Der Marsch auf Kabul,13.11.2001

 

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UN schlagen Fünf-Punkte-Plan für neue afghanische Regierung vor

13.11 .2001 Fuldaer Zeitung
New York (dpa) - Die Vereinten Nationen haben am Dienstag einen Fünf-Punkte-Plan für die Bildung einer neuen Regierung in Afghanistan nach dem Ende des Taliban-Regimes vorgeschlagen. Diese Regierung sollte von einer all-afghanischen Sicherheitstruppe gestützt werden, sagte der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, in einer offenen Debatte des Weltsicherheitsrats mit mehreren Ministern. Eine solche Truppe sei einer UN-Friedensmission zu bevorzugen.

Nach dem UN-Plan soll die Nordallianz bei einem Treffen mit anderen afghanischen repräsentativen Gruppen den politischen Prozess diskutieren. Dabei sollen konkrete Schritte für die Bildung eines Rates gemacht werden, der den Übergang zu einer neuen Regierung binnen zwei Jahren erörtern soll. Außerdem soll in dieser Übergangsphase die traditionelle afghanische Volksversammlung «Loya Girga» einberufen werden. Diese soll die neue Regierung Afghanistans dann einsetzen.

Nach der Eroberung der afghanischen Hauptstadt Kabul durch die Nordallianz rief UN-Generalsekretär Kofi Annan zu einer raschen politischen Lösung auf, um ein «politisches und ein Sicherheitsvakuum» zu verhindern. «Dringendes Handeln» in der Nach- Taliban-Zeit sei notwendig, sagte Annan im Sicherheitsrat. Wegen ihrer geographischen und historischen Verbindung zu Afghanistan sollten der Iran und Pakistan eine «besondere Rolle» dabei spielen.

Die deutsche Bundesregierung vertrat bei der Sicherheitsratsdebatte in New York die Position, dass militärische Mittel unumgänglich sind, um «den Herd des Terrorismus» in Afghanistan zu zerstören. In einer vorab verbreiteten Rede von Außenminister Joschka Fischer, die der deutsche UN-Botschafter Dieter Kastrup am Dienstagabend an seiner Stelle im Sicherheitsrat verlesen wollte, hieß es: «Die Menschen in Afghanistan brauchen die Solidarität und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.»

Deutschland unterstrich in dem Redetext das Recht der afghanischen Bevölkerung auf freie Selbstbestimmung und eine Regierung, die ihrer ethnischen Vielfalt entspricht. Fischer appellierte an die Nachbarstaaten, «alte Denkansätze über Bord zu werfen und Bereitschaft zum Kompromiss zu zeigen». Ihnen falle ein großer Anteil der Verantwortung für den Erfolg der Friedensbemühungen zu, hieß es weiter in dem Text.

Auf jeden Fall müsse die von Afghanistan gewählte Lösung von den Vereinten Nationen legitimisiert und voll unterstützt werden. Ihre Aufgabe sei es, klare politische, wirtschaftliche und humanitäre Ziele zu definieren und per Resolution das entsprechende Mandat zu geben.

Als Eckpunkte nannte Deutschland die Unterstützung einer repräsentativen Übergangsregierung und regionaler Einheiten zur Selbstverwaltung, schnelle und umfassende humanitäre Hilfe, einen «Marshall-Plan» für Afghanistan und Beiträge zur Sicherheit und Stabilität, für die auch die Nordallianz Verantwortung trage.

Reuters Photo
_JC_ CAPTION -->A young Afghan woman shows her face in public for the first time after 5 years of Taliban law in Kabul November 14, 2001. The hard-line Islamic rule of Afghanistan's Taliban unraveled, as world leaders focused on a blueprint to restore peace and stability to a weary nation bloodied by two decades of civil war. (Yannis Behrakis/Reuters)

P O L I T I K, Focus

Die Schlinge zieht sich zu
 

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N ach dem Siegeszug der Nordallianz wird es für den Terroristen-Chef eng: Mehrere Bosse von El Kaida wurden offenbar bei einem US-Bombenangriff getötet. CNN meldete am Donnerstagmorgen unter Berufung auf. Das Pentagon, die Terroristen hätten sich in einem Gebäude in dem noch von den Taliban kontrollierten Teil Afghanistans aufgehalten. Niemand habe überlebt.

Pakistan versetzte unterdessen seine Grenztruppen in erhöhte Alarmbereitschaft, um eine Flucht von Osama bin Laden zu verhindern.

Die „Times“ meldete, in einem afghanischen El-Kaida-Quartier in der Nähe der von der Nordallianz eroberten Hauptstadt Kabul seien in einem leerstehenden Haus detaillierte Pläne für nukleare und andere Waffen gefunden worden. Die Texte seien in arabischer, deutscher und englischer Sprache sowie in Urdu verfasst.

Nordallianz in Kandahar

Die afghanische Nordallianz hatte am Mittwoch die Taliban-Hochburg Kandahar im Süden Afghanistans eingenommen. Dies sei mit Hilfe der Stammesführer und der Bevölkerung der Region gelungen, sagte der afghanische Botschafter in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe, Said Ibrahim Hikmat. Der von den Taliban entmachtete afghanische Präsident Burhanuddin Rabbani sei inzwischen auf dem Weg nach Kabul, teilte der Diplomat mit.

Auch der TV-Sender El-Dschasira meldete unter Berufung auf einen Sprecher der Nordallianz die Einnahme Kandahars. Die Taliban-Kämpfer hätten sich in die Berge zurückgezogen. Über mögliche Gefechte in Kandahar wurde zunächst nichts bekannt. Der El Dschasira-Korrespondent in Kandahar hatte die Stadt aus Sicherheitsgründen wenige Stunden vor der Ankunft der Nordallianz in Richtung Pakistan verlassen.

Taliban übergeben Dschalalabad an Mudschahedin

Die fundamentalistischen Milizen haben angeblich auch die strategisch wichtige Stadt Dschalalabad aufgegeben. Allerdings seien sie nicht von der Nordallianz vertrieben worden, sondern hätten die Macht am Mittwoch an den Mudschahedin Mohammed Junis Chalis übergeben, berichtete die afghanische Nachrichtenagentur AIP. Chalis hatte in den 80er-Jahren gegen die sowjetischen Truppen gekämpft.

Chalis warnte den Angaben zufolge die Nordallianz davor, die Provinz Nangarhar zu betreten, in der Dschalalabad liegt. Beobachter werteten die Übergabe der Provinz als neue Taktik der Taliban. Sie hofften offenbar, dass pashtunische Milizen, die nicht an der Seite der Taliban kämpften, versuchen würden, die Nordallianz aufzuhalten, hieß es.

Zur Nordallianz zählen vor allem tadschikische, usbekische und schiitische Milizen. Die Pashtunen im Süden stehen ihnen ablehnend oder gar feindlich gegenüber.

Rückzug auf breiter Front

Die Taliban hätten sich außerdem aus Orusgan nördlich von Kandahar zurückgezogen, berichtete AIP. Der Osten des Landes sei von der US-Luftwaffe bombardiert worden, hieß es. Angeblich verließen die Taliban auch die Provinz Kunar an der Ostgrenze Afghanistan.

Auch aus der Provinz Logar südlich von Kabul flohen die Taliban. Nach Angaben der Nordallianz wurden sie zudem aus Paktia vertrieben. Damit beherrschten die Taliban nur noch neun der 29 Provinzen, hieß es. Die Gebiete, in denen sich Taliban-Führer Mullah Omar und Terroristen-Führer Osama bin Laden verstecken könnten, würden immer kleiner.

Nordallianz kontrolliert Kabul

Die Nordallianz baute die Kontrolle über die afghanische Hauptstadt Kabul weiter aus. Wie der US-Sender CNN berichtete, rollten Panzer durch die Stadt. Außerdem seien Taliban-Kämpfer festgenommen worden.

Nach Angaben der Nordallianz-Befehlshaber wurden mittlerweile 3000 Soldaten in Kabul stationiert, um für Ordnung zu sorgen. Es handele sich nicht um eine Besetzung. Der Außenminister der Nordallianz, Abdullah, lud alle afghanischen Gruppen mit Ausnahme der Taliban ein, nach Kabul zu kommen, um dort über die Zukunft des Landes zu verhandeln.

US-Präsident George W. Bush sagte in Washington, dass die USA mit der Nordallianz in Kontakt stehe, um die Wahrung der Menschenrechte in den eroberten Gebieten sicherzustellen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, eine kleine Zahl amerikanischer Soldaten halte sich in Kabul auf, die allerdings nicht in der Lage sei, etwaige Übergriffe zu verhindern. Bush hatte die Nordallianz zuvor aufgefordert, Kabul zunächst nicht zu erobern.

Die Nordallianz war am Dienstagmorgen in Kabul einmarschiert und hatte die fünfjährige Herrschaft der Taliban-Miliz beendet. Unmittelbar nach dem Einmarsch übernahm die Nordallianz die Kontrolle über Regierungseinrichtungen.

Hinrichtungen in Masar-i-Scharif

In Masar-i-Scharif sollen nach der Eroberung durch die Nordallianz Hunderte von Menschen ermordet worden sein. Nach Angaben eines CNN-Reporters vom Dienstag hatte es sich bei den Opfern unter anderem um Pakistanis gehandelt, die auf Seiten der Taliban gekämpft hatten, und Familienangehörige von tschetschenischen Kämpfern. In ersten Berichten war zunächst von 100 Toten die Rede gewesen.
 

15.11.01, 10:12 Uhr

 

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Secretary of Defense Donald Rumsfeld answers questions while U.S. Commander of military operations in Afghanistan Army General Tommy Franks (L) listens during a Pentagon briefing November 15, 2001. Rumsfeld explained it would not be a good time to be in the Taliban in Afghanistan at this time. (Larry Downing/Reuters)

Associated Press

FILE--The rarely-photographed Taliban supreme leader Mullah Mohammed Omar is seen in this undated file photo. In an interview with the British Broadcasting Corp.'s Pashto-language service broadcast Thursday, Nov. 15, 2001, Omar said the pullback from Afghanistan's urban centers was in line with an overall strategy to destroy America. The Taliban also reportedly rejected any form of coalition government with the country's former leader. (AP Photo)

Reuters Photo
Iran's Interior Minister Abdolvahed Mousavi-Lari (R) meets with Pakistan's President, General Pervez Musharraf in Islamabad November 15, 2001. Iran and Pakistan signed an agreement on the tightening of Pakistan's and Iran's border with Afghanistan, with more troops already being put in place to prevent retreating Taliban forces from crossing into foreign territory. REUTERS/Press Information Department

Associated Press

Afghans play musical instruments as they celebrate their liberation from Taliban rule in Herat, 120 kilometers (74 miles) from the Iran-Afghanistan border, Thursday, Nov, 15, 2001. The Taliban's religious council banned most music and dancing.(AP Photo/Hasan Sarbakhshian)

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Afghanistan Northern Alliance soldiers walks with a captured Taliban fighter (C) on the a street of Taloqan in the center of Takhar province, northern Afghanistan, November 15, 2001. Anti-Taliban forces have consolidated their hold over much of Afghanistan, forcing the Islamic fundamentalist Taliban into retreat for a last stand at their southern bastion of Kandahar. REUTERS/Shamil Zhumatov

 

P O L I T I K

Was kommt nach den Taliban?
 
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D ie Nordallianz hält offenbar an einem Friedensprozess unter Führung des ehemaligen afghanischen Königs fest. Die Nordallianz habe nicht die Absicht, das Land allein zu regieren, sagte Dschunis Kanoni, ein enger Vertrauter des gestürzten afghanischen Präsidenten Burhanuddin Rabbani, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

Rabbani werde nicht nach Kabul kommen und sich auch nicht zum Präsidenten erklären. Möglicherweise werde aber der Verteidigungsminister der Nordallianz, General Fahim, in die Hauptstadt reisen, um dort „die Sicherheit zu gewährleisten“, sagte Kanoni. „Wir stehen immer noch auf der Seite des Rates der Nationalen Einheit, den wir mit dem ehemaligen König Sahir Schah gebildet haben“, fügte er hinzu. Die Nordallianz wolle eine Regierung, die alle Afghanen akzeptieren könnten.

London fordert schnelle Übergangsregierung

Nach der Einnahme von Kabul durch die oppositionelle Nordallianz forderte London die rasche Bildung einer Übergangsregierung. Die internationale Gemeinschaft müsse der neuen Situation ins Auge sehen und sich weiterhin um die Bildung einer Übergangsregierung bemühen, die die Vielfältigkeit der Bevölkerung berücksichtige, erklärte das Außenministerium am Dienstag.

UN arbeiten an Nachkriegsregierung

Die Vereinten Nationen arbeiten bereits intensiv an einem Verfahren zur Bildung einer neuen Regierung in Afghanistan. Vertreter der unterschiedlichen afghanischen Völker und Parteien sollen sich nach Informationen aus dem US-Außenministerium in den nächsten Tagen zu einer Konferenz einfinden, die möglicherweise in Genf, Wien oder Ankara stattfinden könnte, wie es am Dienstag in Washington hieß.

Der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, äußerte sich bereits optimistisch, dass „eine repräsentative Auswahl“ des afghanischen Volkes innerhalb weniger Tage zur Bildung einer Nach-Taliban-Regierung zusammenkommen könnte.

Die USA hatten die Nordallianz des 1996 gestürzten Präsidenten aufgerufen, Kabul nicht zu übernehmen. In der Hauptstadt leben vor allem Paschtunen, während in der Nordallianz Usbeken, Tadschiken und Angehörige anderer Minderheiten dominieren.
 
13.11.01, 11:30 Uhr

 
ANTI-TALIBAN-KAMPAGNE

"Blut und Feuer"

Von Frank Patalong

Auf 14 markigen Webseiten legt die US-Regierung seit dem Wochenende ihre Sicht des WTC-Massakers und Afghanistan-Konflikts dar - und vermittelt eine Ahnung davon, wie Politik die neue mediale Massenplattform künftig nutzen wird.

''Network''-Film: 48 Megabyte geballtes Briefing in amerikanischen Positionen
"Network"-Film: 48 Megabyte geballtes Briefing in amerikanischen Positionen
"Das Büro für Internationale Informations-Programme (IIP) ist der wichtigste internationale Dienst für strategische Kommunikation. IIP entwirft, entwickelt und setzt eine Vielzahl von Informations-Initiativen und strategischen Kommunikationsprogrammen um. Diese erreichen ein internationales Schlüsselpublikum wie beispielsweise Medien, Regierungsmitarbeiter, Meinungsführer und die Öffentlichkeit in mehr als 140 Ländern in aller Welt."

So steht das auf der Homepage des IIP zu lesen, einer Unterabteilung des US State Department. Ungewöhnlich ist das nicht. Jede Regierung leistet sich solche Dienste. Vergleichbares gibt es seit Jahrzehnten.

Und auch nicht.

Denn es hat sich etwas verändert in der Medienlandschaft. Traditionell war Politik immer angewiesen auf die mediale Vermittlung ihrer Positionen. Weil (gute) Journalisten sich aber nicht als reine Überbringer von Nachrichten verstehen, saß zwischen Publikum und Politiker stets ein Redakteur als "Filter". Dessen Aufgabe im Umgang mit Nachrichten besteht darin, Ereignisse und Behauptungen in Kontexten darzustellen, die ihre Bedeutung und ihren Wahrheitsgehalt für das Publikum erfassbar machen sollen.

Platt gesagt: Die Presse ist kein Postbote der Politik.

Dafür gibt es jetzt das Web

In dem legendären Cartoon vom chattenden Hund, der 1995 in der "New York Times" erschien, fiel erstmals dieser Satz: "Im Internet weiß niemand, dass du ein Hund bist." Will heißen: Ob du groß oder klein, mächtig oder nicht, glaubwürdig oder auf Betrug aus bist. Mit dem Web entstand erstmalig in der Mediengeschichte eine Plattform, die zugleich Kommunikationsmedium mit Rückkanal und Veröffentlichungsmedium ist. Jeder kann "Verleger" sein und vergleichsweise kostengünstig veröffentlichen und Menschen erreichen - und das weltweit.

Für Regierungen und andere politische Akteure bedeutet das, dass sie erstmals in der Mediengeschichte der freien Welt auf dieses gehassliebte, aus ihrer Sicht unzuverlässige Bindeglied zur Öffentlichkeit verzichten können: den Journalisten. Sie können ihre Sicht der Dinge ungefiltert und in aller Ausführlichkeit der Öffentlichkeit präsentieren.

Transparenz oder Desinformation?

Seit dem Wochenende informiert die Bush-Administration die Weltöffentlichkeit über "The Network of Terrorism". Vierzehn Fortlaufseiten hat die Rahmenseite, linear zu lesen. Nur dann fügen sich die Inhalte zu einer Argumentation, deren Schluss nur einer sein kann: Die Bombardierung der Taliban ist eine gerechte Sache.

Wohlgemerkt, der Taliban.

  
IN INTERNET
 
·  International Information Pograms: "Auslands-Info-Behörde" des US-State Department
·  IIP: "The Network of Terrorism"
·  IIP-Infos zu "Muslimisches Leben in Amerika"

SPIEGEL ONLINE ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


 
Was in Afghanistan zurzeit geschieht, ist laut IIP kein Bombardement: Das Land erscheint in den Texten ausschließlich im Kontext mit "humanitärer Hilfe". Der einzige Hinweis darauf, dass die Lage dort derzeit vielleicht nicht die Beste ist, findet sich unter Punkt 7: "Afghanistans unmittelbare Zukunft", liest man dort, "wird eine schwierige sein, aber eine der Hoffnung, wenn auch nur deshalb, weil die Taliban und al-Qaida bald Vergangenheit sein werden."

Es folgt eine Aufstellung der Bemühungen Amerikas, um der "humanitären Krise" in Afghanistan Herr zu werden. Zum aktuellen Fünf-Punkte-Plan, lernt man, gehören die folgenden Maßnahmen:

  • Reduktion der Zahl der Todesfälle, indem man jeden denkbaren Weg nutzt, Nahrung, Saatgut, Decken und Medikamente ins Land zu bringen, bevor der Winter beginnt;
  • Minimalisierung von Bevölkerungsbewegungen, indem man so viel Nahrung wie möglich zu den Dörfern und ländlichen Gebieten schafft;
  • Die Absenkung und Stabilisierung von Nahrungsmittelpreisen durch verbilligten Verkauf an örtliche Händler;
  • Sicherstellung, dass die Hilfe tatsächlich die Bedürftigen erreicht und dass die Taliban daran gehindert werden, Hilfslieferungen zu plündern oder zu manipulieren;
  • Beginn von Entwicklungshilfeprogrammen, die die afghanische Bevölkerung ermutigen sollen, mit dem Wiederaufbau von Häusern, Dörfern, Bauernhöfen und Märkten zu beginnen, wo dies möglich ist.

Auch für den Fall, dass noch Zweifel oder offene Fragen bleiben, hat das IIP vorgesorgt: Unter Punkt 13, "Aktuelle Nahrungsmittellieferungen an die Menschen Afghanistans", bekommt man zumindest die Informationen zu humanitären Aktionen noch einmal im Detail serviert.

Das alles ist - mit Verlaub, liebe Verbündete - hochgradig zynisch.

Seriöse Quelle, einseitige Informationen: Fehlt die Vermittlung und Deutung durch Medien, bleibt nichts als Propaganda
Seriöse Quelle, einseitige Informationen: Fehlt die Vermittlung und Deutung durch Medien, bleibt nichts als Propaganda
Es gibt kein Wort zu Bombenabwürfen. So wie die Filme des Pentagon gern "intelligente Bomben" zeigen, die nur Bösewichter treffen, selbst wenn sie in Wohnhäuser einschlagen, kann man die Luft- und Boden-Operationen der Anti-Taliban-Alliierten aus dem Kontext der Bush-Website nur als flankierende Hilfsmaßnahmen für die Nahrungsmittellieferungen verstehen. Die schmutzige Seite des Konfliktes blendet das "Network" einfach aus.

So verlogen und propagandagefärbt diese Schönmalerei auch wirkt, sie ist nicht völlig unehrlich: Immerhin behauptet das IIP ja gar nicht, informieren zu wollen. Sinn der Behörde ist vielmehr die "strategische Information" - und das impliziert, dass man nur gewillt ist, die Dinge mitzuteilen, die einem genehm sind. "Desinformation" oder "Propaganda" nennt man so etwas nur dann, wenn es der Gegner tut.

Die ganze Botschaft auf den Punkt bringt schließlich das Video zur Website, ein 48 Megabyte großer Quicktime-Film. Der zeigt nicht nur den "Day of Blood and Fire" in eindrucksvollen Bildern, sondern eine ganze Abfolge von Terroranschlägen aus dem islamistischen Lager bis zurück in die frühen Neunziger. Die Dramaturgie: Trümmer, Blut, Opfer, Tote, Rauch. Entschlossene Reaktionen. Solidarität in aller Welt. Der Feind: Identifiziert und präsentiert.

Und damit nicht der falsche Eindruck aufkommt, es ginge hier darum, Amerikaner und Verbündete gegen Muslime aufzubringen, bietet die IIP-Seite passend das begütigende Stück Gegeninformation über "Muslimisches Leben in den USA". Kurze Zusammenfassung: Es herrscht eitel Sonnenschein, Integration pur, Friede, Freude, Eierkuchen.

In Zeiten des Krieges, heißt es, bleibt die Wahrheit auf der Strecke. Im vernetzten Zeitalter muss man diese Aussage wohl erweitern, nicht nur für den Kriegs- und Krisenfall, sondern auf alle öffentliche Kommunikation: Wo im Web die Informationsmittler fehlen, bleibt die Wahrheit auf der Strecke.

Denn die hat immer Facetten, die erschlossen werden müssen. Die IIP-Websites "lügen" nicht, sie verschweigen nur wichtige Aspekte der Realität, weil sie (für sich genommen wahre) Infos vermitteln wollen, und unangenehme Wahrheiten verschweigen. Das ist der politischen Behörde IIP nicht vorzuwerfen: Das haben Presseämter nie anders getan, und das werden auch andere Regierungen der westlichen Welt künftig so tun wollen. Eindrucksvoller als mit dem "Network of Terrorism", dem "Informationsangebot" einer US-Behörde für die Menschen in aller Welt, wurde die Notwendigkeit einer freien, meinungsfreudigen Presse auch im WWW also selten belegt.



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P O L I T I K

Vielvölkerstaat Afghanistan
 

I n Afghanistan leben 26 Millionen Einwohner, die aus 19 vollkommen verschiedenen Volkgruppen stammen. Die Paschtunen sind mit 40 Prozent die größte und mächtigste ethnische Gruppe. Seit der Gründung der afghanischen Nation durch den Patschunen Achmed Schah Durrani gehörten alle politischen Führer – bis auf eine Ausnahme – dieser Volksgruppe an.

Vor knapp zehn Jahren schaffte es der Tadschike Burhanudin Rabbani die Macht zu übernehmen. Er wurde allerdings schon 1996 ins Exil getrieben. Die Tadschiken sind mit 25 Prozent die zweitgrößte Gruppe in Afghanistan.

Neben den beiden großen Stämmen gibt es weitere kleine Gruppen. Unter diesen ragen zahlenmäßig mit acht Prozent die Hasaren und mit sechs Prozent die Usbeken heraus. Weitere wichtige ethnische Stämme bilden die Turkmenen, Kirgisen, Kasachen und Belutschen.

Die Völker und ihre Wurzeln

Was die Volksgruppen trennt, sind vor allem ihre geschichtlichen Wurzeln. Doch auch in ihrer Sprache und in der Ausrichtung des Islams unterscheiden sie sich voneinander. Die Patschunen gehören der sunnitischen Glaubensrichtung an. Ihre Sprache ist Patschu, neben Dari eine Amtssprache in Afghanistan. Die Stadt Kandahar im Südwesten des Landes ist das Zentrum der patschunischen Bevölkerungsgruppe.

Die Hasaren stammen vom Volk der Mongolen ab, das sich in der Tradition des Dschinghis Khan sieht. Sie gehören dem schiitischen Glauben an. Während die meisten Gruppen miteinander konkurrieren, waren die Hasaren im Einvernehmen mit den Patschunen seit Beginn des 20. Jahrhunderts an der politischen Herrschaft beteiligt. Seit die Taliban 1996 die Regierung an sich gerissen haben, wurden die Hasaren wegen ihrer schiitischen Glaubensrichtung verfolgt.

Die Sprache der Tadschiken, die aus der Grenzregion zu Tadschikistan stammen, ist persischen Ursprungs. Die Usbeken kommen ebenfalls aus dem Norden des Landes. Sie gehören der sunnitischen Glaubensrichtung an.

AL-DSCHASIRA-KORRESPONDENT

"Araber sind nicht mehr sicher"

Kairo - Der Korrespondent des arabischen TV-Senders al- Dschasira, Taysir Aluni, ist nach eigenen Angaben aus der afghanischen Hauptstadt Kabul in die Provinz Paktia geflohen. Die Provinz, aus der die Taliban inzwischen vertrieben worden seien, sei für Zivilisten einigermaßen sicher, berichtete er am Mittwoch.

Bei seiner Flucht aus Kabul hätten junge Männer das Feuer auf ihn eröffnet und ihn ausgeraubt, erklärte er. Er habe seinen Wagen später jedoch zurückerhalten. Araber seien in der afghanischen Hauptstadt ihres Lebens nicht mehr sicher. Zur angeblichen Zerstörung des Büros von al-Dschasira in Kabul durch US-Kampfflugzeuge, erklärte er, "ich und die Kollegen, wir hatten das Büro nur wenige Minuten vor dem Angriff verlassen". Über das Ausmaß der Zerstörung könne er nichts sagen. Er habe am gleichen Tag Warnungen erhalten und deshalb die Stadt verlassen.

Aluni, der während der vergangenen Wochen als einziger Ausländer aus der afghanischen Hauptstadt berichtet hatte, sagte, er sei in der Nacht zum Dienstag unter Lebensgefahr aus Kabul geflohen. "Ich habe in Kabul zerbombte Häuser und tote Kinder gefilmt, aber was ich in den letzten drei Nächten und auf meinem Weg von Kabul hierher gesehen habe, war so schrecklich, dass ich nicht darüber sprechen kann", sagte er.


Fischer kündigt rasche Afghanistan-Hilfe an

Netzeitung.de14. Nov 14:08, ergänzt 14:13


Bundesaußenminister Fischer hat groß angelegte Hilfe für Afghanistan in Aussicht gestellt. Nach einem Ende der Taliban-Herrschaft sei eine langfristige Unterstützung für das Land geplant.


Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hat Perspektiven für die humanitäre Hilfe in Afghanistan skizziert. Die militärischen Erfolge der Nordallianz seien von zentraler Bedeutung für das Überleben vieler Menschen in dem zentralasiatischen Land, sagte Fischer am Mittwoch vor der Presse in Berlin. Nicht nur die UNO und internationale Hilfsorganisationen, sondern auch die Medien hätten nun Zugang zu den von den Taliban befreiten Gebieten.
Dies heiße allerdings nicht, dass die Auseinandersetzungen bereits zu Ende seien.

Zunächst müsse rasch eine Übergangsregierung in Afghanistan gebildet und humanitäre Hilfe geleistet werden, sagte Fischer. Die Bundesregierung werde rund 96 Millionen Mark humanitäre Hilfe bereit stellen. Die internationale Staatengemeinschaft sei sich einig darüber, dass die UNO bei der politischen Neuordnung und beim Wiederaufbau Afghanistans federführend sein solle. Auch die EU solle dabei aber eine sichtbare Rolle spielen.

Die humanitäre Lage sei bereits vor dem 11. September katastrophal gewesen, betonte Fischer. Nach einem Ende der Herrschaft der Taliban könne auf neuer Grundlage Hilfe geleistet werden. Alles Menschenmögliche solle getan werden, um die Zivilbevölkerung vor Übergriffen zu schützen.

UNABHÄNGIGE SCHÄTZUNG

Afghanistan-Krieg könnte zwölf Milliarden Dollar kosten

Während das Pentagon zu den Kosten des Afghanistan-Krieges schweigt, hat ein unabhängiges Forschungsinstitut eine erste Prognose vorgelegt. Demnach gibt die US-Regierung pro Monat mindestens eine halbe Milliarde für Bomben, Marschflugkörper und Flugstunden aus.

Washington - Möglich ist nach der Schätzung des amerikanischen Zentrums für Kostenschätzung (CSBA) auch, dass die Kriegsführung monatlich eine Milliarde kostet. So lange nicht bekannt sei, wie viele Bomben die US-Kampfjets abwerfen und was am Boden vor sich gehe, lasse sich diese Zahl des Zentrums für Kostenschätzung (CSBA) aber nicht weiter präzisieren.

AFP/DPA DPA AFP/DPA
AFP/DPA DPA REUTERS

Der für Haushaltsstudien zuständige CSBA-Direktor Steven Kosiak sagt, auf ein Jahr hochgerechnet könnten sich die Kosten des Krieges auf zwölf Milliarden Dollar belaufen - die Hälfte dessen, was die US-Regierung für medizinische Forschung ausgibt.

Zum Vergleich: Für den Kosovo-Krieg gab die USA rund drei Milliarden, für den Golfkrieg etwa 61 Milliarden Dollar aus. Bei letzterem erstatteten die Alliierten aber den überwiegenden Teil der Kosten, und manche Kalkulationen kamen sogar zu dem Ergebnis, dass die USA im Golfkrieg noch Profit gemacht hatten.

Relativ präsize beziffern lässt sich indes, wie teuer der einmalige Einsatz bestimmter Militärtechnologie ist. Eine Flugstunde mit dem FA-18-Kampfbomber der Marine wird mit rund 5000 Dollar veranschlagt. Eine der häufig verwendeten JDAM-Bomben kostet 25.600 Dollar, ein "Tomahawk"-Marschflugkörper zwischen 600.000 und einer Million Dollar.

Allein in der ersten Angriffswelle wurden nach Angaben aus US-Regierungskreisen 50 Cruise Missiles vom Typ "Tomahawk" abgeschossen, darunter einige britische Marschflugkörper. Der "Pave Low"-Hubschrauber, der bei schlechtem Wetter in Afghanistan abstürzte, hatte einen Wert von 40 Millionen Dollar, der in Pakistan abgestürzte Hubschrauber vom Typ "Black Hawk" kostete elf Millionen Dollar.

Das Pentagon hat bisher offiziell erklärt, es werde einige Zeit dauern, die Kosten des Afghanistan-Krieges zu benennen. "Das Verteidigungsministerium wird die Zahlen sammeln, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben wir sie noch nicht", sagte Pentagon-Sprecherin Susan Hansen.

