel mehr tun, um der Propaganda gegen Amerika etwas entgegenzusetzen», sagte Rice am Montag. «Wir müssen besser erklären, dass dies nicht ein Krieg gegen den Nahen Osten und den Islam ist», räumte auch Präsident George W. Bush vergangene Woche ein. «Wenn wir glauben, wir könnten sie mit Militär und Geheimdienstmacht schlagen, wird es uns so ergehen wie in Vietnam», warnte der Schriftsteller Thomas Power in der «New York Times».

Die Propaganda-Offensive soll an mehreren Fronten ausgefochten werden. Kampfflugzeuge warfen gerade die ersten Flugblätter in Afghanistan ab. «Die multinationale Partnerschaft ist da, um dem afghanischen Volk zu helfen», steht da in zwei Landessprachen drauf, neben dem Bild eines afghanischen Zivilisten, der einem US-Soldaten freundlich die Hand schüttelt. Aus der Luft kommen auch kleine Radiogeräte, mit denen eigens produzierte und von US-Flugzeugen übertragene Radiosendungen empfangen werden können. Als neue Unterstaatssekretärin für «Öffentliche Diplomatie» heuerte die Regierung gerade eine Werbefachfrau an, die die US-Politik modern, zugkräftig und auch unkonventionell an den Mann bringen soll.

«Die Welt kennt Amerika durch Hollywood, Rambo und Coca-Cola. Keiner sagt, dass wir sonntags zur Kirche gehen, die großzügigsten Spender der Welt sind und uns bemühen, allen Menschen eine Chance zu geben», schrieb Image-Beraterin Clotaire Rapaille in einem Rundschreiben an ihre Kunden. «Wir sind ein idealistisches, Anteil nehmendes, liebevolles Volk. Es ist die Pflicht aller Unternehmen, diese Botschaft in die Welt hinauszutragen.»

Beobachter halten die neue Marschrichtung für mehr als überfällig. Die USA sind in vielen Teestuben und Basaren seit Jahren Prügelknaben für alle Übel in der arabischen Welt. «Die Glaubwürdigkeit Amerikas ist in der arabischen Welt in den vergangenen zehn Jahren dramatisch gesunken,» sagte der ehemalige US-Botschafter in Jemen und den Arabischen Emiraten, William Rugh, der «Washington Post».

Die US-Regierung hat die Propaganda in eigener Sache seit Jahren vernachlässigt. Die staatliche Unterstützung für Radioprogramme in fremden Sprachen wurden seit 20 Jahren zurückgeschnitten. Die US- Behörde für Öffentlichkeitsarbeit im Ausland (USIA) wurde 1999 aufgelöst. Konsulate und Kulturzentren wurden geschlossen. Der Radiosender Voice of America sendet nur zwei Stunden am Tag Arabisch, das häufig schlecht zu empfangen ist.

Die ehemalige Werbefachfrau in Staatsdiensten, Charlotte Beers, will ihre Botschaft zur US-Politik jetzt dort platzieren, wo auch hingeschaut wird: in Werbespots auf dem Fernsehsender al Dschasira, zum Beispiel, sagte sie vergangene Woche.

 


Talibanführer ruft zum Märtyrertod auf

17.10 .2001 Spiegel

Islamabad - Mullah Mohammad Omar hat sich im Kampf gegen die USA siegesgewiss gezeigt und seine Miliz zum Märtyrertod aufgerufen. "Heute oder morgen, der Tod ist gewiss. Man sollte nach dem Shahadat (Märtyrertum) streben", verbreitete der Talibanführer nach Angaben der in Pakistan ansässigen privaten afghanischen Nachrichtenagentur AIP am Mittwoch über Funk an seine Einheiten. "Gott" werde die Taliban über den "großen Ungläubigen", die USA, triumphieren lassen, sagte er.
"Der Tod kommt am zugewiesenen Tag, es gibt nichts zu fürchten. Wir sollten als Moslems sterben. Seid geduldig, aufrecht und gottesfürchtig. Dies ist ein Dschihad (Heiliger Krieg) gegen die Ungläubigen, wie wir ihn gegen die Russen führten", sagte Omar.

Der Feind sei ein großer Kafir (Ungläubiger), sagte der Talibanführer weiter. "Es ist nicht die Natur der Moslems, das Diktat des Kafirs zu akzeptieren oder sich ihm zu beugen. Ich bin unseres Erfolgs sicher. Behaltet die Moral und bleibt aufrecht."

Taliban-Außenminister schert aus

Die Spekulationen über einen möglichen Seitenwechsel des Taliban-Außenministers Muttawakil reißen nicht ab. Berichte lassen darauf schließen, dass er das Regime dazu bewegen will, Osama Bin Laden doch auszuliefern.

Islamabad - Der als Außenminister fungierende Wakil Ahmed Muttawakil habe die Amerikaner aufgefordert, die Intensität der Angriffe zu verringern, so dass moderate Kräfte in der afghanischen Führung ihre Position bezüglich Bin Ladens überdenken könnten, berichtete ein westlicher Diplomat. Pakistan sei gebeten worden, den USA dieses Angebot zu überbringen, hieß es weiter. US-Außenminister Colin Powell hatte sich am Dienstag mit dem pakistanischen Präsidenten Pervez Muscharraf getroffen.
Muttawakil habe während eines geheimen Besuches in Pakistan gebeten, die Nachricht zu übermitteln, hieß es. Die diplomatische Quelle berichtete, Mutawakil sei mittlerweile nach Afghanistan zurückgekehrt. In den vergangenen Tagen war spekuliert worden, dass der als gemäßigt geltende Muttawakil sich möglicherweise vom Taliban-Regime lossagen würde. In Berichten arabischer Zeitungen war von einem Bruch in der Taliban-Führung die Rede.

In Rom dementierten unterdessen ein Sprecher des ehemaligen afghanischen Königs, Mohammed Zaher Schah, Berichte, wonach sich Mutawakil mit Vertretern des Ex-Königs in Verbindung gesetzt habe. Das sei nicht der Fall, so der Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press.


MASAR-I-SCHARIF

Der Schlüssel zum Sieg

Ohne die Einnahme der Stadt Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans kann die Nordallianz die Taliban nicht besiegen. Bislang leisten die Taliban erbitterten Widerstand. Ihrem Widersacher, Usbeken-General Dostam, fehlt es an schweren Waffen.
 

Die Schlüsselstadt: Masar-i-Scharif (hier eine Satellitenaufnahme, die Pfeile zeigen Zerstörungen nach US-Angriffen)
AP
Die Schlüsselstadt: Masar-i-Scharif (hier eine Satellitenaufnahme, die Pfeile zeigen Zerstörungen nach US-Angriffen)
Berlin - "Ich habe nur leichte Waffen", klagte General Dostam vor einigen Tagen in einem Interview mit Radio Liberty. In den vergangenen Wochen berichtete der Anführer der usbekischen Minderheit in Afghanistan immer wieder von Vorstößen seiner Truppen und von übergelaufenen Taliban. Aber seine ehemalige Hochburg Masar-i-Scharif konnte er bislang nicht einnehmen.

Die Stadt ist für den Sieg der Nordallianz, auf deren Seite Dostam kämpft, der Schlüssel zum Sieg. Durch sie hindurch führt die entscheidende Straße hin zur usbekischen Grenze. Ohne diese strategische Verbindung kann die Nordallianz keine schweren Waffen ins Landesinnere bringen. Seitdem die Taliban die Stadt beherrschen, ist die Versorgungslinie unterbrochen.

Die Luftangriffe der Briten und Amerikaner zielten daher auch auf Taliban-Stützpunkte außerhalb der Stadt. Führer der Nordallianz sagen, diese Bombardierung sei mit den US-Truppen abgestimmt. Sie berichten, dass die US-Bomber in der ersten Angriffsnacht eine Ansammlung von Taliban-Panzern getroffen hätten. "Ich weiß, wo die Amerikaner ihre Raketen hinsteuern", behauptet General Dostam.

Der Usbeke kommandiert nach Angaben der Nordallianz zwischen 8000 und 9000 Soldaten. Vor 1997, als die Taliban Masar-i-Scharif einnahmen, waren ihm mehrere zehntausend unterstellt sowie Panzer und andere schwere Artillerie. Doch die Taliban eroberten diese Waffen. Dostam habe nur "Kalaschnikows und Pferde", klagte eine Sprecher der Nordallianz.

"Er ist heute schwach, nicht wie der General Dostam von vor drei oder vier Jahren", sagte Mohammed Hascham Saad, der führend Vertreter der Nordallianz in Usbekistan gegenüber der "Washington Post". Das liegt an der Zusammensetzung der Nordallianz aus den verschiedensten Interessens- und ethnischen Gruppen, von denen die Tadschiken die größte ist. Doch nicht einmal auf seine eigenen Leute kann Dostam sich verlassen.

Usbeken-General Dostam: ''Ich habe nur leichte Waffen''
AP
Usbeken-General Dostam: "Ich habe nur leichte Waffen"
Er verlor die Hoheit über Masar-i-Scharif nur, weil ihn sein Stellvertreter 1997 verriet und zu den Taliban überlief, um wenig später erneut die Seiten zu wechseln und sich mit den Schiiten der Stadt zusammenzurotten. Während die Mehrheit der Afghanen dem sunnitischen Islam angehört, leben in Masar-i-Scharif überwiegend Schiiten, die mit dem Iran sympathisieren. Die Schiiten richteten ein Massaker unter den Taliban-Anhängern an; die Religionskrieger antworteten mit gleicher Münze, als sie die Stadt schließlich eroberten.

Dostam, der ebenfalls einen Ruf als brutaler Guerilla-Führer hat, war da bereits in die Türkei und in den Iran geflohen, wo er die vergangenen Jahre verbrachte. Vor ein paar Wochen meldete er sich zurück. Zur Zeit steht er dem Vernehmen nach rund 30 Kilometer vor Masar-i-Scharif. Ohne die Hilfe der Amerikaner wird er seinen Großangriff auf die Stadt aber nicht starten können. Dazu fehlen im nicht nur Waffen, sondern auch Lebensmittel, Kleidung und Öl. "Wir brauchen alles", sagt Usbeken-Sprecher Saad.

 

 


Aktuelle Meldungen, Berichte und Hintergründe  
USA
"Mr. Bin Laden in seiner Höhle ausräuschern"
Kanzler
Deutsche Soldaten statt deutsches Geld
Lebensgefühl
"Die Ereignisse werden die Städte verändern"
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USA
"Wir rotten dieses Netzwerk aus"
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PRESSESCHAU
12.10.: Die gefährliche Kraft des Zerrbilds
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MEDIEN
"Al-Dschasira" - das "CNN des Nahen Ostens"
Der arabische Fernsehsender „Al-Dschasira“ hat mit seiner Berichterstattung über die Konsequenzen der Terroranschläge in den USA auch außerhalb der arabischen Welt Aufsehen erregt. mehr...

STIMME AUS AMERIKA
Keine Selbstmordbomber im Kommunalkino
Sonntag Mittag - Gegenschlag der USA auf Afghanistan. Das Telefon steht nicht still. Fatima Sarah Parsons Freunde und Bekannte vertreten die verschiedensten Meinungen zu den aktuellen Geschehnissen. mehr...
ANGRIFFSZIELE
Kandahar, Kabul und Dschalalabad
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Kompetenzen deutscher Sicherheitsbehörden
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NETZWERK
Al Qaida - "Die Basis" des Terrors
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GESCHICHTE
Land ohne Hoffnung
Der islamische Vielvölkerstadt Afghanistan ist seit mehr als 20 Jahren von Bürgerkrieg zerrissen. Nach der Eroberung der Hauptstadt Kabul 1996 kontrollieren die Taliban nahezu das ganze Land. mehr...
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P O L I T I K

Welche Länder den USA helfen
 

F ür die Antiterror-Allianz haben bislang sieben Länder außer Deutschland den USA militärische Unterstützung zugesagt.

GROßBRITANNIEN: London hat bislang ingesamt 4200 Soldaten, darunter 200 Elitesoldaten von den „Royal Marines“, bereitgestellt. Ferner operiert ein britischer Flottenverband im Arabischen Meer. Zu dem Verband gehören der für Hubschrauber umgerüstete Flugzeugträger „HMS Illustrious“, zwei Fregatten, ein Zerstörer und mehrere zum Teil mit Tomahawk-Raketen bestückte U-Boote.

KANADA: Der Nato-Partner Kanada stellt nach Großbritannien das drittgrößte Militärkontingent der Anti-Terror-Allianz, beteiligt sich jedoch bis auf weiteres nicht an Kampfhandlungen. Rund 2000 Marinesoldaten, eine 200 Mann umfassende Spezialeinheit, ein Flottenverband mit sechs Zerstörern und Fregatten sowie sieben Flugzeuge wurden auf eigene Initiative in die Region um Afghanistan verlegt.

AUSTRALIEN: Australien beteiligt sich mit 1550 Soldaten, Kampfjets und mehreren Schiffen. In einer ersten Phase würden vier Spezialflugzeuge und Spezialeinheiten (SAS) in Richtung Afghanistan geschickt, wie Ministerpräsident John Howard ankündigte. Er war von den USA im Rahmen des Anzuspakts (Militärbündnis der USA mit Australien und Neuseeland) um Hilfe gebeten worden. Das gesamte Kontingent soll nach Worten Howards Mitte November in seinem Einsatzgebiet sein.

FRANKREICH: Auf Wunsch Washingtons unterstützt Frankreich die US-Militäroperation in Afghanistan mit Flugzeugen und Schiffen, die für Aufklärung, Beobachtung und Versorgung zuständig sind. Seit dem 4. Oktober sind die Fregatte Courbet, das Öl-Versorgungsschiff Le Var und das „Experimentier-Schiff“ Bougainville im Indischen Ozean im Einsatz. Dazu kamen Ende Oktober Flugzeuge vom Typ Mirage IV, Versorgungs-Flugzeuge vom Typ C135 sowie ein Aufklärungsflugzeug des Typs C160 Gabriel. Paris soll außerdem schon länger eine Hand voll Aufklärungs-Experten in Afghanistan haben.

ITALIEN: Die Regierung in Rom hat den USA von sich aus einen größeren militärischen Beitrag angeboten, was von Washington angenommen wurde. Nach vorläufigen Angaben will Italien insgesamt rund 2100 Soldaten bereitstellen. Zu dem Angebot gehören nach Presseberichten ein Panzerregiment, Spezialeinheiten für Bodeneinsätze, Kampfflugzeuge, der Flugzeugträger „Garibaldi“, zwei mittelgroße Kriegsschiffe und Spezialisten für bio-chemische Kriegsführung.

TSCHECHIEN: Der Nato-Neuling Tschechien will 300 Soldaten für den Kampf gegen Terrorismus bereitstellen. Die Einheit soll nach Angaben des tschechischen Rundfunks neben C-Waffen-Experten auch Angehörige eines schnellen Einsatzkommandos umfassen.

TÜRKEI: Der Nato-Partner Türkei hat auf Anforderung der USA 90 Elitesoldaten zugesagt, die in erster Linie die Kämpfer der Nordallianz militärisch ausbilden sollen.

 

P O L I T I K

„Keine konkrete Anfrage“
 

Von 3900 Soldaten sei keine Rede gewesen
 
FOTO-GALERIE

D ie USA haben Berlin nicht ausdrücklich um 3900 Soldaten für den Krieg in Afghanistan gebeten, wie der amerikanische Verteidigungsminister klarstellte. Gerhard Schröder hatte erklärt, Washington habe die Verbände angefordert.