 

KOMMENTAR

Der unkontrollierbare Alliierte

Von Matthias Gebauer

Für ihren Kampf gegen den Terror stellten sich die USA mit Bomben und Waffen an die Seite der afghanischen Nordallianz. Meldungen über Mord und Totschlag der aufgerüsteten Krieger zeigen, dass sie längst nach eigenen Interessen agieren und unkontrollierbar sind. Doch das ist keine Überraschung.

Die US-Militärs haben ihren Dienst getan. Mit Bombenteppichen und Spezialkräften erreichte die Weltmacht, was die Nordallianz allein jahrelang erfolglos versuchte: Mit atemberaubender Geschwindigkeit überrollen die Kämpfer in diesen Stunden Afghanistan. Panzer fahren durch die Straßen Kabuls, die Taliban flüchteten bei Nacht und Nebel. Die Nordallianz nimmt das als uneinnehmbar geltende Afghanistan im Sturm. Schon in kurzer Zeit wollen sie auch die Taliban-Hochburg Kandahar stürmen.

Eigentlich müsste also alles in bester Ordnung sein. Doch schon vor dem Sturm auf Kabul ließen George Bush und seine Generäle zum ersten Mal in den mittlerweile sechs Kriegswochen Zweifel erkennen. Die Nordallianz solle vor der Einnahme Kabuls doch noch warten, hieß es bei Pentagon-Pressekonferenzen. Und auch der sonst uneingeschränkt solidarische deutsche Außenminister Joschka Fischer mahnte schon vor der Einnahme Kabuls vor einer vorschnellen Machtübernahme durch die Nordallianz. Die zukünftige Regierung Afghanistans müsse multiethnisch sein, mahnte Fischer.

Die Zweifel waren berechtigt. Kaum sind Masar-i-Scharif und Kabul eingenommen, zeigt sich, wie die Kämpfer der Nordallianz ihren Sieg feiern. Taliban-Anhänger werden massakriert, die Horden der ausgehungerten Kämpfer ziehen plündernd durch die Straßen. Die enthemmte Soldateska rasiert Männern die Bärte ab und fesselt sie auf der Straße für die Schaulustigen. Überraschen tut das nicht. Denn dass der ohnehin als skrupelloser Schlächter bekannte General Dostam in Masar-i-Scharif noch einige Rechungen offen hatte, war bekannt. Aus seinen vorher als friedliebend, schlecht ausgerüstet dargestellten Freiheitskämpfern wurden so in wenigen Tagen echte Kriegsherren und brutale Sieger.

In Afghanistan gilt die Regel eines jeden Krieges: Ein Verbündeter ist so lange ein Freund, wie er Vorteile mitbringt. Nach dem nahen Sieg über die Taliban haben die USA der Nordallianz da nicht mehr all zu viel anzubieten. Waffen haben die Kämpfer mittlerweile genug und Macht obendrein. Und warum sollten die Krieger nach jahrelangem, zehrenden Kampf jetzt plötzlich wieder auf einen anderen hören? Noch dazu, wenn es ein Ungläubiger aus dem fernen Westen ist? Auf dem Höhepunkt ihres Erfolges haben die diversen Kommandeure nun erst mal ihre Hierarchie zu ordnen. Einmischung von außen stört da nur.

Doch nicht nur wegen der erschreckenden Bilder von den Lynchmorden stellt sich die Frage, was eigentlich hat der Krieg für die USA und ihre Alliierten bisher gebracht? Die Nordallianz-Truppen haben die Hauptstadt Kabul eingenommen, eine zerstörte Stadt. Bald werden sie auch Kandahar stürmen, die Hochburg der Taliban. Doch die Gotteskrieger sind noch lange nicht besiegt, sie haben sich längst in die Berge zurückgezogen und bereiten in aller Ruhe den Guerilla-Kampf vor. Für den Kampf gegen einen übermächtigen Feind haben sie im Krieg gegen die Sowjets reichlich Erfahrung gesammelt: Kleine Angriffe, Hinterhalte und Bombenattacken werden ihre Mittel bleiben - zur Not über Jahre und Jahrzehnte.

Und auch von ihrem Hauptziel ist die internationale Koalition gegen den Terror weit entfernt. Denn von dem vermeintlichen Terror-Drahtzieher Osama Bin Laden fehlt weiterhin jede Spur. Und die wird man weder in Kabul noch in Kandahar finden, auch wenn jeder Stein umgedreht wird. Ohne einen Überläufer aus den Taliban-Reihen wird das auch so bleiben. Solange Bin Laden noch eine Hand voll Kämpfer hat, wird ihn auch eine noch so übermächtige Nordallianz nicht finden oder besiegen, und auch die High-Tech-gestützten Amerikaner werden sich schwer tun.

Aus diesem Grund kann Bin Laden die Lage absolut gelassen sehen. Die Amerikaner sollen die Städte ruhig einnehmen, ließ er noch kürzlich über einen pakistanischen Reporter mitteilen. Der Heilige Krieg gehe trotzdem weiter, stellte der meistgesuchte Mann der Welt trocken fest. Der Sturm der Nordallianz ändere daran nichts. Am liebsten, so ließ er durchblicken, würde er die US-Truppen bald in Afghanistan einmarschieren sehen. In alter Manier, so seine Vorstellung, könne er sie dann auseinander nehmen, wie er es beim Krieg gegen die Sowjets gelernt hat.

Ob es so kommt, vermag niemand zu sagen. Doch ohne eigene Truppen am Boden werden die Amerikaner ihren Hauptfeind kaum finden. Und ohne Kräfte von außen werden sie die außer Kontrolle geratenen Nordallianz-Kämpfer nicht wieder auf Kurs bringen, um ein stabiles Afghanistan zu schaffen. Die Lage ist vertrackt, aber genau davor hatten alle Kenner der Region von vornherein gewarnt.

Jetzt hilft offenbar nur noch eins: Die Uno muss mit Blauhelmen nach Kabul, um die Hauptstadt zu sichern und die alten Rivalitäten im multiethnischen Afghanistan im Zaum zu halten. Und schleunigst muss eine Übergangsregierung gebildet werden, damit die Kämpfer der Nordallianz nicht auch die politische Macht übernehmen wie schon Anfang der neunziger Jahre. Beides muss jetzt sehr schnell gehen. Dass es ohne dies nicht gehen werde, war hingegen schon lange klar.

 

BBC, Tuesday, 13 November, 2001, 17:39 GMT
Eyewitness: The liberation of Kabul
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Northern Alliance soldiers head towards Kabul
The Northern Alliance moved in at dawn
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John Simpson

It was just before dawn that the wild dash for Kabul developed, with thousands of Northern Alliance soldiers intent on capturing the capital.

It seemed to take no time at all to cover the 20 kilometres (12 miles) or so to Kabul.

But as we drew nearer to the city we could see the grim evidence of battle. The roads were littered with the bodies of former supporters of the Northern Alliance who had switched sides and joined the Taleban - no mercy for them.

John Simpson walking into Kabul
John Simpson and his BBC colleagues continued on foot
By now there were no Taleban to resist, but we saw that another man had been captured by Northern Alliance troops.

The presence of our camera probably saved his life - the man himself was paralysed with terror.

Then came the critical moment. Would the Northern Alliance simply race on and pour into Kabul itself - even though they had undertaken not to?

The commander in charge was determined not to let it happen - he ordered the armoured vehicles to block the way and the great advance was stopped in its tracks.

The journey into Kabul

Kabul lay temptingly close below us now.

The small BBC team decided to head on into the city, on our own, and on foot - so no-one would think we were soldiers.

We ploughed on - radio side-by-side with television.

Kabul residents celebrate
The local people were friendly and rejoicing

As we walked into Kabul city we found no problems around us, only people that were friendly and, I am afraid, chanting "kill the Taleban" - although as we understand it there are not going to be that many Taleban around.

It felt extraordinarily exhilarating - to be liberating a city which had suffered so much under a cruel and stifling regime.

It was 0753 local time (0323 GMT) and Kabul was a free city, after five years of perhaps the most extreme religious system anywhere on earth.

Revenge

Under the Taleban, girls could not be educated, men could be whipped for shaving, all music was banned, it was forbidden to play chess, to sing, to possess a picture of any living creature.

No wonder they were happy - this is the end of the Taleban in Afghanistan.

Dead Taleban
The bodies of Taleban soldiers lay in the ditches

But there was an ugly price to be paid for so much repression. In the streets, in the ditches, lay the bodies of foreign volunteers for the Taleban, especially Arabs and Pakistanis.

The foreigners were particularly loathed and so they were killed - lynched and shot.

In the surroundings of the Intercontinental Hotel in Kabul we caught sight of a group of Arab and Pakistani Taleban trying to escape the vengeance of the people of Kabul.

But a group of soldiers with guns were already hunting them down, as another arrived bringing grenades to flush them out.

Brutal treatment

They were surrounded and became trapped inside a building.

Some local people had caught another one of the Taleban - an Arab - who was forced to call out to the others who were hiding, to make them come out and surrender.

Captured Taleban soldier
Captured Taleban are shown little mercy

Eventually it worked and the Taleban soldiers were brought out of the building as prisoners - one was a Pakistani, the other an Arab.

The Arab got particularly brutal treatment from his captors - being beaten with rifles and punched.

They were placed in a jeep where they joined other Taleban prisoners - one an Arab, the others Afghans.

Tuesday, 13 November, 2001, 06:05 GMT

Analysis: The Taleban collapse
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Taleban fighters
The Taleban relied on Pakistani support for years
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Daniel Lak

It took the Taleban nearly four years to capture much of northern Afghanistan and the capital Kabul - between 1994 and 1998.

It has taken just a few days for the Islamist militia to abandon its hard-fought gains.

There are a number of reasons for this.

First and foremost, of course, is the relentless pounding of Taleban positions by American bombers and Cruise missiles. This, in a sense, is a mirror image of the Pakistani support the Taleban received during their conquest of Kabul and the north in the 1990s.

Afghan woman in traditional burka shroud
The Taleban enforced strict rules for women
Pakistan did not bomb from the air, or provide overt ground troops.

But funding, logistics and irregular military support proved crucial for the Islamic students' militia to take territory outside of its ethnic heartland in Kandahar.

With that support from Islamabad withdrawn after the 11 September attacks, the Taleban became vulnerable to Northern Alliance forces they had once repulsed with ease.

Then there is the ethnic factor.

In general, especially in the bitter, warlord-ridden days of the mid-1990s, Pashtun Afghans welcomed the Taleban advance.

Even if they did not share the group's austere and rigid version of Islam, Pashtuns were pleased with the peace and security that accompanied the Taleban.

The group disarmed and often punished local warlords who had plagued Afghans for years.

Restrictions on women

The restrictions on women and other strictures in the name of Islam were not particularly different from tribal and village practice in many of these places.

Only the urban population had ever allowed women a role in public life.

Northern Alliance fighters
Northern Alliance fighters: Advancing after years on the defensive
It was only the gradual disappearance of foreign development aid - as agencies found Taleban restrictions unworkable - that made ordinary people aware of how damaging the Islamist militia's policies were.

The Taleban did not consider Kabul a particularly important place. All important decisions were made in Kandahar, the militia's southern stronghold, by Mullah Omar Akhund, the group's reclusive leader.

In fact, Taleban officials sent to be government ministers in Kabul were often seen as slightly suspect, too urban or cosmopolitan, and were often reshuffled or sent back to the provinces.

The machinery of government - ministries, buildings, civil servants - were in the capital, the power lay in Kandahar.

Taleban grip weakens

In the end, the Taleban did what every other group to rule Afghanistan has done - concentrated on a power base and cobbled together support in other areas by using money, military might, terror, and in some cases, improvements in government and development activities - at least, relative to the past. It is not a formula for stable government.

Thus, when the Americans bombed and the Northern Alliance advanced - flush with new weapons and presumably cash from Russia, India, Iran and other allies - the Taleban collapsed.

First Mazar-e-Sharif, a largely Uzbek and Tajik city that was never comfortable with Taleban rule, then other towns like Pul-e-Khumri, Taloqan, Maimana, Dast-e-Qila and Herat.

None of these places were taken by Taleban forces without immense logistical support from Pakistan and funds from Saudi Arabia. Neither of those countries support them anymore.

The question now, and the real fear of neighbouring countries, donor nations, the United Nations and Afghan civilians - is whether the Northern Alliance will be magnanimous in victory or triumphalist and vengeful.

Threat of more chaos

Looting is already being reported. The question is how long it goes on.

Alliance soldiers have fought with minimal resources for years and can hardly be expected to ignore the temptations of a well-stocked bazaar in what was once an enemy-held city.

So far - as American bombs rained down - the political side of the Afghan equation has made little progress.

Attempts to put former King Zahir Shah at the centre of things failed, and attempts to set up a Pashtun alternative to the Taleban are still at an early stage.

Now the advance of the Northern Alliance has added a huge sense of urgency to this process. The coming days will be crucial if Afghanistan is not to sink into another round of warlord-driven civil war.

Or worse - the de facto division of a proud and ancient land into mutually hostile ethnic enclaves.

Tuesday, 13 November, 2001, 17:20 GMT

Afghan women find new freedom
Charikar, 35 km north of Kabul
Most women in Alliance areas already choose to wear the burqa
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By the BBC's Louise Hidalgo

The Northern Alliance has announced that women in Afghanistan can now go back to work, and girls can go to school - activities that were banned by the Taleban.

A statement issued in Kabul said all Afghan women had the right to pursue education and work in accordance with Islamic teaching and Afghanistan's honourable traditions.

Jamila Mujahid, Afghan newscaster, announcing the fall of Kabul
The first woman to broadcast in Afghanistan for five years
And women in Kabul have already begun tearing off the veils they were forced to wear by the ruling militia.

The treatment of women was one of the issues for which the Taleban became most notorious.

The Northern Alliance, on the other hand, has made much of its record on women's rights. But has this just been anti-Taleban propaganda?

Living in fear

The Taleban always treated Kabul - a relatively sophisticated city - with great harshness. The religious police were particularly strict in the way they enforced their punishments.

For a woman failing to wear the all-encompassing cloak, the burqa, correctly, the penalty was a public flogging.

A man has his beard shaved in Kabul
The retreat of the Taleban means new freedom for men too
Yet even in the few areas of Afghanistan which, until a few days ago, the Northern Alliance controlled, most women still choose to wear the burqa. This is a deeply conservative - and patriarchal - culture.

But, unlike in Taleban areas, women say it is tradition - not government pressure - that has made them cover themselves from head to foot.

Limited opportunities

At least, though, under Northern Alliance control, women have been able to work, even if the jobs they have been able to choose from are limited - teaching, for example, or working as a midwife.

Under the Taleban, by contrast, women have been largely confined to their homes, squeezed out of every aspect of public life.

Already, people in the northern city of Mazaar-e-Sharif have been celebrating what they hope, with the arrival of the Northern Alliance, will be the re-opening of girls' schools, for the first time in three years.

It may be that most girls leave school in their early teens to get married. But at least, they say, more liberal families will have the choice to keep their older girls on in education. A fortunate few may even go onto university.


 

USA drücken bei Regierungsbildung in Afghanistan aufs Tempo

Washington (dpa) - Mit einem weinenden und einem lachenden Auge reagieren die USA auf den Vormarsch der Nordallianz nach Kabul. In die Freude über die militärischen Erfolge der Verbündeten mischt sich die Sorge, dass sie das politische Ziel einer großen Koalition aus den bedeutendsten afghanischen Volksgruppen gefährden könnten. Unter Hochdruck laufen daher Konsultationen und Beratungen über die baldige Bildung einer Interimsregierung.

Die USA, Russland sowie die sechs Anrainerstaaten China, Iran, Pakistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan sind sich einig im Wunsch nach einer multi-ethnischen, politisch ausgewogenen und frei gewählten Regierung auf breiter Basis. US-Außenminister Colin Powell gab die Losung «Tempo, Tempo, Tempo» aus, um dies zu erreichen. Sein Sonderbotschafter James Dobbins wurde nach Rom in Marsch gesetzt, um mit dem früheren afghanischen König Sahir Schah zu sprechen.

Die Aufmerksamkeit richtet sich gleichzeitig auf die «zweite Front» des Krieges im Süden des Landes - dort, wo die Anhängerschaft der Taliban am stärksten ist. Diese Region gilt für die Planer im Verteidigungsministerium und im Weißen Haus als das eigentlich entscheidende Schlachtfeld. Die wahre Taliban-Hauptstadt sei Kandahar, sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.

Im Süden hatte die Anti-Terror-Allianz mit dem Versuch, die Gegner der fundamentalistischen Herrscher zu mobilisieren, bisher keine erkennbaren Erfolge. Der charismatische Oppositionsführer Abdul Hak geriet in einen Hinterhalt und wurde hingerichtet. Ein anderer Anführer, Hamid Kasai, konnte dem Zugriff mit US-Hilfe gerade noch entkommen.

Der Geheimdienst CIA, der die Operation im Süden leitet, sieht Medienberichten zufolge trotzdem Fortschritte. Sie seien nicht so offensichtlich wie im Norden, doch es gebe Anzeichen einer Zusammenarbeit. Die Nordallianz weiter nach Süden vorrücken zu lassen, liegt nicht im Interesse der USA und vor allem nicht ihres Verbündeten Pakistan. Manche Experten meinen schon, früher oder später würden die USA im Süden eigene Bodentruppen einsetzen müssen.

Washington hofft nun vor allem, dass die Nordalliierten nicht in großem Stil in Kabul einmarschieren und damit eine gemeinsame politische Lösung torpedieren. Vor allem der pakistanischen Führung, aber nicht nur ihr, ist die Nordallianz höchst suspekt. Menschenrechtler werfen ihr vor, während ihrer Herrschaft bis 1996 in Kabul zahllose Grausamkeiten begangen zu haben. Die Nordallianz wird von Vertretern der tadschikischen und usbekischen Minderheiten beherrscht. Die 27 Millionen Afghanen bestehen zu 50 bis 60 Prozent aus Angehörigen der Paschtunen-Volksgruppe, aus der auch die Taliban hervorgegangen sind.

Die Erfolge im Norden haben die USA indes in einem wichtigen Punkt vorangebracht. Sie werden die Versorgung der Not leidenden Zivilbevölkerung beträchtlich erleichtern. Die Lieferungen können statt aus der Luft künftig auf dem Land- und Wasserweg erfolgen. Washington hält diesen Teil des Feldzuges für sehr wichtig, um die Lage zu festigen und Vertrauen in die neuen Machtverhältnisse zu schaffen.



Sie feierten sich mit Exekutionen

13.11 .2001 Spiegel

Gelynchte Taliban auf der Straße zwischen Karabach und Kabul

David Rohde, der Reporter der New York Times in Afghanistan, begleitete Soldaten der Nordallianz beim Marsch auf Kabul. Dabei wurde er Zeuge mehrerer Lynchmorde. SPIEGEL ONLINE dokumentiert Ausschnitte seiner Reportage im Wortlaut.

Qala-i-Nasro, Afghanistan, 12. November - Nahe eines verlassenen Taliban-Bunkers zogen Soldaten der Nordallianz heute einen verwundeten Taliban-Soldaten aus einem Graben. Als der verängstigte Mann um Gnade bat, zerrten ihn die Soldaten der Allianz zu Boden.


Sie durchsuchten ihn und leerten seine Taschen. Dann feuerte ein Soldat zwei Schüsse aus seinem Gewehr in den Brustkorb des Mannes. Ein zweiter Soldat schlug den leblosen Körper mit dem Griff seines Gewehrs. Ein dritter zertrümmerte den Kopf des Mannes mit einer Raketen getriebenen Granate.

Der Mord geschah Minuten, nachdem die Soldaten der Nordallianz, die auf dem Weg nach Kabul waren, tief in Taliban-Gebiet vorgedrungen waren. Sie wollten sich mit Exekutionen feiern

Erst leeren die Soldaten der Nordallianz den wehrlosen Taliban die Taschen, dann erschießen sie sie

.Neun Meter entfernt lag der Körper eines jungen Mannes, von dem die Nordallianz-Soldaten sagten, er sei Pakistaner. Er lag auf der Seite, die Arme von sich gestreckt. An der Seite seines Kopfes war das Loch einer Kugel.

180 Meter entfernt durchsuchten jene Soldaten, die vorher den alten Mann

erschossen hatten, den Besitz eines regungslosen Taliban-Soldaten. Nachdem sie seine Taschen geleert hatten, feuerte ein Soldat einen Schuss aus seinem Gewehr in den Mann. Die Soldaten zogen schnell weiter, zeigten keine Gefühle. Ein paar Minuten später, legte einer eine ungebrauchte Mörsergranate um den Hals des Mannes.

[...] Dem Kommandeur von 300 Soldaten der Spezial-Einheit Zarbati, Hauptmann Habib, der an dem Sturm (auf Kabul, die Red.) teilnahm, schienen die Berichte von den Tötungen gleichgültig zu sein. "Die Soldaten müssen sehr verärgert gewesen sein", sagte er und zuckte mit den Achseln.

 



Afghanischer Ex-König kritisierte Einmarsch in Kabul

13.11 .2001 Freies Wort
Rom (dpa) - Der afghanische Ex-König Sahir Schah hat den Einmarsch der Nordallianz in Kabul scharf kritisiert. Dieser Schritt sei «gegen die Abmachung» des Königs mit Oppositionellen, sagte ein Sprecher des 87-jährigen ehemaligen Monarchen am Dienstag in Rom.

«Wir wollten, dass die Stadt zunächst entmilitarisiert wird.» Außerdem hätte man sich zuvor politisch auf eine Übergangslösung verständigen sollen. Mit Blick auf Berichte über Plünderungen und Gewalt äußerte sich der Sprecher Abdul Sattar Sirat besorgt über die Sicherheitslage in Kabul.

Zugleich wurde die Einberufung der «Loja Dschergeh», der Großen Ratsversammlung aller afghanischen Stammesführer, gefordert. Ex- General Abdul Wali, ein Verwandter des seit 1973 im römischen Exil lebenden Ex-Königs Sahir Schah, meinte, die Versammlung müsse möglichst bald in Afghanistan selbst zusammentreten.

«Die Loya Girga ist das einzige politische Organ, das unserem Land einen Ausweg aus dem Chaos und der Unsicherheit bieten kann», sagte der 76-jährige Wali der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Die Befreiung der Hauptstadt lasse Hoffnung für die Zukunft des Landes aufkommen.

Der Ex-König stand in den vergangenen Wochen wiederholt im Mittelpunkt diplomatischer Bemühungen für die Bildung einer neuen afghanischen Regierung nach dem Sturz der Taliban. Im Großen Rat sollte nach den Plänen Sahir Schahs auch Platz für «moderate» und übergelaufene Taliban sein. Ein Vermittlungsversuch durch Oppositionsführer Abdul Hak war Ende Oktober gescheitert. Hak wurde von den Taliban festgenommen und als Verräter hingerichtet.



US-Elitesoldaten in Bagram nahe afghanischer Hauptstadt Kabul

13.11 .2001 Quelle Reuters

Bagram (Reuters) - Auf dem Militärflughafen Bagram nahe der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Dienstag mit dem Hubschrauber Mitglieder der amerikanischen Spezialeinheiten angekommen. Von den sechs Elitesoldaten flogen vier wieder ab und ließen ihre beiden Kameraden und Ausrüstung zurück. Die Amerikaner waren in zivil, trugen aber Sturmgewehre des Typs M-16.

Die Nordallianz hatte am Dienstmorgen von Bagram aus Kabul eingenommen, nachdem die USA die Truppen der Taliban-Regierung dort und im Norden mit Luftangriffen zermürbt hatte. Es wird angenommen, dass amerikanische Spezialeinheiten die Offensive der Allianz koordiniert haben, die am Freitag im Norden begann. Die Allianz entstand aus der Koalitionsregierung, die die Taliban 1996 aus Kabul vertrieben, die aber stets von der UNO als rechtmäßige Vertreterin Afghanistans betrachtet wurde.



Taliban-Führer Mullah Omar angeblich geflohen

13.11 .2001 Südeutsche Zeitung

Mullah Mohammed Omar, der Führer der Taliban, hat sich nach Erkenntnissen der afghanischen Exil-Führung nach Pakistan abgesetzt.

Das berichtete ein Diplomat der afghanischen Botschaft in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe, wie die russische Agentur RIA-Nowosti meldete.

Mullah Omar halte sich inzwischen an einem nicht näher genannten Ort auf pakistanischem Gebiet versteckt. Nähere Angaben wurden dazu nicht gemacht.

Pakistan gegen Regierung der Nordallianz

Pakistan hat die UN aufordert, bei der Regierungsbildung in Afghanistan zu vermitteln. Pakistan hat nach dem Einmarsch der Nordallianz in Kabul gefordert, aus der afghanischen Hauptstadt eine entmilitarisierte Zone zu machen und unter internationale Überwachung zu stellen.

Eine Gruppe allein könne dem Nachbarland keinen Frieden bringen und seinen Bestand garantieren, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad. Deshalb werde eine Regierung auf breiter Grundlage gebraucht, die von den UN vermittelt werden müsse.

Der Einmarsch der Nordallianz nach Kabul stößt international auf Missbilligung, weil die Nordallianz nur Minderheiten repräsentiert und nicht die Paschtunen, die etwa 40 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Diese waren das Rückgrat der Taliban- Regierung, die von der Nordallianz aus Kabul verjagt wurde.

Nordallianz übernimmt Kontrolle in Kabul

Die Truppen der Taliban hatten die afghanische Hauptstadt Kabul in der Nacht preisgegeben und sich nach Kandahar zurückgezogen.

US-Präsident George W. Bush hatte davor gewarnt, in die Hauptstadt einzumarschieren. Die überwiegend von Tadschiken und Usbeken gebildete Nordallianz stößt bei einem Großteil der Bevölkerung der Paschtunen in Kabul auf Ablehnung.

Taliban sammeln sich in Kandahar

Nach Einbruch der Dunkelheit waren am Montagabend Panzer, Truppentransporter und andere Fahrzeuge der Taliban beim Verlassen Kabuls gesehen worden. Sie seien in Richtung der Taliban-Hochburg Kandahar gefahren, berichteten Augenzeugen.

Chaos steht möglicherweise bevor

Über die Reaktion der Stadtbevölkerung von Kabul gibt es widersprüchliche Angaben. Westliche Nachrichtenagenturen berichten von vereinzeltem Jubel und verbreiteter Zurückhaltung.

Nach Angaben des Fernsehsenders Al-Dschasira hätten Flüchtlinge aus Kabul von verbreiteten Plünderungen durch Kämpfer der Nordallianz gesprochen. Allerdings könne es auch sein, dass Einwohner mit den Gewalttaten Rechnungen untereinander begleichen wollten.



Taliban geben Kabul auf

13.11 .2001 Spiegel

Die afghanische Nordallianz kann weitere Erfolge vermelden. Einzelne Kämpfer der Allianz sollen in der Nacht bereits in Kabul eingerückt sein. Die Taliban-Milizen befinden sich auf dem Rückzug.

Nordallianz-Kämpfer/ Flagge CENTER/KLEIN

Islamabad/Washington - In der Nacht hatten die Taliban Augenzeugenberichten zufolge die afghanische Hauptstadt geräumt. Nach Einbruch der Dunkelheit waren am Montagabend Panzer, Truppentransporter und andere Fahrzeuge der Taliban beim Verlassen Kabuls gesehen worden. Sie seien in Richtung der Taliban-Hochburg Kandahar gefahren, berichteten Beobachter. Ein Reuters-Korrespondent sagte, die Büros der Taliban seien verlassen und zum Teil geplündert worden. Anwohner berichteten, aus den Gefängnissen der Stadt seien Häftlinge ausgebrochen.

"Nieder mit den Taliban

. "Wir haben Kabul eingenommen", rief ein Kämpfer der Nordallianz Medienberichten zufolge triumphierend auf einer Straße im Stadtzentrum. Die Nordallianz soll nach eigenen Angaben die wichtigsten Regierungsgebäude besetzt haben. Dies konnte zunächst nicht bestätigt werden.

Die Fahrzeuge der Nordallianz waren mit Fotos ihres vor zwei Monaten bei einem Selbstmordanschlag getöteten Anführers, Ahmad Schah Masud, geschmückt. Die Taliban würden in Richtung Westen getrieben, sagte ein anderer Kämpfer. "Nieder mit den Taliban" und "Willkommen Nordallianz", riefen einige Einwohner. Vereinzelt waren Schüsse zu hören.

Bereits am Montag hatte die Nordallianz die Frontlinien der Taliban vor Kabul durchbrochen. Unterstützt wurde sie durch Artilleriefeuer und Luftangriffe der USA.

"Alles im Fluss

Von der Regierung in Washington gab es zunächst keine Reaktion. Ein hoher Beamter des Weißen Hauses wurde im Fernsehen lediglich mit den Worten zitiert: "Alles ist im Fluss." Die USA hatten die Allianz aufgefordert, nicht in Kabul einzurücken, bevor eine Übergangsregierung eingesetzt ist, die alle Volksgruppen repräsentiert.

In der Nordallianz ist das Mehrheitsvolk der Paschtunen kaum vertreten. Als die heute in der Allianz vereinigten Gruppen Anfang der neunziger Jahre im Land regierten, gingen sie brutal gegen die Paschtunen vor. Die überwiegend von Tadschiken und Usbeken gebildete Nordallianz stößt daher bei einem Großteil der Bevölkerung der Paschtunen in Kabul auf Ablehnung.


Fischer fordert "offene Stadt"

Bundesaußenminister Joschka Fischer hatte am Montagabend am Rande der Uno-Generaldebatte in New York mit Generalsekretär Kofi Annan über die Lage in der afghanischen Hauptstadt. Annan wolle versuchen, mit den verschiedenen Bevölkerungsgruppen einen Konsens über Kabul herzustellen, verlautete aus Delegationskreisen. Annan und Fischer hätten betont, dass Kabul eine "offene Stadt" bleiben müsse, hieß es. Die Sicherheit und die Versorgung der Bewohner müssten gewährleistet sein.