Auf eine entsprechende Frage erklärte Donald Rumsfeld am Dienstag (Ortszeit) vor Journalisten: „Wir haben als solches nicht darum gebeten. Wir baten um eine breite Unterstützung.“ Es liege an Deutschland, genau zu bestimmen, welchen Beitrag es leisten wolle, so Rumsfeld. Auch den Zeitpunkt eines Militärbeitrages bestimme Deutschland. Die USA seien allerdings erfreut, dass Deutschland positiv geantwortet habe.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte erklärt, die USA hätten die von deutscher Seite vorgesehenen Verbände angefordert. Heute will das Kabinett die Bereitstellung der insgesamt 3900 Soldaten beschließen.

Bundeswehr gegen die Taliban

Erstmals steht Bundeswehr-Soldaten ein Kampfeinsatz außerhalb Europas bevor. Schröder sagte am Dienstag, die Soldaten würden voraussichtlich in fünf Bereichen tätig werden. Bodentruppen und Kampfflieger zählten nicht dazu.
Erstens seien es ABC-Abwehrkräfte mit dem Spürpanzer „Fuchs“, die etwa 800 Soldaten umfassten, führte Schröder aus. Zweitens gehe es um Einheiten mit insgesamt 250 Soldaten zur Evakuierung von Verwundeten und Verletzten. Drittens handele es sich um 100 Soldaten von „Spezialkräften“, die aber keine Bodentruppen seien, die länger in Afghanistan bleiben sollten. Viertens hätten die Amerikaner um Lufttransportkräfte mit etwa 500 Mann zur Beförderung von Material und Personal gebeten. Schließlich sollten sich etwa 1800 Marinesoldaten mit der Kontrolle von Schiffsverkehr und Schiffen mit gefährlicher Ladung beschäftigen.

Kein Einsatz in Afghanistan

Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) sagte, die Bundeswehr-Truppen würden nicht direkt in Afghanistan zum Einsatz kommen. Dafür gebe es nicht „den Hauch eines Ansatzes für Spekulationen“. Auf einen Einsatzort wollte er sich jedoch ebenso wie Schröder nicht festlegen. Die Soldaten müssten sich auf eine „langwierige Auseinandersetzung, die auf verschiedenen Ebenen stattfinden wird“ einstellen.

Was die Lufttransportkapazitäten betreffe, spreche vieles dafür, dass die deutschen Einheiten zunächst die Nato-Partner im Bündnisgebiet verstärken würden, so Scharping. Auch der Spürpanzer „Fuchs“ werde eher Einheiten und Standtorte außerhalb Afghanistans schützen.

Laut Schröder sollen die Bundeswehr-Soldaten zunächst für ein Jahr bereitgestellt werden. Die Bundesregierung werde den Bundestag bitten, einen entsprechenden Beschluss zu fassen. Zum Beginn des Einsatzes wollte der Kanzler zunächst keine Angaben machen.

Der Bundestag entscheidet voraussichtlich nächste Woche über den Einsatz. SPD, CDU und FDP signalisierten bereits Zustimmung. Die Grünen zeigten sich unentschlossen, die PDS lehnte den Einsatz ab.

„Afghanistan ist nur der Anfang“

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte am Montag bei einem Besuch in Indien gesagt, dass „wir Terroristen-Netzwerke verfolgen, wo immer wir sie finden“.

Die US-Luftangriffe auf Afghanistan zeigten zunehmend Wirkung. Mit weiteren US-Bodentruppen in Afghanistan, die die Luftangriffe lenken könnten, verbessere sich „die Effektivität der Bombardements täglich“, erklärte der Minister. Die Offensive werde deshalb nicht – wie von einigen Politikern und Vertretern der Streitkräfte vermutet – Jahre dauern. „Wir werden so kurze Zeit wie möglich in Anspruch nehmen.“

Taliban fordern Kampf „Mann gegen Mann“

Die Taliban rüsten sich dagegen für einen langen Kampf und forderten die USA auf, mit Bodentruppen zu kämpfen. „Wenn die USA so stark sind, warum schicken sie dann nicht ihre Soldaten hierher, damit wir von Angesicht zu Angesicht kämpfen können“, sagte ein Taliban-Sprecher. „Stattdessen verwenden sie ihre raffinierte Technik gegen uns“, sagte er. Nach Angaben der Taliban wurden bei den jüngsten Angriffen etwa 15 Zivilisten getötet.


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P O L I T I K, Focus

„500 000 GIs nötig“
 


N ach Überzeugung eines sowjetischen Afghanistan-Veterans brauchen die USA für eine erfolgreiche Bodenoffensive 500 000 Mann. „Wir waren damals 120 000 Sowjets, die von 100 000 Afghanen unterstützt wurden“, erklärte der Präsident der Kaukasus-Republik Inguschetien, Russlan Auschew, am Dienstag.

Der General, der selbst vier Jahr lang in Afghanistan kämpfte, sagte weiter: „Wir verfügten über eigene Stützpunkte und lokale Geheimdienste, und trotzdem kontrollierten wir nur 20 Prozent des Landes.“

Um Afghanistan unter ihre Kontrolle zu bringen und Osama bin Laden zu ergreifen, benötigten die USA mindestens 500 000 Soldaten, sagte der Afghanistan-Veteran bei einem Besuch in Paris.

Eine mögliche US-Bodenoffensive könne „sehr schlecht ausgehen, weil die Amerikaner umzingelt werden“. Mit Bombardements sei in Afghanistan aber nicht viel auszurichten, weil bereits alles zerstört sei. „Getroffen werden ganz unvermeidlich Zivilisten, die sich daraufhin den Terroristen anschließen werden“, warnte Auschew. „Dieser Krieg nährt den islamistischen Extremismus“, fügte er hinzu.


 
P O L I T I K

Befehligt bin Laden jetzt die Taliban?
 


D er Terror-Pate ist angeblich offiziell zum Oberkommandierenden der Taliban ernannt worden. Unter Berufung auf islamisch-fundamentalistische Kreise in Pakistan berichtete der türkische Sender NTV am Dienstag weiter, damit hätten der aus Saudi-Arabien stammende Osama bin Laden und andere arabische Kämpfer in Afghanistan ihren Einfluss weiter ausgebaut. Bisher hatten die Taliban bin Laden als ihren „Gast“ bezeichnet.

Arabische und pakistanische Kämpfer hatten aber schon in der Vergangenheit bei den Taliban eine große Rolle gespielt. Erst in den vergangenen Tagen hatten sich Tausende radikale Moslems aus Pakistan als Freiwillige den Taliban in Afghanistan angeschlossen.

Die USA betrachten bin Laden als den Hauptverantwortlichen für die Anschläge in New York und Washington vom 11. September.
 
P O L I T I K

Afghanische Dörfer als Schutzschilde
 
FOTO-GALERIE

D ie USA sind überzeugt, dass die Taliban sich absichtlich unter Zivilisten verstecken. Ganze Dörfer würden als „menschliche Schutzschilde“ missbraucht, da die Gotteskrieger vermehrt ihre Unterkünfte verlassen und in Wohngebiete, Kulturzentren oder Moscheen umziehen, zitierte die „Washington Post“ am Dienstag einen hohen Regierungsbeamten.

Der Frust über die Taktik der Taliban werde beim US-Militär von Tag zu Tag größer, schrieb das Blatt. Während sich Taliban zu Beginn der Militäroperationen einen verwirrten und konzeptionslosen Eindruck gemacht hätten, gingen sie nun wohlüberlegt vor. „Sie sind tagtäglich klüger geworden. Sie wissen, was wir niemals angreifen würden – und dahin gehen sie“, so der Beamte, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Er und einige Kollegen führten mehrere Beispiele auf, in denen die Taliban Menschen für den eigenen Schutz und den ihrer Waffen missbraucht hätten. So seien in Kandahar führende Mitarbeiter des Amtes für die Förderung der Tugend in Moscheen übergesiedelt. In Khost südlich von Kabul hätten Taliban-Milizen die Gebäude von Hilfsorganisationen übernommen. Einige Kommandeure seien in Häuser gegenüber von Kliniken oder privaten Wohnungen eingezogen.

Wie die „Washington Post“ weiter berichtete, haben die Taliban außerdem wiederholt Lastwagen mit Hilfsgütern für die Bevölkerung gestohlen, um darin Munition und andere Ausrüstung für ihre Soldaten zu verstecken.

 

Taliban training suicide squads
to confront invasion of ground troops

By Peter Popham in Islamabad
The Independent (UK)
08 November 2001

The Taliban are preparing to confront Allied ground troops in Afghanistan with a kamikaze-style suicide squad, according to sources in the Pakistani city of Peshawar, close to the Afghan border.

The special unit, which includes Afghan as well as Arab fighters, is being trained for suicide attacks, said Hamid Nawaz, a Pakistani journalist in touch with sources close to the Taliban regime.

The special squad of fedayeen fighters – meaning those who are about to sacrifice themselves – is being readied for action once the Allies have committed forces to a ground war.

The fedayeen squad is already in existence and its members have been spotted in several Taliban-controlled areas. The mastermind behind it is a shadowy Arab, Moroccan in origin, with family connections to leaders of the Palestinian organisation Al Fatah. He has persuaded Taliban leaders, who have never previously countenanced suicide operations, that the times demand them.

The last suicide operation inside Afghanistan was carried out on 9 September, two days before the attacks on America, but it was not the work of Afghans. Two Arabs posing as journalists assassinated Ahmed Shah Masood, the legendary leader of the Northern Alliance, by means of a bomb hidden in their video camera. The assassins also died in the blast. It emerged this week that they had been hoping to wipe out the entire Northern Alliance leadership, but failed to persuade them to sit for a group photograph.

The 11 September suicide attacks on America by terrorists believed to be operating on instructions from Osama bin Laden were also carried out by Arabs – the majority from Saudi Arabia.

The new squad has a distinctive look. Its members carry Russian AK-83 or German HK-MP5 assault rifles rather than the Taliban's standard issue AK-45s, and wear strips on their chests embroidered with verses from the Koran. Their vehicles also have distinctive livery, though exactly what remains secret.

No Afghans have been involved in suicide operations before because the Hanafi school of Islam, to which most Taliban subscribe, forbids it. The rival Hanbali school believes such attacks are permissible in emergencies, hence the Hamas and Islamic Jihad fighters who blow themselves up in Israeli pizza parlours and discotheques, and the Kashmiri fedayeen squads which fight their way into Indian army installations in the Himalayan territory and wreak as much havoc as they can before they are shot dead. The overwhelming military might of the US and its allies seem to have persuaded the Taliban to revise their opinions and permit suicide attacks.

The leaders of the 11 September attacks seem to have followed the pattern of Japan's Second World War kamikaze pilots who steeled themselves for certain death with the help of strong drink and barbiturates and allowed young women to throw themselves upon them on the eve of operations.

The Allies may draw heart from this: the Japanese only adopted kamikaze tactics in January 1945, when defeat stared them in the face. But it adds one more dire menace for ground troops to overcome in the world's most daunting battlefield.

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Das Alptraum-Szenario - ein Krieg ohne Ende
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--->06 November 2001 12:50 CET ,Reuter
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Display based on image existing -->-- End Of Switch ------>- Display Paragraphs ---> Paragraph begin -->- von Jack Redden -

Paragraph end --> Paragraph begin -->Islamabad (Reuters) - Für viele Afghanistan-Kenner ist das Szenario absehbar: Die Taliban-Kämpfer teilen sich in kleine Gruppen auf und führen von schwer zugänglichen Stützpunkten im kargen Bergland aus einen endlosen Kleinkrieg, der das Land unregierbar macht. Es ist ein Szenario, das sich auch dem US-Verteidigungsministerium aufdrängen muss. Seit vier Wochen schon versuchen dessen Truppen mit Bombardements die radikal-islamischen Taliban und das Netz des Extremisten Osama bin Laden zu zerstören - bislang mit wenig Erfolg. Sowohl Taliban-Chef Mullah Omar als auch Bin Laden sind offenbar am Leben und an einem sicheren Ort versteckt; wahrscheinlich tief in den Höhlen des afghanischen Berglandes, unerreichbar für die amerikanischen Bomben und Raketen.

Paragraph end --> Paragraph begin -->Die US-Streitkräfte haben die Militärtechnik der Taliban zerstört, einige alte russische Flugzeuge und Flugabwehrkanonen. Doch die Taliban selbst, etwa 50.000 Mann, die über ein Land größer als Frankreich verteilt sind, bieten nur wenig Ziele für die millionenteuren US-Raketen. "Ein Monat ist um und nichts hat sich geändert", sagte ein Offizier in Pakistan. "Den Taliban ist das egal - was ist schon zu zerstören?", fügt er hinzu, "sie wollen den Landkrieg."

Paragraph end --> Paragraph begin -->Für die Afghanen, die seit Jahrzehnten Invasionen und Bürgerkriege erleben, hat sich das Leben längst wieder "normalisiert". Auf den Märkten herrsche ein reges Treiben, berichten Reporter aus Kabul, Kandahar und Dschalalabad. Die Taliban haben einige Büros und Lager an Hilfsorganisationen zurückgegeben, deren Einrichtungen sie zu Beginn der Angriffe beschlagnahmt hatten.

Paragraph end --> Paragraph begin -->Die zunehmende Anzahl ziviler Opfer und die Aussichten auf eine Katastrophe unter jenen Menschen, die nur durch die Hilfe internationaler Organisationen überleben können, setzen die USA unter Druck, nicht die Taliban. Diese scheinen selbstbewusster zu sein als zu Beginn der Angriffe und laden auch wieder ausländische Journalisten ein. Demgegenüber kann die von den USA unterstützte Anti-Taliban-Allianz im Norden des Landes kaum Erfolge vorweisen. Bislang ist sie noch keinen Meter in Richtung der Hauptstadt Kabul vorangekommen.

Paragraph end --> Paragraph begin -->"Den Amerikanern scheinen die Schwierigkeiten der Lage immer deutlicher bewusst zu werden", sagte Fazal-ur-Rahman vom pakistanischen Institut für Strategische Studien. Die USA hätten erwartet, dass viele Taliban-Kämpfer desertieren würden, dass die Nordallianz schnell vorstoßen würde und dass sich die von den Taliban unterdrückten Menschen wehren würden. Nichts davon ist geschehen.

Paragraph end --> Paragraph begin -->Die Bombardements gehen weiter, und eine politische Lösung ist nicht in Sicht. Die Bemühungen, eine Alternative zur Taliban-Regierung zu finden, die für das Mehrheitsvolk der Paschtunen akzeptabel ist, blieben bislang erfolglos. Der UNO- Sondergesandte für Afghanistan, Lakhar Brahimi, sagte nach intensiven Gesprächen mit Afghanen und Pakistanern vergangene Woche, eine Übereinkunft sei schnell möglich, wenn der politische Wille vorhanden ist. Er ist es aber offensichtlich nicht.

Paragraph end --> Paragraph begin -->Ohne eine politische Lösung bleibt die Aussicht auf einen lang anhaltenden Krieg, selbst wenn die Taliban aus den großen Städten vertrieben werden. Sie sind keine zentralisierte Truppe, die ein gutes Ziel abgibt, sondern einzelne Männer mit Kalaschnikows, die an raue Bedingungen gewöhnt sind.