Nordallianz vertreibt Taliban aus Kabul
Trotz der Warnungen der USA sind Einheiten der Nordallianz in Kabul einmarschiert. Die Taliban gaben die Hauptstadt kampflos auf


13.11 .2001 Welt

Oppositionelle Truppen auf dem Vormarsch nach Kabul
Kabul – Eine rund 60 Mann starke Einheit der Nordallianz drang am Morgen widerstandslos mit Geländefahrzeugen nach Kabul ein. Sie waren mit Kalaschnikow-Gewehren und Raketenwerfern bewaffnet, eine Gruppe von Kämpfern führte vier Kämpfer der regierenden Taliban ab. Die Kämpfer der Nordallianz wurden von den Menschen in Kabul mit Rufen wie „Allah ist groß“ empfangen.
„Die Taliban sind endlich weg“, rief ein Bewohner aus dem Norden der Stadt. Die Männer in den Straßen nahmen zum Zeichen ihrer Ehrerbietung ihre Turbane ab. Es ist der größte militärische Erfolg der oppositionellen Truppen seit Beginn des US-Militäreinsatzes in Afghanistan.

Offenbar erste Plünderungen

Nach dem Einmarsch der Nordallianz hielt sich der Großteil der Oppositionstruppen weiterhin außerhalb der afghanischen Hauptstadt auf. Der erste Vormarsch in die Stadt habe dazu gedient, den letzten Widerstand der Taliban zu brechen und Plünderungen zu verhindern, sagte Nordallianz-Kommandeur Gul Haider. Bislang hätten seine Kämpfer nicht die Erlaubnis, in die Hauptstadt einzurücken. Ein Reporter der britischen BBC berichtete jedoch, es sei zu ersten Plünderungen gekommen.

USA haben keine Kontrolle über die Nordallianz

Die USA hatten sich entschieden gegen eine Besetzung Kabuls durch die Nordallianz ausgesprochen, um die politische Zukunft Afghanistans nicht zu gefährden. Die US-Regierung wollte noch keine eindeutige Stellung zu dem militärischen Erfolg der Nordallianz nehmen.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte, US-Armee und Nordallianz koordinierten ihre Aktionen nicht so eng wie es scheine. Zuvor hatte ein Pentagon-Sprecher eingeräumt, die USA hätten „keinerlei Kontrolle“ über die Nordallianz. Die bewaffnete Opposition hatte in den vergangenen Tagen unter dem Schutz von US-Luftangriffen weit reichende Geländegewinne im Norden des Landes erzielt.

UN-Generalsekretär Kofi forderte rasche politische Gespräche zur Einrichtung einer Taliban-Nachfolgeregierung, um mit den raschen militärischen Entwicklungen Schritt zu halten. Die pakistanische Regierung rief dazu auf, „ein Blutbad“ in Kabul zu verhindern. Pakistan lehnt die alleinige Kontrolle Kabuls durch die Nordallianz strikt ab.

Sind die Taliban am Ende?
Rückzug der Taliban aus Kabul

Die Nord-Allianz hat die afghanische Hauptstadt Kabul eingenommen, nachdem die Taliban zuvor kampflos abgezogen waren. Dabei haben diese, wie es scheint, alle ihre Waffen mitgenommen. Auch andere Städte im paschtunischen Süden und Osten sollen gefallen sein. Bei ihrem Vormarsch im Norden des Landes waren die Taliban-Gegner an vielen Orten ebenfalls auf wenig Gegenwehr gestossen. Zwar gibt es dort noch Widerstandsnester. Dennoch scheint es, dass die Taliban auch im Norden zahlreiche Städte kampflos geräumt haben.

Ist das das Ende der Herrschaft der Taliban? Oder handelt es sich um einen taktischen Rückzug mit dem Ziel, die Truppen neu zu gruppieren und später von den Bergen aus, in denen sich in den achtziger Jahren auch die Mujahedin vor den sowjetischen Truppen versteckt hatten, einen zermürbenden Guerillakrieg zu beginnen? Der Verlust der Schlüsselpositionen bedeutet noch lange nicht, dass die Taliban und die Mujahedin aus arabischen Ländern, die sie unterstützen, endgültig geschlagen sind. Ungewiss ist auch, ob die Nord-Allianz, die nach den Geländegewinnen der letzten Tage ihre Kräfte verzettelt hat, die eroberten Gebiete auf Dauer überhaupt halten kann.

Es stellt sich zudem die Frage, ob die Kriegsherren und Stammesfürsten aus dem Norden aus ihren früheren Fehlern gelernt haben und nicht erneut - wie das nach dem Ende der sowjetischen Besetzung der Fall gewesen war - im Kampf um Macht und Territorien übereinander herfallen. Das gäbe den Taliban eine neue Chance. Entscheidend ist auch, was die Paschtunen angesichts des raschen Zerfalls der politischen Macht der Taliban zu tun gedenken. Die Paschtunen - die grösste Volksgruppe in Afghanistan - haben seit je in Kabul eine dominierende politische Rolle gespielt.

Es gibt Anzeichen dafür, dass paschtunische Stammesfürsten im Süden und Osten bereit sind, sich von den Koranschülern abzuwenden und zu den Siegern überzulaufen. Die Taliban, die in ihrem Herrschaftsbereich kaum staatliche Institutionen geschaffen haben, hatten sich bei ihrem Siegeszug durch Afghanistan Mitte der neunziger Jahre die Loyalität vieler lokaler Stammesführer erkaufen müssen. Die ersten Reaktionen der Bewohner von Kabul zeigen, dass die Menschen genug haben von der Willkürherrschaft der Taliban mit ihrer puritanisch- repressiven Auslegung des Korans und vom täglichen Terror der Religionswächter.

Eine der wichtigsten Aufgaben besteht nun darin, die Nord-Allianz dazu zu bringen, die Macht mit den Paschtunen zu teilen. Ohne deren Einbindung in eine Nachkriegsordnung gibt es keine politische Stabilität in Afghanistan. Die Zeit drängt. Zwar haben Vertreter der Nord-Allianz bereits erklärt, ihre Truppen seien nicht in Kabul einmarschiert, um die Macht zu übernehmen. Sie wollten vielmehr die Voraussetzungen für die Bildung eines Rates aller afghanischen Völker schaffen, der dann eine breit abgestützte Übergangsregierung bilden solle. Das sind sehr schöne Worte. Ob sich die machthungrigen Führer der Nord-Allianz, die Kabul Mitte der neunziger Jahre im blutigen Kampf um die Vorherrschaft in Schutt und Asche gelegt hatten, auch an sie halten werden?
NZZ,Mittwoch, 14. November 2001

 

Die Taliban ziehen sich aus Kabul zurück

Übernahme der Hauptstadt durch die Nord-Allianz

Die Nord-Allianz hat die Kontrolle über die afghanische Hauptstadt Kabul übernommen. Zuvor hatten sich die Taliban kampflos zurückgezogen. Berichte, dass die Nord- Allianz auch Kandahar eingenommen habe und der Taliban-Führer, Mullah Omar, nach Pakistan geflohen sei, wurden von einem Taliban-Sprecher dementiert.

By. Delhi, 13. November ,NZZ

Die afghanische Hauptstadt Kabul ist gefallen. In der Nacht auf den Dienstag hatte sich in den Reihen der Nord-Allianz 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt die Nachricht verbreitet, dass die Taliban ihre Frontstellungen aufgegeben und sich in grosser Zahl den Kämpfern angeschlossen hätten, welche Kabul in Richtung Süden verliessen. Dies führte dazu, dass sich im Morgengrauen Soldaten der Nord-Allianz mit schwerem Kriegsgerät ungeordnet in Bewegung setzten. Zuerst hatte es so ausgesehen, als ob sich die Truppen der Nord- Allianz an den Befehl der Kommandanten halten würden, die Stadt nicht zu betreten. Aber offenbar liessen sich immer mehr Soldaten in den ungeordneten Sog in Richtung Kabul hineinziehen.

Forderung nach Demilitarisierung

Im Lauf des Dienstags kam es zu einzelnen Plünderungen, Schusswechseln und Exekutionen. Es sollen in erster Linie ausländische Kämpfer - BBC-Berichte sprachen von Pakistanern und Arabern - gewesen sein, die von den Taliban mit dem Schutz der Stadt beauftragt worden waren. Bei Anbruch der Nacht war die Stadt jedoch relativ ruhig, und es scheint, dass das Gros der Truppen der Nord-Allianz mit den schweren Waffen ausserhalb der Hauptstadt geblieben ist.

Die Taliban zogen sich in südwestlicher Richtung zurück und sollen bei Maydan Shaher zunächst versucht haben, eine neue Verteidigungslinie zu errichten. Doch auch dieser Verkehrsknotenpunkt fiel im Laufe des Tages. Möglicherweise trugen dazu auch unbestätigte Berichte bei, wonach zunächst der Flughafen und später die Stadt Kandahar in die Hände der Nord-Allianz gefallen sein soll. Später kursierten Gerüchte, dass der Taliban-Führer, Mullah Omar, seine Hochburg in Kandahar verlassen und sich nach Pakistan abgesetzt habe. Diese Berichte wurden von einem Sprecher der Taliban gegenüber der Agentur AIP dementiert. Zweifellos wurden die Taliban vom raschen Zusammenbruch ihrer Verteidigungslinien überrascht. Allerdings hatte es in den letzten Tagen in Kabul aber auch Beobachtungen gegeben, wonach die Taliban sich in grossem Stil mit Vorräten einzudecken begannen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Führung vor rund einer Woche den folgenreichen Entschluss gefasst hatte, sich nicht auf eine Schlacht um Kabul einzulassen, sondern einen taktischen Rückzug zu organisieren. So könnten sich die Taliban mit ihren Waffen in den Bergen neu organisieren und sich auf einen Guerillakrieg vorbereiten.

Die kampflose Aufgabe Kabuls hat die internationale Gemeinschaft völlig überrascht. Die Nachricht hat besonders im benachbarten Pakistan wie eine Bombe eingeschlagen. Vereinzelt wurde von einem Verrat durch die USA gesprochen. Pakistan habe der Anti-Terror-Koalition jede Unterstützung gewährt und dafür das Versprechen erhalten, dass in Kabul eine allseits akzeptierte Regierung eingesetzt werde. Nun hätten die Vertreter der nordafghanischen Minderheiten mit der Besetzung der Hauptstadt vollendete Tatsachen geschaffen. Der Sprecher des Aussenministeriums wiederholte die Befürchtung, es könnte zu Racheakten gegen die Paschtunen kommen. Er forderte die Entsendung einer Uno- Friedenstruppe. Auch die Kreise um den früheren König Zahir Shah zeigten sich überrascht und enttäuscht. Die Besetzung Kabuls widerspreche dem Abkommen, das die Nord-Allianz mit dem König geschlossen habe. Dessen Sprecher forderte eine Demilitarisierung der Hauptstadt.

Kein Chaos

Aber auch die Nord-Allianz wurde vom Abzug der Taliban überrascht. Dies ist kurzfristig von weit grösserem Gewicht, denn es ist die Allianz, welche dafür verantwortlich ist, dass es nicht zu den befürchteten Plünderungen und Racheakten kommt. Bereits zirkulieren Gerüchte, wonach Kommandanten die Stadt in ihre Interessensphären aufgeteilt hätten. Allerdings trat im Lauf des Tages immer deutlicher eine Sicherheitstruppe in Erscheinung, welche damit begann, die Strassenkreuzungen zu kontrollieren und die von den ersten «Eroberern» besetzten Regierungsgebäude zu übernehmen. Am Dienstagabend war die Stadt erstaunlich ruhig. Das befürchtete Chaos ist bisher ausgeblieben.

Genugtuung und Sorgen in Washington

Schwierige Suche nach Ausgleich in Kabul

Die amerikanische Administration hat den Rückzug der Taliban aus Kabul als Durchbruch im Kampf gegen al-Kaida bewertet. Sie sorgt sich aber um die Bildung einer tragfähigen, alle Volksgruppen umfassenden Übergangsregierung.

R. St. Washington, 13. November

Präsident Bush hat den Vormarsch der Nord- Allianz mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. Er ermahnte sie aber auch zum Verzicht auf Vergeltung. Am Dienstag hatten die amerikanischen Zeitungen in Wort und Bild über grausame Racheakte von Soldaten der Allianz an den Taliban berichtet.

Überholtes Konzept

So erfreulich aus militärischer Perspektive der Vormarsch der Nord-Allianz sein mag - er präjudiziert die Bildung einer Übergangsregierung für Afghanistan. Nach Ansicht des Weissen Hauses sollte sich diese auf eine breite Basis abstützen können und den verschiedenen Völkern und Stämmen des Landes Rechnung tragen. Am Wochenende hatte Präsident Bush die Taliban- Gegner ermahnt, mit der Einnahme Kabuls zuzuwarten, in der Hoffnung, vorher eine politische Lösung zustande zu bringen. Durch die kampflose Preisgabe Kabuls durch die Taliban wurde dieses Konzept überholt.

Am Dienstag wurde der erst vor wenigen Tagen ernannte Vertreter der Vereinigten Staaten bei der afghanischen Opposition, James Dobbins, auf den Weg geschickt. Er soll nach einer Kontaktnahme mit dem früheren König Zahir unverzüglich seine Aufgabe in Islamabad wahrnehmen. Damit will Washington unterstreichen, dass ihm bei der Suche nach einer tragfähigen Regierung an der guten Zusammenarbeit mit Pakistan weiterhin gelegen ist. Der Aussenminister der Nord- Allianz, Abdullah Abdullah, besänftigte in der Zwischenzeit die amerikanische Öffentlichkeit mit Fernsehinterviews, in denen er erklärte, zurzeit befänden sich in Kabul nur 6000 Ordnungskräfte seiner Organisation.

Zur Eile gemahnt

Sowohl das Weisse Haus wie das Aussenministerium sind sich der Schwierigkeiten bewusst, die mit einem einigermassen akzeptablen Interessenausgleich zwischen den Volksgruppen verbunden sind. Die Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice meinte schon vor Wochen, die Zukunft Afghanistans müsse den Vereinten Nationen anvertraut werden. Aussenminister Powell mahnte auf Grund der neuen Situation zur Eile. Nach seiner Auffassung sollten drei Staaten mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung (die Türkei, Bangladesh und Indonesien) unter der Ägide der Uno für politische Übergangsstrukturen besorgt sein. Powell gab in einem Gespräch mit der «New York Times» auch zu erkennen, dass im Kabinett in Washington immer noch keine Einigkeit darüber herrsche, ob Südafghanistan mit Waffengewalt oder durch Überzeugung für eine gemeinsame Aktion gewonnen werden sollte. Der einst höchste General der Vereinigten Staaten vermutet nach dem letzten Geschehen auf dem Schlachtfeld, dass den Taliban die Kraft rasch ausgehe. Mit einem Blick in eine allerdings noch ferne Zukunft meinte Powell, die Vereinigten Staaten würden sowohl mit Indien als auch mit Pakistan «robuste militärische Beziehungen» unterhalten. Das wird notwendig, aber keineswegs einfach sein, ebenso wenig wie die Bildung einer Übergangsregierung in Afghanistan.

Einladung zu Gesprächen

(ap) Die Nord-Allianz hat am Dienstag alle Volksgruppen mit Ausnahme der Taliban zu Gesprächen über die Bildung einer neuen Regierung eingeladen. Der Aussenminister der Nord- Allianz, Abdullah, erklärte, damit sollten die Verhandlungen über die Zukunft Afghanistans beschleunigt werden. Abdullah bat um Uno-Teams für den Aufbau einer Übergangsregierung. Zunächst solle der Verteidigungsminister der Allianz, Mohammed Fahim, einen militärischen Sicherheitsrat zur Verwaltung der Stadt leiten. Die Allianz habe aus Sicherheitsgründen keine andere Wahl gehabt, als Sicherheitskräfte nach Kabul einrücken zu lassen, obwohl dies nicht dem Willen der internationalen Gemeinschaft entsprochen habe.

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf forderte die umgehende Entsendung einer Uno- Friedensmission nach Kabul. Ein entmilitarisierter Status für die afghanische Hauptstadt sei dringend notwendig, um Blutvergiessen zu vermeiden, sagte er in Istanbul. An der Friedensmission sollten sich die arabischen Staaten beteiligen, die Türkei und Pakistan könnten dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Der britische Premierminister Blair forderte ebenso wie Musharraf eine schnellstmögliche Uno-Präsenz in Afghanistan, um eine stabile Regierung aufzubauen, die auch ein verlässlicher Partner für die Nachbarstaaten sein müsse.

Bericht über Erschiessungen in Mazar

Genf, 13. Nov. (ap) Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat Anzeichen dafür, dass es während des Vormarsches der Truppen der Nord-Allianz im Norden Afghanistans zahlreiche Todesopfer gegeben hat. Wie eine Sprecherin des IKRK am Dienstag in Genf mitteilte, sind Mitarbeiter in der am Freitag eroberten Stadt Mazar-e Sharif dabei, die Toten behelfsmässig zu begraben. Allein hier liege die Zahl der Toten bei mehreren hundert, sagte die Sprecherin. In vielen Fällen sei unklar, ob es sich bei den Toten um Zivilpersonen oder Taliban-Kämpfer handle. Auch habe sie keine konkreten Informationen oder Schätzungen über das tatsächliche Ausmass der Opfer.

Das Uno-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) äusserte sich sehr besorgt über das Schicksal von rund 6000 afghanischen Zivilisten, die sich in einem Lager im Südwesten Afghanistans nahe der iranischen Grenze aufhalten sollen. Es sei zu befürchten, dass die Lagerinsassen von Taliban-Kämpfern, die sich unter die Zivilisten gemischt hätten, als Geiseln genommen und als menschliche Schutzschilde benutzt würden. Laut gewissen Berichten haben Truppen der Nord-Allianz das Lager bei Makaki eingekesselt. Im Lager selbst befänden sich schwere Waffen der Taliban. Helfer des UNHCR hätten sich wegen der Anwesenheit der Taliban-Kämpfer geweigert, das Lager zu betreten. Ähnliches gelte auch von anderen Lagern in dem von den Taliban kontrollierten Gebiet.

Die Uno berichtete am Dienstag auch über Kriegsverbrechen von Kämpfern der Nord- Allianz. So seien nach der Eroberung von Mazar-e Sharif rund 100 junge Taliban-Rekruten, die sich in einer Schule versteckt gehalten hätten, von Kämpfern der Nord-Allianz erschossen worden. Eine Sprecherin des Welternährungsprogramms berichtete von Meldungen über Plünderungen und Entführungen durch Kämpfer der Nord-Allianz in Mazar-e Sharif.

Mullah Omar ruft zum Widerstand auf

Islamabad, 13. Nov. (Reuters) Das Oberhaupt der Taliban-Bewegung, Mullah Mohammed Omar, hat laut der afghanischen Nachrichtenagentur AIP seinen Truppen über Funk befohlen, sich dem Feind zu stellen und nicht zur Nord- Allianz überzulaufen. «Ich befehle euch, euren Kommandanten rückhaltlos zu gehorchen. Ihr müsst euch neu gruppieren, Widerstand leisten und kämpfen», zitierte AIP am Dienstag den Taliban-Chef.

 

Ein Uno-Plan für Afghanistan

Der Sonderbeauftragte der Uno für Afghanistan, der Algerier Brahimi, hat am Dienstag vor dem Sicherheitsrat einen Plan zur Befriedung von Afghanistan nach dem Rückzug der Taliban erläutert. Danach soll so rasch wie möglich in Kabul ein Treffen zwischen der von den USA unterstützten Nord-Allianz sowie Vertretern anderer Gruppen - die Taliban nannte Brahimi nicht - einberufen werden. Ziel sei es, einen provisorischen Rat zu schaffen, der die ethnische Vielfalt des Landes spiegle. Den Vorsitz solle eine eminente Persönlichkeit einnehmen, die als Symbol für nationale Einheit anerkannt sei. Dies dürfte ein Hinweis auf den 87-jährigen, seit 1973 in Rom im Exil lebenden König Zahir Shah sein, der von verschiedener Seite bereits als einigende Figur genannt worden war. Der Rat würde für eine Frist von maximal zwei Jahren eine Übergangsregierung bilden. In der Zwischenzeit sollte ein «Weisenrat» von angesehenen Afghanen eine Verfassung erarbeiten. Daraufhin könnte eine permanente Regierung ihre Tätigkeit aufnehmen.

Bis es so weit ist, wird die Uno zur Wahrung der Sicherheit und des Friedens eine multilaterale Truppe einsetzen. Am Sitz der Uno in New York wurde an der Schaffung dieser Truppe nach der Überstürzung der Ereignisse in Afghanistan fieberhaft gearbeitet. Wie der amerikanische Aussenminister Powell erklärte, haben bis jetzt die Türkei, Bangladesh und Indonesien Kontingente zugesagt. Es herrscht Einmütigkeit darüber, dass nur muslimische Länder teilnehmen sollen. Der Uno- Generalsekretär Annan unterstrich am Dienstag die Dringlichkeit der Massnahmen sowie die absolute Priorität humanitärer Hilfe.

NZZ,14. November 2001, 07:39

 

Schröder will Vertrauensfrage stellen

Abstimmung über Bundeswehreinsatz in Afghanistan am Freitag

Die rot-grüne Koalition in Berlin steht auf dem Prüfstand. Der deutsche Bundeskanzler Schröder will die Abstimmung über einen Bundeswehreinsatz in Afghanistan mit der Vertrauensfrage verknüpfen. Die Abstimmung im Bundestag soll am Freitag stattfinden.

(afp/Reuters) Der deutsche Bundeskanzler habe die Verknüpfung in der Fraktion angekündigt, sagte SPD-Fraktionschef Peter Struck am Dienstagnachmittag. Die SPD-Abgeordneten hätten auf die Ankündigung mit stehendem Applaus reagiert. Er gehe davon aus, dass Schröder eine Mehrheit im Bundestag erhalten werde. Schröder  ging anschliessend zur Grünen-Fraktion, wo er versuchen wollte, die mindestens acht Abweichler doch noch zu einer Zustimmung zu bewegen. Mit dem Nein würde die Koalitionsmehrheit verfehlt.

Neben dem Antrag der Bundesregierung auf Bereitstellung von 3900 deutschen Soldaten soll bei der Bundestagsabstimmung auch ein Entschliessungsantrag beschlossen werden. Darin macht die Koalition laut Grünen-Fraktionschefin Kerstin Müller «noch einmal deutlich, dass die militärischen Aktionen in ein Gesamtkonzept» eingebunden sind. Darin werde festgelegt, dass SPD und Grüne auch im Rahmen von humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit «ganz starke Anstrengungen unternehmen werden, um zu zivilen Lösungen zu kommen». Sie hoffe, dass dies zusammen mit dem Grünen-Parteiratsbeschluss vom Montag «Brücken baut für Abgeordnete, dem Mandat zuzustimmen». Ausserdem sei sie zuversichtlich, dass es Präzisierungen am Auftrag und am Einsatzort für die Bundeswehr geben werde, sagte Müller weiter.

Der Grünen-Parteirat hatte den Abgeordneten am Montag empfohlen, dem innerparteilich heftig umstrittenen Bundeswehr-Einsatz unter bestimmten Voraussetzungen zuzustimmen. 

NZZ,13. November 2001, 22:20

Truppen der Nordallianz stehen auch vor Kandahar Alle Artikel zum Thema

Bevölkerung feiert Nordallianz in Kabul. Staatengemeinschaft besorgt über schnellen Vormarsch. Berichte über Plünderungen

Von Daniel Kestenholz

Bangkok - Ohne jede Gegenwehr sind Afghanistans Nordallianz-Rebellen unter dem Jubel ihrer Anhänger in der afghanischen Hauptstadt Kabul einmarschiert. Die Nordallianz errichtete Checkpoints, besetzte Regierungsgebäude und plante nach pakistanischen Berichten die Ausrufung einer Regierung. Stadtteile wurden an ethnische Führer verteilt, die nach Wochen in Schützengräben nicht länger auf die Königsbeute Kabul verzichten wollten. Nach unbestätigten Meldungen sei auch die Taliban-Hochburg Kandahar gefallen - am ersten Tag ohne US-Luftbombardements seit Kriegsbeginn.

Das Weiße Haus nannte die Lage in Kabul "sehr flüssig". UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte "rasche Schritte" in Richtung einer multi-ethnischen Regierung für das Land.

Die Taliban hatten Kabul über Nacht geplündert und waren in Richtung Kandahar geflohen, während in Pakistan wartende Exilkommandeure in Afghanistans südöstliche Provinzen vorstießen und ihre alten Fürstentümer beanspruchten.

Der russischen Agentur Interfax zufolge sei Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar nach Pakistan geflohen. Über den Taliban-Militärfunk habe Omar seine Truppen zuvor in einer achtminütigen Ansprache aufgefordert, "Kommandeuren zu gehorchen (...) und zu kämpfen". Mit auf ihre Flucht in die südliche Hochburg Kandahar hatten die Taliban die acht der Zwangsbekehrung angeklagten westlichen "Shelter-Now"-Entwicklungshelfer genommen - darunter auch die vier Deutschen.

Militärstrategen wiesen auf den Beginn eines klassischen Guerillakrieges hin. Richtung Jalalabad, im Osten des Landes, marschieren derzeit drei Exilkommandeure: Abdul Qadir - ein Bruder des von den Taliban hingerichteten Altmudschahedin Abdul Haq - massiert seine Truppen im Westen Jalalabads. Ein anderer Kommandeur Harzat Ali lagert im Norden und Jalalabads einst mächtiger Hadji Mohammed Zaman steht am Kyberpass im Osten von Jalalabads Provinz Nangrahar.

Nach Augenzeugen lagen entlang der Einmarschroute nach Kabul mehrere Dutzend standrechtlich hingerichteter Taliban-Krieger. Arabische Taliban-Söldner, die den fliegenden Abzug der Taliban verschlafen hatten, seien in den frühen Morgenstunden von Nordallianz-Kriegern aus dem Schlaf gerissen und liquidiert worden.

Entgegen Versicherungen der Nordallianz-Spitze, man warte vor den Toren Kabuls die Bildung einer ethnisch breiten Übergangsregierung ab, war die Nordallianz mit Kalaschnikows und Raketenwerfern in die Stadt durchgebrochen. Zum Einzug ihres "Außenministers" Abdullah Abdullah und "Verteidigungsministers" Mohammed Fahim skandierten Anwohner Anti-Taliban- und Anti-Pakistan-Rufe: Pakistan war bis zum 11. September die stille Schutzmacht der Taliban. Der Einmarsch Abdullahs und Fahims untermauerten den politischen Anspruch der Nordallianz über Afghanistan, obwohl die Rebellenfront nach Außen beteuerte, Kabul lediglich abzusichern. Von Ordnung war wenig zu spüren. Afghanen ließen Hass an Taliban aus. Ein junger Mann in Kabul zeigte voller Stolz eine grüne Jacke. Er habe einen Araber dafür getötet. Nach einem UN-Bericht seien 100 junge Taliban hingerichtet worden, die sich in einer Schule versteckt hätten.

Vereinzelte Schießereien in den Morgenstunden waren nach und nach verstummt - begannen aber zur Dämmerung wieder -, während Plünderungen und standrechtliche Hinrichtungen gestoppt worden seien, was einen äußerst friedlichen Machtwechsel für afghanische Standards bedeuten würde.

Osama Bin Ladens Biograph Hamid Mir dagegen, der den Chefterroristen vergangene Woche in afghanischem Hinterland interviewt hatte, nannte den Taliban-Rückzug eine "Falle". In den nächsten Tagen sei in Kabul mit Kriegsausbruch zu rechnen. Bin Laden habe im Gespräch eingeräumt, die Taliban würden Gebiete im Norden verlassen, der richtige Krieg aber beginne erst nach dem Einmarsch amerikanischer und britischer Truppen. Nach Berichten lagern über Kabuls Aufgabe erzürnte Taliban bei Maidan Shahr, südwestlich von Kabul.

Trotz des Nordallianz-Siegeszuges, der dank unaufhörlicher US-Luftbombardements seit Freitag über die Hälfte des Landes überrannte, bleibt die Lage im Land höchst unübersichtlich. Aus den Provinzen wurden einzelne Gräueltaten der Nordallianz gemeldet. Der arabische TV-Sender El Dschasira berichtete, die Taliban hätten das am Freitag geflohene Masar-i-Sharif zurückerobert. Nach UN-Berichten sind seit der Befreiung der Stadt, über die Waffen und Hilfsgüter aus Usbekistan fließen sollen, über 600 Menschen getötet worden; ein Nordallianz-Kommandeur habe zehn Truck mit Hilfslieferungen konfisziert.

Afghanische Exilkreise in Pakistan meldeten, dass auch der Flughafen des Taliban-Machtzentrums Kandahar in Nordallianz-Hände gefallen sei, was die Taliban zurückwiesen. Unklar blieb, ob sich die Taliban um Kandahar eingraben, oder ob die Fahnenfluchten gemäßigter Krieger die Taliban dermaßen schwächten, so dass auch die letzte Taliban-Stadt falle.

Doch jetzt wachsen beidseits der Fronten Gefahren. Gul Agha, Kandahars ehemaliger Mudschahedin-Gouverneur, berichtete von "unruhigen" Exilkommandeuren wegen der sich "sehr schnell verschlimmernden Lage" im südlichen, paschtunischen Afghanistan, dem Rückgrat der Taliban.

Diese Kommandeure, die nach den Plänen der Weltgemeinschaft mit der Nordallianz das neue, multi-ethnische Afghanistan bilden sollen, warfen der verhassten Nordallianz "Abkommensbruch" vor, Kabul trotz Warnungen Washingtons eingenommen zu haben und aus den US-Bombardements Gewinne zu schöpfen.

Dass der politische Prozess dem militärischen hinterherhinke, dagegen haben die westlichen Kriegsstrategen keine Vorkehrungen getroffen. Pakistan verlangte die Entmilitarisierung Kabuls mit der Entsendung einer UN-Friedenstruppe oder einer multilateralen Friedensmacht.

Islamabad erneuerte Befürchtungen, dass sich Kabuls Chaos zwischen 1991-92 wiederhole. Die Nordallianz jedoch bewies Disziplin. Das Gros der Truppen und Waffen blieb vor Kabuls Toren. Dass aber jene in Kontrolle Kabuls seien, die die Waffen haben, ist ein Trugschluss, den bereits die Sowjets teuer bezahlten.

In Afghanistans Provinzen nehmen derweil Chaos und Anarchie überhand, während in Pakistan verbliebene Exilkommandeure unter wachsendem Druck stehen, in Eile Geld und Waffen zu besorgen, bevor ihre alten Besitztümer von Feinden erobert werden.

Hauptstadt am Hindukusch

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts ist Kabul die Hauptstadt Afghanistans. Vorher wurde das seit dem zehnten Jahrhundert islamisch geprägte Land von Kandahar regiert. Kabul hat seinen Namen vom gleichnamigen Fluss, der das östliche Zentrum Afghanistans durchquert. In der 1800 Meter hoch gelegenen Stadt leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die Stadt am Hindukusch ist gezeichnet von 22 Jahren Bürgerkrieg. Weitere Schäden richteten die amerikanischen Luftangriffe seit dem 7. Oktober an. Altstadt wie Neustadt sind fast völlig zerstört. Aus dem Stadtbild sind auch viele historische Gebäude verschwunden. In Kabul herrscht ein Steppenklima mit großen Temperaturunterschieden. Im Sommer wird es durchschnittlich 27 Grad warm, im Winter nur um die minus vier Grad. AP
Die Welt,13. November 2001, 22:20

Machtvakuum in Afghanistan Alle Artikel zum Thema

Ohne baldige Übergangsregierung droht die Balkanisierung des Landes

Von Sophie Mühlmann

Berlin - Jetzt ist es da, das gefürchtete Machtvakuum in Afghanistan. Die Amerikaner bombten den Weg frei, die Nordallianz rückte nach, und die Taliban flohen fast kampf-, aber kopflos in ihre Mauselöcher in Kandahar und in den unwirtlichen Bergen. Dort bereiten sie nun Hinterhalte vor und richten sich auf einen langen, blutigen Guerillakrieg ein. Das politische Zentrum - oder das, was man im anarchistischen Afghanistan am ehesten so nennen könnte, ist in der Hand der oppositionellen Miliz. Noch am vergangenen Wochenende hatten die USA genau dies vermeiden wollen.

Die Nordallianz behauptet, sie wolle nicht versuchen, jetzt die Macht an sich zu reißen. Stattdessen geben sie sich als Sicherheitsgaranten der Hauptstadt und plädieren für einen Friedensprozess unter Führung des ehemaligen Königs Zahir Schah. Pakistan, der traditionelle Gegner dieser multiethnischen Zweckgemeinschaft, ist dennoch höchst alarmiert. Islamabad fordert eine sofortige Entmilitarisierung der Hauptstadt und internationale Überwachung. Sollte die Nordallianz im Nachbarland im Alleingang das Ruder übernehmen, wäre dies für Islamabad das "worst case szenario". So wiederholt Pakistan seine Forderung nach einer von allen Völkern Afghanistans getragenen Kraft, die das Land regieren soll.

Auch die Bundesregierung und die EU fordern eine zentrale Rolle der UNO in der Übergangszeit. Die Vereinten Nationen bereiten unterdessen ein Verfahren für die Bildung einer neuen Regierung vor. Vertreter der unterschiedlichen afghanischen Völker und Parteien sollen sich nach Informationen aus dem US-Außenministerium in den nächsten Tagen zu einer Konferenz einfinden, die möglicherweise in Genf, Wien oder Ankara stattfinden könnte.

Großbritannien mahnt zur Eile, und auch US-Außenminister Colin Powell gab die Losung "Tempo, Tempo, Tempo" aus. Doch die Vorbereitungen werden viel Zeit in Anspruch nehmen - vielleicht zu viel. In der Zwischenzeit wird es den Milizen der Nordallianz und den amerikanischen und britischen Bodentruppen schwer fallen, die eroberten Städte zu halten und die Ausbreitung von Anarchie zu vermeiden. Dies wird auch das Hauptproblem jedweder Übergangsregierung sein - egal, wie sie sich schließlich zusammensetzen wird.

Alle Beteiligten scheinen nach außen hin das Gleiche zu wollen: eine Regierung, die alle Afghanen akzeptieren könnten. Dennoch sind die Interessen der einzelnen Parteien höchst unterschiedlich. Und in der Zwischenzeit, während die tadschikische Gruppe der Nordallianz vor den Toren Kabuls steht, der usbekische Gangster General Dostum Mazar-i-Sharif kontrolliert, Kommandeur Ismail Khan, ein Tadschike mit paschtunischer Mutter, Herat regiert und die Taliban sich im südlichen Kandahar verschanzen, droht eine weitere riskante Entwicklung: Das Land könnte in vier Teile zerfallen: die Balkanisierung Afghanistans.

Die Welt,13. November 2001, 22:20

Ein strategischer Rückzug Alle Artikel zum Thema

Die Taliban sind noch nicht geschlagen. Jetzt folgt ein Partisanenkrieg

Von Manfred Quiring

Moskau - Die Nordallianz hat die afghanische Hauptstadt Kabul eingenommen. Ist das der Sieg für das von der internationalen Anti-Terror-Koalition unterstützte Bündnis der afghanischen Opposition?

In Washington werden die Erfolge als Bestätigung der bisher verfolgten US-Strategie gewertet: massive Luftunterstützung für die Nordallianz, die die Taliban am Boden bekämpft. Die Planer im Pentagon wollen dieses Modell nun auch auf andere Regionen Afghanistans, vor allem gegen Kandahar, das Kernland der Taliban, anwenden. Voraussetzung dafür ist jedoch die Stationierung von amerikanischen und britischen Spezialeinheiten, die die Bomber leiten.

Der Einzug der Allianz in Kabul markiert indes noch nicht den endgültigen Sieg über das Regime der Mullahs. Selbst wenn sich die Meldung über die Einnahme von Kandahar bestätigt, bleibt die Lage weiterhin brisant. Terroristenchef Osama Bin Laden ist noch immer nicht gefasst, seine Organisation Al Qaida offenbar weiterhin intakt.

Mit ihrem Abzug aus der Hauptstadt haben die Taliban eine strategische Entscheidung getroffen. Sie hatten zwei Optionen: Dort zu bleiben und Kabul zu verteidigen - die Aufgabe der Hauptstadt bedeutet einen großen Prestigeverlust. Doch in Kabul wären sie ein leichtes Ziel für die amerikanisch-britische Luftwaffe gewesen.

Die Taliban wählten die andere Variante, zogen aus anfälligen Städten ab. Damit, so Generaloberst Sergei Majew, ein russischer Afghanistan-Veteran, wollten sie Kämpfer und Kampftechnik retten "und der Nordallianz und den amerikanischen Einheiten einen Partisanenkrieg aufzwingen".

Die Kämpfer haben im zehnjährigen Krieg gegen die Sowjetarmee gelernt. Damals hatten die Okkupanten alle Städte besetzt, konnten aber den permanenten Partisanenkrieg nicht stoppen. Sie blieben anfällig für die Vorstöße der Mudschahedin, obwohl zeitweilig über eine halbe Million Soldaten im Land waren.

Im Norden Afghanistans hat der Partisanenkampf vermutlich schon begonnen. Städte wie Herat, Kundus und Mazar-i-Sharif gingen verloren, aber die Taliban sitzen weiterhin als hochexplosive Einsprengsel in den Bergen.

Wie die Nordallianz mit ihren gerade mal 20 000 Mann das gesamte Land kontrollieren will, ist unklar. Sie ist zudem mit dem "Makel" behaftet, überwiegend aus Usbeken und Tadschiken zu bestehen. Paschtunen, die größte afghanische Bevölkerungsgruppe, gibt es unter ihnen nicht. Ein erster Versuch, unter den Paschtunen zu rekrutieren, endete vor wenigen Wochen mit einem Fiasko. Der nach Afghanistan entsandte Paschtunen-Kommandeur Abdul Haq wurde am 26. Oktober von den Taliban hingerichtet.

Allerdings unterscheidet sich die heutige Situation in einem höchst wichtigen Detail von der damaligen. Während sich die Mudschahedin in den achtziger Jahren auf ausländische Hilfe stützen konnten, sind die Taliban jetzt international isoliert.

Anzeichen für dramatische Abrüstung der Atomwaffen Links ins WWW

Bush und Putin wollen ihr Treffen in Washington und Texas zum Erfolg führen. Raketenabwehr offenbar kein Problem mehr

Von Uwe Schmitt

Washington - Wohl nie zuvor ist die amerikanische Öffentlichkeit einem russischen Staatspräsidenten und den Aussichten dramatischer nuklearer Abrüstung mit so viel wohlwollendem Desinteresse begegnet wie in diesen Tagen. Gerade deswegen könnte die Reise Wladimir Putins nach Washington, Texas und New York einen Durchbruch in der Reduzierung der Atomsprengköpfe um Zweidrittel bringen, der alle bestehenden, zum teil nie ratifizierten Verträge sprengt.

Das entscheidende Grundverständnis eines Gegenschäfts, das vor dem 11. September kaum denkbar gewesen wäre, sieht unter anderem vor: Die Amerikaner verzichten darauf, offen ihren Ausstieg aus dem "obsoleten" ABM-Vertrag von 1972 zu betreiben; die Russen dulden im Gegenzug die bisher als "Vertragsbruch" gebrandmarkten Tests für den US-Raketenschild. Eher ein neuer Stil als neue Positionen. Kein Aufsehen, keine lauten Proteste, ausgediente Reflexe des Kalten Krieges - das alles sei Luxus seit den Anschlägen in New York und Washington. Es gebe, versichern beide Seiten, wichtigeres zu tun im Krieg gegen den Terrorismus. US-Präsident George W. Bush mochte höflicherweise vor seinem ersten Treffen mit Putin die Spekulationen über eine Reduzierung des US-Arsenals auf 1 750 bis 2 300 Sprengköpfe nicht kommentieren. Man werde die Zahlen vergleichen, sagte Bush, aber die Vereinigten Staaten würden einen einseitigen Abbau verfolgen, "gleich ob er es tut oder nicht". Ein Regierungsbeamter wurde in der "New York Times" deutlicher: "Wir glauben, Putin ist zu der Erkenntnis gelangt, dass der ABM-Vertrag nicht überleben kann. Es geht jetzt nur noch um die Form des Begräbnisses." Man möge keine konkreten Vereinbarungen von dem "Crawford-Gipfel" erwarten, riet Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice. Vollmundige Kommuniques gelten als kontraproduktiv. Für Putin ebenso wie für Bush. Der russische Präsident soll nach seiner Heimkehr versichern können, er habe die Amerikaner von einer übereilten Kündigung des ABM-Vertrags abgehalten.

Für den amerikanischen Präsident, der den Raketenschild für notwendiger hält denn je, wäre es als Erfolg zu verkaufen, die von Moskau über Monate versammelte Protestallianz gegen "Star Wars II" in Europa und Asien aufzulösen. Beide Seiten können politisch und diplomatisch nur gewinnen. Man braucht einander.

Dass diese Erkenntnis gegenseitiger Abhängigkeit in Washington vor dem 11. September ziemlich vergessen schien und einer Haltung hochmütiger Vernachlässigung gewichen war, dürfte eine Genugtuung für Putin sein. Er hat im richtigen Moment das Richtige getan. Moskau versorgte die Nordallianz mit Waffen und duldete die Nutzung von Militärstützpunkten in Tadschikistan und Usbekistan. Wenn die USA sich erkenntlich zeigen können, indem sie eine Aufnahme Russlands in die Welthandelsorganisation befördern und einige Schulden aus sowjetischen Zeiten (angeblich sechs Milliarden Dollar) abschreiben, wäre das nicht Putins Schaden und für Bush nicht überteuert.

Schwieriger dürften schon die Verhandlungen über die Waffenlieferungen der Russen an den Iran werden. Washington verlangt, dass das aufhört. Moskau ist dem Vernehmen nach zu diesem Verzicht nur bereit, wenn man entsprechend entschädigt wird. Uneinigkeit herrscht auch in der Frage der "intelligenten Sanktionen" gegen den Irak, der angeblich mit neun Milliarden Dollar bei den Russen in der Kreise steht.

Wladimir Putin hat also durchaus Grund, in der Verbindung einer drastischen Reduzierung des Nukleararsenals und eines modifizierten ABM-Abkommens "sehr optimistisch" zu sein, wie er am vergangenen Wochenende verkündete. An Ironien herrscht kein Mangel. Amerikas Krieg in Afghanistan verspricht Russland, dem armen Konkursverwalter der in Afghanistan gedemütigten Supermacht, einen Schub an Einfluss und Selbstbewusstsein. In Washington versteht man das durchaus. Und manche Hardliner und Unilateralisten, die schon die ungestüme Umarmung der verachteten Vereinten Nationen samt Schuldentilgung zähneknirschend ertrugen, sehen die Aufwertung der Russen mit Missvergnügen. Aber die Ideologie von der "unverzichtbaren Nation", die alles allein vermag, ist stark gealtert. Stillschweigendes Einvernehmen und leiser Dissens sollen die "neue strategische Beziehung" zwischen Moskau und Washington bestimmen. Dabei könnte es sein, dass die amerikanischen Proteste gegen Russlands Tschetschenien-Politik kaum mehr wahrzunehmen sind. In den fünf bis sechs gemeinsamen Noten, die von den Stäben Bushs und Putins zur Veröffentlichung während des Gipfels vorbereitet wurden, soll auch ein vages Bekenntnis des russischen Präsidenten zur Pressefreiheit im eigenen Land sein. Wladimir Putin hat viel Gelegenheit, sich gut zu verkaufen. Von der gemeinsamen Pressekonferenz im East Room über Reden in der Russischen Botschaft und der Rice-Universität in Houston bis zu "Ground Zero". Dort, auf Schutt und Asche, gründet seine neue Partnerschaft mit Amerika.

Die Welt,13. November 2001, 22:20

In Texas könnten sich schwere Probleme wie von selbst lösen

Der 11. September hat auch die amerikanisch-russischen Beziehungen auf den Kopf gestellt

Shake hands: Kreml-Chef Putin und US-Präsident Bush Foto: AP

Von Alexander Rahr

Berlin - Nach den Terroranschlägen vom 11. September versucht Präsident Wladimir Putin, Russland über eine neue Sicherheitsallianz mit den Vereinigten Staaten in die erste Liga der Weltpolitik zurückzuführen. Die USA hatten zunächst, nach der Machtübernahme von George W. Bush, von einer gleichwertigen strategischen Partnerschaft wenig wissen wollen. Putin hatte sich deshalb vornehmlich den Europäern zugewandt. Doch über die EU ließ sich die Mitgestaltung der Weltpolitik für Moskau kaum verwirklichen. Das Warten auf das Interesse aus Washington scheint sich für Putin jetzt gelohnt zu haben.

Nach Putins Ansicht steht Amerika vor einem Krieg mit dem globalen Terrorismus, der über die Bombardements der afghanischen Taliban hinausgehen und am Ende das Gesicht der Welt erneuern wird. Moskau möchte verhindern, dass es bei der Neugestaltung der weltpolitischen Ordnung wieder im Abseits steht - wie nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion.

Im Vorfeld seines Besuchs hat Putin viele Zugeständnisse an Amerika gemacht. Nach dem Terroranschlag auf die USA stoppte er die gerade begonnenen russischen Militärmanöver, um während des Ausnahmezustandes bei den amerikanischen Streitkräften keine unnötigen Irritationen zu erzeugen. Putin offerierte Washington Überflugrechte über russisches Territorium nach Afghanistan, verordnete seinen Geheimdiensten engste Kooperation mit den USA, drängte die anderen GUS-Staaten im Süden zur konstruktiven Zusammenarbeit mit Washington, schloss russische Militärbasen auf Kuba und Vietnam und deutete zum ersten Mal die Bereitschaft an, nach einer politischen Lösung im Tschetschenien-Konflikt zu suchen. Zudem versprach er den Europäern zusätzliche Energieversorgung, sollte es zum krisenbedingten Ausfall der Öllieferungen aus den arabischen Ländern kommen. Schließlich sagte Putin Hilfe aus Militärlabors im Kampf gegen die Milzbrandattacken in den USA zu.

Vor seinem Abflug nach Washington nannte Putin in einem Interview den Preis, den er für sein breites Entgegenkommen von den USA erhoffte: Unterstützung für Russlands Integration in die Weltwirtschaft durch rasche Aufnahme in die WTO, Ausbau der seit dem Finanzkrach von 1998 eingeschlafenen amerikanisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen, kein einseitiger Ausstieg der Amerikaner aus dem ABM-Vertrag, sondern Verhandlungen über eine gemeinsame Modifizierung des Vertrages, Mitspracherecht Russlands in der gegenwärtigen oder veränderten Nato sowie größere Akzeptanz russischer Politik in der GUS.

Putin glaubt, den Amerikanern und dem Westen ein stabileres Russland präsentieren zu können: Die russische Wirtschaftsentwicklung bleibt viel versprechend, der Reformstau der neunziger Jahre ist aufgelöst, die russischen Auslandsschulden werden pünktlich zurückbezahlt, die Gefahr des inneren Zerfalls Russlands ist beseitigt.

Ohne die Ereignisse vom 11. Septembers hätte Putin auf amerikanisches Entgegenkommen kaum rechnen können. Ob die zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Barrieren, wie beispielsweise die Jackson-Vanik-Zusatzklausel zum amerikanisch-russischen Handelsabkommen von 1974, die beide Erzrivalen aus dem Kalten Krieg noch immer trennen, nun aufgehoben werden, hängt davon ab, ob Washington die russische Hilfe im Kampf gegen den internationalen Terrorismus wirklich benötigt oder die Amerikaner mit der derzeitigen Nato auskommen. Präsident Bush scheint eine Öffnung der Nato für Russland nicht mehr auszuschließen, doch viele Skeptiker in Amerika warnen, Russland wäre durch sein ungelöstes Tschetschenien-Problem eher eine Belastung statt ein konstruktiver Helfer im Kampf gegen den Islamismus.

Hinter der neuen Anti-Terror-Allianz stehen noch zu viele Fragezeichen. Kann sich Putin mit seiner radikalen Westöffnung gegenüber Vorbehalten in der eigenen Elite durchsetzen, oder wird er das Schicksal des sowjetischen Reformpolitikers Michail Gorbatschow teilen, der auf Grund seiner einseitigen Zugeständnisse an den Westen in Russland als Verräter gilt? Wird Putin - falls ihm der Schulterschluss mit dem Westen so wichtig ist - von seiner Rüstungskooperation mit Ländern, die im Verdacht stehen, Massenvernichtungswaffen herzustellen, abrücken und auf gerade neu erschlossene Finanzquellen verzichten? Und werden die Amerikaner ihrerseits bereit sein, Russland, das vor zwölf Jahren aus Afghanistan vertrieben wurde, in eine künftige Afghanistan-Lösung einzubeziehen, und mit ansehen, wie Russland - mit amerikanischer Hilfe - seine Einflusssphäre in der kaspischen Ölregion wiederherstellt? Oder wird Washington eher gewillt sein, bei der Wiederherstellung der politischen Ordnung in Afghanistan auf Staaten wie Pakistan und Usbekistan zu setzen?

Das Treffen Bush/Putin könnte dennoch ein historischer Durchbruch in den Beziehungen Russlands zum Westen werden, wenn es gelänge, der neuen Anti-Terror-Allianz eine reale Struktur zu geben. Diese könnte zunächst auf der Grundlage gemeinsamer Aufklärungseinheiten der Nato und Russlands errichtet werden. Von dort könnte der Weg zur Kooperation auf der Ebene der Innenministerien im Kampf gegen Drogen und zum Aufspüren illegaler Geldtransfers terroristischer Organisationen geebnet werden. Anschließend würden Anti-Terror-Einheiten und Friedenstruppen, wie heute auf dem Balkan, entstehen - die gegenwärtige Nato würde einen anderen Auftrag erhalten, sich wandeln. Das potenzielle Feindbild Russland wäre ausradiert. Auch die heutigen Differenzen zur Raketenabwehr, die auf dem amerikanisch-russischen Gipfel eine große Rolle spielen werden, könnten sich - angesichts der beschriebenen Entwicklung - wie von selbst lösen.

Der Autor ist Leiter der Körber-Stiftung bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.Die Welt,Mittwoch, 14. November 2001     Berlin, 10:18 Uhr

Durchs wilde Absurdistan

Leben in Afghanistan, das ist ein Leben in Hütten, Zelten und Höhlen. Mit wenig Hoffnung, viel Zähigkeit und noch mehr Staub - Unser Reporter war eine Woche im Norden des Landes unterwegs

Eine Trauerfeier für die gefallenen Kämpfer der Nordallianz in Afghanistan   Foto: dpa
Von Knut Teske

Das Ufer trennt sich von der Fähre. Zurück bleibt ein karstiges, steiniges, leeres Land, in dem gerade wieder Schüsse fallen. Am Ufer steht ein Mann und winkt. Die Schultern hochgezogen. Es ist ein lausig kalter, verregneter Tag, ein deprimierender unter den tief hängenden Wolken. Afghanistan geht dem Winter, seiner schwersten Jahreszeit entgegen. Der Mann, der winkt, ist unser Dolmetscher gewesen und fast so etwas wie ein Freund geworden. Er hat durch uns 100 Dollar am Tag verdient, ein absolutes Spitzengehalt. Als Arzt, der er eigentlich ist, bringt er es auf ganze 80 Dollar - im Jahr. Er wird diesen Bericht nie lesen, nie etwas davon hören; wir leben im 21. Jahrhundert, einem Zeitalter der hochmodernen Kommunikation, und haben doch keine Möglichkeit, mit diesem Land in Verbindung zu treten. Afghanistan ist unzugänglich wie ein verschüttetes Bergdorf. Über die weiten Flächen dieses zentralasiatischen Hochlandes ziehen zwar, nachts gut sichtbar, alle erdenklichen Satelliten ihre Bahn wie tagsüber, gefürchtet, die B-52-Bomber der Amerikaner. Aber während die einen eine Last abwerfen, vor der sich alles duckt, missbrauchen auch die Satelliten das Land nur für ihre diagonale Überquerung.

Eine knappe Woche waren wir zusammen, der Arzt Habib Rostaqui und der Schreiber dieser Zeilen. Eine Woche, die ausgereicht hat, dieses fremde, komplizierte, bedrückende Land ein wenig zu entschlüsseln, seinem mittelalterlichen Status doch eine gewisse Hochachtung abzuringen, vor der Zähigkeit seiner Bewohner Sympathie zu empfinden, das Lächeln hinter den bärtigen Gesichtern seiner Männer zu entdecken. Eine Woche, die ebenso vom Horror über die sanitären Verhältnisse dieses Landes geprägt war wie von seiner landschaftlichen Schroffheit (aber doch nicht ausreichte, auch nur ein einziges unverschleiertes Frauengesicht zu entdecken). Es gibt Länder, deren Mythos einen schon erobert, bevor man sie je betreten hat. Dazu gehört das raue Afghanistan, das einen in den uralten russischen Jeeps durchschaukelt bis auf den Grund seiner Seele, gewiss nicht. Seine Menschen haben es nie geschafft, sich zum Herrscher dieser kargen Gegend aufzuschwingen. Ihr Leben in scheinbarer Einheit mit den Gesetzen und Anforderungen des übergeordneten Ganzen ist ein Trugschluss. Es kommt einer Unterwerfung der schwachen Kreatur unter die Härte einer mitleidlosen Umwelt nahe. Es ist ein Leben in Hütten, Zelten und Höhlen unterhalb des Existenzminimums oder anders ausgedrückt, beweisen die Afghanen, dass man das Existenzminimum noch unter die eigentliche Lebensschwelle drücken kann. Und doch nimmt das alles auf Dauer auch gefangen: Die Wildheit dieser Landschaft, die Fremdheit ihrer ausgemergelten Bewohner und nicht zuletzt die Demut der Esel, der geduldigen Grautiere, die Afghanistan buchstäblich auf dem Laufenden halten.

Wir fahren an Dörfern vorbei, deren Mimikry so perfekt ist, dass man sie schon auf wenige Hundert Meter kaum noch von ihrer Umgebung unterscheiden kann. Dörfer, die mit ihrer flachen Bauweise, den Mauern aus Lehm und der uralten Brunnenkultur schon vor 1000 Jahren nicht anders ausgesehen haben und nachts mit der Dunkelheit zu eins verschmelzen. Nirgends Licht. Afghanistan ist der mittelalterliche Funzelstaat geblieben. Das Maß der Helligkeit bildet die Karbidlampe. Dazu fehlt hier, anders als im ebenfalls verelendeten Afrika, die Lust an leuchtenden Farben. Die Wüsten sind von einem glanzlosen, die Augen nicht blendenden trüben Grau, die Häuser der Städte schotterschwarz wie die Kleidung der Männer. Ein düsteres Land, deren Bewohner sich in einer Elendszug dahinschleppen wie Manfred Hausmanns Moorsoldaten. Und doch sind es unvergessliche Bilder voller Melancholie, wie sie abends heimwärts ziehen in ihre zeitlosen Dörfer - winzige Figuren, alsbald verschluckt von der Weite der Wüste, zäh, zum Siegen nicht fähig, zum Aufgeben nicht bereit: Sieger letztendlich auch sie.

Das Land erstickt im Staub; er quillt unter den Schuhen hervor; er dringt in sämtliche Poren; er verführt zu einem trockenen Husten und verwandelt jeden Neubau ohne Vorwarnung in ein stumpfes Bauwerk sowie die Bombenexplosionen der Amerikaner in ein staubgeladenes, visuelles Inferno - dem Ascheregen eines Vulkanausbruchs gleich.

Das Kunststoffgelb der amerikanischen Hilfspäckchen durchbricht diese Tristesse. Eines Morgens kommt der Doktor mit einem dieser Päckchen an. Es ist 16 x 33 Zentimeter groß, postgelb und wurde in der vergangenen Nacht zu Hunderten über der Provinzstadt Khodschabahoudin abgeworfen, ohne dass jemand die Flugzeuge gehört hätte (oder von einem der Päckchen erschlagen worden wäre). Beim Morgengrauen prügelten sich die Kinder um die milde Gabe der Amerikaner, die allen Berichten zum Trotz gern genommen wurde und sei es nur zum Zweck des Tauschens. Während die Erdnussbutter darin wenig Verwendung findet, schmeckte das Bohnen-Reis-Gericht, selbst kalt gelöffelt, nicht übel. Der Doktor jedenfalls sammelte so viele Päckchen, wie er habhaft werden konnte, für sein Krankenhaus, in dem es an allem fehlt. "Kleinigkeiten" wie eine Blinddarmoperation - das berichteten aus der provisorischen Hauptstadt Feisabad schon die Kollegen der "Bild"-Zeitung - werden auch hier so gut wie ohne Betäubung vorgenommen. Ein benebelndes Gebräu, wahrscheinlich drogenuntersetzt, und eine leichte Lokalanästhesie müssen reichen. Der Junge, der gerade von seinem Appendix befreit wird, ist jedenfalls ansprechbar und überlebt auch.

Diese trostlose Stimmung des Landes überfiel uns schon, als wir vor acht Tagen gegen Mitternacht nach einer schier endlosen bürokratischen Prozedur, vorbei an unzähligen russischen Kommandostellen, Tadschikistan verließen und über den Grenzfluss Pjansch Afghanistan erreichten, ohne zu wissen, wo wir waren: mitten im zivilisatorischen Nichts, abgemildert durch ein zugiges Zelt. In ihm empfing uns im Schneidersitz ein übellauniger Soldat der Nordallianz, den wir nicht verstanden. Obwohl wir sämtliche Papiere besaßen, durften wir nicht passieren. Eine Schlafsacknacht im Freien bei Regen und eiskaltem Wind fehlte noch. Es dauerte, bis wir herausfanden, dass unsere Papiere ohne den Vornamen des Vaters wertlos seien. Danach begann dann die Jagd auf die Fahrzeuge, die uns zu irgendeiner Schlafstätte fahren sollten. Brutal wurden wir mit dem "neoliberalen" afghanischen Währungssystem konfrontiert. Unter 100 Dollar läuft nichts in einem Land, in dem Millionen Menschen nicht einen einzigen im Jahr verdienen. So abstrus diese Währung ist - uns blieb nichts anderes übrig. Diese 100 Dollar gab es (bei der Gier der Journalisten, möglichst schnell an die Front zu kommen) sogar für einen "Dolmetscher", der nur drei Worte englisch beherrschte: Auto, Front, Toilettenpapier. Und für 100 Dollar baut Rupert Neudeck in seinem Lager schon eine Krankenstation. Absurdistan anno 2001.

Inzwischen bleibt unser Dolmetscher auf der anderen Seite des Pjansch immer weiter zurück. Er, der sich sein Englisch in Kabul beim Studium der englischen Fachliteratur angeeignet hatte, besaß das Glück, erst nach seinem Examen vor den Taliban fliehen zu müssen. Aber auch ohne Examen, das darf man in diesem Lande unterstellen, hätte er als Arzt arbeiten können. Jeder wird hier gebraucht. Seine Freistellung als Dolmetscher lassen sich seine drei Kollegen im Haus natürlich üppig bezahlen. Habib Rostaqui winkt immer noch und reckt stolz seine beiden Kugelschreiber in die Höhe, die wir ihm zum Abschied noch schnell zugeworfen haben. Vorher gab es schon die letzten Tabletten.

Als wir auf unserer Pontonfähre zurück in die Gegenwart schippern, wird uns klar: Nie war er so wertvoll wie heute - unser deutscher Pass. Welche Fülle des Lebens, schon in Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans - auch sie nicht gerade der Nabel der Welt. "Inschallah" war das Lieblingswort des lächelnden Doktors, der meine Hand immer zwischen seine beiden Hände nahm. "Nächstes Jahr in Kabul", rufe ich ihm zu. "Inschallah", kommt es lächelnd zurück. Ein Lächeln ohne Glauben.Die Welt,Mittwoch, 14. November 2001, Berlin

FAZ,Mittwoch, 14. November 2001, Berlin
Terror und die Folgen
Exekutionen in Kabul / Britische Soldaten zum Einmarsch bereit / Taliban fliehen aus Heimatprovinzen
 
 
14. Nov. 2001 
Die Menschen in der afghanischen Hauptstadt Kabul haben nach dem Abzug der Taliban „die Nacht genossen“, berichtet ein Korrespondent der ARD. Größere Plünderungsaktionen gab es offenbar nicht. Allerdings soll es einige Fälle von Lynchjustiz gegeben haben. Die Taliban ziehen sich immer weiter zurück. Nach neusten Informationen von Agenturen sind sie auch aus der Heimatprovinz ihres Anführers Mullah Mohammed Omar nördlich von Kandahar geflohen. Die Taliban beherrschen anscheinend nur noch 10 der 30 Provinzen Afghanistans. Die britische Regierung hat mehrere tausend Soldaten bereitgestellt, um sofort in die afghanischen Städte Kabul und Masar-i-Scharif einrücken können. Ein am Dienstag diskutierter UN-Plan sieht zweijährige Übergangsregierung und multinationale Sicherheitstruppe für Afghanistan vor.