Paragraph end --> Paragraph begin -->Die USA unterschätzten möglicherweise deren Fähigkeiten, sagte der Chef des pakistanischen Instituts für Politik- Forschung, Pervais Iqbal Cheema. "Es ist ein zerstörtes Land, und sie wissen, wie man unter solchen Bedingungen existieren kann." Die Taliban seien etwa 50.000 Mann, von denen man 40.000 vernachlässigen könne. "Aber es gibt 10.000, die gut organisiert, diszipliniert und erfahren sind", sagte Cheema, "und diese werden erbitterten Widerstand leisten." Wenn Kabul fallen sollte, würden sie sich in die Berge zurückziehen und von dort kämpfen. "Ein Mann mit einem Gewehr, einem Esel und ein paar Lebensmittel - und er kann Wochen überleben."


 
ISLAMISCHE WEBSITES

Eine Alternative zu CNN?

Von Mareike Zoll

Die Nachfrage nach Nachrichten aus dem Mittleren und Nahen Osten ist so groß wie selten zuvor. Obwohl das Fernsehen ununterbrochen "Breaking News" sendet, gibt es offenbar auch einen großen Bedarf, sich online über die islamische Welt zu informieren und auszutauschen. SPIEGEL ONLINE hat vier Websites unter die Lupe genommen.

CNN-Live-Übertragung einer Explosion in Kabul
AFP/DPA
CNN-Live-Übertragung einer Explosion in Kabul
Hamburg - Manch eine islamische Website ist nach den Terroranschlägen von New York und Washington vom Netz gegangen, andere wurden aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Die großen Zeitungen im Mittleren und Nahen Osten versuchen, ihre Leser zurückhaltend, aber detailliert über das aktuelle Geschehen zu informieren. Dass die Berichterstattung über die US-Luftangriffe auf Afghanistan der Zensur unterliegt, ist bekannt. Medienkonsumenten fischen bei der Frage: "Was ist Fakt und was Propaganda?" oft im Trüben. Eines ist jedoch gewiss: Seit dem Golfkrieg wollen sich viele Menschen nicht mehr mit den Bildern des US-Nachrichtensenders CNN zufrieden geben. Sie nutzen die Freiheit des Netzes, klicken auf islamische Websites und hoffen, sich dort andere Perspektiven zu erschließen.

SPIEGEL ONLINE suchte aus der Masse der Angebote vier Websites heraus. Dabei entstand ein erster Eindruck über Aufbau, Meldungsdichte und Linkangebot. Eine Bestandsaufnahme von Freitag dem 12. Oktober.

Website von Afghanistan-Online
Website von Afghanistan-Online
Afghanistan-Online ist wider Erwarten kein Dienst der afghanischen Taliban. Auf den ersten Blick wird der Leser auf der Homepage in roten Lettern darauf hingewiesen, dass der Dienst "privat und von den USA aus" organisiert wird. "Wir sind keine regierungsnahe Website. Wir unterstützen keinerlei terroristische Aktivitäten, sondern verurteilen sie in jeder Form." Das Angebot ist auf englisch. Das Outfit: Den Hintergrund ziert ein islamisches Mosaik-Muster, darüber liegt eine schlichte Textmaske mit Friedenstaube. Ein weltweiter Agenturmix hält die Surfer auf dem Laufenden. Auch audiovisuelle Nachrichten von der BBC oder der Voice of America können abgerufen werden. Außerdem gibt es zahlreiche Foren, darunter auch eins in deutscher Sprache.

Website der iranischen Nachrichtenagentur IRNA
Website der iranischen Nachrichtenagentur IRNA
Ein Blick auf die Seite der iranischen Nachrichtenagentur Islamic Republic News Agency (IRNA) macht die unterschiedliche Gestaltungsweise von Websites aus der islamischen Welt deutlich. Die Seite existiert auf englisch, farsi (persisch) und arabisch und bietet internationale, nationale und lokale Nachrichten an. Neben einem Nachrichtenblock ziert ein großer Werbeblock die Homepage. Ein Bilderdienst und Radio- und Fernsehausschnitte werden angeboten. Die Nachrichtenlage wird ausschließlich mit IRNA-Meldungen beleuchtet. Allerdings gibt es auch einen Link, der auf andere Nachrichtenagenturen in der Welt verweist.

Auch "Dawn", die größte Tageszeitung Pakistans, besitzt eine Online-Ausgabe. Die Homepage zeigt die "Latest News", ohne Fotos. Die Nachrichten werden durch Werbebanner voneinander getrennt. Ein Online-Shop darf dort genauso für sich werben wie eine internationale Hilfsorganisation mit Sitz in den USA. Internationale Nachrichten werden von Agenturen abgedeckt, nationale und lokale produziert die Zeitung selbst. Reportage-, Gesundheits- und Wissenschaftsseiten werden ebenfalls angeboten.

Website von al-Dschasira
Website von al-Dschasira
Spätestens seit der Ausstrahlung des Videos des mutmaßlichen Terrorchefs Osama Bin Laden nach dem ersten US-Luftangriff auf Afghanistan, ist der arabische Sender al-Dschasira ins Blickfeld des öffentlichen Interesses geraten. Der kleine Sender aus dem Golfemirat Katar ist für die arabische Welt ein Unikum und eine Revolution. Scheich Hamad, Herrscher Katars, hat den Sender gekauft und für journalistische Unabhängigkeit gesorgt. Auch kritikempfindliche Herrscher können den erfolgreichen Sender mittlerweile nicht mehr einfach ignorieren. Die britische Tageszeitung "Daily Telegraph" schrieb kürzlich, das Fernsehprogramm trage zur Demokratisierung des Nahen Ostens bei. Ein Besuch auf der Website von al-Dschasira dürfte für einige Surfer jedoch ernüchternd sein: Das Angebot existiert nämlich ausschließlich in arabischer Sprache.

    Website der "Haaretz"

    Interessant könnte ebenfalls das Online-Angebot der israelischen Tageszeitung "Haaretz" sein. Die Homepage ist auf iwrit (neu-hebräisch). Es gibt auch eine "english edition". Ein großer Anteil der Nachrichtenberichterstattung wird durch Korrespondentenberichte abgedeckt. Das Online-Angebot der "Haaretz" enthält daher nur wenig Agenturmeldungen. Hinter dem Button "In-depth" verbergen sich ausführliche Hintergrundberichte zu Themen wie Uno-Rassismuskonferenz oder Al-Aksa-Intifada. Neben den Rubriken Nachrichten, Wirtschaft und Sport kann der Leser auch auf "Reportage"- und "Essen & Wein"-Seiten surfen.

    Diese kurze Bestandsaufnahme hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern gibt lediglich einen Eindruck davon, wie vielfältig das Angebot islamischer Websites ist. Viele islamische Staaten sehen nach einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) ihre politischen, sozialen und religiösen Machtstrukturen durch das neue Medium nach wie vor gefährdet. Sie würden das Internet zwar nicht generell verbieten, da sie wirtschaftliche Nachteile befürchteten, schreibt Autor Eric Goldstein. Nicht gewünschte Inhalte würden aber durch Filter oder eingeschränkten Zugang zensiert. Oft sei Meinungsäußerung im Netz jedoch weniger eingeschränkt als in Druck-Publikationen. "In Tunesien veröffentlichen Journalisten Online-Magazine, nachdem ihr Antrag auf Publikation in Druckprodukten von den Autoritäten ignoriert wurde", so Goldstein.

    Das Internet gehört in der islamischen Welt vielerorts noch lange nicht zum Alltag. Das Online-Marktforschungsunternehmen Nua schätzt, dass im gesamten Mittleren Osten 4,65 Millionen Menschen das Internet nutzten. In Afrika seien 4,15 Millionen Menschen online - gegenüber rund 155 Millionen Nutzern in Europa. Menschenrechtler kritisieren, dass viele arabische Regierungen ihre Gesellschaften nur zögernd für das Internet öffnen. Die afghanische Taliban-Regierung hat das Internet ganz verboten. "Wir sind nicht gegen das Internet, aber es wird benutzt, um Obszönitäten, Unmoral und Propaganda gegen den Islam zu verbreiten", sagte der Außenminister des Regimes, Wakil Ahmed Mutawakil, im Sommer der in Pakistan ansässigen afghanischen Nachrichtenagentur AIP.

    Neben den genannten islamischen Websites erfreuen sich derzeit auch Seiten von internationalen Hilfs- und Friedensorganisationen großer Beliebtheit. Von der Berichterstattung eines einzigen TV-Senders oder einer einzigen Tageszeitung ist schon lange niemand mehr abhängig.



    IM INTERNET
    ·  Afghanistan-Online
    ·  Islamic Republic News Agency
    ·  Dawn
    ·  al-Dschasira
    ·  Haaretz

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    HANS CHRISTOPH BUCH

    "Ich habe die Roten Khmer von heute erlebt"

    Von Holger Kulick

    Wie gefährlich sind die Taliban? Der Berliner Autor Hans Christoph Buch reiste nach dem Anschlag in New York in das Grenzgebiet von Pakistan und Afghanistan und sprach dort mit führenden Geistlichen der islamistischen Fundamentalisten. Im SPIEGEL-ONLINE-Gespräch vergleicht er sie mit Kambodschas blutrünstigem Terror-Regime.

    Totenschädel von kambodschanischen Massakeropfern der Roten Khmer, die letzten 1000 Kämpfer ihres skrupellosen Anführers Pol Pot ergaben sich erst 1998
    AFP/DPA
    Totenschädel von kambodschanischen Massakeropfern der Roten Khmer, die letzten 1000 Kämpfer ihres skrupellosen Anführers Pol Pot ergaben sich erst 1998
    SPIEGEL ONLINE: Sie sind Anfang Oktober aus Afghanistan und Pakistan zurückgekehrt und haben dort Lager, Moscheen und Ausbildungsstätten besucht. Was war Ihr Eindruck?

    Hans Christoph Buch: Er war niederschmetternd. Das war eine Erfahrung, die ich so nicht für möglich gehalten habe, weil ich den Eindruck bekam, dass dort, so grotesk es klingt, das so genannte "Böse" tatsächlich existiert. Ich habe dort die Roten Khmer von heute erlebt.

    SPIEGEL ONLINE: Wie kommen Sie darauf?

    Buch: Weil ich mich mit den Roten Khmer sehr gründlich beschäftigt habe, auch in Kambodscha. Die Strukturen der Taliban und ihre Denkweisen sind sehr ähnlich. Das beginnt damit, dass die Taliban hauptsächlich Kindersoldaten unter Waffen halten, das sind zwangsrekrutierte Unmündige, die die Koranschule durchlaufen haben und danach direkt in die militärische Ausbildung übernommen werden für den Einsatz an der Front.

    SPIEGEL ONLINE: Als Beleg für eine so harten Vergleich reicht das noch nicht aus.

    Hans Christoph Buch, (57); Schriftsteller und Essayist, las als 19jähriger erstmals vor der Gruppe 47, wurde Lektor bei Rowohlt, begründete die Zeitschrift ''Literaturmagazin'', 
und verfasste mehrere Romane u.a. über Haiti. Im Auftrag der ''Zeit'' bereiste er  zahlreiche Bürgerkriegs- und Krisengebiete und schrieb darüber das Buch ''Weltunordnung''. Im November erscheint darüber ein neuer Titel: ''Blut im Schuh - Schlächter und Voyeure an den Fronten des Weltbürgerkriegs''.
    hcb
    Hans Christoph Buch, (57); Schriftsteller und Essayist, las als 19jähriger erstmals vor der Gruppe 47, wurde Lektor bei Rowohlt, begründete die Zeitschrift "Literaturmagazin", und verfasste mehrere Romane u.a. über Haiti. Im Auftrag der "Zeit" bereiste er zahlreiche Bürgerkriegs- und Krisengebiete und schrieb darüber das Buch "Weltunordnung". Im November erscheint darüber ein neuer Titel: "Blut im Schuh - Schlächter und Voyeure an den Fronten des Weltbürgerkriegs".
    Buch: Dann die Tatsache, dass ihre internen Organisations- und Kommandostrukturen bis hin zur Person ihres Führers bis vor kurzem geheim waren. Es gab von Mullah Mohammed Omar nur ein einziges verwischtes Foto. Das war bei Pol Pot genauso, dessen Identität erst ziemlich spät bekannt wurde, da waren die roten Khmer schon jahrelang an der Macht. Was aber insbesondere verblüfft, ist die Menschenverachtung in beiden Fällen und ihre Intoleranz. Nicht nur Film und Fernsehen gilt als Sünde, auch Literatur und Kunst. Es sind Regimes, die nicht mehr mit den traditionellen Kategorien links/rechts oder islam/nicht islam zu fassen sind, denn gemessen selbst an den Mudschaheddin, die gegen die Russen kämpften, sind mir diese Leute wie Marsmenschen erschienen.

    SPIEGEL ONLINE: Aber die Taliban stammen doch von dieser Welt?

    Buch: Aber sie haben eine ungeheuer vereinfachte Version des Islam verinnerlicht, pure Schwarz-Weißmalerei. Selbst über die Geschichte ihres eigenen Lands erfahren diese Kämpfer nicht viel. Sie wirken, wie nach einer Art Gehirnwäsche aus einem Science-Fiction-Roman, so wie man es von einer Sekte erwartet. Genau so waren auch die Roten Khmer im Vergleich zur traditionellen marxistischen Bewegung. Diese jungen Leute kennen nichts außer der Koranschule und dem Krieg und sind - außer in früher Kindheit zu Hause - nie Frauen begegnet. Sie empfinden Frauen sogar als eine Bedrohung. Deshalb auch die ausgeprägte Sexual- und Frauenfeindlichkeit bei den Kämpfern, die dort richtiggehend populär ist. Weil sie nichts anderes kennen.

    SPIEGEL ONLINE: Wo haben Sie Ihre Erkenntnisse gewonnen?

    Buch: Die Taliban-Bewegung kommt aus dem Nordwesten Pakistans. In ihrer führenden Koranschule in Akora Khattak kurz vor Peshawar traf ich auch auf den geistlichen Führer, der diese Bewegung mitaufgebaut hat. Die meisten Talibanführer kommen aus seinem "Kloster", so würden wir im christlichen Kontext sagen. Das ist Maulana Samiul Haq, seine Denkrichtung heißt "Haqqania". Und das ist eine geradezu faschistisch anmutende Form des Islam, denn er sagte mir wörtlich: "Die Ungläubigen müssen sich dem Islam unterwerfen und nicht umgekehrt". Auch eine Gleichberechtigung gebe es nicht.

    SPIEGEL ONLINE: Lässt sich das mit dem Koran begründen?

    Buch: Nein, denn selbstverständlich duldet der Koran andere Religionen neben sich, sogar im Iran, wenn auch in eingeschränktem Maß. Das erschreckende ist, dass diese Koranschulen der Taliban nicht etwa zu vertiefenden Kenntnissen des Koran erziehen. Die Ausbildung besteht aus reinem Auswendiglernen und das von Anfang an gekoppelt mit militärischem Drill.

    SPIEGEL ONLINE: Glauben die geistlichen Führer denn selbst an diese vereinfachte Ideologie?

    ''Das ist eine geradezu faschistisch anmutende Form des Islam'' - Sind die Taliban Faschisten mit Turban?
    AP
    "Das ist eine geradezu faschistisch anmutende Form des Islam" - Sind die Taliban Faschisten mit Turban?
    Buch: Die Führer sind intelligenter als ihre Gefolgschaft, sie sehen die Dinge auch differenzierter. So haben sie auch versucht, noch vor dem Militärschlag zwischen der Taliban-Führung und Pakistans Regierung zu vermitteln, weil sie wissen, dass sie sonst in der islamischen Welt isoliert werden könnten. Aber es sind Menschen, die mir gegenüber geradezu entrückt wirkten, wie Gurus oder Heilige und keineswegs aggressiv. Sie haben mich sehr freundlich empfangen, sogar eingeladen. Ich hätte, wenn ich gewollt hätte, sogar Mitglied ihrer Bewegung werden können.

    SPIEGEL ONLINE: Sind sie religiöse Verführer?

    Buch: Sie verbreiten um sich eine Aura der Spiritualität, der religiösen Hingabe und Frömmigkeit, sind aber keineswegs Asketen. Sie sind verheiratet, sogar mit mehreren Frauen. Sie leben auch in Wohlstand, denn diese Moscheen erhalten sehr viel Geld von der Bevölkerung und bis vor kurzem auch aus der Staatskassen Pakistans. Es ist also nicht so, dass diese Leute, die andere in den Krieg schicken, selbst große Opfer bringen. Für mich war dies ein erschreckender Einblick in eine Mentalität, wie sie in der allerextremsten Form offensichtlich Bin Laden verkörpert.

    SPIEGEL ONLINE: Wie groß ist deren gesellschaftlicher Rückhalt?

    Leicht zu instrumentalisieren: Verarmte Schichten in Pakistan
    AFP/DPA
    Leicht zu instrumentalisieren: Verarmte Schichten in Pakistan
    Buch: Der pakistanische Präsident schätzte den Anhang der Taliban und der radikalreligiösen Parteien in Pakistan auf etwa 20 Prozent. Darin kommt aber noch nicht das große Sympathisantenumfeld zum Tragen. Die gemäßigten Muslime sind das Rekrutierungsfeld der Taliban und die einfachen Leute tun sich schwer, sich zu distanzieren. In dieser Region überwiegen Armut und Analphabetentum. Die wenigsten haben Arbeit, was ihre Frustration verstärkt. Durch dieses soziale Elend und die kulturelle Entfremdung auch von ihrer eigenen Kultur ist die Bereitschaft weit verbreitet, solchen Demagogen zu folgen.

    SPIEGEL ONLINE: Und die gebildeteren Schichten?

    Eine (inzwischen) unvermeidliche Gewalteskalation? Bombe eines US-F-14-Fighters
''Ich fände es gut, wenn die USA die Taliban stürzen''.
    AFP/DPA
    Eine (inzwischen) unvermeidliche Gewalteskalation? Bombe eines US-F-14-Fighters "Ich fände es gut, wenn die USA die Taliban stürzen".
    Buch: In einem Land wie Pakistan sind die akademisch gebildete Mittelschicht und die reiche Oberschicht extrem in der Minderheit und fürchten sogar die einfachen Massen. Denn sie können durch den Ruf der Muezzin zum Gebet, der in den Städten über Lautsprecher verbreitet wird, innerhalb weniger Minuten mobilisiert werden - im Zweifel pro Taliban.

    Bitte klicken Sie hier und lesen Teil 2
    "Die Gratwanderung Europas und Amerikas"



    IN SPIEGEL ONLINE
    ·  Hans Christoph Buch über Afghanistan (II): "Die riskante Gratwanderung Europas und Amerikas"





     

     

    HUMAN RIGHTS
    WATCH section title here-->Publications PortuguesFrancaisRussian
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    AFGHANISTAN

    CRISIS OF IMPUNITY
    The Role of Pakistan, Russia, and Iran in Fueling the Civil War
    Printable Version [pdf]

    Map 1

    Map 2

    I. SUMMARY AND RECOMMENDATIONS
    International Sponsors
    Policy Developments
    The Parties' Record on Human Rights and International Humanitarian Law
    A Call for a Comprehensive Arms Embargo
    Recommendations to the International Community
    A Note on Methodology and Sources

    II. AFGHANISTAN'S CIVIL WARS
    Parties to the Conflict

    The Taliban
    The United Front 

    A History of Foreign Intervention
    Violations of International Human Rights and Humanitarian Law

    Violations by the Taliban
    Violations by United Front Factions


    III. PAKISTAN'S SUPPORT OF THE TALIBAN 
    The Role of Private Traders
    Direct Military Support
    Recruitment and Training of Volunteers
    Private Actors' Involvement in Arms Procurement
    The Role of Saudi Arabia

    Official Assistance
    Private Contributions


    IV. FOREIGN ASSISTANCE TO THE UNITED FRONT 
    The Role of Iran

    Military Support
    Aerial Resupply
    The Bridge at Dasht-i Qala
    Military Training

    The Role of the Russian Federation

    Border Crossings
    Kuliob and Osh

    The Role of Tajikistan
    The Role of Uzbekistan
    The Role of Turkmenistan
    The Role of Kyrgyzstan

    APPENDIX I 
    Supplying the United Front: Iranian and CIS cooperation

    Arms Hidden in Aid Shipment
    Kyrgyz Government Knowledge
    Implications: Multinational Complicity in the Covert Shipment of Arms


    APPENDIX II 

    Selected Documents
    Figure A
    Figure B
    Figure B (translated)


    ACKNOWLEDGMENTS


    Military Assistance to the Afghan Opposition
    Human Rights Watch Backgrounder
    October 2001

    (download PDF version - 6 pages)
    Key Sections
    Related Material
    Afghanistan: Human Rights Watch Key Documents

    September 11 Attacks: Crimes Against Humanity
    The Aftermath


    To respond to the attacks on the World Trade Center and Pentagon on September 11, 2001, the United States government has begun to put together what it calls a coalition against terrorism. As part of this approach, the United States has signalled support for the creation of a broad-based coalition to oppose the Taliban, the current rulers of most of Afghanistan. This opposition would include forces that presently constitute the United Front--also known under its former name the Northern Alliance--as well as Taliban defectors. Some commanders with experience in the guerrilla war against Soviet occupation in 1979-1989, but not now in the United Front, may also be drawn into the new coalition. A number of present and former commanders who may be eager to assume positions of leadership in the coalition have a long record of serious human rights abuse in Afghanistan.

    Human Rights Watch is concerned that unqualified support--military, political, diplomatic, financial--for this new coalition, which may come to constitute the basis for a future government of Afghanistan, will encourage further abuses. In responding to the crimes against humanity of September 11, the United States should not resort to means that themselves violate basic human rights and humanitarian law standards, or provide assistance to forces that do.

    Support for the Afghan Opposition

    While the United States says it has so far provided no arms to the Afghan opposition, recent media reports suggest that it is gearing up to provide financial and possibly military support to the United Front and other armed Afghan groups. U.S. Secretary of Defense Donald Rumsfeld said on September 30, 2001: "There are any number of people in Afghanistan, tribes in the south, the northern alliance in the north, that oppose Taliban [sic]. And clearly we need to recognize the value they bring to this anti-terrorist, anti-Taliban effort - and where appropriate, find ways to assist them." The administration declined to comment on reports that the United States was offering covert financial support to the United Front.

    The United Front could use new funds to replenish its stocks with arms purchases from Russia. Russia, along with Iran, has been one of the United Front's main arms suppliers during recent years; both have significant strategic interests in Afghanistan, and both have reaffirmed their support for the United Front in recent days. The Russian minister of defense, Sergei Ivanov, said on September 26 that Russia had been "rendering assistance continuously to the Northern Alliance since 1996." A day earlier, President Vladimir Putin said that Russia would "expand cooperation with the internationally recognized Afghan government of Rabbani and give its armed forces additional assistance in the form of weapons supplies." The Russian president was referring to the United Front's political arm, the Islamic State of Afghanistan, headed by Burhanuddin Rabbani, which has occupied Afghanistan's seat in the United Nations since its ouster from Kabul in 1996. In Iran, the defense minister, Ali Shamkhani, told reporters on October 1, 2001: "We continue to support the Northern Alliance as in the past," and replied "yes" when asked if that meant supplying them with arms. (The level and nature of past military support provided by Russia and Iran to the United Front has been detailed in a Human Rights Watch report, "Crisis of Impunity: The Role of Pakistan, Russia, and Iran in Fueling the Civil War in Afghanistan," available at http://www.hrw.org/reports/2001/afghan2/.)

    What Is the United Front/Northern Alliance?

    In 1996, when the Taliban captured the Afghan capital, Kabul, the groups opposed to the Taliban formed an alliance called the National Islamic United Front for the Salvation of Afghanistan, commonly known as the United Front. The United Front supports the government ousted by the Taliban, the Islamic State of Afghanistan (ISA). The president of the ousted government, Burhanuddin Rabbani, remains the president of the ISA and is the titular head of the United Front. For the past year his headquarters have been in the northern Afghan town of Faizabad. The real power was, until his assassination in September 2001, the United Front's military leader, Commander Ahmad Shah Massoud, who was also the ISA's minister of defense. The precise membership of the United Front has varied from time to time, but includes:

  • Jamiat-i Islami-yi Afghanistan (hereinafter known as Jamiat-i Islami). Jamiat-i Islami was one of the original Islamist parties in Afghanistan, established in the 1970s by students at Kabul University where its leader, Burhanuddin Rabbani, was a lecturer at the Islamic Law Faculty. Although Rabbani remains the official head of Jamiat-i Islami, the most powerful figure within the party was Ahmad Shah Massoud. Both Rabbani and Massoud are ethnic Tajiks (Persian-speaking Sunni Muslims) but from different areas. Massoud's ethnic power base has historically been in Parwan and Takhar provinces in the northeast, where he established a regional administrative structure in the late 1980s, the Supervisory Council of the North (SCN, Shura-yi Nazar-i Shamali). Massoud's forces have received significant military and other support from Iran and Russia, in particular.

  • Hizb-i Wahdat-i Islami-yi Afghanistan (Islamic Unity Party of Afghanistan, hereinafter known as Hizb-i Wahdat). The principal Shi'a party in Afghanistan with support mainly among the Hazara ethnic community, Hizb-i Wahdat was originally formed by Abdul Ali Mazari in order to unite eight Shi'a parties in the run-up to the anticipated collapse of the communist government. Its current leader is Muhammad Karim Khalili. The leader of its Executive Council of the North, Haji Muhammad Muhaqqiq, commanded the party's forces in Mazar-i Sharif in 1997. Hizb-i Wahdat has received significant military and other support from Iran, although relations between Iranian authorities and party leaders have been strained over issues of control. The party has also received significant support from local Hazara traders.

  • Junbish-i Milli-yi Islami-yi Afghanistan (National Islamic Movement of Afghanistan, hereinafter known as Junbish). Junbish brought together northern, mostly ethnic Uzbek, former militias of the communist regime who mutinied against President Najibullah in early 1992. It also included mainly Persian-speaking former leaders and administrators of the old regime from various other ethnic groups, and some ethnic Uzbek guerrilla commanders. In 1998 it lost all of the territory under its control, and many of its commanders have since defected to the Taliban. Its founder and principal leader was Abdul Rashid Dostum, who rose from security guard to leader of Najibullah's most powerful militia. One of Dostum's principal deputies was Abdel Malik Pahlawan. This group took control of the important northern city of Mazar-i Sharif in alliance with other groups in early 1992 and controlled much of Samangan, Balkh, Jowzjan, Faryab, and Baghlan provinces. A coalition of militias, the Junbish was the strongest force in the north from 1992 to 1997, but was riven by internal disputes. Since the fall of Mazar in 1998 the Junbish has largely been inactive, although Dostum returned to northern Afghanistan in April 2001.

  • Harakat-i Islami-yi Afghanistan (Islamic Movement of Afghanistan). This is a Shi'a party that never joined Hizb-i Wahdat, led by Ayatollah Muhammad Asif Muhsini, and which was allied with Jamiat-i Islami in 1993-1995. Its leadership is mostly non-Hazara Shi'a. Its most prominent commander is General Anwari. The group has received support from Iran.

  • Ittihad-i Islami Bara-yi Azadi Afghanistan (Islamic Union for the Liberation of Afghanistan). This party is headed by Abdul Rasul Sayyaf. During the war against the Soviet occupation, Sayyaf obtained considerable assistance from Saudi Arabia. Arab volunteers supported by Saudi entrepreneurs fought with Sayyaf's forces.

    The United Front's Human Rights Record

    Throughout the civil war in Afghanistan, the major factions on all sides have repeatedly committed serious human rights abuses and violations of international humanitarian law, including killings, indiscriminate aerial bombardment and shelling, direct attacks on civilians, summary executions, rape, persecution on the basis of religion or ethnicity, the recruitment and use of children as soldiers, and the use of antipersonnel landmines. Many of these violations can be shown to have been "widespread or systematic," a criterion of crimes against humanity. Although committed in an internal armed conflict, violations involving indiscriminate attacks or direct attacks on civilians are increasingly being recognized internationally as amounting to war crimes.

    Abuses committed by factions belonging to the United Front have been well documented. Many of the violations of international humanitarian law committed by the United Front forces described below date from 1996-1998 when they controlled most of the north and were within artillery range of Kabul. Since then, what remains of the United Front forces have been pushed back into defensive positions in home territories in northeastern and central Afghanistan following a series of military setbacks. There have nevertheless been reports of abuses in areas held temporarily by United Front factions, including summary executions, burning of houses, and looting, principally targeting ethnic Pashtuns and others suspected of supporting the Taliban. Children, including those under the age of fifteen, have been recruited as soldiers and used to fight against Taliban forces. The various parties that comprise the United Front also amassed a deplorable record of attacks on civilians between the fall of the Najibullah regime in 1992 and the Taliban's capture of Kabul in 1996.

    Violations of international humanitarian law committed by United Front factions include:

  • Late 1999 - early 2000: Internally displaced persons who fled from villages in and around Sangcharak district recounted summary executions, burning of houses, and widespread looting during the four months that the area was held by the United Front. Several of the executions were reportedly carried out in front of members of the victims' families. Those targeted in the attacks were largely ethnic Pashtuns and, in some cases, Tajiks.

  • September 20-21, 1998: Several volleys of rockets were fired at the northern part of Kabul, with one hitting a crowded night market. Estimates of the number of people killed ranged from seventy-six to 180. The attacks were generally believed to have been carried out by Massoud's forces, who were then stationed about twenty-five miles north of Kabul. A spokesperson for United Front commander Ahmad Shah Massoud denied targeting civilians. In a September 23, 1998, press statement, the International Committee of the Red Cross described the attacks as indiscriminate and the deadliest that the city had seen in three years.

  • Late May 1997: Some 3,000 captured Taliban soldiers were summarily executed in and around Mazar-i Sharif by Junbish forces under the command of Gen. Abdul Malik Pahlawan. The killings followed Malik's withdrawal from a brief alliance with the Taliban and the capture of the Taliban forces who were trapped in the city. Some of the Taliban troops were taken to the desert and shot, while others were thrown down wells and then blown up with grenades.

  • January 5, 1997: Junbish planes dropped cluster munitions on residential areas of Kabul. Several civilians were killed and others wounded in the indiscriminate air raid, which also involved the use of conventional bombs.

  • March 1995: Forces of the faction operating under Commander Massoud, the Jamiat-i Islami, were responsible for rape and looting after they captured Kabul's predominantly Hazara neighborhood of Karte Seh from other factions. According to the U.S. State Department's 1996 report on human rights practices in 1995, "Massood's troops went on a rampage, systematically looting whole streets and raping women."

  • On the night of February 11, 1993 Jamiat-i Islami forces and those of another faction, Abdul Rasul Sayyaf's Ittihad-i Islami, conducted a raid in West Kabul, killing and "disappearing" ethnic Hazara civilians, and committing widespread rape. Estimates of those killed range from about seventy to more than one hundred.