Einen Tag nach der Einnahme  von Kabul durch die Nordallianz kehrt in der afghanischen Hauptstadt der Alltag ohne die strengen Vorschriften der  radikalislamischen Taliban ein. „Kabul hat die Nacht genossen“, berichtete ein Korrespondent der ARD. Größere Plünderungsaktionen soll es nicht gegeben haben. Allerdings berichten Korrespondenten von Lynchjustiz der Nordallianz an Taliban-Mitgliedern. Zum Teil soll auch die normale Bevölkerung fliehende Taliban-Soldaten massakriert haben. In der gesamten Stadt patrouillierten grau uniformierte  Polizisten und bewaffnete Soldaten. Als Zeichen einer neuen  Freizügigkeit zeigten viele Männer modische Kurzhaarfrisuren, viele ließen sich die noch von den Taliban vorgeschriebenen Bärte  abrasieren. Frauen legten den Ganzkörperschleier, die „Burka“, ab. Die Nordallianz ging auf die internationalen Forderungen nach rascher  Einrichtung einer Übergangsregierung ein. Die bewaffnete  afghanische Opposition betonte, ihre Truppen hielten in Kabul  lediglich die Ordnung aufrecht.

Britische Soldaten zum Einmarsch in Kabul bereit

Die britische Regierung hat mehrere tausend Soldaten bereitgestellt, um sofort in die afghanischen Städte Kabul und Masar-i-Scharif einrücken und dort Ruhe und Ordnung sichern zu können. Dies erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwoch in London. Der Sprecher sagte, bei den Soldaten handele es sich „nicht um Angriffseinheiten, sondern um Stabilisierungstruppen, die der UN die Hilfe beim Übergang zu einer neuer Regierung erleichtern können“.

UN: Afghanistan braucht Regierung auf breiter Basis

Ein am Dienstag diskutierter UN-Plan sieht zweijährige Übergangsregierung und multinationale Sicherheitstruppe für Afghanistan vor. Der UN-Sonderbeauftragte für die Region, Lakhdar Brahimi, betonte, dass alle Vorschläge aus Afghanistan selbst stammten. Seiner Einschätzung nach stimmten die Afghanen darin überein, dass ihr Land „eine Regierung auf breiter Basis braucht, in der alle ethnischen Gruppen genau repräsentiert sind“. Entscheidend sei, dass jetzt alle Vertreter Afghanistans so schnell wie möglich zusammenkämen: Die Nordallianz, jene Gruppen, die in die Verhandlungen von Rom, von Zypern und Peschawar eingebunden seien, und die Stammesführer.

Taliban fliehen aus ihren Heimatprovinzen

Die Taliban sind aus der Heimatprovinz ihres Anführers Mullah Mohammed Omar geflohen. Die Taliban hätten sich am Mittwoch aus Urusgan nördlich von Kandahar zurückgezogen, berichtete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP. In dieser Region kämpfen lokale Milizen, die in den 80er Jahren den sowjetischen Besatzungstruppen Widerstand geleistet hatten, gegen die Taliban. Außerdem zogen sich die Taliban aus der Provinz Logar südlich von Kabul zurück. Nach dem Vormarsch der mit den USA verbündeten Nordallianz bis Kabul beherrschen die Taliban damit nur noch 10 der 30 Provinzen Afghanistans.

Neue Eroberungen gemeldet

Die afghanische Opposition hat nach eigenen Angaben fünf weitere Provinzen erobert, darunter auch die strategisch wichtige Stadt Dschalalabad. Die Taliban hätten in den Provinzen Nangarhar, Kunar und Laghman im Osten sowie Ghasni und Farah im Westen Niederlagen erlitten, sagte Taliban-Sprecher Junis Kanuni am Dienstag in Kabul. Auch die iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, Dschalalabad sei “befreit“ worden und die Taliban seien aus der Stadt geflohen.

EU verspricht großen Beitrag zum Wiederaufbau

Die EU-Präsidentschaft will einen Großen Beitrag zum Wiederaufbau des Landes leisten. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte allerdings: „Wir haben keine große finanzielle Manövriermasse für die Aufgaben, die vor uns liegen“. Für Projekte in ganz Asien stehe jährlich ein Betrag von 400 Millionen Euro (rund 782 Mio DM) zur Verfügung. Ende Januar sollten die EU-Außenminister in Brüssel entscheiden, ob dieses Geld zu Lasten anderer Länder umgeschichtet oder zusätzliche Mittel für Afghanistan bereitgestellt würden.

Ratspräsident Guy Verhofstadt zeigte sich erfreut über die „Fortschritte im Kampf gegen den Terrorismus in Afghanistan“. Die Einnahme von Masar-i-Scharif und Kabul zeige, dass die Taliban zunehmend die Kontrolle über das Land verlören.

Räumen die Taliban auch Kandahar?

Nach ihrem Abzug aus Kabul sollen die Taliban auch damit begonnen haben, die südafghanische Stadt Kandahar zu räumen. Mit Ausnahme uniformierter Milizpolizisten hätten die Truppen die Stadt verlassen, teilte ein Bewohner mit. In der Bevölkerung werde vermutet, dass sich die Taliban in die Berge zurückziehen wollen, um dort den Guerillakrieg aufzunehmen. In von Agenturen verbreiteten Berichten von Augenzeugen ist von Schießereien und Militärsperren in Kandahar die Rede. Die Nordallianz meldete auch die Eroberung des Flughafens von Kandahar im Süden der Stadt.

"Widerstand leisten und kämpfen"

Nach einer Serie von militärischen Niederlagen befahl das Oberhaupt der Taliban-Bewegung der Nachrichtenagentur AIP zufolge seinen Truppen über Funk, Widerstand zu leisten. „Ich befehle euch, euren Kommandeuren rückhaltlos zu gehorchen. Ihr müsst euch neu gruppieren, Widerstand leisten und kämpfen", zitierte die Afghanisch-Islamische Presseagentur (AIP) am Dienstag das geistliche und politische Oberhaupt der radikal-islamischen Bewegung. Omar habe gesagt, er halte sich in Kandahar auf, berichtete AIP über die Ansprache, die acht Minuten gedauert habe. Die Präsidenten der USA und Russlands begrüßten die Eroberung Kabuls durch die Nordallianz.

Rotes Kreuz: Hunderte von Kriegstoten

Das Rote Kreuz hat Anzeichen dafür, dass es während des schnellen Vormarsches der Nordallianz-Truppen in Afghanistan viele Tote gegeben hat. Wie eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) am Dienstag in Genf mitteilte, sind Rotkreuz-Helfer in der am Freitag eroberten Stadt Masar-i-Scharif dabei, die dortigen Toten behelfsmäßig zu begraben. Allein hier liege die Zahl der Toten bei mehreren hundert, sagte die Sprecherin Antonella Notari.

Die Vereinten Nationen berichteten am Dienstag auch über Ausschreitungen und Kriegsverbrechen von Kämpfern der Nordallianz. Eine Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP) berichtete von Meldungen über Plünderungen und Entführungen durch außer Kontrolle geratene Kämpfer in Masar-i-Scharif.

Agentur: Taliban verlieren auch Dschalalabad
14.11.2001 09:54 ,Süddeutsche Zeitung

Islamabad (Reuters) - Die Taliban haben nach Informationen der Nachrichtenagentur AIP am Mittwoch auch die ostafghanische Provinzhauptstadt Dschalalabad verloren. Einer der Widerstandskämpfer aus der Zeit der sowjetischen Besatzung, Maulwi Junus Chalis, habe mit seinen Leuten die Kontrolle übernommen, meldete die Islamisch-Afghanische Presseagentur (AIP) und berief sich dabei auf einen Sprecher der neuen Verwaltung Dschalalabads und der Provinz Nangarhar. Die Taliban und Provinzgouverneur Maulwi Abdul Kabir seien abgezogen.

Kabir ist der Stellvertreter des geistlichen und politischen Oberhauptes der radikalislamischen Taliban-Bewegung, die die Koalition der früheren Widerstandskämpfer 1996 aus der Hauptstadt Kabul vertrieben hatte. Seit Dienstag ist Kabul im Besitz der Nordallianz, die sich in Nordafghanistan aus der alten Koalition formierte.

Sie hatte nach zermürbenden Luftangriffen der USA am vergangenen Freitag mit einem Siegeszug begonnen, der sich mit Hilfe neuer Verbündeter bis in die Nähe Kandahars geführt hat, den Sitz Omars. Sie USA begannen am 7. Oktober mit ihren Luftangriffen, um Omar zur Auslieferung des Moslem-Extremisten Osama bin Laden zu zwingen, den sie für die Anschläge am 11. September unter anderem in New York verantwortlich machen.

 


Datum 14.11.2001 08:27 ,Süddeutsche Zeitung



Nordallianz will Omar und Bin Laden den Prozess machenHeadline

Dubai (Reuters) - Die afghanische Nordallianz will nach Aussage ihres Außenministers Abdullah Abdullah dem Führer der radikal-islamischen Taliban, Mullah Mohammad Omar, und dem moslemischen Extremisten Osama bin Laden den Prozess machen, falls sie festgenommen werden könnten. Abdullah sagte am Mittwoch im Fernsehsender des Emirats Abu Dhabi, sie würden dann als Kriegsverbrecher angeklagt. Bin Laden wird von den USA als Drahtzieher für die verheerenden Anschläge auf das World Trade Center und Pentagon, bei denen etwa 4600 Menschen getötet worden waren, verantwortlich gemacht.

"Natürlich, beide haben Verbrechen gegen das afghanische Volk verübt", sagte Abdullah weiter. Viele unschuldige Zivilisten seien getötet worden. "Wir betrachten sie deshalb als Kriegsverbrecher und sie müssen vor Gericht gestellt werden." Die Nordallianz hat inzwischen große Teile Afghanistans erobert. Auch die Hauptstadt Kabul wird von ihr kontrolliert.

SZ,14.11.2001 ,datum08:04

Ost-Afghanistan

Taliban-Stellungen heftig bombardiert

 Nach dem Einzug in Kabul haben US-Kampfflugzeuge am Mittwochmorgen Stellungen der radikalislamischen Miliz in der ostafghanischen Provinz Nangarhar angegriffen.

Die Provinzhauptstadt Dschalalabad und die Stadt Khost nahe der pakistanischen Grenze seien heftig bombardiert worden, berichtete die afghanische Nachrichtenagentur AIP unter Berufung auf einen Taliban-Sprecher.

Unterdessen sprach ein Nordallianz-Kommandeur von Aufständen im Süden des Landes gegen die Taliban.

3000 Allianz-Kämpfer in Kabul

Nach Angaben der Nordallianz-Befehlshaber wurden mittlerweile 3000 Soldaten in Kabul stationiert, um für Ordnung zu sorgen. Es handele sich nicht um eine Besetzung, hieß es weiter. Der Außenminister der Nordallianz, Abdullah, lud alle afghanischen Gruppen mit Ausnahme der Taliban ein, nach Kabul zu kommen, um dort über die Zukunft des Landes zu verhandeln.

US-Präsident George W. Bush sagte in Washington, dass die USA mit der Nordallianz in Kontakt stehe, um die Wahrung der Menschenrechte in den eroberten Gebieten sicher zu stellen.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, eine kleine Zahl amerikanischer Soldaten halte sich in Kabul auf, die allerdings nicht in der Lage sei, etwaige Übergriffe zu verhindern.

Mit dem bisherigen Kriegsverlauf ist Rumsfeld zufrieden. Vom Ziel, die Führer der Taliban zu stellen, sei man allerdings noch weit entfernt.

Britische Soldaten in Bereitschaft

Das britische Verteidigungsministerium versetzte am Mittwoch mehrere tausend Soldaten für einen Einsatz in Afghanistan in Bereitschaft. Die Soldaten, die größtenteils noch in Großbritannien sind, sollen innerhalb der nächsten 48 Stunden einsatzbereit sein, hieß es. Sie sollen nicht für Angriffe auf die Taliban eingesetzt, sondern als stabilisierende Kräfte in den Städten eingesetzt werden.

sueddeutsche.de, AFP, AP

Die Regierungen Indiens und Pakistans stehen im Kampf gegen den Terrorismus zu den USA. Im Volk aber gärt es in beiden Ländern, und der Anti-Amerikanismus wächst jeden Tag. „Osama bin Laden ist ein guter Mann, der über das Wohlergehen der Moslems nachdenkt. Aber wenn ich weiterrede, wird man uns als Terroristen beschimpfen“, sagt der indische Student Ansar Ahmed vorsichtig.

"Die Dinge sind nicht scharz oder weiß"
Ahmed ist Moslem, aber auch Hindus äußern sich zunehmend kritisch über die US-Angriffe in Afghanistan. „Die Dinge sind nicht schwarz oder weiß“, sagt der Filmstar Sharmila Tagore zum Anspruch des US-Präsidenten George Bush, wer nicht für die USA sei, sei für die Terroristen. Den Schuh zieht sich in Indien und Pakistan niemand an. Der Terror vom 11. September stößt auf einhellige Ablehnung, das Leid der einfachen Bevölkerung Afghanistans aber auch.

Bildet sich eine Koalition für Bin Laden?
Der indische Historiker Irfan Habib befürchtet, dass sich die Koalition gegen den Terror einer Koalition für Bin Laden gegenüber finden könnte. „Unglücklicherweise gewinnen ein Individuum wie er und ein barbarisches Regime wie die Taliban in der öffentlichen Meinung an Legitimität, weil sie den USA die Stirn bieten“, sagt Habib.

Im benachbarten Pakistan ist das nicht anders. Dort drückt ein Karikaturist die These Habibs in einer Zeichnung aus:

Said Abbas hat Angst, dass der Krieg bald vor seiner Haustür tobt. Der Afghane sitzt auf einem Holzstuhl vor seinem Laden für Fahrradersatzteile in einem nördlichen Viertel von Kabul. Nachdem die Taliban im Norden Afghanistans offenbar geschlagen sind werde es nicht mehr lange dauern, bis die Nordallianz in die Hauptstadt vorstößt, glaubt Abbas. „Wir hören jede Nacht die Bomben fallen, und wir wissen, dass sie bald kommen werden", sagt er.

Zwar gehört Abbas nicht der Bevölkerungsmehrheit der Paschtunen an, die die Basis der Taliban bilden. Er ist Tadschike, ebenso wie der Führer der Nordallianz, der gestürzte Präsident Burhanuddin Rabbani. Dennoch fürchtet sich Abbas vor einer Einnahme Kabuls durch die Oppositionskämpfer, denn die Erinnerung an die vier Jahre, in denen Gruppen der heutigen Nordallianz die Hauptstadt kontrollierten, ist noch nicht verblasst.

Die Mudschaheddin haben ganze Stadtteile in Schutt und Asche gelegt
Von 1992 bis zur Machtergreifung der Taliban 1996 war Kabul Kriegsgebiet. Verschiedene Mudschaheddin-Gruppen kontrollierten verschiedene Teile der Stadt. Ganze Viertel wurden in Schutt und Asche gelegt, weite Gebiete vermint. Abbas greift nach einer der beiden Krücken, die neben seinem Stuhl liegen. „Davon werden wir noch mehr brauchen", sagt der Händler, der seinen linken Unterschenkel bei der Explosion einer Mine verloren hat. „Ich war kein Soldat. Ich ging einfach von einem Teil der Stadt in einen anderen, und da passierte es", sagt Abbas und zeigt auf sein amputiertes Bein.



Erst bereiteten wochenlange US-Bombardements den Weg, dann fiel die strategisch wichtige Stadt Masar-i-Scharif, jetzt kontrolliert die Nordallianz den größten Teil Nord-Afghanistans. Unter dem andauernden militärischen Druck scheint nun die Herrschaft der Taliban am Hindukusch wie ein Kartenhaus in sich zusammen zu fallen. Doch inmitten des Siegesjubels der oppositionellen Milizen mischt sich immer lauter die Frage, wohin Afghanistan steuert, wenn die radikal-islamischen Taliban erst einmal abgelöst sind.

Ungeachtet aller militärischen Triumphmeldungen, die ohne die massiven Luftangriffe der USA und Großbritanniens seit dem 7. Oktober kaum denkbar schienen, zeichnet sich kein politisches Gefüge ab, das allen in dem zersplitterten Vielvölkerstaat gerecht werden könnte, seine Nachbarn nicht zu vergessen. Die zahlreichen Ethnien einbinden müsse es und auf eine breite politische Grundlage gestellt werden, fordert US-Präsident George W. Bush genauso wie Pakistans Militärherrscher Pervez Musharraf. Und beide warnen ebenso dringend vor einem Einmarsch der Nordallianz in die Hauptstadt Kabul.

Denn die Anarchie und das Morden, das Kriegsherrentum und der blutige Kampf verfeindeter Gruppen dort ist noch gut in Erinnerung, nachdem die afghanischen Mudschahedin im April 1992 in Kabul Einzug gehalten hatten. Unter der Herrschaft von Burhanuddin Rabbani und seinem Militärstrategen Achmed Schah Massud sank die Hauptstadt im Granatenhagel in Schutt und Asche, waren Menschen der Gnade der Kommandeure ausgeliefert, bis die Taliban 1996 einmarschierten.


PERSPEKTIVE,Stern,14.11.2001
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Afghanistans Zukunft bleibt im Dunkeln

 © AFP
Wohin steuert das Land am Hindukusch?
Erst bereiteten wochenlange US-Bombardements den Weg, dann fiel die strategisch wichtige Stadt Masar-i-Scharif, jetzt kontrolliert die Nordallianz den größten Teil Nord-Afghanistans. Unter dem andauernden militärischen Druck scheint nun die Herrschaft der Taliban am Hindukusch wie ein Kartenhaus in sich zusammen zu fallen. Doch inmitten des Siegesjubels der oppositionellen Milizen mischt sich immer lauter die Frage, wohin Afghanistan steuert, wenn die radikal-islamischen Taliban erst einmal abgelöst sind.

Ungeachtet aller militärischen Triumphmeldungen, die ohne die massiven Luftangriffe der USA und Großbritanniens seit dem 7. Oktober kaum denkbar schienen, zeichnet sich kein politisches Gefüge ab, das allen in dem zersplitterten Vielvölkerstaat gerecht werden könnte, seine Nachbarn nicht zu vergessen. Die zahlreichen Ethnien einbinden müsse es und auf eine breite politische Grundlage gestellt werden, fordert US-Präsident George W. Bush genauso wie Pakistans Militärherrscher Pervez Musharraf. Und beide warnen ebenso dringend vor einem Einmarsch der Nordallianz in die Hauptstadt Kabul.

Denn die Anarchie und das Morden, das Kriegsherrentum und der blutige Kampf verfeindeter Gruppen dort ist noch gut in Erinnerung, nachdem die afghanischen Mudschahedin im April 1992 in Kabul Einzug gehalten hatten. Unter der Herrschaft von Burhanuddin Rabbani und seinem Militärstrategen Achmed Schah Massud sank die Hauptstadt im Granatenhagel in Schutt und Asche, waren Menschen der Gnade der Kommandeure ausgeliefert, bis die Taliban 1996 einmarschierten.

"Afghanen sollten selbst ihre Entscheidungen treffen“
Manche schlagen vor, die Vereinten Nationen sollten ähnlich wie derzeit in Ost-Timor die Kontrolle über Kabul übernehmen, wenn sie erst gefallen ist. Doch erheben sich schon warnende Stimmen. „Jede aufgezwungene Lösung wird keine Stabilität für Afghanistan bringen“, urteilt der ehemalige Mudschahedin-Anführer Ghairat Bahir. „Die Afghanen sollten selbst ihre Entscheidungen treffen.“ Seiner Ansicht nach mischten sich schon „zu viele Länder“ in die Belange des Landes am Hindukusch, und er meint damit die ausländische Militärhilfe.

Schon wird allzu deutlich, dass die Nordallianz bei Leibe kein einheitlicher Block ist, der zum Regierung taugen würde, sondern ein Bündnis verschiedener Völker mit ebensolchen Interessen. Sollte die Macht an sie fallen, werden die Allianz-Fraktionen zuerst versuchen, die Herrschaft in ihren Hochburgen zu sichern, meinen Beobachter. So hat Sibghatullah Zaki, Sprecher des Usbeken-Generals Abdur Raschid Dostum, schon die Kontrolle seiner Fraktion über Masar-i-Scharif erklärt. Die Stadt Talokan wieder gilt als Festung der Tadschiken und Bamian in Zentral-Afghanistan als Hochburg der schiitischen Hasara.

Viele setzen indes auf den im im Exil lebenden früheren König Sahir Schah, um zumindest für eine Übergangszeit als Staatsoberhaupt das zerbrechliche Gefüge zusammenzuhalten. Doch erwarten Kenner Widerstand nicht nur von den Taliban, sondern auch von anderen Kräften wie Ghairat Bahirs islamistischer Gruppierung Hizb-e-Islami Afghanistan (HIA). Und nicht wenige glauben, der derzeitige Rückzug der Taliban habe einzig zum Ziel, dass die Milizen in ihren Hochburgen im Süden und Osten ihre Kräfte sammeln, um dann in einen Guerillakrieg gegen jede neue Regierung zu ziehen, die Kabul sehen wird.

EINMARSCH
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Menschen zählen nicht, nur die Macht!
 © AFP
Die Nordallianz rückt immer weiter vor in Richtung Kabul
Said Abbas hat Angst, dass der Krieg bald vor seiner Haustür tobt. Der Afghane sitzt auf einem Holzstuhl vor seinem Laden für Fahrradersatzteile in einem nördlichen Viertel von Kabul. Nachdem die Taliban im Norden Afghanistans offenbar geschlagen sind werde es nicht mehr lange dauern, bis die Nordallianz in die Hauptstadt vorstößt, glaubt Abbas. „Wir hören jede Nacht die Bomben fallen, und wir wissen, dass sie bald kommen werden", sagt er.

Zwar gehört Abbas nicht der Bevölkerungsmehrheit der Paschtunen an, die die Basis der Taliban bilden. Er ist Tadschike, ebenso wie der Führer der Nordallianz, der gestürzte Präsident Burhanuddin Rabbani. Dennoch fürchtet sich Abbas vor einer Einnahme Kabuls durch die Oppositionskämpfer, denn die Erinnerung an die vier Jahre, in denen Gruppen der heutigen Nordallianz die Hauptstadt kontrollierten, ist noch nicht verblasst.

Die Mudschaheddin haben ganze Stadtteile in Schutt und Asche gelegt
Von 1992 bis zur Machtergreifung der Taliban 1996 war Kabul Kriegsgebiet. Verschiedene Mudschaheddin-Gruppen kontrollierten verschiedene Teile der Stadt. Ganze Viertel wurden in Schutt und Asche gelegt, weite Gebiete vermint. Abbas greift nach einer der beiden Krücken, die neben seinem Stuhl liegen. „Davon werden wir noch mehr brauchen", sagt der Händler, der seinen linken Unterschenkel bei der Explosion einer Mine verloren hat. „Ich war kein Soldat. Ich ging einfach von einem Teil der Stadt in einen anderen, und da passierte es", sagt Abbas und zeigt auf sein amputiertes Bein.

US-Präsident George W. Bush hat die Nordallianz aufgerufen, Kabul nicht einzunehmen, bevor eine neue, alle Volksgruppen umfassende Regierung gebildet werden kann. Doch bei den Kommandeuren der gegen die Taliban kämpfenden Opposition scheint diese Aufforderung nicht auf offene Ohren zu stoßen. Am Montagmorgen meldete die Nordallianz Angriffe auf die zwei wichtigsten Hauptstraßen, die Kabul mit dem Luftwaffenstützpunkt Bagram verbinden, der bereits seit geraumer Zeit nicht mehr von den Taliban kontrolliert wird.

"Alles was ich will, ist Frieden in Kabul"
Die Nordallianz repräsentiert größtenteils die ethnischen Minderheiten des Landes: Tadschiken, Usbeken, Hasara. Sie dominieren den Norden Afghanistans. Das Rückgrat der Taliban dagegen bilden die Paschtunen. „Mir ist es egal, wer Tadschike, Paschtune oder Usbeke ist", sagt Abbas. „Alles was ich will, ist Frieden in Kabul."

"Wir haben kein Geld, wir können nicht weglaufen"
Seine Furcht teilen viele in der eine Million Einwohner zählenden Hauptstadt. „Wir haben kein Geld. Wir können nicht weglaufen", sagt Abdul Ahad, der einen kleinen Laden im Stadtviertel Chair Chana betreibt. Einer seiner Kunden an jenem Tag ist Said Ghana. Er hört eine Weile zu, und dann beginnt er zu erzählen. Er sei Pilot gewesen, habe während der sowjetischen Besatzung für die prokommunistische Regierung russische MiG-21 geflogen. „Ich hätte weglaufen sollen, als ich es noch konnte", sagt er, und seine Stimme klingt resignierend. „Ich hab’s nicht getan, und jetzt kann ich es nicht mehr." Die Kämpfe hätten Afghanistan in eine Wüste verwandelt, klagt Ghana. „Ein Führer ist wie der andere. Die Menschen sind nicht wichtig, nur die Macht."

Mehrere Männer haben sich mittlerweile versammelt und zugehört. Sie nicken zustimmend mit dem Kopf. Das Gespräch kommt auf Osama bin Laden, der als Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September gilt. „Was da in Amerika passiert ist, ist sehr traurig. Wir wissen, dass sie sehr wütend sein müssen", sagt Schaft Allah, ein grauhaariger Lehrer. „Aber wir wissen nicht, wo Osama ist. Wir wissen nicht, wie sie Osama zu fassen kriegen." Ein anderer, Abdul Kabir, sagt, er habe wenig Hoffnung auf Frieden. „Wir können nirgendwo hin, und es gibt niemand, der unserem Leiden ein Ende bereiten könnte", sagt Kabir. „Unsere Mägen sind leer, unsere Kinder haben keine Zukunft. Was bleibt uns noch?"

ANTI-AMERIKANISMUS
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Gärungsprozesse in Indien und Pakistan

 © AFP
Die Pakistanische Bevölkerung sieht die Welt nicht schwarz oder weiß
Die Regierungen Indiens und Pakistans stehen im Kampf gegen den Terrorismus zu den USA. Im Volk aber gärt es in beiden Ländern, und der Anti-Amerikanismus wächst jeden Tag. „Osama bin Laden ist ein guter Mann, der über das Wohlergehen der Moslems nachdenkt. Aber wenn ich weiterrede, wird man uns als Terroristen beschimpfen“, sagt der indische Student Ansar Ahmed vorsichtig.

"Die Dinge sind nicht scharz oder weiß"
Ahmed ist Moslem, aber auch Hindus äußern sich zunehmend kritisch über die US-Angriffe in Afghanistan. „Die Dinge sind nicht schwarz oder weiß“, sagt der Filmstar Sharmila Tagore zum Anspruch des US-Präsidenten George Bush, wer nicht für die USA sei, sei für die Terroristen. Den Schuh zieht sich in Indien und Pakistan niemand an. Der Terror vom 11. September stößt auf einhellige Ablehnung, das Leid der einfachen Bevölkerung Afghanistans aber auch.

Bildet sich eine Koalition für Bin Laden?
Der indische Historiker Irfan Habib befürchtet, dass sich die Koalition gegen den Terror einer Koalition für Bin Laden gegenüber finden könnte. „Unglücklicherweise gewinnen ein Individuum wie er und ein barbarisches Regime wie die Taliban in der öffentlichen Meinung an Legitimität, weil sie den USA die Stirn bieten“, sagt Habib.

Im benachbarten Pakistan ist das nicht anders. Dort drückt ein Karikaturist die These Habibs in einer Zeichnung aus:

Bush hält triumphierend einen zappelnden Bin Laden an den Beinen und wirft ihn in eine Getreidemühle, um ihn zu zermalmen. Und unten kommen viele kleine Bin Ladens heraus und laufen davon.

Es könnte sich ein HAss auf die USA entwickeln
In Pakistan wie in Indien drückt sich der Unmut eher subtil aus. Die schreienden und Puppen verbrennenden Radikalen seien überhaupt kein Problem, meinen Beobachter, sie stellten nur eine Minderheit dar. Langfristig gefährlich sei die Abneigung gegen die Machtpolitik der USA, die sich zum Hass steigern könne.

Die Kritik an Musharraf wird lauter
Da berichtet eine pakistanische Zeitung auf ihrer ersten Seite fast neutral über die jüngsten Entwicklungen in Afghanistan, als gebe es keine Kritik am US-freundlichen Kurs von Militärmachthaber Pervez Musharraf. Neben dem Artikel prangt jedoch ein Foto von einer in Tränen aufgelösten palästinensischen Familie, die um einen toten Angehörigen trauert. Die Schlagzeile darüber: „Staatsterrorismus“.

Der Kashmir-Konflikt verhindert eine Verbrüderung von Indien und Pakistan
Das ist genau die Durchbrechung der Schwarz-Weiß-Sichtweise, die Intellektuelle wie Arundhati Roy auch in Indien fordern. Dabei kommt es aber zu keiner Verbrüderung über die pakistanisch-indische Grenze hinweg. Das verhindert der Kaschmir-Konflikt. Denn viele Inder machen Pakistan für den Untergrundkrieg der moslemischen Separatisten dort verantwortlich.

Vor allem die Moslems halten sich in Indien deshalb mit offener Kritik an den USA und ihrem Freund, dem indischen Regierungschef Atal Behari Vajpayee, zurück, um nicht als vaterlandslose Gesellen zu gelten. „Die Moslems in Indien fühlen sich unsicher. Wer liberal ist, hat Angst, zu den Fundamentalisten gezählt zu werden“, meint der moslemische Anwalt Shams Khwaja.

Künstler protestieren gegen den Tod von Zivilisten
Diese Angst schwindet aber mehr und mehr. Die Schauspielerin Tagore gehört zur hinduistischen Mehrheit, und sie hat zusammen mit 100 anderen Prominenten - Musiker, Maler, Filmstars - einen Protest gegen den Tod von Zivilisten in Afghanistan unterschrieben. Sogar die Globalisierungsgegner aus Gewerkschaften und linken Parteien, die vor kurzem nach als ewig gestrig galten, können sich in ihrer kritischen Haltung gegenüber den USA wieder zur Mehrheit rechnen.

NORDALLIANZ,Stern,14.11.2001
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"Eher Banditen als Helden"

 

 
 
 © AFP
Die Nordallianz - eine lose Koalition aus
Mudschaheddin-Kämpfern

 

Einem werden Massaker und Massenvergewaltigungen zur Last gelegt. Ein anderer hat schon zwei Mal die Seiten gewechselt und auch schon für die Taliban gekämpft. Ein Dritter rief einst zum Krieg auf, um amerikanische Soldaten von moslemischem Land zu vertreiben. Heute sind sie Amerikas neue Verbündete in Afghanistan, die Anführer der so genannten Nordallianz.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bezeichnet sie als eine Gruppe verschiedener Elemente, „die sich nicht immer einig sind, was zu tun ist“. Diese lose Koalition aus Mudschaheddin-Kämpfern, die unterschiedliche ethnische Gruppen vertreten und auf eine lange Geschichte des Misstrauens, der Gewalt und der Menschenrechtsverletzungen zurückblicken, haben während ihrer Herrschaft in Kabul 1992 bis 1996 einen Großteil der afghanischen Hauptstadt zerstört. Interne Streitereien und brutale Kämpfe kosteten Zehntausende das Leben.