  • In addition, the parties that constitute the United Front have committed other serious violations of internationally recognized human rights. In the years before the Taliban took control of most of Afghanistan, these parties had divided much of the country among themselves while battling for control of Kabul. In 1994 alone, an estimated 25,000 were killed in Kabul, most of them civilians killed in rocket and artillery attacks. One-third of the city was reduced to rubble, and much of the remainder sustained serious damage. There was virtually no rule of law in any of the areas under the factions' control. In Kabul, Jamiat-i Islami, Ittihad, and Hizb-i Wahdat forces all engaged in rape, summary executions, arbitrary arrest, torture, and "disappearances." In Bamiyan, Hizb-i Wahdat commanders routinely tortured detainees for extortion purposes.

    Accountability and the Cycle of Impunity

    To date, not a single Afghan commander has been held accountable for violations of international humanitarian law. Nor has the United Front, in particular, indicated any willingness to bring to justice any of its commanders with a record of human rights abuse. To the contrary, the representative of the Islamic State of Afghanistan (and the United Front) in the United States, Mohammed Eshaq, remarked in response to a question at a public event in Washington, D.C., on October 2, 2001 that United Front atrocities have been "exaggerated," and that while "criminals should answer to a court…it should not be a demand that all the heads of the United Front should be taken to court," as this would not be "practical."

    The United Front's failure to hold its commanders to account for atrocities committed in the past raises the prospect that they will revert to the same practices should they be given the opportunity to do so. Having suffered a series of military setbacks, the United Front has been increasingly pushed back into its "home" territory in recent years. But should its political fortunes turn with United States or other external support, their past record of abuse and impunity gives no reason to believe that abusive commanders will feel discouraged from committing further abuses. Human Rights Watch is particularly concerned that United Front factions may seek retaliation against the Taliban, and ethnic Pashtuns generally, if, for example, the United Front succeeds in recapturing Mazar-i Sharif.

    The provision of unqualified material and political assistance under such circumstances, rather than sending a signal that human rights abuse is not condoned, would serve to embolden these very same commanders. Such support may feed rather than break the lethal cycle of impunity that has brought so much suffering to the people of Afghanistan. It is for this reason that the United States, Russia, Iran and any other states providing assistance to the Afghan opposition must take responsibility for how this assistance is used. Their failure to do so would entail a degree of complicity in any abuses that may be committed, and they should therefore be held accountable for these abuses.

    Leahy Law

    In the United States, assistance to units of foreign security forces that have committed gross violations of human rights is expressly prohibited by law. Known as the Leahy Law, this consists of two provisions in the appropriations acts for Fiscal Year 2001. The Leahy Law applies to the Islamic State of Afghanistan and its military arm, the United Front, because the ISA remains the internationally recognized government of Afghanistan. Section 563 of the Foreign Operations Appropriations Act for Fiscal Year 2001 prohibits the provision of funds available under the act "to any unit of the security forces of a foreign country if the Secretary of State has credible evidence that such unit has committed gross violations of human rights, unless the Secretary determines and reports to the Committees on Appropriations that the government of such country is taking effective measures to bring the responsible members of the security forces unit to justice." Likewise, Section 8092(a) of the Defense Appropriations Act for Fiscal Year 2001 prohibits the provision of funds made available under the act "to support any training program involving a unit of the security forces of a foreign country if the Secretary of Defense has received credible information from the Department of State that the unit has committed a gross violation of human rights, unless all necessary corrective steps have been taken." This latter provision may be waived in "extraordinary circumstances."

    Human Rights Watch's Recommendations

    To break the lethal cycle of impunity, Human Rights Watch calls on the United States, Russia, Iran, and any other states providing, or intending to provide, direct or indirect military, political, diplomatic, or financial assistance of any kind through bilateral or multilateral channels to the factions of the United Front or any other armed Afghan opposition groups to:

  • Actively discourage and refuse to support in any way any group or coalition that includes commanders with a record of serious violations of international humanitarian law standards, including, but not exclusive of, Abdul Rashid Dostum, the head of the Uzbek militia known as the Junbish; Haji Muhammad Muhaqqiq, a senior commander of the Hizb-i Wahdat; Abdul Rasul Sayyaf, leader of the erstwhile Ittihad-i Islami; and Abdul Malik Pahlawan, a former senior Junbish commander.

  • Condition any military or financial support for the United Front, its individual factions, or any other armed Afghan opposition group on firm commitments that they respect international human rights and humanitarian law, and allow U.N. and independent monitors to assess their compliance with these standards. Make it clear that serious violations could result in having aid terminated.

  • Condition any military or financial support for the United Front, its individual factions, or any other armed Afghan opposition group on a firm commitment not to use antipersonnel landmines.

  • In accordance with international standards, insist that the United Front end all recruitment and use of children under the age of eighteen as soldiers and take immediate steps to demobilize children currently in its ranks.

  • Press the United Front to bring to justice any of its personnel, including former commanders, who have been implicated in serious violations of human rights and international humanitarian law.

  • Make any aid to armed Afghan opposition groups conditional on their granting full access by the International Committee of the Red Cross to areas under the control of these groups and detainees under their control.

  • Avoid cooperative activities that will be read by human rights abusers--and the general population--as implying support for abusive practices.

    Additionally, to the Government of the United States:

  • Implement the Leahy Law strictly, without waivers.

  • Monitor any assistance given to the United Front or any other Afghan opposition groups, and report how this assistance is used and whether these groups comply with international human rights and humanitarian law.

  •  

     

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    AFGHAN ALTERNATIVES



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    Elizabeth Farnsworth talks with Afghan experts about the political and military groups vying to replace the weakened Taliban government.
    Online Forum: What do you think should happen in Afghanistan?

    For two Independent Television News reports from Afghanistan and Pakistan, click here.

    realaudio

     
    NewsHour Links

    Online Special:
    The Response

    Afghanistan

    Online Forum:
    If the Taliban falls, what will happen to Afghanistan? Two experts take your questions.

    Oct. 8, 2001:
    The U.S. launches a second day of strikes in Afghanistan.

    Sept. 28, 2001:
    Discussing the battle between the Taliban and Northern Alliance.

    Sept. 21, 2001:
    The Taliban reacts to President Bush's ultimatum.

    Sept. 20, 2001:
    Two experts discuss Osama bin Laden's al Qaeda network.

    Sept. 18, 2001:
    A report on the pursuit of Osama bin Laden.

    March 29, 2001:
    A background report on Afghanistan's decades of agony..

     

    News for Students: Life After 9.11

    Student Forum

    Teacher Lesson Plans

     

     

    Outside Links

    The FBI

    The U.S. State Department

    The Central Intelligence Agency

    The Taliban

     

     

    ELIZABETH FARNSWORTH: There are many groups vying for power in Afghanistan.

    The Northern Alliance ruled the country until it was driven out of Kabul by the Taliban in 1996. Its titular leader, Burhannudin Banni, is still recognized by the UN as the Afghan president.

    Allied with him are three guerrilla groups: An ethnic Uzbek force, led by General Abdul Rashid Dustum; a predominantly Tajik group that was led by General Ahmed Shah Massoud until he was killed last month; and a smaller group made up mainly of Hazaras.

    These groups, plus Pashtun leaders in the South and others, are working to pull together a grand council known as a "Loya Jirga," which would then form a transition government.

    The former king of Afghanistan, Zahir Shah, who is in exile in Rome, is part of this effort.

    ELIZABETH FARNSWORTH: And with me to discuss the anti- Taliban opposition are Ashraf Ghani, a native of Afghanistan who taught at Kabul University. He is now adjunct professor at Johns Hopkins; Haron Amin -- a spokesman and Washington representative for the Northern Alliance; and Qayum Karzai who is an Afghan citizen and the founder of "Afghans for Civil Society," which seeks to promote inter-Afghan dialog. His family has been hosting meetings of Afghan tribal leaders in Quetta, Pakistan.

    And, Qayum Karzai, before we go into details about the efforts to build an alternative government, are you getting reports similar to those we just heard in the ITN reports?

    QAYUM KARZAI: Yes, there are reports coming to us that the Taliban forces are deserting the city and there is even a report that the Taliban governor has left the city....

    Defection against the Taliban

    ELIZABETH FARNSWORTH: You're talking about Kandahar now, that city?

    QAYUM KARZAI: Yes, Kandahar. That left Kandahar and went to the western district, and another report is that there are civilian refugees that have left Kandahar and are returning back to the city judging that the attack is designed against the extreme forces and the civilians will be spared from the attack.

    ELIZABETH FARNSWORTH: And, Ashraf Ghani, what are you hearing from your sources?

    ASHRAF GHANI: It's a series of movements across the Pashtun built from southern to eastern Afghanistan, men who are leaders of fifty to one thousand men in groups are making decisions to distance themselves from the Taliban.

    Also in areas where they were seen much more as conquerors rather than having a local base, people are really distancing themselves.

    The critical question, however, is that they are simultaneously posing as champions of nationalism today, and it requires a group of leaders to articulate that it's an alternative group and not the Taliban that represent the nation that would be critical in the next phases, and that depends on having a very clear political road map.

    The military action, unfortunately, is not being accompanied as yet by clear political road map, and that is still causing some anxieties.

    ELIZABETH FARNSWORTH: I'll come back to that, Mr. Ghani. And, Haron Amin, what can you add to the report that we had from the Northern Alliance?

    HARON AMIN: There has been a defection today around Talibafax, which connects into Northern Afghanistan, the main highway of some 40 commanders that have altogether with them some 1200 fighters. They have defected.

    There was also reports of uprising in Zaran, which is in the western part of the country. But earlier last week, there was also defection of some 800 people in Badris, as well as some 200 people in the eastern parts Afghanistan. Overall there are clear signs of Taliban disarray.

     
    Forging a broad alliance

    ELIZABETH FARNSWORTH: Staying with you, Haron Amin, let's get into some of the questions Mr. Ghani was beginning to raise, from the point of view of the Northern Alliance what's the current status of the efforts to form some kind of a grouping that could win the alliance of a broad range of Afghans if the Taliban falls?

    HARON AMIN: Well, we have been over the years requesting that some sort of political dialogue ought to continue regardless, and in our attempt to try to have the Taliban even in the talks we have attempted to somehow go through some sort of national reconciliation. But, of course, given that theirs was an agenda that had cross-border links that that was never feasible.

    As of now we had a delegation that was sent to Rome, had held extensive talks with the former monarch of Afghanistan, King Zahir Shah. To come back to Afghanistan in the post Taliban era and head what's known as Loya Jirga or the traditional Afghan assembly that would get all the various factions or various segments of Afghan society to come together.

    There were two points to the agreement. One was that there would be some council of unity, that council of unity would be comprised of 120 people and at least Rome has finished s homework in sense that it has nominated its members to the National Unity Council. Our delegation recently arrived in Kabul is holding currently talks with the Supreme Council of the United Front. Hopefully that will be made available.

    ELIZABETH FARNSWORTH: And Haron Amin, what will the Northern Alliance do now can you answer the question that was raised in the ITN report, is the Northern Alliance awaiting for some kind of word to march on Kabul or will it not march on Kabul at this point?

    HARON AMIN: Well, remember, that we still believe, we initially asked for coordination between the attacks, the air raids into Afghanistan, so that when the right time comes when the Taliban military installations or military infrastructure has been decimated that we would take the initiative then. Of course it would be coordinated, but our intention is not to take over Kabul even though, although it seems to be seen as to what developments will follow, but one thing that needs to be addressed as of now is a premature collapse of the Taliban and some sort of political set-up to somehow look into that.

    Loya Jirga and a new consensus
    ELIZABETH FARNSWORTH: Quayam Karzai, explain what's happening in the South and, in Quetta with your family and go into some detail. What is happening actually? How are people brought together, where do they meet, that sort of thing?

    QAYUM KARZAI: Well,....

    ELIZABETH FARNSWORTH: I should say that your brother is a former deputy minister. Your father has been part of the tribal council structure for a long time, right?

    QAYUM KARZAI: Yes. I think it is very important that we should think that in this part of equation, which is peace-making, the traditional Afghan political framework of Loya Jirga is paramount.

    In this, the tribal leaders trying to create the consensus as to how to mobilize the Afghan people ad how to sit down and forge peace. It is in this context that people in the southern Afghanistan inside the country as well as in Quetta and other cities in Afghanistan are mobilizing to do that.

    However, the question that Mr. Amin addressed is a very important question. That is the second part of the equation is peace keeping. I think for peacekeeping you need different skills and institution-building and civil- society building and economic reconstruction. For that, I think the staying power of the international community to stay in Afghanistan and help the Afghan people is a very important thing.

    ELIZABETH FARNSWORTH: I just want to get more specific though about what's happening in your own family house right now. I gather that because Pashtun- speaking people are the majority of the country in your family comes from that group, right, that you're bringing, your family is bringing people in order to get them to form a grand council at some point? Is that what's happening?

    QAYUM KARZAI: Yes. People are... It is also very important that there is still, regardless of how much trouble we have in Afghanistan, there is still certain social and political decorum in Afghanistan that one does not speak about the solution in ethnic terms.

    So national unity remains the paramount prerequisite for the peace making as well as for the peacekeeping in Afghanistan. I might say that, yes, a lot of people are now mobilizing. I think the Taliban are losing their grip on the people, and they're mobilizing to see if they can put together this political framework of Loya Jirga to address the question of peace.

    ELIZABETH FARNSWORTH: Ashraf Ghani, back to you and the points you were making. The political process is too far behind the military process. Is that your view at this point?

    ASHRAF GHANI: Yes, it is, because military action was not welcomed by most Afghan groups. They were taken aback by it because the consensus that is required to pick up the pieces after the Taliban have been scattered is really not in place.

    Secondly, the commitment of the international community to the reconstruction of Afghanistan is still in generalities rather than in specific forms like a trust fund to which major commitment would be made to give the Afghan people a sense that this commitment would be there.

    ELIZABETH FARNSWORTH: Let me interrupt you one second. When you say the pieces are not in place. What is in place and what isn't?

    ASHRAF GHANI: What is in place is the beginning of the dialogue with the former king and the relationship between Northern Alliance and the king. But the rest of the Afghan population is still not in this process.

    Secondly, the role to be played by the United Nations is still not in high gear, and the administration is as yet not made any arrangements to address the critical question of how security will be... security arrangements would be made for Kabul because if the Northern Alliance actually conquers Kabul, it would be a recipe potentially for a new civil war.

    Kabul's security really needs to be protected and the military forces need to be kept outside the parameters of the city in order to give the new government a space of peace from which to spread their efforts.

     
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    ELIZABETH FARNSWORTH: Okay. Haron Amin, I'll come to you in minute to respond to that but I want to ask Mr. Ghani one other question.

    Where is the king now? I mean he's north of Rome. What is he doing? Is he in radio addresses to the country? What is his relationship to this home effort now?

    ASHRAF GHANI: He's rather silent, which again is posing a problem and is giving the Taliban actually the opportunity to claim that they are speaking for the nation.

    This is one of those periods where he and others really need to take an active effort to reaching towards the Afghans via the radios and other means of communication to really start articulating a program as to what are the next steps, how they're going to be carried and what his role-- again which is largely being referred to as a symbolic role-- would actually be and how he would be a center of unity and not further divisions.

    ELIZABETH FARNSWORTH: Haron Amin, on that and on what Mr. Ghani said right before that.

    HARON AMIN: I can say that definitely there are... There are multi-faceted problems that is on the ground right now.

    One is, like I mentioned earlier, a premature collapse of Taliban. What happens in the event? We have credible information on the ground right now that some of the members of the Taliban are showing their allegiance or declaring their allegiance to the chief of Islami that rained rockets into Kabul City -- in fact in 1992, prior to the collapse of the communist regime, was able to infiltrate into the city with the help of the communist Ministry of Interior and was able to create much trouble.

    He is back in the picture again. Given in light of this and then again a collapse of the Taliban that there needs to be something thought of right now politically before the grand assembly or the traditional Loya Jirga would be in place.

    ELIZABETH FARNSWORTH: Now there is a UN representative in Afghanistan. Is that right?

    HARON AMIN: Yes.

    ELIZABETH FARNSWORTH: And what role should that person be playing?

    HARON AMIN: Well the role that the UN Special -- or the Secretary General's special envoy for Afghanistan should play is one in a capacity as the special envoy and hopefully through the United Nations.

    But I would say that that person has a lot of work to do between now and this coming weekend, I presume, in consulting both in Washington since most of the strikes are occurring with the allied or the coalition forces predominantly by American forces so that needs to be well thought prior.

    ELIZABETH FARNSWORTH: And Qayum Karzai, briefly, in the few seconds we have left, what do you think the UN should be doing and do you have any final words for us?

    QAYUM KARZAI: I think the most important thing that we must remember that the problem in Afghanistan is not of the Afghan making, and we believe that in this critical time the UN should make sure that in this case in particularly that Pakistan has a hands-off policy of Afghanistan and they should not be leveraging to forge an Afghan government, a government that is based on self-determination after the Afghan people is the best alternative for the stability of the region.

    ELIZABETH FARNSWORTH: Thank you all three very much for being with us.

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    Die Nord-Allianz als «trojanisches Pferd»?

    Ein Zweckbündnis im Kampf gegen Afghanistans Taliban

    In Afghanistan steht plötzlich auch der Konflikt im Norden des Landes wieder im Scheinwerferlicht. Die Ermordung von Ahmad Shah Masud, dem militärischen Kopf der Nord-Allianz, und deren mögliche Beteiligung an einer Militäraktion der USA werfen die Frage auf, wie stark dieser einzige ernsthafte Gegner der Taliban ist.

    By. Delhi, 24. September

    Die Beerdigung von Ahmad Shah Masud am 16. September hat Tausende seiner Anhänger ins Panjshir-Tal in Nordafghanistan geführt, wo sie dem legendären Mujahedin die letzte Ehre erwiesen. Er war zuletzt Oberbefehlshaber der sogenannten Nord-Allianz gewesen, die von Burhanuddin Rabbani angeführt wird, der international immer noch als Präsident Afghanistans anerkannt wird. Rabbani ist gleichzeitig der Chef der Jamiat-e Islami, der auch sein Verwandter Masud angehört hatte. Es war daher nur natürlich, dass Rabbani die Trauerprozession anführte. Doch ausser ihm hatte sich keiner der Führer der Allianz eingefunden. Es hiess, die laufende Taliban-Offensive erlaube keine Abwesenheit vomSchlachtfeld und ein Zusammentreffen aller Führer hätte ein Sicherheitsrisiko geschaffen -schliesslich war Masud, zwei Tage vor den Terroranschlägen in Manhattan und Washington, einem Selbstmordattentat zum Opfer gefallen.

    Gegnerschaft als einzig einigendes Motiv

    Es wurde aber auch ein anderes Motiv herumgeboten. Die Führer der anderen Parteien, so hiess es, wären im Panjshir-Tal ihres Lebens nicht sicher gewesen, wegen des Hasses, den viele Masud-Anhänger gegen sie hegten. Auch wenn dies nicht stimmen sollte, wirft diese geäusserte Furcht ein Licht auf die Intensität der Rivalitäten und Intrigen unter den militärischen Partnern.

    Das gegenseitige Misstrauen stand der Allianz bereits bei der Geburt Pate. Sie wurde am 4. Juni 1997 gegründet und nannte sich «Vereinigte Islamische Front zur Rettung von Afghanistan». Der Gegner, vor dem sie ihr Land retten wollten, waren die Taliban, und diese Gegnerschaft ist bis heute die einzige einigende Klammer der Koalition, neben der (Stammes-)ethnischen und teilweise religiösen Abgrenzung. Die Taliban sindsunnitische Paschtunen aus dem Süden, die meisten Mitglieder der Koalition - Sunniten und Schiiten - stammen aus dem Norden und Westen des Landes.

    Die unterschwelligen politischen und religiösen Rivalitäten der Nachbarstaaten Afghanistans gaben damals den Anlass zur Gründung. Eine Woche vor dieser hatten Pakistan, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudiarabien das neue Regime in Kabul anerkannt. Mit den diplomatischen Weihen für die Islamschüler demonstrierten die Regierungen dieser drei Staaten, dass sie den Plan einer Regierung der nationalen Einheit in den Wind geschlagen hatten und ganz auf die Taliban setzten, die jede Koalition verweigerten.

    Der wichtigste Gegenspieler der Pakistaner und Saudis auf dem afghanischen Schachbrett war damals Iran. Es gelang Teheran, die bisher verfeindeten Gruppen zu einem Zusammenschluss zu bewegen. Neben der Jamiat-e Islami von Rabbani und Masud war dies die Jumbesh-e Milli Islami des Usbeken Abdul Rashid Dostom, eines ehemaligen Generals der prosowjetischen Regierung. Die dritte Kraft war der Hezb-e Wahdat von Karim Khalili, ein Zusammenschluss von Parteien, die ihre Anhänger unter den schiitischenHazara-Stämmen in Zentralafghanistan rekrutieren. Die Schiiten aus der Westregion um die alte Handelsmetropole Herat waren ebenfalls Teil der Koalition. Ihre Kämpfer standen unter dem Kommando von Ismael Khan, einem Mitglied der Jamiat von Rabbani. Der Allianz gehörte auch die kleine Harakat Islami von Asef Mohseni an, und später stiess noch die Ittehad Islami von Rasul Sayyaf hinzu. Gulbuddin Hekmatyar, der letzte Premierminister in Kabul vor der Übernahme durch die Taliban (und ein Paschtune ausdem Norden des Landes), schloss sich der Koalition ebenfalls an. Doch mit seinem Rückzug ins Exil nach Teheran hat sein Hezb-e Islami, eine der berühmtesten Mujahedin-Gruppierungen, an Bedeutung eingebüsst.

    Innere Zerrissenheit

    Alle diese Parteien bekämpften sich in den vier Jahren Bürgerkriegschaos, welches 1992 dem Fall der letzten kommunistischen Regierung folgte und den Taliban den Weg ebnete, heftigst. Dostoms Usbeken-Milizen, allenthalben als «Teppich-Diebe» verrufen, belagerten ebenso wie Hekmatyars Artillerie Stellungen von Masud und deckten Kabul monatelang mit einem Bombenteppich ein. Masuds und Sayyafs Kämpfer verübten derweil an den Schiiten des Hezb-e Wahdat Massaker.

    Nur zwei Wochen vor der Allianz-Gründung von 1997 hatte General Abdul Malik, ein Waffengefährte Dostoms, diesen verraten, war zu den Taliban übergelaufen und hatte diesen 2000 Kämpfer Ismael Khans als Gefangene ausgehändigt. Als die Taliban am 25. Mai 1997 im Triumph in Mazar-e Sharif einzogen, wandten sich Maliks Soldaten plötzlich gegen ihre neuen Alliierten und richteten zusammen mit den Kämpfern des Hezb-e Wahdat unter den Taliban ein Blutbad an. Ein halbes Jahr später wurden ausserhalb der Stadt Shibergan Massengräber entdeckt mit rund 2000 Taliban-Leichen. Malik wurde, nach seinem doppelten Frontwechsel innert zehn Tagen, zum ersten Chef der Nord- Allianz, bevor Dostom ihn später wieder verdrängte.

    Wenig Koordination

    Bei diesen ständigen Seitenwechseln hatten die Taliban, eine relativ geeinte Streitmacht und unter kundiger pakistanischer Führung, keine Mühe, die Nord-Allianz militärisch immer weiter zurückzudrängen. Masud, ein begnadeter Militärstratege, konnte seine Festung im Panjshir-Tal halten, doch sein fehlender politischer Instinkt machte ihn zum machtlosen Zuschauer des Intrigenspiels seiner Partner. Nach dem Fall von Mazar wurde die Stadt Taloqan zur offiziellen Hauptstadt Afghanistans ausgerufen, doch für sein militärisches Hauptquartier musste Masud auf die Luftwaffenbasis Kolab in Tadschikistan ausweichen. Nach dem Fall Herats in die Hand der Taliban wurden Tadschikistan und Usbekistan zu den wichtigsten Stützpunkten, von denen aus der Nachschub aus Iran und Russland organisiert wurde, ohne den die Allianz kaum überlebt hätte.

    Um die ewigen Streitigkeiten zu vermeiden, haben sich die verschiedenen Partner auf ihre Kerngebiete zurückgezogen und bekämpfen dort die Taliban - ohne eine nennenswerte militärische Koordination und bisher auch ohne Erfolg. Im Westen sind die Kämpfer von Ismael Khan aktiv, in der Zentralregion um Bamian der Hezb-e Wahdat, in den Nordwestprovinzen die Jumbesh-Milizen von Dostom und im Nordosten mit seinen Zugangsrouten in das Panjshir-Tal Rabbanis Jamiat. Einzig die diplomatischen Beziehungen zum Ausland werden von Präsident Rabbani und seinem Aussenminister Abdullah wahrgenommen. Die Verzettelung der Kräfte hat dazu geführt, dass die Nord-Allianz bisher knapp ihre Rückzugspositionen halten konnte. Sie verdankte dies wesentlich Masud, der im Nordosten das einzige zusammenhängende Territorium kontrollierte und der aus seiner Festung Panjshir-Tal die achtzig Kilometer südlich gelegene Hauptstadt Kabul ständig bedrohen konnte.

    Es war bisher schwer, zuverlässige Zahlen über die Waffenbestände der Nord-Allianz zu erhalten. Schätzungen über ihre Truppenstärke schwanken zwischen 15 000 und 30 000 Mann. Im afghanischen Flugsand sind solche Zahlen allerdings nicht sehr relevant, da Fahnenflucht über Nacht die Truppenstärke anschwellen oder schrumpfen lässt. Die Meinungen darüber, in welche Richtung diese Frontwechsel stattfinden werden, sollten die USA im Norden militärisch in den Konflikt eingreifen, gehen auseinander. Einzelne Beobachter sagen, es werde zu einem Zusammenschluss unter der Fahne der Taliban kommen. Andere behaupten, zahlreiche Mujahedin, die auf der Seite derTaliban stünden, warteten nur auf eine Gelegenheit, um einen Frontwechsel vorzunehmen. Bisher hat Washington die Avancen der Milizen der Allianz mit Vorsicht kommentiert. «Sie kennen die Taliban, sie kennen das Terrain», sagte Verteidigungsminister Rumsfeld anerkennend. Das tun sie - von beiden Seiten der Front.

    Neue Zürcher Zeitung, 25. September 2001

     

    KEY PLAYERS:

    Zu den Schlüsselfiguren bitte den Link anklicken:

    http://www.cnn.com/SPECIALS/2001/trade.center/interactive/key.players/frameset.exclude.html

    CIA publications/factbook

    http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/af.html#Geo

     

    US-VÖLKERRECHTLER

    "Dieser Krieg ist illegal"

    Der renommierte amerikanische Völkerrechtler Francis Boyle wirft der US-Regierung vor, mit den Angriffen auf Afghanistan gegen die Resolution des Uno-Sicherheitsrates zu verstoßen. Selbst wenn es Beweise für Bin Ladens Schuld gäbe, müsste Bush nach dem Völkerrecht mit den Taliban über eine Auslieferung verhandeln, sagt Boyle im Interview mit SPIEGEL ONLINE.

    Völkerrechtsexperte Boyle: ''Keine neue Dimension''
    Völkerrechtsexperte Boyle: "Keine neue Dimension"
    SPIEGEL ONLINE: Herr Boyle, ist das bestehende Völkerrecht überhaupt in der Lage, Anschläge wie die auf New York und Washington zu beurteilen?

    Boyle: Auf jeden Fall. Die Angriffe haben eindeutig die Montreal-Konvention von 1971 zur Bekämpfung widerrechtlicher Handlungen gegen die Sicherheit der Zivilluftfahrt verletzt, die sowohl die USA als auch Afghanistan sowie über 150 andere Staaten unterzeichnet haben. Dieses Abkommen bietet einen exzellenten juristischen Rahmen, um auf diese Anschläge zu reagieren.

    Francis Boyle

    ist Professor für Völkerrecht an der University of Illinois. Der Harvard-Absolvent verteidigte den Staat Bosnien-Herzegowina vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag und berät unter anderem die Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

    SPIEGEL ONLINE: Verträge klingen immer gut. Aber brauchen wir nicht - angesichts dieser neuen Dimension des Terrors - eine internationale Organisation zu Bekämpfung des Terrorismus?

    Boyle: Ich würde nicht von einer neuen Dimension sprechen. Dieses Problem gibt es seit den sechziger Jahren. Neu ist nur die große Zahl der Opfer in den USA. Diese Zahl ist ohne Zweifel schrecklich. Aber das Völkerrecht kommt mit solchen Anschlägen zurecht - vorausgesetzt die Regierungen stufen sie als terroristische Aktionen ein. Wenn wir sie dagegen als Kriegsakt bezeichnen, geben wir Kriminellen eine Würde, die ihnen normalerweise nicht zuteil würde.

    US-Präsident Bush am Tag der Anschläge: ''Eindeutig terroristische Akte''
    AP
    US-Präsident Bush am Tag der Anschläge: "Eindeutig terroristische Akte"
    SPIEGEL ONLINE: US-Präsident George W. Bush hat die Anschläge als "Akt des Krieges" bezeichnet und nicht als Terror-Aktion.

    Boyle: Das waren eindeutig terroristische Akte, wie sie im amerikanischen Gesetz definiert sind.

    SPIEGEL ONLINE: Was ist denn die Definition eines terroristischen Aktes?

    Boyle: Dabei handelt es sich um nichtstaatliche Akteure, die Gewalt gegen zivile Objekte oder gegen Zivilisten ausüben mit der Absicht, die Bevölkerung oder die Regierung in Angst zu versetzen.

    SPIEGEL ONLINE: Aber im Völkerrecht gibt es eine solche Definition nicht.

    Boyle: Es gibt keine von allen Seiten akzeptierte Definition. Aber die internationale Gemeinschaft hat sich darauf verständigt, dass terroristische Anschläge illegal sind und als kriminelle Handlungen eingestuft werden sollen. Neben der Montreal-Konvention gibt es zum Beispiel das "Übereinkommen zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus" von 1999 und die "Konvention gegen Geiselnahme" aus dem Jahr 1979.

      Ist die Vergeltung in dieser Form gerechtfertigt? Diskutieren Sie mit anderen SPIEGEL-ONLINE-Usern!

    SPIEGEL ONLINE: Warum hat Bush die Anschläge dann als kriegerischen Akt gewertet?

    Oklahoma-Attentäter McVeigh: Rechtliche Mittel, keine militärischen
    AFP/DPA
    Oklahoma-Attentäter McVeigh: Rechtliche Mittel, keine militärischen
    Boyle: Auf der ersten Pressekonferenz nannte er sie noch terroristische Akte. Dadurch unterlägen sie der Durchsetzung nationalen und internationalen Rechts. So wurde auch der Anschlag in Oklahoma behandelt, den Timothy McVeigh 1995 verübte. Genauso eingestuft wurden auch die Anschläge auf die beiden US- Botschaften in Kenia und Tansania. Aber nach Beratung mit Außenminister Powell entschied Bush, die Anschläge einen "Act of War" zu nennen und mit militärischen Mitteln zu reagieren.

    SPIEGEL ONLINE: Aber der amerikanische Kongress hat dem zugestimmt!