„Sie sind eher Banditen als große Helden“, sagt Mittelasien-Experte Charles Fairbanks in Washington. Aber sie sind eben auch die einzige Gruppe, die in den vergangenen fünf Jahren gegen das Taliban-Regime gekämpft hat. Und das macht sie zum offensichtlichen Verbündeten der USA in ihrem Kampf gegen die Taliban und gegen den Mann, den die Miliz beschützt, den mutmaßlichen Terroristenführer Osama bin Laden.
 © AP
Dostum und Rabbani
Im Süden Afghanistans gibt es keine vergleichbare Rebellenbewegung, auch wenn der US-Geheimdienst CIA versucht, Überläufer der Paschtunen für sich zu gewinnen. Die Paschtunen, rund 44 Prozent der 24 Millionen Einwohner Afghanistans, sind die größte Bevölkerungsgruppe des Landes und die Basis der Taliban. In der Nordallianz sind in erster Linie ethnische Minderheiten wie Tadschiken, Usbeken und Hasara vertreten. Selbst wenn die Truppen der Nordallianz über die Taliban siegen sollten, müssten die Paschtunen, darauf bestehen die Vereinten Nationen ebenso wie die USA und andere Länder, an einer künftigen afghanischen Regierung beteiligt werden. Wie das gelingen soll, weiß niemand.

Führer der Nordallianz
RASCHID DOSTUM. Der Usbeke war General der kommunistischen Streitkräfte, die Afghanistan nach dem Rückzug der sowjetischen Truppen 1989 kontrollierten. Dostums Kämpfer waren für ihre Rücksichtlosigkeit und Härte bekannt. Als die Kommunisten 1992 von islamischen Rebellen geschlagen wurden, wechselte Dostum die Seiten. Seine Soldaten sollen in Kabul getötet, vergewaltigt und geplündert haben. Dostum wird außerdem vorgeworfen, Raketenangriffe auf Kabul angeordnet zu haben, bei denen tausende Menschen getötet wurden. Auch für Gräueltaten in der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif, die er von 1992 bis 1997 unter seiner Kontrolle hatte, wird Dostum verantwortlich gemacht. Unterstützt von US-Luftangriffen führt Dostum nun den Vormarsch der Nordallianz auf Masar-i-Scharif an.

ABDUL MALIK: Der einzige andere bedeutende usbekische Kriegsherr innerhalb der Nordallianz ist Dostums Erzfeind. Malik verriet Dostum im Jahr 1997, lief vorübergehend zu den Taliban über und half ihnen damit, Masar-i-Scharif zu erobern. Doch schon kurz darauf wechselte Malik die Seiten erneut, schloss sich den schiitischen Moslems an und beteiligte sich an Massakern, in deren Verlauf hunderte Taliban-Kämpfer getötet wurden. Bei der Rückeroberung der Stadt rächten sich die Taliban und ermordeten ihrerseits mehrere hundert Menschen.

BURHANUDDIN RABBANI: Einst Gelehrter für islamisches Recht an der Universität in Kabul, war Rabbani von 1992 bis zu seinem Sturz 1996 afghanischer Präsident. Er vertritt Afghanistan vor den Vereinten Nationen. Rabbani ist tadschikischer Abstammung und hat nach wie vor enge Verbindungen zu Tadschikistan, einem der Nachbarländer Afghanistans. Sein kurz vor den Anschlägen vom 11. September ermordeter Militärchef Achmed Schah Massud soll zahlreiche Gräueltaten verantwortet haben, unter anderem Massenvergewaltigungen in Kabul im Jahr 1995. Rabbani fordert die Wiedereinsetzung seiner Regierung nach einem Sturz der Taliban. Im Ausland wird dies allerdings abgelehnt und stattdessen eine breite multi-ethnische Regierung angestrebt.

ABDUL RASUL SAJAF: Rabbanis stellvertretender Ministerpräsident ist Kopf der einzigen überwiegend paschtunischen.

Anti-Taliban-Gruppe. In der Vergangenheit hat Sajaf wiederholt die Anwesenheit amerikanischer Soldaten in Saudi-Arabien kritisiert, die auch als Quelle des Hasses Bin Ladens auf die USA angesehen wird. Sajaf bot in diesem Zusammenhang an, in den Krieg zu ziehen, um die US-Truppen zu vertreiben. Sajaf ist darüber hinaus für seine Rivalität mit den schiitischen Hasara bekannt, die rund zehn Prozent der afghanischen Bevölkerung ausmachen und ebenfalls in der Nordallianz vertreten sind. In den 90er Jahren waren beide Gruppen in blutige Kämpfe um Kabul verwickelt, in deren Verlauf mehrere tausend Menschen starben. Augenzeugen berichteten damals, Sajafs Truppen hätten in den eroberten schiitischen Gebieten gemordet und vergewaltigt.

HADSCHI ABDUL KADIR: Der frühere Provinzgouverneur hieß Bin Laden willkommen, als dieser 1996 Zuflucht in Afghanistan suchte, nachdem er aus Sudan ausgewiesen worden war. Als die Taliban seine Region eroberten, floh Kadir nach Pakistan. Mittlerweile ist er in sein Heimatland zurückgekehrt, um in der Nordallianz gegen die Taliban zu kämpfen.

GULBUDDIN HEKMATJAR: Der Paschtune verbündete sich 1994 mit seinem ehemaligen Feind Dostum und startete Raketenangriffe auf Kabul. Die Offensive, bei der zahlreiche Zivilisten in der afghanischen Hauptstadt getötet wurden, rechtfertigte er als islamischen Aufstand gegen Präsident Rabbani. 1995 wurde Hekmatjar vertrieben und flüchtete nach Iran. Kürzlich hat er von seiner Rückkehr nach Afghanistan gesprochen.Sally Buzbee

 

Taliban kämpfen um letzte Hochburgen - Nordallianz greift an
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Ein gefangener Taliban-Kämpfer wird von Angehörigen der Nordallianz verhört.
Islamabad (dpa) - Die Taliban kämpfen um ihre letzten Hochburgen Kandahar und Dschalalabad im Süden und Osten Afghanistans. Die Nordallianz lieferte sich nach eigenen Angaben am Mittwoch mit den Taliban schwere Kämpfe am Tera-Pass, der die Straße nach Dschalalabad nahe der Grenze zu Pakistan kontrolliert.

Außerdem verloren die Taliban nach Angaben der in Pakistan ansässigen afghanischen Nachrichtenagentur AIP die Provinz Orusgan, die Heimat von Taliban-Anführer Mullah Mohammed Omar.
 
        Auch aus der Provinz Logar südlich von Kabul flohen die Taliban. Nach Angaben der Nordallianz wurden die Taliban außerdem aus Paktia vertrieben. Damit beherrschen die Taliban nur noch 9 der 29 Provinzen. Die Gebiete, in denen sich Omar und der Terroristenchef Osama bin Laden verstecken können, werden immer kleiner. In Orusgan und Kandahar kämpfen lokale paschtunische Milizen gegen die Taliban, die ebenfalls Paschtunen sind.
 
        Die Taliban-Gebiete in der Grenzregion zu Pakistan sind ähnlich wie die Nordallianz-Regionen an der Nordgrenze dicht besiedelt. Etwa die Hälfte der fruchtbaren landwirtschaftlichen Flächen ist noch unter Taliban-Kontrolle. In den Taliban-Provinzen leben mehrheitlich Paschtunen, das größte Volk in Afghanistan, während im Gebiet der Nordallianz vor allem Tadschiken, Usbeken und Hasara leben

Max,14.11.2001




 

 © AFP
Die Nordallianz - eine lose Koalition aus
Mudschaheddin-Kämpfern
Einem werden Massaker und Massenvergewaltigungen zur Last gelegt. Ein anderer hat schon zwei Mal die Seiten gewechselt und auch schon für die Taliban gekämpft. Ein Dritter rief einst zum Krieg auf, um amerikanische Soldaten von moslemischem Land zu vertreiben. Heute sind sie Amerikas neue Verbündete in Afghanistan, die Anführer der so genannten Nordallianz.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bezeichnet sie als eine Gruppe verschiedener Elemente, „die sich nicht immer einig sind, was zu tun ist“. Diese lose Koalition aus Mudschaheddin-Kämpfern, die unterschiedliche ethnische Gruppen vertreten und auf eine lange Geschichte des Misstrauens, der Gewalt und der Menschenrechtsverletzungen zurückblicken, haben während ihrer Herrschaft in Kabul 1992 bis 1996 einen Großteil der afghanischen Hauptstadt zerstört. Interne Streitereien und brutale Kämpfe kosteten Zehntausende das Leben.

„Sie sind eher Banditen als große Helden“, sagt Mittelasien-Experte Charles Fairbanks in Washington. Aber sie sind eben auch die einzige Gruppe, die in den vergangenen fünf Jahren gegen das Taliban-Regime gekämpft hat. Und das macht sie zum offensichtlichen Verbündeten der USA in ihrem Kampf gegen die Taliban und gegen den Mann, den die Miliz beschützt, den mutmaßlichen Terroristenführer Osama bin Laden.

In Pictures: Opposition Takes Kabul
Courtesy of BBC News

Please note that some of the opinions expressed within these pages, may not necessarily be that of the Afghan Online Press. These links are provided to enable readers to conduct further research, nothing more!


---------------FIRST ARTICLE BELOW----------------------------->

Northern Alliance will not tolerate
Pakistani 'interference' in Afghanistan, says diplomat

War on terrorism: The future

By Kim Sengupta
The Independent (UK)
14 November 2001

The Northern Alliance bitterly accused Pakistan of fomenting the Afghan civil war and insisted that General Pervez Musharraf's regime could have no say in the future of the country.

The vehement opposition of the Northern Alliance to Pakistan is a major problem for the US and British governments, which have always said that Islamabad must play a part in deciding on the make-up of the next Afghan government.

The Bush administration has also proposed a mainly Muslim "peacekeeping" force from countries such as Turkey, Indonesia and Bangladesh to which Pakistan would like to contribute, but the Northern Alliance said this would lead to another war.

As 2,500 of their "policemen" enforced control over Kabul, Alliance officials declared that they held the capital, and were in effect the government until a new one was formed. They also stated their intention to march on the Taliban's ethnic Pashtun heartland in the south.

One of the Alliance's most senior diplomats, Wali Masood, the Afghan ambassador in London and the brother of the assassinated leader Ahmed Shah Masood, warned that captured Pakistani and other foreigners fighting with the Taliban risked getting killed.

He said: "Mainly, they are being killed by Afghan people because of the terrible things they had done in our country. But they can also get killed by our own fighters because they sometimes lose control."

Representatives of the exiled Afghan king, Zahir Shah, yesterday accused the Northern Alliance of reneging on a deal to stay out of Kabul. But Mr Masood, who is expected to return to Afghanistan to represent the Northern Alliance in a future government, maintained that security officials had gone into the capital to keep order. He added that the King would be welcomed back to take part in a Shura, a grand council, where an administration could be formed by consensus.

But Mr Masood was adamant that the Northern Alliance would not tolerate Pakistani interference in Afghanistan, or the involvement of any parties backed by the Pakistanis.

He said: "The Pakistani government and its secret service, ISI [InterServices Intelligence], has been responsible for what has happened to Afghanistan by backing international terrorism of Osama bin Laden and the tyranny of the Taliban. They have also sent thousands of Pakistani militia into our country, and replaced them at regular intervals.

"They are the enemy. How can they have a say in how Afghanistan is governed in the future. It is is like the Soviet Union saying that they wanted to have a say in running Afghanistan after they had been forced to end their occupation."

Mr Masood was speaking at the Afghan embassy in London, in reality that of the Northern Alliance, which has suddenly become the focus of media and diplomatic interest.

Sitting beside a photograph of his dead brother, who has become an icon for the Alliance in their victorious campaign, Mr Masood claimed the Pakistanis were complicit in the murder.

He said: "The ISI had a part in that assassination, they have a record of organising terrorism inside Afghanistan.

"The Pakistanis have got to accept that and they have got to admit just how wrong their policy had been in Afghanistan," he said.

"Instead General Musharraf continues to try and divide us with his talk of moderate Taliban and extreme Taliban, of Pashtun and non-Pashtun. But we must not let outsiders divide us again."

Mr Masood said he believed that Mr bin Laden would be captured or killed "very soon" if he stayed in Afghanistan.

He added: "Time has run out for him in our country. But I would not be surprised if he is across the border in Pakistan in the house of some ISI officer."


Stronghold of Taliban close to collapse

Ewen MacAskill
Wednesday November 14, 2001
The Guardian (UK)

Taliban rule in Afghanistan was in its death throes last night as its stronghold, Kandahar, was on the brink of falling. Having taken Kabul early yesterday morning, alliance fighters pushed on to complete the country's takeover. There were reports of thousands of Northern Alliance fighters having captured Kandahar airport and other troops, Pashtuns who have switched sides, advancing on the city itself.

"In Kandahar, there is a chaotic situation as of today," Abdullah Abdullah, the Northern Alliance foreign spokesman, said, predicting the city could fall within 24 hours.

A Taliban official, Mullah Najibullah, said at least 200 Taliban fighters had mutinied in Kandahar.

Confirming the extent of the disarray, Mullah Omar, the Taliban leader, whose whereabouts is not known, denounced deserters and called on them not to behave like "slaughtered chickens" but to regroup and obey their commanders.

Other Taliban were fleeing to the mountains, either to begin a guerrilla war or simply for their own safety. Thousands of Arab fighters allied to the Taliban were preparing to make a last stand in Jalalabad.

The Pentagon dispatched more marines to the region yesterday and US planes continued bombing raids. A US government source said the planes were bombing around caves and other areas that could be sheltering Osama bin Laden and his al-Qaida network.

With most of the country now under control, including a key staging post in the Khyber Pass, the US and its allies are free to mount operations by special forces to hunt down Bin Laden, who is claimed by US and British intelligence to be in the mountains of either the Kandahar and Oruzgan provinces. There were predictions in both London and Washington that he could be found within weeks.

The sudden capture of Kabul by the Northern Alliance, in defiance of President Bush, who only two days ago called on them to stop on the outskirts, has created a host of political problems. The United Nations announced yesterday that it is to take over administration of Kabul until a broad-based coalition government can be created.

The US secretary of state, Colin Powell, said a multinational force, almost exclusively Muslim, will be sent to provide security. The force will be made up of soldiers from Turkey, Bangladesh and Indonesia.

The problems of creating a coalition were brought into stark relief last night when the Northern Alliance leader, Burhanuddin Rabbani, ruled out a role in government for either the exiled king, Zahir Shah, or elements of the Taliban.


Kandahar airport 'captured by Pathans'

By Sandra Laville in Quetta
and Alex Spillius in Peshawar

The Telegraph (UK)
November 14, 2001

AFGHAN royalists claimed last night that the Taliban's retreat was fanning the flames of revolt in the movement's ethnic heartlands.

Hamid Karzai, a tribal leader who has returned from exile to agitate against the Taliban, said from Afghanistan yesterday that his force of tribal fighters had secured the airport at Kandahar.

The airport was wrecked by the American bombing and abandoned by the Taliban. The claim was denied by the Islamic militia, although refugees reaching Pakistan confirmed the story and some suggested that 5,000 royalists were heading towards the city.

Retreating Taliban troops were reported to be pouring into Kandahar last night, as a security cordon was thrown up around the home city of the militia's leadership. Kamal Hyder, a CNN correspondent, said: "They were coming in from all directions in an onward movement into rural Afghanistan.

"There has been a great deal of activity and large numbers of reinforcements were positioned around the city last night." Other refugee accounts from Kandahar said Taliban forces were not visible in large numbers on the streets and that many had moved to the mountains.

A spokesman for Abdul Khaliq, a former mujahideen anti-Soviet commander, claimed that Pathan chiefs on the border with Pakistan had taken the village of Spin Boldak after many Taliban fighters defected to them.

The extremist Islamic movement may be finished as a government but its demise will not be complete until it collapses in its southern heartland and eastern military strongholds.

Its leader, Mullah Mohammed Omar, ordered his troops to stand and fight after opposition forces marched into the capital Kabul, and dismissed reports that he had fled Kandahar, the Pakistan-based Afghan Islamic Press reported.


Latest Developments Related to U.S. Strikes in Afghanistan

BEIJING, Nov 14, 2001 (Xinhua) -- The following are the latest developments related to the U.S. strikes in Afghanistan.

-- Taliban senior intelligence official Mullah Taj Mir on Tuesday said in the eastern Afghan city of Jalalabad that the Taliban forces had decided to defend eastern provinces to the last breath, according to Afghan Islamic Press (AIP).

The Taliban official told AIP by phone that the Taliban had full control of the three eastern provinces of Nangarhar, Laghman and Kunar, where security arrangements had been made to fight against any opposition offensives.

-- Afghanistan's anti-Taliban Northern Alliance has asked the United Nations to send teams to Kabul to help in the post-Taliban peace process.

Northern Alliance's Foreign Minister Abdullah Abdullah said Tuesday at a news conference in Kabul that the alliance invited the United Nations to send teams to the Afghan capital of Kabul to help build a post-Taliban government, according to reports reaching here Tuesday night from Kabul.

-- Tajikistan's Kulyab city airport, regarded by American military experts as a landing and maintenance base for their air force, is technically unfit for such functions, Interfax quoted Tajik Defense Minister Sherali Khairulloyev as saying on Tuesday.

Khairulloyev said in Dushanbe that the capacities of the air control equipment of Kulyab airport, located near the Tajik-Afghan border, could not ensure the safety of intensive flights, and its takeoff and landing terminal could not support heavy aircraft such as transports and bombers.

-- French Foreign Minister Hubert Vedrine on Tuesday said it is urgent to set up a transition government representing all factions in Afghanistan.

"Our political position is that an authority, a government must be set up in coming days that represents in an equitable way the Pashtuns, the Uzebeks, the Tajiks, the Hazaras and all others in Afghan society," said Vedrine in an interview with French television France 2.

-- U.S. spotters wearing civilian clothes were among advancing Afghan opposition troops, a senior opposition diplomat said here in an interview to be published on Wednesday's Izvestia newspaper.

Maj. Gen. Abdoul Gayur, First Secretary of the Afghan Embassy in Russia, which represents the opposition Rabbani government, thanked the U.S. for its air support in its recent fighting against the ruling Taliban.

-- U.S. Defense Secretary Donald Rumsfeld said Tuesday that a small number of U.S. troops are inside Kabul, advising the Afghan opposition Northern Alliance leaders.

"There are a very small number of U.S. forces inside the city of Kabul," Rumsfeld said at a press conference at Pentagon.

"There are not sufficient forces to monitor or police the entire city" to ensure retribution killings by the rebels, he said.

-- British Prime Minister Tony Blair urged on Tuesday a United Nations presence in Kabul to fill the power vacuum left by the Taliban.

In a telephone call to U.N. Secretary-General Kofi Annan, Blair said there was the need to press ahead with efforts to forge a new broad-based government in Afghanistan after the lightning military advances by the opposition Northern Alliance.

-- A United Nations special envoy said here Tuesday that the time was not ripe now for sending U.N. peacekeepers into war-torn Afghanistan, but it was important to involve all Afghan factions in peace talks.

U.N. Secretary General Kofi Annan's special representative on Afghanistan, Lakhdar Brahimi, told reporters here that it was "not at the stage yet" to consider sending U.N. peacekeeping forces into Afghanistan.


Alliance troops closing in on Taleban Arabs

FROM STEPHEN FARRELL IN PESHAWAR
THE TIMES (UK)
NOVEMBER 14, 2001

ISOLATED, retreating and vilified Arab fighters loyal to Osama bin Laden are digging in to defend the beleaguered eastern city of Jalalabad, anti-Taleban groups said last night. Former Mujahidin commanders planning to enter Afghanistan from Pakistan are steeling themselves to fight their way into the town, which acts as a gateway between the Khyber Pass and Kabul.

They believe that 2,000 Arabs in central Jalalabad have now been reinforced by others fleeing revenge attacks in Kabul, who, because they have nowhere else to go, are most likely to heed Mullah Muhammad Omar’s call yesterday to “regroup yourselves, resist and fight”.

Two former Mujahidin leaders are believed to be converging on Jalalabad. Haji Abdul Qadir, the former Pashtun Governor of Nangarhar, who has been with Northern Alliance forces, is thought to have bypassed Kabul by moving down a highway east of the city toward Sarobi, while the former Nangarhar resistance fighter, Commander Hazrat Ali, is moving in from the northeast.

In Pakistan another anti-Taleban figure, Haji Muhammad Zaman, former commander of Nangarhar’s 11th division, yesterday sent a three-man delegation across the border to gauge the level of support among his fellow Pashtun Taleban. As he hastily gathered men, weapons and satellite telephones, he was confident that former Taleban allies could be persuaded to switch sides to join their fellow Pashtun opposition and defeat the Arabs.

He said that many Arabs had tried to enter Pakistan, but appeared to have failed and were now likely to resist.

“The Arabs have two choices: to fight or die. They will definitely fight in Jalalabad,” he said.

“Only 2 per cent of the Taleban are left in the city, it has been taken by the Arabs. The Taleban will co-operate with us, I am sure.”

His assessment was reinforced by one independent source, who spoke of Jalalabad being “controlled” by a large contingent of Arabs.

“We were told there was a huge gathering in the centre of town and they are now deciding what to do,” he said.

Mr Zaman is among many Pashtun exiles who are desperate to take the southern and eastern provinces for themselves, but have had to sit in exile and watch impotently as town after town falls to Northern Alliance Uzbeks and Tajiks.

“We had an agreement with the Northern Alliance in Rome in September not to enter Kabul, but they didn’t keep it. We will negotiate when we enter Jalalabad. Naturally I am not happy, but generally I am pleased that the Taleban forces have been broken,” he said.

“We are first trying to contact the Taleban because I don’t want a drop of blood being shed.

“Afghanistan has many widows and orphans and we can’t afford any more.”

Jalalabad, a former royal winter capital surrounded by mountains, has been linked to bin Laden and the Arabs for more than a decade.

Nearby lies the Tora Bora camp, the former headquarters of a commander known as Engineer Mahmood, who invited bin Laden to Afghanistan. Another camp, Darunta, was suspected of having been a centre for al-Qaeda’s chemical research until it was destroyed by US airstrikes.

Another key site is Farmada, on a farm owned by the former commander Yunus Khalis, with whom many senior Taleban leaders fought against the Russians during the 1980s.

Although some Taleban fighters contacted in Jalalabad yesterday promised to fight on, the regime’s guards at the Torkham border station near the Khyber Pass were reported to have abandoned their posts.

A group of Afghan elders was last night trying to work out who would should take over the key frontier position.


Multi-nation Muslim troops for Kabul

CHIDANAND RAJGHATTA
THE TIMES OF INDIA
NOVEMBER 14, 2001

TIMES NEWS NETWORK

WASHINGTON: The United States is rushing to cobble together a multi-national security force from Muslim countries like Turkey, Bangladesh and Indonesia to takeover Kabul following the fall of the Afghan capital to the Northern Alliance on the heels of fleeing Taliban.

Defying Washington’s advise to stop at the gates of Kabul, Alliance fighters appear to have entered the city itself to fill the military and political vacuum caused by the quick exit of the Taliban militia. Reports from the city spoke of sporadic fighting and revenge killings of Taliban fighters, many of whom are Pakistanis, Arabs and Chechens.

Although Bush administration officials say the fleeing Taliban are headed to their stronghold of Kandahar, latest reports about the fall of the airport in that southern city suggest the Taliban may be driven out of there too. They may regroup in the mountains to carry out a guerrilla war, although there are also reports of large-scale defections.

Washington now faces the complex political task of engineering the next government in Kabul. The first step is to put in place an international security force, possibly under the aegis of the United Nation, while it confects an interim government. The rapid fall of Afghan cities appears to caught it short of plans. The military progression has sped ahead of the political process.

The Bush administration does not want to commit American troops to stand in Afghanistan. It has secured assurance from at least three moderate Islamic countries – Turkey, Bangladesh, and Indonesia – to send peacekeeping troops while it puts together an interim government.

The political process is intricate and daunting. The US, and much of the international community, is committed to a broad-based representative government involving all major tribes.

But having rolled into Kabul despite a restraining US hand, the Northern Alliance, which mostly represents ethnic minorities like Uzbeks, Tajiks, Shias and Hazara, is certain to demand a major share in power and proceedings. Given the past record, the Alliance alone cannot be trusted to hold Kabul. Already, there are reports of the city being carved along ethnic lines.

Washington has not so far managed to find any non-Taliban Pashtun leadership acceptable to the Alliance. Hopes of a Pakistan-inspired breakway, moderate Taliban have not materialised. In any case, the Alliance, implacably opposed to Pakistan, has said it will not sup with anyone backed by Islamabad.

In fact, the fall of Kabul and the rout of the Taliban is a devastating blow to Pakistan despite its professed backing of American war aims. Islamabad now has to wage a rearguard diplomatic battle to retain its political foothold in Kabul, and, in fact, may not be able to do so even if it is backed by Washington.

It is hated by the Northern Alliance, and is now disliked and distrusted by the Taliban for the manner in which it abandoned them. The US has so far not mentioned using Pakistani troops in the international force. Events have moved so rapidly that Pakistan's military leader Pervez Musharraf is said to be stopping in Turkey on his way home from Washington in an effort to retain some political and military equity in Kabul.

The policy of trying to attain a strategic depth against India by having a proxy government in Kabul now appears to have misfired badly on Pakistan. Islamabad will now have to watch its rear flank, especially if the Pashtun Taliban make common cause with the Pashtuns of Pakistan.

Some experts are already beginning to see a cleave in Afghanistan that could have a deleterious effect on Pakistan. If the Northern Alliance, whose political orientation is towards countries to its north and west (Russia, Tajikistan, Uzbekistan, Iran), begins to control the northern half of the country, Islamabad could begin to feel the heat in the provinces bordering the Taliban controlled territories to the south, where its writ is weak in any case.

India, along with Iran and Russia, backs the Northern Alliance. The situation is complicated by Russia's insistence that no foreign forces be inducted into Kabul. Russian President Vladimir Putin is in Washington and meeting President Bush at the time of writing. The Afghan situation has developed so rapidly, that the main item on their agenda -- a drastic cutback in nuclear weapons -- has taken a backseat. Meetings at the United Nations are also apace to evolve a peace process for Afghanistan.

The US has so far not formally or directly involved India in the political process relating to Afghanistan, despite acknowledging India’s contention that it has a stake because of its historical ties with Kabul. That task is being handled mostly by the so-called “six plus two” – the six countries bordering Afghanistan plus the United States and Russia.


Alliance invites all groups to discuss future govt

The News: Jang (Pakistan)
November 14, 2001

KABUL: The Northern Alliance on Tuesday invited all Afghan groups to come to Kabul to start negotiations on the future of the country.

The invitation was issued by Alliance's Foreign Minister Abdullah Abdullah after its troops swept unopposed into the capital that had been ruled by the Taliban militia since 1996. "We invite all Afghan groups at this stage to come to Kabul and to start negotiations about the future of Afghanistan and to speed up negotiations," Abdullah told a news conference.

The United States and its allies, including Pakistan, had urged the Northern Alliance to stay out of Kabul to allow time for the constitution of a broad-based successor government to the Taliban.

But the alliance, which dispatched thousands of troops into the capital abandoned by the Taliban, said they were there only to ensure security and there would be no unilateral attempt to run the country. Abdullah rejected giving other countries a pre-eminent role in the formation of a new administration.

"The future government of Afghanistan cannot be formed by foreign forces. But the presence of the UN is necessary. It is a totally new situation at this stage in Afghanistan. We are witnessing the collapse of the Taliban very quickly and in a dramatic manner in several provinces. The situation is developing in a dramatic manner and it needs a new evaluation," Abdullah said. But he pledged that any government to be formed would pose no threat to Afghanistan's neighbours.

Meanwhile, Northern Alliance said in a statement that it had no plans to rule the country following its march into Kabul and is calling for establishment of a broad-based government. A statement issued by the alliance and comments by a senior official appeared aimed at reassuring the United States and its allies who have been trying to reach a consensus on a successor administration to the Taliban.

"Now is the time that through the establishment of a broad-based government in the country we can avoid all kinds of tyranny and injustice and lead ourselves to development," read the statement released in the name of the Islamic State of Afghanistan.

Earlier, Younis Qanooni, a key member in the anti-Taliban leadership, said the presence of thousands of alliance troops in Kabul was nothing to worry about. "We are just here to keep security and stop criminals from bothering our citizens," Qanooni said. "We are still committed to the Council of National Unity which we have formed with the former king (Mohammed Zahir Shah)."

Qanooni, the former deputy defence minister in the UN-recognised government of president Burhanuddin Rabbani, said Rabbani would not enter Kabul or appoint any ministers to a new government. "Professor Rabbani will not enter Kabul. He will not declare himself as president and will not appoint any ministers," he added.

Qanooni said his defence chief, General Mohammad Qasim Fahim, had entered Kabul along with foreign affairs spokesman Abdullah Abdullah. Their main task was organising the security of the city. "We are committed to the establishment of a government which all Afghans will like.


UN Gives World's First Blueprint for Afghan Future

By Evelyn Leopold
Tuesday November 13 10:01 PM ET

UNITED NATIONS (Reuters) - The United Nations outlined the world's first political blueprint for Afghanistan, envisioning a broad-based two-year transitional government and a security force drawn from a variety of nations.

``Things are changing fast on the ground, as we saw over the last few days, especially last night and this morning with the Northern Alliance expanding its control over territory and entering Kabul,'' the U.N. envoy for Afghanistan Lakhdar Brahimi, told the 15-member Security Council on Tuesday.

He said U.N. political personnel had been asked to go to Kabul immediately, beginning with his deputy, Francesc Vendrell, a Spanish U.N. career official now in Islamabad.

At the same time, he said, he was organizing a conference as soon as possible of all Afghan factions and called on the international community to get food and other supplies to ordinary Afghans, millions of whom risk starvation as the winter snows set in.