    Boyle: Ja, leider. Nachdem Bush seine Rhetorik eskaliert und die Anschläge mit dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor im Jahre 1941 gleichgesetzt hatte, schloss sich der Kongress dem Präsidenten an und autorisierte ihn, militärische Mittel einzusetzen. Diese Resolution war sogar schlimmer als die Tonkin Gulf Resolution, die Präsident Johnson 1964 erwirkte, um den Krieg in Vietnam zu führen.

    SPIEGEL ONLINE: Auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat Bush freie Hand gegeben.

    Uno-Sicherheitsrat: ''Bush wollte eine ähnliche Resolution wie sein Vater 1990''
    AFP/DPA
    Uno-Sicherheitsrat: "Bush wollte eine ähnliche Resolution wie sein Vater 1990"
    Boyle: Das stimmt nicht. Die erste Resolution des Sicherheitsrats vom 12. September sprach von einem terroristischen Anschlag. Es war nie die Rede von einem bewaffneten Angriff. Erst dadurch wäre Artikel 51 der Uno-Charta zum Tragen gekommen...

    SPIEGEL ONLINE: ...der jedem Staat das Recht auf Selbstverteidigung einräumt.

    Boyle: Bush versuchte die Zustimmung für militärische Gewalt zu bekommen und scheiterte. Er wollte vom Sicherheitsrat eine ähnliche Resolution bekommen wie sein Vater im Golfkrieg. Bush senior wurde damals ermächtigt, zur Vertreibung des Iraks aus Kuweit "alle notwendigen Mittel" zu benutzen. Am 28. September scheiterte Bush erneut. Am 7. Oktober schickte dann der amerikanische Botschafter bei der Uno, John Negroponte, einen Brief an den Sicherheitsrat, der mitteilte, dass die USA ihr Recht auf Selbstverteidigung in Anspruch nehmen. Aber dies ist ganz eindeutig kein Fall von Selbstverteidigung. Nach den Regeln des Völkerrechts ist dieser Krieg illegal.

    SPIEGEL ONLINE: Warum nicht?

    Wie US-Außenminister Colin Powell zugab, dass es keine Beweise gegen Osama Bin Laden gibt

    US-VÖLKERRECHTLER

    "Dieser Krieg ist illegal" (2)

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    US-Außenminister Powell: ''Nicht einmal Indizien gegen Bin Laden''
    AP
    US-Außenminister Powell: "Nicht einmal Indizien gegen Bin Laden"
    Boyle: Es gibt keinen Beweis dafür, das die Regierung in Afghanistan die Anschläge in New York autorisierte oder billigte. Die Angriffe auf Afghanistan sind bestenfalls Vergeltung.

    SPIEGEL ONLINE: Aber es gibt doch wohl Beweise, dass Bin Laden die Anschläge in Auftrag gegeben hat. Und er handelte schließlich von afghanischem Territorium aus.

    Boyle: Dafür gibt es keinen Beleg. Außenminister Powell versprach ein so genanntes "White Paper", in dem er die Beweise darlegen würde. Bush untersagte ihm das. Aber in einem Interview mit der "New York Times" sagte Powell, dass es gegen Bin Laden nicht einmal Indizien gebe. Das ist ein Rechtsfall, der nicht einmal vor einem normalen Strafgericht standhalten würde.

    SPIEGEL ONLINE: Aber die Nato-Staaten haben die Unterrichtung durch den Sondergesandten Taylor als Beweis akzeptiert.

    Boyle: Nach Aussage eines westlichen Diplomaten legte Taylor in der Sitzung des Nato-Rates keinerlei Beweise vor, dass Bin Laden die Anschläge anordnete oder die Taliban davon wussten. Beweise waren auch nicht wichtig, weil sich Bush ohnehin schon für den Krieg entschieden hatte.

    SPIEGEL ONLINE: Aber spielt das denn eine Rolle? Der Nato-Rat akzeptierte den US-Bericht und rief den Bündnisfall aus.

    Serbische Luftabwehr im Kosovo-Krieg: ''Kein Recht für die Bombardierungen''
    DPA
    Serbische Luftabwehr im Kosovo-Krieg: "Kein Recht für die Bombardierungen"
    Boyle: Die Nato tut stets, was die USA von ihr verlangen. Die Allianz wurde gegründet, um Europa gegen einen Angriff der Sowjetunion zu verteidigen. Mit dem Kollaps des Warschauer Paktes war die Existenzgrundlage der Nato verschwunden. Bush senior brachte den Nato-Rat dazu, zwei neuen Legitimationsgründen für die Nato zuzustimmen. Sie sollte einerseits als eine Art Polizei in Osteuropa dienen. Andererseits sollte sie als Interventions-Truppe im Nahen Osten fungieren, um Ölreserven zu schützen.

    SPIEGEL ONLINE: Aber beim Washingtoner Gipfel 1999 schlossen die Nato-Mitgliedsländer auch den Kampf gegen den Terrorismus in ihre Ziele ein.

    Boyle: Der Nato-Vertrag wurde niemals um dieses Ziel erweitert. Der Vertrag wurde ursprünglich auf Basis von Artikel 51 der Uno-Charta geschlossen. Also kann der Bündnisfall nur eintreten im Falle eines bewaffneten Angriffs eines Staates auf ein Nato-Mitglied. Deshalb hatte die Nato auch kein Recht, Jugoslawien zu bombardieren, weil Serbien die Nato vorher nicht angegriffen hatte.

    SPIEGEL ONLINE: Wie hätte denn die US-Regierung reagieren sollen?

    Boyle: Sie hätten auf der Basis der Montreal Sabotage Convention Verhandlungen eröffnen sollen. Das passierte zum Beispiel mit Libyen im Lockerbie-Fall. Vor dem 11. September hat die US-Regierung ja auch mit den Taliban über eine Auslieferung Bin Ladens verhandelt wegen der Anschläge auf die US-Botschaften in Afrika und wegen der inhaftierten Shelter-Now-Mitarbeiter. Die Taliban waren damals bereit, Bin Laden an ein islamisches Land auszuliefern und auf Basis der islamischen Scharia anzuklagen. Nach dem 11. September machten sie weitere Konzessionen: Bin Laden könnte an ein neutrales Land ausgeliefert werden. Sie bestanden nicht mehr länger auf einem islamischen Gerichtsverfahren, forderten aber Beweise. Die Taliban haben sich an die Anforderungen des internationalen Rechts gehalten, Bush leider nicht.

    SPIEGEL ONLINE: Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass die Angebote der Taliban ernst gemeint waren?

    Taliban-Außenminister Muttawakil: ''Die Taliban haben sich an internationales Recht gehalten''
    DPA
    Taliban-Außenminister Muttawakil: "Die Taliban haben sich an internationales Recht gehalten"
    Boyle: Wie gesagt: Vor dem 11. September haben die USA auch mit den Taliban verhandelt. Und 1996 schickte Präsident Bill Clinton einen Diplomaten nach Afghanistan um über die Anerkennung der Taliban-Regierung zu verhandeln.

    SPIEGEL ONLINE: Wenn das Völkerrecht so eindeutig ist - warum ignorieren die Vereinigten Staaten es dann?

    Boyle: Ich glaube, dass sich die US-Regierung bereits vor dem 11. September für einen Krieg gegen Afghanistan entschieden hatte.

    SPIEGEL ONLINE: Aber mit welchem Ziel?

    Boyle: Die Öl- und Erdgasreserven in Zentralasien sind die zweitgrößten nach denen im Persischen Golf. Nach dem Kollaps der Sowjetunion nahm die US-Regierung sofort diplomatische Beziehungen zu den zentralasiatischen Staaten auf. Politiker wie der ehemalige Verteidigungsminister Caspar Weinberger sagten, dass die Ölfelder Zentralasiens zum vitalen Interesse der Vereinigten Staaten gehören...

    SPIEGEL ONLINE: ...und die amerikanische Ölgesellschaft Unocal verhandelte mit den Taliban über eine Pipeline aus Zentralasien durch Afghanistan nach Pakistan...

    Boyle: Die US-Regierung wollte nicht, dass irgendeine Pipeline durch Russland oder Iran laufen würde. Die billigste und einfachste Route läuft durch Afghanistan. Außerdem gibt es dort selbst auch Ölreserven. Öl und Gas sind die wahren Interessen der US-Regierung, nicht Bin Laden.

    Das Interview führte Christoph Schult.

     

    zivilisiert.de    •    Mit Besonnenheit auf die Anschläge in den USA reagieren
     
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    Berliner Aufruf:
    Internationalen Terrorismus mit zivilisierten Mitteln bekämpfen

     

    Die verheerenden Terroranschläge in den USA stellen eine Herausforderung dar, Grundwerte aller Zivilisationen zu verteidigen - gegen den internationalen Terrorismus, aber auch gegen eine selbstzerstörerische Überreaktion.
     

    Die Anschläge in New York, Washington und Pennsylvania sind als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verurteilen. Mit ihren Tausenden von Todesopfern, ihrer blindwütigen Grausamkeit und ihrer methodischen Perfidie stellen sie eine neue Dimension des internationalen Terrorismus dar. Sie zeigen die globale Verwundbarkeit in der High-Tech-Welt. Mit ihren Opfern zugleich haben sie vieles getroffen: Symbole und Machtzentren der USA und des globalisierten Kapitalismus, die Sicherheit der Industrieländer und das friedliche Zusammenleben der Kulturen in New York und in der ganzen Welt. Die Opfer stammen aus über 60 Nationen, es waren Christen, Muslime, Angehörige anderer Religionen und religiös nicht Gebundene.

          Wir trauern um die Opfer der Anschläge. Unser Mitgefühl gilt den Verletzten und den Angehörigen. Wir haben Verständnis für Wut und Zorn. Aber unsere Trauer ist kein Ruf nach Krieg.

          Angesichts der neuen Dimension des internationalen Terrorismus treten wir mit Nachdruck dafür ein, ihn wirksam und konsequent zu bekämpfen. Eine Situation, in der jederzeit Tausende Menschen durch Terror wahllos getötet werden können, ist unvereinbar mit den Grundlagen jeder Zivilisation und der weiteren Entwicklung von Menschenrechten, Demokratie und Freiheit. In dieser neuen Situation ist ein Umdenken nötig. Es kann kein Aufrechnen von Todesopfern, keine Einordnung von Opfern unter alte Feindbilder, keine Unterscheidung von Menschenleben und keine Übernahme der Logik des Terrors geben, weder in seiner Bewertung noch in den Gegenreaktionen. Dem Terror keine Macht zu geben, heißt ihm sich weder im Reden noch in seiner Bekämpfung anzugleichen. Wir müssen die zivilisatorischen Grundlagen verteidigen, ohne sie weiteren Schaden nehmen zu lassen.

          Jedoch geht angesichts der ungeheuerlichen Bedrohung vielfach eine differenzierte Betrachtung und Antwort verloren, die dringend nötig ist. Das Geflecht verschiedenster Beteiligter und ihrer Ziele und Interessen sowie die Ursachen der Eskalation sind in den Blick zu nehmen, ohne dies als Entschuldigung oder Relativierung des geschehenen Verbrechens zu verdächtigen. Im Interesse an einer Deeskalation und einem friedlichen Zusammenleben verdienen wechselseitige Wahrnehmungen der verschiedenen Kulturkreise und Religionen Aufmerksamkeit, auch wenn sie deutliche Kritik beinhalten und zur Korrektur von Fehlern auffordern. Globale Ungerechtigkeiten und politische Demütigungen sind normativ keine Rechtfertigungen, faktisch aber der Nährboden einer tiefen Unzufriedenheit, von dem terroristische Fanatiker zehren.

          Gegenwärtig drohen wir auf einen Zustand zuzusteuern, in dem die Grenze zwischen Krieg und Frieden permanent verwischt ist. Die beunruhigende Gewissheit, dass es keine völlige Sicherheit vor Terroranschlägen geben kann, sollte uns aber nicht die Frage verstellen, durch welche Schritte wir Sicherheit erhöhen können und durch welche wir sie vermindern würden. Nötig ist eine Gesamtstrategie mit kurz- und langfristigen Maßnahmen gegen den internationalen Terrorismus, die nicht in seine Falle der Eskalation und Destabilisierung geht. Stattdessen sollten wir mit Besonnenheit auf die Stärke der zivilisatorischen Grundlagen und Verfahrensweisen setzen, die es zu verteidigen und zu bewahren gilt.
     

    Die Reaktion auf die Terroranschläge muss daher in ihrer Gesamtstrategie wie ihren einzelnen Schritten folgende zivilisierte Maßstäbe einhalten:
     

    1)  Aus gutem Grund duldet das Völkerrecht keine Rache, Vergeltung oder Strafaktion. Gewalt ist nur als Notwehr oder Nothilfe legitim. Alle Maßnahmen müssen verhältnismäßig sein, also geeignet sein und die geringstmöglichen Nebenwirkungen aufweisen, die darüber hinaus den zu vermeidenden Schaden nicht überwiegen dürfen. Eine Vermengung von Notwehr und Strafaktion würde vermeidbare Gegenreaktionen hervorrufen.

    • Voraussetzung für alle Maßnahmen sind nachvollziehbare Belege für die Täterschaft, die Beihilfe oder die konkrete Gefährdung durch die Beschuldigten. Ein Irrtum über die Urheber ist auszuschließen. Alle Regierungen, die bei der Terrorbekämpfung mitwirken sollen, haben Anspruch auf die Vorlage von Belegen. Die nötige internationale Kooperation erfordert die Anerkennung der Belege durch die Koalitionsmitglieder und den UN-Sicherheitsrat. Den Anhängern und Unterstützern fundamentalistischer Demagogen sollte nicht die Ausflucht gelassen werden, es lägen keine Belege dafür vor, dass ihre Idole den Tod unschuldiger Menschen herbeigeführt haben und sie damit gegen ein strenges Verbot verstoßen haben, das im Islam wie im Christentum gilt.
    • Zu beachten sind die Unterschiede zwischen Täterschaft, Beihilfe und konkreter Gefährdung. Statt Täter und Helfer durch die Androhung einer Gleichbehandlung zusammenzuschweißen, sollten bisherige Helfer mit Druck oder Zuckerbrot dazu gebracht werden, ihre Unterstützung einzustellen. Es muss darum gehen, eine Koalition gegen den Terrorismus aufzubauen, ohne als Widerpart eine Koalition von Terroristen, Helfern und "Schurkenstaaten" heraufzubeschwören.
    • Alle Maßnahmen müssen sich ganz gezielt gegen die Urheber der Anschläge vom 11. September und möglicher weiterer Anschläge richten und ebenso gezielt die Zivilbevölkerung und alle denkbaren Bündnispartner unterstützen. Wer ein Leben ohne Terror wünscht, sollte sich zu einer gleichberechtigten Partnerschaft eingeladen sehen.

    2)  Absoluten Vorrang müssen politische und wirtschaftliche Maßnahmen zur Unterstützung der Zivilbevölkerung und Bündnispartner in der Region haben. Diese Maßnahmen müssen einen Ausweg aus der Hoffnungslosigkeit von Armut, mangelnder Bildung und gewaltsamen Konflikten weisen und dafür sorgen, dass dem Terrorismus der Nährboden entzogen wird, nämlich sein Rekrutierungs- und Mobilisierungspotential. Konfliktprävention und internationale Kooperation in der Einen Welt sind die wirksamsten Waffen gegen den globalisierten Terrorismus. Zu diesen Waffen gehören Armutsbekämpfung, Gesundheitsversorgung, Bildung, gerechte Handelsbedingungen sowie Abbau und Prävention von internationaler Verschuldung. Diese Strategie muss sofort mit einem starken Signal eingeleitet werden. Die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Zuspitzung drohen laut Weltbank weltweit bereits zehn Millionen Menschen in die Armut zu stürzen, außerdem sind über fünf Millionen Afghanen und viele Flüchtlinge vor einer Hungerkatastrophe zu bewahren.
    • Im Hinblick auf diese konstruktiven Maßnahmen sollten auch Nichtregierungsorganisationen in die internationale Koalition für eine zivilisierte Bekämpfung des Terrorismus einbezogen werden. Sie sind Bündnispartner für eine Koalition, die auch von unten wirksam wird und die Interessen der vielen Menschen zur Geltung bringt, deren Elend von demagogischen Fanatikern nur missbraucht, aber keinesfalls beseitigt wird.
    • Großes Gewicht muss auch ein internationaler interreligiöser und interkultureller Dialog haben. Es fehlt bisher weitgehend an wechselseitigen Kenntnissen und Verständnis. Durch einen intensiven interreligiösen Dialog kann den Propagandisten eines vulgarisierten Islam der Boden ihres demagogischen Handwerks entzogen werden. In den westlichen Ländern ist einer Diskriminierung von Muslimen und Arabern entschieden entgegenzutreten.
    • Ein zentrales politisches Projekt im Rahmen dieser internationalen Antiterrorkoalition ist der Friedensprozess im Nahen Osten. Eine Befriedung der Auseinandersetzungen ist nur gleichzeitig mit ernsthaften und raschen Verhandlungen auf der Grundlage des Mitchell-Planes zu erreichen. Bei diesen Verhandlungen sollte versucht werden, alle wichtigen Organisationen der Palästinenser direkt oder indirekt einzubinden, die sich anderenfalls möglicherweise durch Torpedierungsversuche profilieren würden.

    3)  Politische Maßnahmen müssen im Sinne der Verhältnismäßigkeit auch bei den Maßnahmen gegen die Urheber der Terroranschläge oder ggf. ihre Helfer den Vorrang innehaben. Der internationale Terrorismus ist in jedweder Hinsicht einer weltweiten politischen Ächtung zu unterziehen. Für eine international akzeptierte Behandlung gefasster Täter ist die Errichtung des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) schleunigst voranzutreiben. Insbesondere gegenüber Staaten kommen als weitere geeignete Mittel Ultimaten, konsequente Blockaden - auch von militärischen Kräften durchgeführt -, Boykotte und Sanktionen in Frage.
    • Die Finanzierungswege des internationalen Terrorismus sind lahmzulegen. Das betrifft Geldwäsche, unkontrollierte Offshore-Bankzonen und "underground banking". Es sind weltweite Regelungen durchzusetzen, die es ermöglichen, die Geldspuren des Terrorismus nachzuverfolgen.
    • Auch der Waffennachschub des internationalen Terrorismus ist zu unterbinden. Das betrifft den gesamten internationalen Waffenhandel samt des Schwarzmarktes. In einer Welt unter dem Menetekel des internationalem Terrorismus dürfen Waffen nicht auf den Markt geworfen werden, vielmehr muss der Waffenhandel und damit der Nachschub für Terrororganisationen und Bürgerkriegsmilizen ausgetrocknet werden.
    • In weltweit koordinierten Ermittlungen gegen die Terrornetzwerke und ihre Finanzquellen liegen neben der internationalen Kooperation und Prävention zur Beseitigung der Konfliktursachen die wirksamsten Waffen gegen den internationalen Terrorismus. Verbesserte Sicherheitsstandards in ausgewählten Bereichen, internationale Zusammenarbeit und bessere technische Ausstattung der Ermittlungsbehörden sowie gezielte Fahndungen treffen internationale Terrornetzwerke an verwundbaren Stellen. Das Versagen der Geheimdienste und ihre Praxis der Unterstützung zeitweilig nützlich erscheinender Milizen und Terrororganisationen sind genau zu untersuchen, um zu zielführenden und wirksamen Beiträgen zur Bekämpfung solcher Organisationen zu gelangen. Im gezielten Aufspüren und Ausheben global verzweigter Terrornetzwerke liegt eine der Hauptaufgaben, und nicht beim Militär. Auch für polizeiliche und geheimdienstliche Mitteln gelten hierbei die Grundsätze der Gezieltheit und Angemessenheit. Auch im Hinblick auf die innere Sicherheit sollten die zivilisatorischen und rechtsstaatlichen Standards, die es zu verteidigen gilt, nicht über Bord geworfen werden. Eine symbolische Politik der starken Worte und Gesetzesverschärfungen hilft keinen Deut weiter, sondern unterwirft sich dem Terror.

    4)  Militärische Kampfmaßnahmen haben in einer Strategie, die sich der genannten Ansätze bedient, nur dann einen Platz, wenn ihnen gegenüber den vorrangigen Maßnahmen noch ein eigenes Anwendungsfeld verbleibt, wenn sie die anderen Mittel nicht beeinträchtigen und wenn sie nicht zu vermeidbaren Opfern führen. Einerseits können solche Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Anschläge durchaus angebracht erscheinen. Andererseits können sie weitere Anschläge gerade provozieren, die Region destabilisieren und bereits unmittelbar viele Menschenleben kosten. Beide Risiken sind in dieser Frage von Leben und Tod abzuwägen, unter Bedingungen zum Teil unsicheren Wissens über die Folgen. Uns eint jedoch eine Beurteilung dieser schwierigen Frage: Jeder Militäreinsatz, der Zivilisten gefährdet ("Kollateralschäden"), der Bomben oder Raketen in Städten oder bewohnten Gebieten vorsieht, der zu Kämpfen von Bodentruppen über kleine Spezialeinheiten hinaus führt, der Flüchtlingsmassen in Elend und Hungertod treibt, jeder Krieg, Stellvertreter- und Bürgerkrieg ist im Rahmen einer Gesamtstrategie ein ungeeignetes, ja kontraproduktives Mittel, das viele Menschenleben kostet und deshalb weiteren Hass sät, zu einer abenteuerlichen Eskalation führt und möglicherweise weiteren Terror anheizt, anstatt ihn zu ersticken. Die Bekämpfung des Terrors und die Verteidigung zivilisatorischer Grundwerte würden dann in ihr Gegenteil umschlagen. Das gilt auch für jede Waffenlieferung und militärische Unterstützung, die etwa zu einem Gemetzel zwischen den Taliban und der Nordallianz Afghanistans führt. Und es gilt erst recht für den bisher ausdrücklich nicht ausgeschlossenen Einsatz von ABC-Waffen, dem sofort eine Absage zu erteilen ist. Angesichts der bereits erfolgten Militärschläge rufen wir dringend dazu auf, diesen Grundsätzen zu folgen und jede weitere Eskalation aufgrund ihrer unabsehbaren Folgen zu vermeiden.
     

    Insgesamt geht es darum, den internationalen Terrorismus entschieden zu bekämpfen und nicht ungewollt zu stärken. Er ist am wirksamsten ohne Eskalation niederzuringen. Die Bundesregierung sollte die USA und ihre anderen Bündnispartner im Rahmen der Vereinten Nationen und der NATO sowie bilateral für eine Strategie der Terrorbekämpfung unter Einhaltung der genannten zivilisatorischen Prinzipien zu gewinnen suchen. Der Bundestag und die Bundesregierung sollten ein starkes Engagement für die politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen zur Terrorbekämpfung vorweisen und jede Beteiligung an militärischen Einsätzen mit Logistik, Finanzmitteln oder Streitkräften von der Einhaltung der genannten Prinzipien abhängig machen. Bündnistreue und historische Verantwortung können nicht bedeuten, eine Vorgehensweise zu unterstützen, die allen Beteiligten schadet. Für unsere Einschätzung von Militäreinsätzen steht die Frage einer Beteiligung der Bundeswehr nicht im Vordergrund, da die genannten Kriterien für jede Entscheidung über einen Militäreinsatz als Reaktion auf den 11. September gelten, denn jedes Menschenleben zählt gleich viel - ob in New York, in Deutschland oder Afghanistan.

          Wir setzen auf die gemeinsame weitere Zivilisierung unserer Welt, zu der es keine Alternative gibt. Die weltweite Trauer um die Opfer der Terroranschläge, die sich in allen Kulturkreisen gezeigt hat, hat den Grundstein für ein friedliches Zusammenleben gelegt, auf den die Regenten der Welt jetzt aufbauen sollten.
     

     
    Unterzeichnerinnen und Unterzeichner  (Stand: 2. November 2001)
    • Bigi Alt, PR-Managerin (NEU)
    • Dr. Franz Alt, Autor und Journalist (NEU)
    • Prof. Dr. Elmar Altvater, Politikwissenschaftler (NEU)
    • Dr. Nasrin Bassiri, Journalistin und Publizistin
    • Eberhard Bauer, Geschäftsführer der Stiftung Nord-Süd-Brücken (NEU)
    • Margarete Bause, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Bayern (NEU)
    • Andreas Braun, Landesvorsitzender, sowie der gesamte Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg (NEU)
    • Almuth Berger, Ausländerbeauftragte des Landes Brandenburg (NEU)
    • Christfried Berger, Pfarrer i. R., Sprecher des Verbandes fremdsprachiger Kirchen und Missionen in Berlin und Brandenburg e. V. (NEU)
    • Rudolf Borchert, SPD-Landtagsabgeordneter und SPD-Landesvorstandsmitglied in Mecklenburg-Vorpommern
    • Prof. Dr. Klaus Brake, Stadt- und Regionalplaner
    • Mathias Brodkorb, Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstandes der SPD Mecklenburg-Vorpommern (NEU)
    • Prof. Dr. Michael Brumlik, Erziehungswissenschaftler
    • Dr. Roland Claus, Mitglied des Bundestages, Vorsitzender der Fraktion der PDS
    • Marco Eilers, Mitglied des Landesvorstandes Bündnis 90/Die Grünen Thüringen (NEU)
    • Prof. Dr. Hans-Peter Dürr, Physiker
    • Günter Gaus, Staatssekretär a. D., Publizist (NEU)
    • Kai Gehring, Landesvorstandssprecher der Grünen Jugend Nordrhein-Westfalen (NEU)
    • Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, Landesvorstandssprecher von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen
    • Dr. Matthias Güldner, stellvertr. Vorsitzender der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen Bremen (NEU)
    • Britta Haßelmann, Landesvorstandssprecherin von Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen (NEU)
    • Prof. Dr. Dietmar Heidrich, Chemiker (NEU)
    • Ralf Henze, Sprecher von BasisGrün e. V. (NEU)
    • Till Heyer-Stuffer, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Berlin (NEU)
    • Ulrike Höfken, Mitglied des Bundestages (Bündnis 90/Die Grünen)
    • Prof. Dr. Walter Jens, Universitätsprofessor und Schriftsteller
    • Renée Krebs, Niedersächsische Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen (NEU)
    • Hinrich Kuessner, Präsident des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern
    • Jutta Lampe, Schauspielerin
    • Steffi Lemke, Mitglied des Bundestages (Bündnis 90/Die Grünen)
    • Dr. Maren Lorenz, Historikerin (NEU)
    • Dr. Christine Lucyga, Mitglied des Bundestages (SPD)
    • Regina Michalik, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Berlin
    • Dr. Jürgen Micksch, Vorsitzender des Interkulturellen Rates in Deutschland, Vorsitzender von Pro Asyl
    • Klaus Möhle, Landesvorstandssprecher, sowie der gesamte Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Bremen (NEU) LI> (NEU)
    • Margret Mönig-Raane, stv. Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di
    • Jerzy Montag, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Bayern (NEU)
    • Winfried Nachtwei, MdB (Bündnis 90/Die Grünen) (NEU)
    • Dr. Götz Neuneck, Physiker (NEU)
    • Monika Obieray, Landesvorstandssprecherin von Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein
    • Petra Pau, Mitglied des Bundestages (PDS), Landesvorsitzende der PDS Berlin
    • Björn Pistol, Landesvorstandssprecher von Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein
    • Jürgen Roth, Journalist und Schriftsteller (NEU)
    • Dr. Walter Romberg, Minister a. D. (NEU)
    • Prof. Dr. Gernot Rotter, Islamwissenschaftler
    • Ute Scheub, Journalistin, Mitinitiatorin des Frauenfriedensnetzwerks "Scheherazade"
    • Silvia Schön, Landesvorstandssprecherin, sowie der gesamte Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Bremen(NEU)
    • Elisabeth Schroedter, MdEP (Bündnis 90/Die Grünen) (NEU)
    • Ulrike Seemann-Katz, Landesgeschäftsführerin und Landesvorstandsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen Mecklenburg-Vorpommern
    • Nadir Sevis, Vorsitzender des Verbandes für Interkulturelle Arbeit e. V. (VIA)
    • Dr. Albert Statz, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Europa von Bündnis 90/Die Grünen
    • Christian Sterzing, Mitglied des Bundestages (Bündnis 90/Die Grünen)
    • Petra Streit, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung (NEU)
    • Renate Thon, Landesvorsitzende, sowie der gesamte Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg (NEU)
    • Dr. Wolfgang Ullmann, MdEP a. D.
    • Roland Vogt, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg (NEU)
    • Dr. Antje Vollmer, Mitglied des Bundestages (Bündnis 90/Die Grünen)
    • Martin Walser, Schriftsteller
    • Christa Wolf, Schriftstellerin
    • Dr. Frieder Otto Wolf, Privatdozent, MdEP a. D.

     
    Der Liste der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner wird fortgeführt. Eingeladen wurden u. a. bekannte Schriftsteller, Künstler, Wissenschaftler sowie Bundes- und Landespolitiker.
     
       
    Forum zum Berliner Aufruf

    Hier können Sie zum "Berliner Aufruf" Stellung nehmen oder vorhandene Beiträge kommentieren. Wir wünschen uns eine rege und konstruktive Diskussion!
    Alle Besucherinnen und Besucher können das Forum auch zur Unterzeichnung des Aufrufs nutzen. Bitte prüfen Sie auch die bereits laufenden Unterschriftenlisten und Onlinepetitionen, die schon viele Tausend Unterschriften erhalten haben.
    Wir freuen uns über jede Zustimmung zum Berliner Aufruf, die hier geäußert wird!


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    Presse

    26. Oktober 2001, "die tageszeitung": erste Veröffentlichung des Berliner Aufrufs (gekürzt, S. 12)

    27. Oktober 2001, "Tagesspiegel" und "Potsdamer Neueste Nachrichten": Artikel (S. 5) und Kommentar (S. 8)

    28. Oktober 2001, "Berliner Morgenpost": indirekter Kommentar

    29. Oktober 2001, "Neues Deutschland": Dokumentation des Berliner Aufrufs (gekürzt, S. 2, nur in der gedruckten Ausgabe)

    31. Oktober 2001, "die tageszeitung": Artikel (S. 4)

    1. November 2001, "Spiegel-Online": Artikel

    2. November 2001, "freitag", Ausgabe 45: Dokumentation (gekürzt, S. 8)

    5. November 2001, "Die Welt": Artikel


     

    Kontakt und Spenden

    E-Mail an den Berliner Aufruf

    Der "Berliner Aufruf" wird von der Agenda-Agentur Berlin und dem Berliner entwicklungspolitischen Ratschlag e. V. (BER) koordiniert - siehe Kontakt.

    Spenden für die Verbreitung des Berliner Aufrufs bitte an den BER e. V., Stichwort "Berliner Aufruf", Bank für Sozialwirtschaft (BfS), BLZ 100 205 00, Kto.nr. 327 03 00, steuerlich absetzbar (bitte Postadresse für Quittung angeben).

     

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