The meeting is expected to take place in the United Arab Emirates within the next week but no date has been set, U.S. officials said. Other diplomats, however, said the conference may be held in Geneva instead because of objections from Iran, which has a long-standing dispute with the UAE over sovereignty of three Gulf islands Tehran controls.

Brahimi, a former Algerian foreign minister, proposed establishing an all-Afghan provisional council. This council would eventually set up a transitional administration, to last up to two years, and draft a constitution for a new government.

At the same time, he said, a ``Loya Jirga'', or assembly of tribal elders, should be convened to approve the transitional administration and authorize it to draft a constitution. Afghans have been trying for more than a decade to organize a Loya Jirga without success.

The United Nations has been charged by the United States and other countries to try to bring a political solution to Afghanistan so any future government would have international legitimacy and not appear to be imposed by Washington.

The United States began bombing Afghanistan five weeks ago in an attempt to stop its Taliban rulers from protecting the al Qaeda organization and its leader, Saudi-born militant Osama bin Laden, whom Washington accuses of planning and financing the Sept. 11 attacks that killed more than 4,500 people in New York, Washington and Pennsylvania.

INTERNATIONAL SECURITY FORCE SOUGHT

Addressing a number of foreign ministers whose countries have seats in the Security Council, Brahimi said security was of utmost concern, especially around Kabul, the capital. The opposition Northern Alliance, known in the past for gross human rights abuses, captured Kabul on Tuesday.

Brahimi said there were three choices, the best of which was an ``all-Afghan'' security force. But he doubted one could be organized quickly. U.N. peacekeepers, he said, would also take too long.

Instead Brahimi proposed a multinational force, which diplomats said might include Muslim troops from Turkey and Jordan as well as European troops. Such a force could ``preserve the political space in which negotiations toward the resolution of the many problems ahead could proceed,'' he said.

Brahimi said many Afghans were determined to avoid another round of fighting and wanted Kabul to be demilitarized and not controlled by any one faction.

``Without a credible security arrangement, however, no political settlement can be implemented,'' he said.

Brahimi said the current ``six plus two'' group of Afghanistan's neighbors, the United States and Russia, should be broadened to 21 nations to monitor the process.

U.S. Ambassador John Negroponte told the council Afghan ''liberation forces'' had to exercise restraint. ``Afghanistan does not need another cycle of revenge and retribution as the Taliban collapses,'' he said.

A British-French drafted resolution meant to back Brahimi's plans is being rewritten to fit the rapidly changing situation, U.S. officials said.

They are proposing a transitional administration in all areas the Taliban has vacated.

U.N. Secretary-General Kofi Annan, in his speech to the council, warned Afghanistan's neighbors, who had spent years arming one faction or another, to stop interfering.

``Unless this happens -- on the level of reality rather than just rhetoric -- there can be little hope of lasting stability in Afghanistan,'' he said.


Taliban Lose Four Eastern Provinces-Opposition

Tuesday November 13 10:37 PM ET

KABUL (Reuters) - Four provinces in eastern Afghanistan have fallen from Taliban hands after the local population rose up in revolt, opposition Northern Alliance Interior Minister Yunis Qanuni told Reuters on Wednesday.

``Now the Taliban have less than 20 percent of the territory of Afghanistan,'' Qanuni told Reuters.

He said the four eastern provinces of Laghman, Logar, Kunar and Nangahar, which are populated mainly by the majority ethnic Pashtuns who make up the Taliban, had been lost by the fundamentalist militia.

But he stopped short of saying his Northern Alliance fighters held the areas, including the eastern city of Jalalabad -- a Taliban stronghold that controls the road from Kabul to the border with Pakistan.

``We are also receiving reports of uprisings in Kandahar,'' he said, referring to the southern powerbase of Taliban supreme leader Mullah Mohammad Omar.


Anti-Taliban United Front take Zaranj in SW Afghanistan

Tehran, Nov 13, IRNA -- Pressing home the attack, the anti-Taliban United Front Forces seized Monday the town of Zaranj in south western Afghanistan, near the border with Iran, reported Russian news agency Itar-Tass. According to reports, fighting for this capital of Nimrooz province continued for about half an hour. Then Taliban troops were observed fleeing eastward in the direction of Qandahar. Over the past 72 hours, the United Front forces seized more than 40 percent of Afghanistan's territory. Its forces have already entered Kabul, the reports said. NB/AH End ::irna 19:14


Musharraf shocked by 'occupation'

Angry general flies home to face critics

Luke Harding in Islamabad
Wednesday November 14, 2001
The Guardian (UK)

Pakistan's military ruler, General Pervez Musharraf, last night expressed his dismay that the Northern Alliance had been allowed to seize Kabul and said a UN peacekeeping force should be sent in as soon as possible to stop opposition troops from "occupying" the city. Speaking in Turkey, Gen Musharraf said Kabul should be rapidly "demilitarised" to prevent the "atrocities of the past" from being repeated. The UN force should be made up of troops from Muslim countries.

"In the past there has been fighting among these ethnic groups. Pakistan and Turkey must do what they can to prevent this," he added.

Earlier, Pakistan's foreign affairs spokesman, Aziz Ahmad Khan, said no single group could bring peace to Afghanistan, and a broad-based multi-ethnic government should take over as soon as possible. "Pakistan holds to the view that the Northern Alliance forces must not occupy Kabul."

The Northern Alliance has made little secret of its hostility to Pakistan's military regime, which until two months ago was the Taliban's most crucial ally. Over the past five years Pakistan's powerful ISI intelligence agency has secretly given the Taliban vital military support and advice.

Gen Musharraf dumped the Taliban in the wake of the September 11 attacks. In a visit to New York on Monday, he urged President Bush not to allow the Northern Alliance to seize Kabul, a strategy swept away by events. Privately, Pakistani diplomats admit that they feel betrayed by their new allies in Washington, who failed to halt the alliance's advance.

Gen Musharraf yesterday pointed to the alliance's barbarous record during its last stint in power in Kabul between 1992-94. He is deeply concerned that unless members of the Pashtun ethnic majority play a leading role in government Pakistan faces the prospect of a hostile neighbour. "Pashtun representation is important," he said in Istanbul last night, before flying back to Islamabad for talks with senior advisers.

"The capture of Kabul by the anti-Pakistan opposition alliance will have negative implications for the country," Samiul Haq, a leading Pakistani Islamist cleric and head of the pro-Taliban Afghan Defence Council, said last night.

Hameed Gul, former head of Pakistan's intelligence agency, yesterday accused America of deceiving Pakistan, which had "no control of the situation". Gen Musharraf "should do a lot of explaining", he added.


Timeline: the fall of Kabul

The Afghan capital, Kabul, fell to Northern Alliance fighters today,
just over a month after American and British forces began bombing the country

Staff and agencies
Source: The Guardian (UK)
Tuesday November 13, 2001

October 7
First reports of explosions over the Afghan capital. President Bush speaks to the American people, confirming "carefully targeted" air strikes and announcing that the war on terrorism is under way. Ruling Taliban officials say they are "ready for jihad" - holy war.

The prime minister, Tony Blair, makes a televised speech praising British forces and saying the Taliban regime was warned it had a choice of "siding with justice or siding with terror".

October 10 A
fghanistan's ruling Taliban regime is showing signs of cracking under the strain of coalition air strikes, British defence sources claim. As US warplanes began a fourth straight night of bombing raids on Taliban defences, officials in London said the regime could collapse without the need to send in ground troops.

October 16
US officials confirm for first time that AC-130 Spectre gunships have been in action attacking Taliban military bases. The lumbering AC-130 - adapted from the Hercules transport aircraft - is typically used to support special forces troops on the ground, intensifying speculation that such units are already operating inside Afghanistan.

October 17
The US-led coalition begins to turn its firepower on Taliban troops fighting the rebel Northern Alliance, in an effort to turn the screws on the Afghan regime. Northern Alliance fighters are reported to be close to capturing the key northern city of Mazar-i-Sharif and to be threatening the capital, Kabul.

October 19
The Taliban continue to voice defiance after it emerges that US special forces are now operating behind the lines inside Afghanistan.

October 20
US special forces are parachuted into enemy territory, killing Taliban troops and destroying key targets in ground attacks. It is later reported that the US raids did not go as smoothly as was claimed initially, with accounts of troops coming under fierce fire from Taliban forces and one US soldier losing a foot.

October 22
The defence secretary, Geoff Hoon, confirms that US warplanes have now turned their attention to Taliban positions facing Northern Alliance forces around Kabul and the northern city of Mazar-i-Sharif.

October 29
The Pentagon says US warplanes have begun systematically bombing the cave complexes where terrorist leader Osama bin Laden and his key lieutenants are believed to be hiding. It also discloses that it has begun supplying ammunition to the rebel Northern Alliance.

November 1
Bin Laden issues new call to arms to Muslims to defeat the "infidels" attacking Afghanistan.

November 4
More elite US special forces troops are deployed into Afghanistan as America claims the Taliban have ceased to function as an effective government. Northern Alliance rebel fighters say they have mounted a major offensive on Mazar-i-Sharif.

November 9
Northern Alliance warlord Rashid Dostum says his forces have smashed through Taliban defences and recaptured Mazar-i-Sharif.

November 12
Northern Alliance fighters take the western city of Herat and arrive at the gates of Kabul.

Tony Blair says he expects alliance commanders to honour their commitment not to take city as the international community thrashes out a new settlement for the future government of the country.

November 13
Limited numbers of Northern Alliance soldiers enter Kabul after Taliban troops are reported to have fled.


Musharraf joined coalition after
an ultimatum: Powell TV Parasuram

Source: Hindustan Times

(PTI) (Washington, November 14)

US Secretary of state Colin Powell has disclosed that Pakistan president General Pervez Musharraf was given an ultimatum of sorts, before he finally decided to support the US in its war against terrorism. In a candid interview to the New York Times on Tuesday, the former chairman of the joint chiefs of staff revealed that within 48 hours of September 11 terrorist strikes, he called up Musharraf and said "General, you have got to make a choice". The choice, The New York Times said, was whether to cast Pakistan's lot with the United States in the imminent war, or remain an isolated and economically beleaguered state, crushed by foreign debt and sliding towards the same Islamic extremism that had brought the Taliban to power in neighbouring Afghanistan.

"He (Musharraf) took 24 hours to consult his political leaders and his generals and he made that choice--not just a choice with respect to the Taliban but a strategic choice with respect to where Pakistan was going to be in the future," Powell said.

In the wake of the terrorist attacks on the World Trade Centre and the Pentagon, a number of nations are examining the strategic choices they face, he said adding that in this sense disaster has also brought an opportunity on a wide range of diplomatic fronts.

In this context, a deepening, long-term American engagement in South Asia and a "robust" military relationship with both India and Pakistan could also be seen, Powell said.


Exiled singer returns to free airwaves

BY ADAM SHERWIN, MEDIA REPORTER
THE TIMES (UK)
NOVEMBER 14, 2001

THE exiled Afghan singer whose song became the first piece of music to be broadcast in Kabul for five years described the “proudest day of my life” yesterday. When opposition forces took over Radio Afghanistan, it was a song by Farhad Darya that drifted over the airwaves before any official announcements were made. His long-suppressed voice, singing a lament for Kabul, proved to listeners that the Taleban regime had been banished.

“Today is a brand new day in Afghanistan and it began with my voice,” Darya, 40, said. “I have tried all my years in exile to inspire the people and keep their spirits alive. Today the people bestowed upon me the greatest honour any Afghan can receive.”

Darya fled the former Communist regime in Kabul in 1990 after constant harassment by the authorities. The family he left behind received the same treatment.

His songs, which combine traditional Afghan classical instruments with contemporary folk influences, have led him to be compared with Paul Simon. On songs such as Kabul jaan (My Sweetheart Kabul), he accompanies himself on the rubab, a short-necked flute.

Now living in America, Darya performs his songs of exile to up to 10,000 people. In August he played to 1,000 in London. He said: “My songs are about patriotism and duty. I can’t live without my people. The Taleban buried the most essential element of life: the human voice. I have always wanted to return and now I believe I can.”

Under the Taleban, musicians were jailed and had their instruments strung up from posts as a warning to others. The latest upheaval brings memories for Darya: “All those years ago, when the Mujahidin entered Kabul they played my song first then. That was a great honour and now history repeats itself.”

The return of free radio to Kabul was also marked by the return of female announcers, sacked and ordered to go home and look after their children by the Taleban. Jamila Mujahid, 40, who read the first words on Radio Afghanistan, said: “I don’t believe this. I never thought that a time would come when I would be reading the news again. As I read the news this morning it was like a dream.”


Afghan women find new freedom

By the BBC's Louise Hidalgo
Tuesday, 13 November, 2001, 17:20 GMT

The Northern Alliance has announced that women in Afghanistan can now go back to work, and girls can go to school - activities that were banned by the Taleban.

A statement issued in Kabul said all Afghan women had the right to pursue education and work in accordance with Islamic teaching and Afghanistan's honourable traditions.

And women in Kabul have already begun tearing off the veils they were forced to wear by the ruling militia.

The treatment of women was one of the issues for which the Taleban became most notorious.

The Northern Alliance, on the other hand, has made much of its record on women's rights. But has this just been anti-Taleban propaganda?

Living in fear

The Taleban always treated Kabul - a relatively sophisticated city - with great harshness. The religious police were particularly strict in the way they enforced their punishments.

For a woman failing to wear the all-encompassing cloak, the burqa, correctly, the penalty was a public flogging.

Yet even in the few areas of Afghanistan which, until a few days ago, the Northern Alliance controlled, most women still choose to wear the burqa. This is a deeply conservative - and patriarchal - culture.

But, unlike in Taleban areas, women say it is tradition - not government pressure - that has made them cover themselves from head to foot.

Limited opportunities

At least, though, under Northern Alliance control, women have been able to work, even if the jobs they have been able to choose from are limited - teaching, for example, or working as a midwife.

Under the Taleban, by contrast, women have been largely confined to their homes, squeezed out of every aspect of public life.

Already, people in the northern city of Mazaar-e-Sharif have been celebrating what they hope, with the arrival of the Northern Alliance, will be the re-opening of girls' schools, for the first time in three years.

It may be that most girls leave school in their early teens to get married. But at least, they say, more liberal families will have the choice to keep their older girls on in education. A fortunate few may even go onto university.


Guest Control

The Times of India
November 14, 2001

EDITORIAL

As Osama bin Laden continues to elude his American pursuers to the delight of the Taliban, it appears that many in Afghanistan are tired of his presence and want him to go away.

In fact, even the Taliban, according to some reports, are wanting a way out of the impasse, but it is impossible for them to hand over their guest to the enemy directly, and some face-saving measure is needed to camouflage it.

The common Afghans, or many of them, are unable to bear the brunt of American bombing, which would stop only if this ‘‘guest’’ leaves the country.

Under normal circumstances, no Afghan would have such feelings about a guest. Their mehmaan-nawazi (hospitality) is legendary. Bengali writer Syed Muztaba Ali who spent a few years in Kabul and wrote an award-winning book on his experiences, fondly recalled the Afghan’s hospitality which leaves the guest almost breathless.

The visitor is never allowed to pay for anything as long as he is in an Afghan’s company because he is a mehmaan. Any attempt to reciprocate the courtesy is brushed off disdainfully.

But this time, the guest has decided to overstay his welcome and made his hosts miserable. There are stories galore about guest-host relationships in the folklore of every country.

There is one about a rich man who had 10 sons-in-law, all of whom decided to exploit his hospitality, tempted by the luxuries available in his place. Sensing that they would not leave on their own, the host began to curtail the luxuries.

As standards deteriorated, nine sons-in-law left one by one, but Dhananjaya, the tenth fellow, would not budge. Even near-starvation was no incentive for him to leave.

The father-in-law was then counselled by well-wishers to resort to the ultimate measure — a good thrashing. This worked, and the method came to be known in Sanskrit as Praharena Dhananjaya.

Osama is the son-in-law of a hero to many in Afghanistan and elsewhere, and is identified with the Afghan cause because he fought the Soviets on their behalf.

At that stage, he was also the guest of the CIA, which now rues the day. At the same time, the Americans now want him to be their guest, although theirs will be a hospitality of a different kind.

As Mary Howitt wrote, ‘‘Will you walk into my parlour? said a spider to a fly:/ ‘Tis the prettiest little parlour you ever did spy’.’’

 

Afghanistan

Hinrichtungen, Entführungen, Vergewaltigungen 
insertion:stdtext-->Beim Einmarsch der Nordallianz in Masar-i-Scharif und wenige Tage später in Kabul hat es offenbar massive Übergriffe gegeben.

 
   
 

Chronik  

Von den Anschlägen bis heute
 
 
Von Birgit Lutz

 
 
   
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Die Nordallianz hat sich nicht an den Wunsch der USA gehalten und ist in Kabul einmarschiert. Auf der Straße vor der Stadt liegen getötete Taliban-Kämpfer. -->(AP ) -->
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In Kabul kam es Anwohnern zufolge vor dem Einmarsch der Nordallianz zu Plünderungen durch Einheimische und die abziehenden Taliban. Eine französische Hilfsorganisation berichtete, sie habe ihr Lagerhaus verteidigen müssen.

Die Bewohner der Stadt sind jedoch offenbar erleichtert über den Abzug der Taliban, rasieren sich teilweise die Bärte, tragen wieder Jeans und hören laut Musik. Dies alles war von den radikal-islamischen Taliban aus religiösen Gründen verboten worden.

In der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif war es nach UNO-Informationen zu Plünderungen und Hinrichtungen durch die Nordallianz gekommen, nachdem die Stadt am Freitag von Truppen des von der Bevölkerung gefürchteten Usbeken-Generals Abdul Raschid Dostum erobert worden war.

Eine UNO-Sprecherin sagte, es gebe unbestätigte Berichte über gewaltsame Übergriffe, Hinrichtungen und Entführungen. Auch ein Lagerhaus des UNO-Welternährungsprogramms (WFP) sei geplündert worden.

Befürchtungen haben sich bestätigt

Die internationale Gemeinschaft hatte Dostum aufgefordert, die Einhaltung von Recht und Ordnung in Masar-i-Scharif zu gewährleisten. Die USA haben den Vormarsch der Nordallianz mit Luftangriffen unterstützt.

Die UNO-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson sagte, es habe jedes Mal „schreckliche Massaker an Zivilisten, Vergewaltigungen von Frauen und Racheakte der Zerstörung“ gegeben, wenn in Afghanistan Gebiete an neue Herrscher gefallen seien. Ihre Befürchtungen haben sich offenbar bereits bestätigt.

(sueddeutsche.de/Reuters) ,
13.11.2001 :datum  18:00
 
 
 
Minority Hazaras rejoice at Mazar-e-Sharif's recapture
Rout of Taliban may not trigger ethnic reprisals

Fariba Nawa, Chronicle Foreign Service

Islamabad, Pakistan -- The Northern Alliance's capture of Mazar-e-Sharif last night was a sweet victory for the opposition and United States, but for the Taliban's most persecuted victims -- Afghanistan's ethnic Hazara minority -- it was overdue revenge.

Among the opposition soldiers who seized Mazar-e-Sharif were some 2,500 Hazaras, a Shiite group whose members were massacred by the Taliban when they took the city three years ago.

"Hazaras have been massacred more than anybody in Mazar, and this (victory) means more to them than any other Afghans," said Abdul Karim Khalili, the Hazaras' factional leader. Khalili, who heads Hezb-e-Wahdat (the Party of Unity), spoke via satellite telephone from his native Hazarajat in central Afghanistan.

Populated mostly by ethnic Uzbeks, Tajiks and Hazaras hostile to the ruling ethnic Pashtun Taliban, Mazar-e-Sharif has witnessed horrific bloodshed between the warring clans that filled the void after the Soviets retreated in 1989.

The Taliban briefly seized the city in 1997, only to be ousted by the brutal Uzbek warlord Abdul Rashid Dostum and other tribal generals, whose forces slaughtered some 2,000 Taliban fighters. Many died in ghastly ways -- sealed into truck containers and left to bake in the desert sun, or thrown down deep wells with grenades tossed in after them.

A year later, Taliban troops retook Mazar-e-Sharif and exacted revenge by shooting scores of boys and old men and slitting the throats of hundreds of other mostly Hazara residents. As many as 7,000 residents reportedly died.

THE CYCLE OF REVENGE

The apparent defeat of the Taliban yesterday could usher in another round in the vicious cycle. But the Hazaras have been surprisingly tolerant of their Sunni archrivals of late, giving rise to hopes that the cycle is breakable.

Ahmed Rashid, an expert on Afghanistan and a Pakistani journalist who has written a book on the Taliban, said of the situation in Mazar-e-Sharif: "It's going to be a huge test for the Northern Alliance and the U.S. because there's a fear for what's going to happen to the minorities and what will happen to the Pashtuns.

"But I believe that this time, they have learned their lesson from the past, " Rashid said.

Hazara commanders have said repeatedly that they will limit the killing to the battlefield. Khalili took that one step further yesterday by saying that he supports the formation of a broad-based postwar government that would include moderate members of the Taliban.

The Hazaras could turn out to be a linchpin of that process.

Other Pashtun factions working with American efforts to reinstall former Afghan king Mohammed Zahir Shah have included Hazaras in their meetings. Pir Sayed Ahmed Gailani, a Pashtun royalist based in Peshawar, Pakistan, invited a Hezb-e-Wahdat representative to speak at his peace and unity conference three weeks ago.

TALIBAN SHOULD JUST LEAVE

War-weary Hazara refugees in Pakistan say they want the Taliban and Osama bin Laden and his al Qaeda fighters ousted without bloodshed. They oppose the U.S.-led bombings.

"We don't know how this (can) happen, but we want the Taliban to leave peacefully so we can go back to our country," said Abdul Wali Khidri, a 50- year-old shoemaker in Rawalpindi, Pakistan, where many Hazara refugees have found a second home.

Dr. Ghulam Hussain, a Hazara physician in Rawalpindi, has formed a movement called Wahdat Islami Shia-Sunni (Islamic Unity of Shiites and Sunnis). Its goal is to bring together members of Islam's two major sects and reduce tensions among Afghanistan's ethnic groups.

Hussain says his faction wants Hazaras to receive proportional representation in a future government, but no more than that.

"We're for the Tajiks or Pashtuns to rule, but with justice," he said. "We will work by their side. We want to be left to work in our businesses and carry out our everyday life."

While Hazaras have expressed their views quietly and behind the scenes, their role in the peace process and a future Afghan government is not assured.

Analyst Rashid said, "The Hazaras will always be vulnerable, and any kind of settlement will have to have clauses to protect Shiites and Hazaras."

Compared to the ethnic Uzbek and Tajik troops in the Northern Alliance, Hazara troops have received the least attention and military aid from the United States, according to their commanders.

But they are patiently awaiting their turn -- in the form of a U.S.-backed blitzkrieg to take back from the Taliban their mountainous home region, known as Hazarajat. For several days, the Americans have been bombing the freezing, inhospitable area, located about 125 miles from Mazar-e-Sharif, opening routes for alliance ground troops, Khalili said.

OLD TENSIONS, NEW HEIGHTS

Hazaras, who account for 19 percent of Afghanistan's 21 million people, are descendants of Genghis Khan, and their Mongol features distinguish them from other Afghans. As the country's largest Shiite minority, they have been historically oppressed -- working as servants, vendors and sheep herders.

Tensions between the majority Sunnis and Shiites are old in Afghanistan, but the Taliban heightened them to a new level. The militia, made up of hard- core Sunnis, consider Shiites religious hypocrites and have carried out an ethnic cleansing of the Hazara population.

International human rights groups documented a single four-day massacre in January, when 150 to 300 civilian Hazara men were killed by Taliban troops in Yakalang.

"We invite the world to come and see for themselves at least 120 kilometers (75 miles) of ashes and dust that used to be bustling with life," Khalili said of areas the Taliban have allegedly ransacked.

The Hazara leaders' willingness to cooperate with moderate Taliban does not mean they forgive the militia, experts say. But it reflects the recognition by the Northern Alliance that it cannot rule Afghanistan without the support of the Pashtun majority.

Hazara refugees said they support Taliban inclusion in a future government only because Pashtuns are the dominant ethnicity in Afghanistan, while Hazaras are a small minority.

''The Taliban have been cruel, but what can we do?'' said Patra Sakhidar, a 63-year-old fruit seller in Rawalpindi.


Afghanistan's ethnic diversity

-- Pashtuns -- An overwhelming majority of the Taliban are Pashtuns; the group makes up 38 percent of the nation's 21 million people.

-- Tajiks -- 25 percent; they account for a majority of the forces fighting the Taliban.

-- Hazaras -- 19 percent; the largest Shiite minority, they oppose the Taliban.

-- Turkmens -- Less than 10 percent; they side mainly with the Northern Alliance.

-- Uzbeks -- 8 percent; many rally around alliance warlord Abdul Rashid Dostum.

Source: New York Times


Executions reveal ugly side of alliance

David Rohde, New York Times

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Kalai Nasro, Afghanistan -- Near an abandoned Taliban bunker yesterday, Northern Alliance soldiers dragged a wounded Taliban soldier out of a ditch. As the terrified man begged for his life, the alliance soldiers pulled him to his feet.

They searched him and emptied his pockets. Then, one soldier fired two bursts from his rifle into the man's chest. A second soldier beat him with his rifle butt while a third repeatedly smashed a rocket-propelled-grenade launcher into the man's head.

Ten yards away lay the body of a younger man who soldiers said was a Pakistani. He was on his side with his arms extended. In the side of his head was a bullet hole.

Two hundred yards away, the soldiers who had minutes earlier shot the older man searched the possessions of a motionless Taliban soldier on the ground. After emptying his pockets, a soldier fired a burst from his rifle into the man. The soldiers moved on, showing no emotion. Minutes later, someone laid an unused mortar round across the man's throat.

A fourth body a mile away had a bullet wound in the side of the head. The Taliban soldier, flat on his back, had his hands up, as if he had been surprised or surrendering when shot.

Looting was widespread. Alliance soldiers, who have received extensive air support from the United States, plundered Taliban bodies and bunkers, stealing shoes, bags of sugar, flashlights and anything else that they could find.

"I got 700,000 afghani!" a soldier who was leaving an abandoned Taliban bunker shouted, flashing a wad of bills worth $20.

The events here were ominous. Northern Alliance forces had indicated that they would heed American advice not to enter Kabul. But by early today alliance troops were seen moving into the capital, and the killings here suggested they may prove hard to control.

U.N. officials have also expressed concern over unconfirmed reports of summary executions and abductions of civilians in Mazar-e-Sharif, the northern city that fell to the opposition Friday night.

The looting and executions here were an ugly ending to what began as a well- executed tank and infantry assault against Taliban lines near the Bagram Air Base.

Alliance soldiers reacted to the corpses in different ways. Nearly all stopped and gazed at the dead. Some searched for valuables. One, in a more dignified gesture, placed a cloth over a corpse.

Capt. Habib, a commander of 300 elite soldiers who participated in the attack, seemed unconcerned when told of the killings. "The soldiers must have been very angry," he said, and he shrugged.

 

'Good' Afghan warlord offers hope
Moderate Alliance commander once controlled 6 provinces

Fariba Nawa, Chronicle Foreign Service

Many residents of the western city of Herat rejoiced yesterday after Ismail Khan, their former governor and a Northern Alliance commander, captured the town from Taliban forces.

Although many Afghans resent the alliance, a ragtag coalition that once pillaged the capital of Kabul, Khan is probably the one commander they are willing to give a second chance. When the Tajik commander ruled Herat from 1992 to 1995, some residents even called him the "good warlord."

"Young Heratis glorify him because he disarmed civilians," said Fazul Rahim Ansari, a Herat merchant who fled U.S. air attacks several weeks ago and is now a refugee living in Islamabad. "We could have picnics, play music, go to proper schools."

While other opposition commanders such as Ahmed Shah Massood and Gulbuddin Hekmatyar were shelling Kabul, Khan set up a peaceful fiefdom as emir of six western provinces after a decade-long war with the Soviet Union ended in 1992.

Khan, 55, built a university, paved roads, created jobs and opened trade links with Pakistan and Iran under moderate Islamic law. Women were required to cover their hair but were allowed to work and go to segregated schools. Justice was dispensed at open air hearings in villages.

When the Taliban seized Herat, Afghanistan's cultural capital in 1995, Khan fled his hometown for exile in Iran. In 1997, he returned, vowing to recapture Herat. Instead, a local commander switched sides and handed him over to the Taliban. He spent nearly three years in prison, mostly chained to a pipe before escaping to Iran last year with the help of a loyal supporter. He returned from Iran in May to set up a base in mountainous Ghor province to the east of Herat.

Since U.S. bombing has weakened the enemy, Khan has been able to seize neighboring Badghis province before taking Herat. Speaking via satellite telephone, he said he now plans to move south, using negotiating tactics to bring Taliban commanders to his side. He claims that 33 Taliban commanders and 840 of their soldiers from Badghis province have joined his forces.

Shiite Muslim Herat sits along a main road to Kandahar which, some 300 miles to the southeast, is a Taliban stronghold and home of the Islamic regime's supreme leader Mullah Mohammed Omar.

The veteran warlord known as the "Lion of Herat" is also careful to distance himself from the United States, which he says has not given him any military aid. But he hopes Washington has learned a lesson and will help reconstruct the nation after the fall of the Taliban.

"We fought their war against the Soviets and then they (United States) abandoned us," he said.

Khan, however, seems more tolerant when discussing the Taliban. He argues that those who have not committed atrocities should be included in any future government and should join the loya jirga, the grand assembly being organized by the ex-king, Mohammad Zahir Shah, in Rome.

"The Taliban are part of our nation. They have wives and children," said Khan. "I'm not interested in killing them. We need them because they are a part of us. We can't persuade all Afghans to believe in a coalition government without them."

Despite Khan's past as a comparatively progressive leader, some Herat refugees in Pakistan have mixed feelings about another administration by the "good warlord." They say he gradually lost touch with the populace as he became more preoccupied with the civil war in the rest of the country.

Merchant Ansari, who says he will go back as soon as the roads are safe, hopes "he won't make the same mistakes again."

Many Herat refugees say the mayor in Khan's administration took bribes, money was collected for electricity that never appeared and Khan's conscript army often went unpaid.

"We didn't know how to feed our families," said Nassar Ahmad, one of Khan's former soldiers. "He lost our support after that."

And some are unsure whether or not he can once again bring peace to Herat.

"We don't know when Ismail Khan comes, what will happen," said a former teacher and mother of four who asked not to be named. "Will it be safe? These mujahids (Northern Alliance) are so divided, you can't predict."

Abdulali Ahrary, an economics adviser during Khan's administration who now lives in exile in Fremont, concedes that the warlord made mistakes but says he cares about Afghanistan more than any other alliance commander.

"There was no law before he came and he had many challenges, not all of which he could overcome," he said.

When the war is over, the soft-spoken Khan says, he wants representative democracy on a national and local level with ex-king Zahir Shah as the figurehead. And if Herat residents vote him into power, he plans to build a top-rated university and establish shuras or councils of advisers on such matters as politics, economics and defense.

"We are an educated and cultured people," said Khan. "I want to see us shine."

 
P O L I T I K,focus,13.11.2001

„Jedermanns Freund“ ohne Skrupel
 

D ie Anti-Terror-Allianz hat in dem Usbeken-General Abdul Rashid Dostum einen wankelmütigen Verbündeten gefunden. Dostum ist einer der mächtigsten Generäle der Nordallianz. Unter seiner Führung gelang es der afghanischen Opposition, die umkämpfte Stadt Masar-i-Scharif zu erobern.

Dostum ist eigentlich ein Spitzname und heißt „Jedermanns Freund“. Das trifft insofern zu, als der heute 47-Jährige mit seiner Truppe bereits an der Seite der sowjetischen Besatzungstruppen gegen seine afghanischen Landsleute kämpfte, den moskautreuen Präsidenten Nadschibullah unterstützte, sich dann dessen Feinden, den Mudschahedin, anschloss, und nun den USA seine militärischen Dienste anbietet.

Auch der Beinamen „Jedermanns Feind“ würde passen, denn Abdul Rashid hat sich nicht nur gegen die Kommunisten, sondern im Bürgerkrieg zwischen 1992 und 1994 auch gegen mehrere Mudschahedin gestellt, mit denen er zuvor verbündet war. Erst versuchte er mit dem inzwischen ermordeten Tadschiken Ahmed Schah Massud den Milizenführer Gulbuddin Hekmatjar zu beseitigen, wenig später marschierte er mit Hekmatjar gegen Massud.

In dieser Zeit war Dostum an der Zerstörung Kabuls beteiligt, bei der 50 000 Zivilisten getötet wurden. Seiner Truppe werden auch zahlreiche Morde, Vergewaltigungen und Plünderungen an Zivilisten zur Last gelegt, die nicht Usbeken waren, wie ein Afghanistan-Handbuch für Hilfsorganisationen verzeichnet. Dostums Miliz galt als skrupelloser Haufen von „Wendehälsen“.

Dostum konzentrierte sich Mitte der 90er-Jahre darauf, in seiner Heimatprovinz Balch im Norden Afghanistans einen Kleinstaat aufzubauen. Zeitweise betrieb er sogar die eigene Fluglinie „Balch Air“, die Zentralasien und die Golfstaaten anflog. 1998 musste er vor den Taliban fliehen.
 
13.11.01, 13:30 Uhr

 

P O L I T I K

Was kommt nach den Taliban?
 



D ie Nordallianz hält offenbar an einem Friedensprozess unter Führung des ehemaligen afghanischen Königs fest. Die Nordallianz habe nicht die Absicht, das Land allein zu regieren, sagte Dschunis Kanoni, ein enger Vertrauter des gestürzten afghanischen Präsidenten Burhanuddin Rabbani, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

Rabbani werde nicht nach Kabul kommen und sich auch nicht zum Präsidenten erklären. Möglicherweise werde aber der Verteidigungsminister der Nordallianz, General Fahim, in die Hauptstadt reisen, um dort „die Sicherheit zu gewährleisten“, sagte Kanoni. „Wir stehen immer noch auf der Seite des Rates der Nationalen Einheit, den wir mit dem ehemaligen König Sahir Schah gebildet haben“, fügte er hinzu. Die Nordallianz wolle eine Regierung, die alle Afghanen akzeptieren könnten.

London fordert schnelle Übergangsregierung

Nach der Einnahme von Kabul durch die oppositionelle Nordallianz forderte London die rasche Bildung einer Übergangsregierung. Die internationale Gemeinschaft müsse der neuen Situation ins Auge sehen und sich weiterhin um die Bildung einer Übergangsregierung bemühen, die die Vielfältigkeit der Bevölkerung berücksichtige, erklärte das Außenministerium am Dienstag.

UN arbeiten an Nachkriegsregierung

Die Vereinten Nationen arbeiten bereits intensiv an einem Verfahren zur Bildung einer neuen Regierung in Afghanistan. Vertreter der unterschiedlichen afghanischen Völker und Parteien sollen sich nach Informationen aus dem US-Außenministerium in den nächsten Tagen zu einer Konferenz einfinden, die möglicherweise in Genf, Wien oder Ankara stattfinden könnte, wie es am Dienstag in Washington hieß.

Der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, äußerte sich bereits optimistisch, dass „eine repräsentative Auswahl“ des afghanischen Volkes innerhalb weniger Tage zur Bildung einer Nach-Taliban-Regierung zusammenkommen könnte.

Die USA hatten die Nordallianz des 1996 gestürzten Präsidenten aufgerufen, Kabul nicht zu übernehmen. In der Hauptstadt leben vor allem Paschtunen, während in der Nordallianz Usbeken, Tadschiken und Angehörige anderer Minderheiten dominieren.
 

13.11.01, 11:30 Uhr

 

 

 


P O L I T I K,focus,14.11.2001

Die meistgesuchten

Terroristen der Welt

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Terroristen vors Militärgericht
 



E rstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wollen die USA Prozesse gegen Terroristen vor einem Militärgericht führen. Eine entsprechende Anordnung erließ US-Präsident George W. Bush am Dienstag (Ortszeit), wie das Weiße Haus mitteilte. In den vergangenen Jahrzehnten wurden solche Prozesse vor Zivilgerichten geführt.

Aus dem US-Justizministerium hieß es, nur Ausländer müssten sich vor den Spezialgerichten verantworten. „Das ist ein neues Werkzeug gegen den Terrorismus“, sagte der Rechtsberater der US-Regierung, Albert Gonzales. Einen Militärprozess könne auch außerhalb der USA geführt werden. In einer solchen Situation wie der aktuellen müsse man unter Umständen die Methoden der Zivilgerichte aufgeben, wenn man Täter ergreifen und bestrafen wollte, sagte Gonzales weiter. Das Recht auf einen Anwalt werde durch den Erlass laut Justizministerium nicht berührt.

Unterdessen wurde bekannt, dass das Justizministerium etwa 5000 Ausländer im Zuge der Ermittlungen wegen der Terroranschläge befragen will. Außerdem wurden bei 200 Hochschulen und Universitäten Informationen über Studenten aus arabischen und moslemischen Ländern angefordert. Bürgerrechtler und Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass diese Form der Ermittlungen die Persönlichkeitsrechte bedrohe. Die Behörden stellten klar, dass es sich bei den Befragten nicht um Verdächtige, sondern um wichtige Informanten handele.
 
14.11.01, 10:15 Uhr


Der Bart ist ab: Bild des Tages
In der afghanischen Hauptstadt Kabul haben die Barbiere Hochkonjunktur.

Nach fünf Jahren Taliban-Herrschaft lassen sich viele Männer zum ersten Mal wieder den Bart abrasieren.REUTERS


Shelter-Now-Mitarbeiter sind frei
Al Qaida-Anführer bei Bombenangriff getötet
15.11 .2001 FAZ


Mehr als drei Monate nach ihrer Festnahme in Afghanistan sind die acht Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter Now wieder frei. Aus dem Verteidigungsministerium in Washington verlautete am Mittwoch, die vier Deutschen, zwei Amerikanerinnen und zwei Australier befänden sich in Pakistan in Sicherheit. Die amerikanische Luftwaffe hat im Taliban-kontrollierten Teil Afghanistans angeblich ein Gebäude zerstört, in dem sich mehrere Anführer des Terrornetzwerks Al Qaida befanden, teilte das Pentagon mit. Die militärische Lage in Kandahar, der Hauptstadt der Taliban-Bewegung bleibt ungewiss. Teils hieß es, die Stadt sei bereits von den Truppen der Nordallianz eingenommen, teils wurde von anhaltenden schweren Kämpfen berichtet. Die Vereinten Nationen bereiten derweil ein Treffen afghanischer Gruppen vor, dass möglicherweise bereits in der kommenden Woche in den Vereinigten Arabischen Emiraten abgehalten werden könnte, um über die Zukunft Afghanistans zu beraten. Ein UN-Plan sieht eine zweijährige Übergangsregierung und eine multinationale Sicherheitstruppe für Afghanistan vor.

Die Bombardements auf Taliban-Stellungen gehen weiter

Nach mehr als drei Monaten Haft in Afghanistan sind die acht westlichen “Shelter Now“-Mitarbeiter wieder frei. Die vier Deutschen, zwei US-Bürgerinnen und zwei Australier seien auf dem Weg nach Pakistan, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Donnerstagmorgen in Berlin. Auch das US-Verteidigungsministerium in Washington bestätigte die Freilassung. In einer Erklärung des Pentagon hieß es, die Gefangenen seien bereits in Pakistan. “Sie scheinen in einer guten physischen Verfassung zu sein“, hieß es weiter.

Mehrere Al Qaida-Anführer bei Bombenangriff getötet

Die amerikanische Luftwaffe hat im Taliban-kontrollierten Teil Afghanistans angeblich ein Gebäude zerstört, in dem sich mehrere Anführer des Terrornetzwerks Al Qaida befanden. Wie der Nachrichtensender CNN am Donnerstagmorgen berichtete, teilte das US-Verteidigungsministerium mit, es wisse nicht, ob sich der Terroristenchef Bin Ladin in dem Haus aufhielt. Das Pentagon gehe aber davon aus, dass niemand in dem Gebäude den Angriff am Dienstag überlebt habe. Der genaue Ort des Angriffs wurde nicht genannt.

Auch Al Dschasira meldet Eroberung Kandahars

Die afghanische Nordallianz hatte am Mittwoch die Einnahme der Taliban-Hochburg Kandahar im Süden des Landes bekannt gegeben. Dies sei mit Hilfe der Bevölkerung gelungen, sagte der afghanische Botschafter in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe, Said Ibrahim Hikmat. Eine Bestätigung der Eroberung Kandahars war bis zum Abend nicht zu erhalten. Auch der TV-Sender Al Dschasira meldete die Einnahme Kandahars durch die Nordallianz. Der in Katar ansässige arabische Sender berief sich dabei jedoch ebenfalls auf einen Sprecher der Nordallianz. Die Allianz sei dabei von Stammesführern aus der Region unterstützt worden, hieß es. Die Taliban-Kämpfer hätten sich in die Berge zurückgezogen. Der amerianische Fernsehsender CNN meldete dagegen, in den Straßen Kandahars werde heftig gekämpft.

Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, es sei unklar, ob die Nordallianz den Flughafen bei Kandahar kontrolliere, wie sie dies am Dienstag erklärt hatte. Die Allianz mache aber weiter Geländegewinne südlich von Kabul und bei Herat im Westen.

Ein Flüchtling aus Kandahar berichtete, Kämpfer der Al Kaida-Organisation Bin Ladens kämpften dort gegen die Taliban, ihre Gastgeber. Ein pakistanischer Taliban-Kämpfer berichtete an Grenzübergang Chaman, die Taliban hätten weiter die Kontrolle über Kandahar. Bis zu 50.000 Taliban-Kämpfer bereiteten die Verteidigung der Stadt vor. Er sei zurückgekehrt, um seiner Familie zu berichten, dass er wohlauf sei und, um neue Kämpfer zu rekrutieren, sagte der Flüchtling.

Auftstände gegen die Taliban

Offenbar jedoch lehnen sich nach den Erfolgen der Nordallianz immer mehr Menschen im Süden gegen die Taliban auf. Oppositionsanführer und Flüchtlinge aus dem Süden berichteten, die Paschtunen, die bislang die Taliban unterstützt hätten, wendeten sich von ihnen ab. Außerdem desertierten immer mehr Taliban-Kämpfer. Afghanistan-Experten sehen damit den Druck auf den arabischen Moslem-Extremisten Osama Bin Laden wachsen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass ihn Taliban-Kämpfer verrieten, um einerseits ihre Haut zu retten und andererseits an die von den USA ausgesetzten fünf Millionen Dollar Belohnung zu kommen.

Taliban dementieren Einnahme Kandahars

Die Taliban dementierten einen Einmarsch Kandahars. „Dies sind Lügenberichte“, sagte der Sprecher des Taliban-Führers Mullah Omar, Mohammed Tajeb Agha, am Mittwoch in einem Telefoninterview mit Al Dschasira.

Treffen aller afghanischen Gruppen in VAE wird vorbereitet

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben sich nach Angaben aus Regierungskreisen bereit erklärt, ein Treffen afghanischer Gruppen über die politische Zukunft Afghanistan abzuhalten. In den Kreisen wurden Fernsehberichte bestätigt, wonach das Treffen bereits in den kommenden Tagen stattfinden solle. Die Vereinten Nationen (UNO) hatten die Emirate hierum ersucht. Die Islamische Weltkonferenz (OIC) hatte erklärt, sie prüfe einen Vorschlag Katars, dort in der kommenden Woche ein Treffen afghanischer Gruppen unter ihrer Schirmherrschaft abzuhalten.

UN mit Fünf-Punkte-Plan

Die Vereinten Nationen haben mit Vertretern verschiedener afghanischer Gruppen einen Plan zur Befriedung Afghanistans erarbeitet, der als wichtigsten Punkt ein Treffen zwischen Vertretern der Nordallianz und den Stammesgemeinschaften der Paschtunen sowie anderen ethnischen Gruppen vorsieht. Daraus soll unter der Führung der UN eine Übergansverwaltung für maximal zwei Jahre entstehen. Parallel dazu soll die traditionelle Stammesversammlung, die Loya Jirga, eine Verfassung erarbeiten und eine gewählte Regierung einsetzen.


Taliban-Regime vor dem Ende?
15.11 .2001 Spiegel Online

Die Nordallianz hat nach der Hauptstadt Kabul einen Tag später möglicherweise auch die Taliban-Hochburg Kandahar erobert. Die Herrschaft des radikal-islamischen Regimes in Afghanistan würde damit vor dem Ende stehen. Die USA warnten vor verfrühter Siegessicherheit.
Bewohner des Dorfes Amam Sahip beobachten den Einmarsch der Nordallianz.


Islamabad - Von der Eroberung Kandahars im Süden des Landes berichteten übereinstimmend der afghanische Botschafter in Tadschikistan und der arabische TV-Sender al-Dschasira. Von unabhängiger Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung.
Die Taliban dementierten Berichte über eine Eroberung Kandahars heftig. "Das sind Lügenberichte", sagte ein Sprecher des Taliban-Führers Mullah Mohammed Omar in einem Telefongespräch mit al-Dschasira. "Wir sind immer noch in Kandahar und den umliegenden Provinzen."

Nach Angaben des US-Senders CNN toben in der Taliban-Hochburg immer noch heftige Kämpfe zwischen den Taliban und Oppositionskräften. CNN berief sich auf Pentagon-Beamte.

Der Flughafen sei bereits in Händen der Anti-Taliban-Kräfte. Dabei handele es sich nicht um Kommandanten der Nordallianz, die in den vergangenen Tagen von Norden kommend mehrere Städte, darunter Kabul eingenommen hatten, sondern um lokale Kriegsherren der Paschtunen. Taliban-Kämpfer flüchteten zu Dutzenden. Der Kampf um die Stadt sei aber noch nicht entschieden. Mit dem Fall Kandahars hätten die seit fünf Jahren herrschenden Taliban ihr geistiges und politische Machtzentrum verloren.

In überraschend schnellen Vorstößen waren der Nordallianz seit Dienstagnacht die meisten der bisher von den Taliban gehaltenen Provinzen in die Hände gefallen. Dabei dürften auch Aufstände der Bevölkerung gegen das Taliban-Regime mitgeholfen haben. Flüchtlinge berichteten, immer mehr Menschen lehnten sich gegen die Taliban auf. Nach der Lage am Mittwoch beherrschten die Taliban nur noch sechs der insgesamt 29 Provinzen des Landes. Damit ist mehr als die Hälfte Afghanistans in der Hand der von den USA massiv unterstützten Nordallianz.

US-Luftwaffe setzt Angriffe fort

Die Taliban griffen am Mittwoch offensichtlich zu einer neuen Taktik. Sie warteten in der östlichen Stadt Dschalalabad nicht auf einen Vorstoß der Nordallianz, sondern übergaben die Macht an den paschtunischen Mudschahidin-Anführer Mohammed Junis Chalis. Chalis warnte die Nordallianz vor einem weiteren Vormarsch.

Die US-Luftwaffe setzte am Mittwoch ihre Angriffe auf die Taliban fort. Flugzeuge bombardierten den Flughafen und Militäreinrichtungen in der Umgebung von Dschalalabad sowie Stellungen bei Chost.



Erste Schritte zu einer Nachkriegsordnung

15.11 .2001 Süddeutsche Zeitung

Zur Vorbereitung einer künftigen Regierung hat die Nordallianz einen Obersten Militärischen Sicherheitsrat gebildet, der den Obersten Rat der Nationalen Einheit einberufen soll.

Die Vorbereitungen für dieses Gremium, dem neben Vertretern der Nordallianz auch Unterstützer des früheren Königs Mohammed Sahir Schah sowie andere Oppositionsgruppen angehören sollen, laufen seit mehr als einem Monat.

Der Oberste Rat der Nationalen Einheit dürfte eine Schlüsselrolle bei der Suche nach einer Nach-Taliban-Regierung auf einer möglichst breiten gesellschaftlichen und ethnischen Grundlage spielen.

UN-Konferenz geplant

Die geplante UN-Sonderkonferenz über die Zukunft Afghanistans soll nach Angaben eines Fernsehsenders der Vereinigten Arabischen Emirate in Abu Dhabi stattfinden. „Die Vereinigten Arabischen Emirate haben einer Bitte der UNO entsprochen, die Afghanistan-Konferenz auszurichten“, hieß es.

Gleichzeitig verlautete aus Diplomatenkreisen im saudiarabischen Riad, die verschiedenen afghanischen Volksgruppen sollten möglicherweise in Doha im Golfemirat Katar über die Zukunft ihres Landes verhandeln.

Am Dienstag hatte die UNO einen Fünf-Punkte-Plan für Afghanistan vorgelegt, der zunächst die Einberufung einer Konferenz mit Vertretern aller ethnischen Gruppen vorsieht. UN-Generalsekretär Kofi Annan bevorzuge ein arabisches Land als Ausrichtungsort der Konferenz.

Nach dem Vorstoß der oppositionellen Nordallianz in Afghanistan kontrollieren die bislang herrschenden Taliban nur noch einen kleinen Teil des Landes. Die USA, die die Truppen der Taliban seit Anfang Oktober bombardieren, haben sich wie zahlreiche andere Staaten für Bildung einer möglichst breiten Regierung in Afghanistan ausgesprochen.



Acht Shelter-Now-Mitarbeiter frei
15.11 .2001 Netzzeitung

Sie landeten am Morgen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Bundesaußenminister Fischer erklärt, die Bundesregierung sei glücklich und erleichtert

John Mercer, der Vater der Freigelassenen Heather Mercer Foto: AP
Washington/Islamabad - Die von den Taliban in Afghanistan festgehaltenen acht ausländischen Mitarbeiter der Hilfsorganisation „Shelter Now“ sind frei. An Bord von US-Militärhubschraubern seien die Helfer nach Islamabad in Pakistan gebracht worden, erklärte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Den zwei US-Bürgern, zwei Australiern und vier Deutschen gehe es gut.
John Mercer, der Vater der Freigelassenen Heather Mercer Foto: AP

Bundesaußenminister Joschka Fischer erklärte, die Bundesregierung sei „glücklich und erleichtert“. US-Präsident George W. Bush sprach von „unglaublich guten Nachrichten“. Die Helfer waren im August mit 16 afghanischen Kollegen von den Taliban wegen angeblicher christlicher Missionierung festgenommen worden.

Die Aktion sei am Mittwoch gegen 22.40 Uhr (MEZ) erfolgt, erklärte Rumsfeld. Drei Hubschrauber von US-Sondereinsatzkräften seien auf einem Feld in der Nähe von Ghasni, 80 Kilometer südwestlich von Kabul, gelandet und hätten die Helfer an Bord genommen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wurden die „Shelter Now“-Mitarbeiter zuvor von einem örtlichen Kommandeur dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz übergeben.

Die acht Freigekommenen landeten am Morgen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad auf dem Luftwaffenstützpunkt Chaklala. Fischer erklärte, „der Dank der Bundesregierung gelte allen, die zur Lösung dieser schwierigen Frage beigetragen haben“. Die Helfer befänden sich „wohlbehalten und unversehrt in der Obhut von Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz“.

Bush sagte, ohne nähere Einzelheiten zu nennen, die US-Kräfte hätten am Boden Unterstützung verschiedener Gruppen, einschließlich des Roten Kreuzes, gehabt.

Nach dem Verlust der afghanischen Hauptstadt Kabul an die oppositionelle Nordallianz hatten die Taliban die acht ausländischen Helfer zunächst mit in ihre Hochburg Kandahar genommen. Anfang August waren die „Shelter Now“-Mitarbeiter zusammen mit 16 afghanischen Kollegen in Kabul unter dem Vorwurf christlicher Missionierung in dem islamischen Land verhaftet worden. AP, Reuters

Donnerstag, 15.11.2001 - 09:02 Uhr (Quelle: dpa)
Afghanischer Ex-König zählt die Tage: Abwarten, Taktieren, Hoffen
 
Afghanischer Ex-König   Rom (dpa) - Eigentlich müsste "Seine Majestät" in Hochstimmung sein. Nach 28 Jahren im italienischen Exil, nach all dem Bangen und den Ängsten der vergangenen Wochen, müsste der afghanische Ex-König Sahir Schah hörbar aufatmen. Doch von Erleichterung ist in seiner Botschaft an "seine geliebten Söhne" nichts zu spüren.
 

Statt Freude über den unerwartet raschen Fall der Taliban zu zeigen, äußert sich der 87-Jährige besorgt, warnt die Nordallianz vor Vergeltung und Rache, mahnt sie, ihre Gefangenen gut zu behandeln. Zwar verspricht er eine "sehr baldige" Rückkehr in die Heimat - doch spricht man mit seinen Helfern im römischen Exil, steht der genaue Termin noch in den Sternen.

Auch im "Hotel Fleming" am nördlichen Stadtrand Roms, wo das Gefolge die "zweite Chance" des 1973 gestürzten Monarchen vorbereitet, knallen keine Sektkorken. "Das größte Problem in Afghanistan sind gegenwärtig die Sicherheit, die Bombardierungen (der USA) und das schnelle Vordringen der Nordallianz", meint etwa Abdul Sattar Sirat. Der Professor für Islamische Studien, der auch in Deutschland ein Verbindungsbüro unterhält, war bereits in den 60er Jahren Justizminister unter Sahir Schah; er zählt noch heute zu seinen engsten Beratern.

Zurückhaltend und ernst skizziert der Professor die Lage. Bevor "Seine Majestät", wie hier alle den Ex-König nennen, zurückgehe, müssten noch einige Bedingungen geklärt werden. So müsse die Sicherheit garantiert sein, möglichst durch UN-Truppen; auch die Modalitäten für den politischen Übergang müssten feststehen. Nicht einmal, wohin der König in der Heimat gehen könne, wisse man im Augenblick so genau. "Vielleicht nach Kabul, möglicherweise aber auch in eine andere Stadt."

Seinen Ärger, dass die Nordallianz trotz aller Warnungen der USA in Kabul längst Fakten geschaffen hat, kann er kaum verbergen. "Die Nordallianz ist kein legitimer Vertreter der Afghanen", wiederholt der Professor immer wieder.

Für die Anhänger Sahir Schahs gibt es nur eine einzige Lösung: "Seine Majestät, die Vater-Figur. Er allein kann das Land einigen." Als eine erste Lösung sollten bereits in Kürze ein "Hoher Rat aller politischen und religiösen Kräfte" gebildet werden, um eine Übergangsregierung unter dem Ex-König zu bilden. Erst danach könne die "Loja Dschirga", die Große Ratsversammlung aller afghanischen Stammesführer, zusammengerufen werden.

Auch der weitere Verlauf steht für die Exil-Politiker schon in vagen Umrissen fest: "Wahlen in eineinhalb oder zwei Jahren." Wenigstens darin stimmen die Männer im römischen Exil mit der Nordallianz überein. Burhanuddin Rabbani, von den Taliban entmachteter Präsident und einer der Führer der Nordallianz, hat zwar auch schon das Kommen des Ex-Monarchen in einem Interview begrüßt - "aber bitte nur als Staatsbürger".

 

 

UN verpflichten sich zur zentralen Rolle in Afghanistan
 
New York (dpa) - Der Weltsicherheitsrat hat sich in der Nacht zum Donnerstag auf eine zentrale Rolle der UN beim politischen Wiederaufbau Afghanistans nach dem Taliban-Regime festgelegt. Das höchste Entscheidungsgremium der Vereinten Nationen sagte der Bevölkerung Afghanistans seine volle Unterstützung bei der Bildung einer Übergangsregierung zu.
 

Sie solle "breit angelegt, multi-ethnisch und repräsentativ für das ganze Volk sein und die Menschenrechte aller Afghanen achten, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft und Religion".

Durch die dramatischen Machtveränderungen in Afghanistan war der Weltsicherheitsrat unter Zeitdruck geraten und hatte die Resolution innerhalb von 24 Stunden verabschiedet. UN-Generalsekretär Kofi Annan lobte das schnelle Vorgehen und erklärte: "Wir haben jetzt eine offizielle Grundlage zum Handeln." Seine Organisation sei dabei, ihre Mitarbeiter in das Land zurückzuschicken, um humanitäre Hilfe und Unterstützung jeder Art zu leisten.

Der stellvertretende UN-Sonderbeauftragte Francesc Vendrell werde voraussichtlich am Freitag zu diplomatischen Verhandlungen in Kabul eintreffen, sagte Annan. Das der Resolution zu Grunde liegende politische Konzept war von dem UN-Sonderbeauftragten Lakhdar Brahimi entworfen worden. Brahimi schlägt einen Fünf-Punkte-Plan für die Regierungsbildung in Kabul vor. Zu diesem Paket gehört eine Übergangsverwaltung, die unter anderem eine Verfassung für Afghanistan erarbeiten soll.

Als begleitende Sicherheitsmaßnahme für die maximal zweijährige Übergangsphase schlägt Brahimi vor, eine multinationale Truppe in Afghanistan zu stationieren, oder sogar eine rein afghanische Truppe aufzubauen.

Von der internationalen Gemeinschaft erwartet der Sicherheitsrat laut Resolution, dass sie den Menschen in Afghanistan und den Flüchtlingslagern außerhalb des Landes dringend humanitäre Hilfe zukommen lässt. Außerdem sollten möglichst viele Länder schnell zu verwirklichende Projekte und Langzeitunterstützung für Afghanistan initiieren.

In einem Sonderpunkt forderte der Sicherheitsrat auch die Achtung der Menschenrechte durch "alle" bewaffneten Truppen in Afghanistan. Die Sicherheit in den Regionen, die nicht mehr unter Kontrolle der Taliban stehen, müsse gewährleistet werden. Kabul müsse Hauptstadt des gesamten afghanischen Volkes bleiben. Zivilisten, Übergangsregierung sowie UN-Personal und internationale Helfer in Kabul müssten geschützt werden.

Brahimi will bereits am Freitag mit der "Freundesgruppe" von 21 Ländern, der so genannten Gruppe 21, über Hilfsmaßnahmen für das zerstörte Afghanistan in New York beraten. Zu der G-21 gehört neben den Anrainerstaaten sowie den USA, Russland und China auch Deutschland. Nach den jüngsten militärischen Erfolgen der Nordallianz stellt die Bundesregierung für Afghanistan insgesamt 256 Millionen Mark zur Verfügung.

Taleban leader remains defiant

Source: BBC News
Thursday, 15 November, 2001, 02:41 GMT

Taleban leader Mullah Mohammed Omar has rejected any cooperation in a future broad-based government for Afghanistan.

Speaking to the BBC's Pashtu-language service, he said that the southern city of Kandahar remained in the hands of Taleban fighters.

His statement came as the UN Security Council unanimously endorsed a resolution sponsored by Britain and France, backing a plan for the country's political future drawn up by the top UN envoy to Afghanistan, Lakhdar Brahimi.

As the Northern Alliance continued to extend the area under their control, the United States said it had bombed a building being used by members of Osama Bin Laden's al-Qaeda network.

An official said the building was destroyed and a number of people were killed.

"We don't have any identities of anybody who might be dead," the official added.

'Evil government'

Under the UN-endorsed plan, Mr Brahimi wants to convene a meeting of all Afghan factions within the next few days, and establish a multi-national security force.

But Mullah Omar told the BBC that the Taleban preferred death to participating in what he said would be an evil government.

Asked about the setbacks suffered by the Taleban, he said it was not important how many provinces in Afghanistan were now under his control, because territory could be lost and regained.

Mullah Omar said the struggle for a broad based government had been going on for the last 20 years, but nothing had come of it.

Click here for map of the battlegrounds He was speaking as reports emerged that the Taleban had been forced out of several eastern provinces, and might be losing their grip on the southern stronghold of Kandahar.

The Northern Alliance Interior Minister, Yunis Qanuni, said the Taleban now controlled less than 20% of Afghanistan, as more provinces declared themselves free of their control.

In other developments:

  • Eight aid workers held by the Taleban are freed by US forces
  • UK Prime Minister Tony Blair says the Taleban are in a state of "collapse" across Afghanistan
  • The UK Ministry of Defence says thousands of British troops are on 48-hour standby to be sent to Afghanistan
  • Pakistan says it hopes no single group will occupy Kabul and calls for a demilitarised zone there
  • A leading Pashtun, Gul Agha Sherza, tries to attract Pashtuns away from their support for the Taleban
  • Tens of thousands of refugees are reported to be returning to their homes in territory in northern Afghanistan newly captured by the opposition

Retreat

Taleban forces appear to have retreated towards the northern town of Kunduz, where they are surrounded, and to Kandahar in the south.

The BBC's Adam Brookes reports from the Chaman border crossing that Taleban fighters making their way into Pakistan said their comrades in Kandahar were still entrenched and ready to fight.

The Northern Alliance says there have been popular uprisings in the four eastern provinces of Laghman, Logar, Kunar and Nangahar and that the Taleban have abandoned the central province of Uruzgan.

Reports that ousted President Burhannudin Rabbani is expected in Kabul soon have added to the sense of diplomatic urgency.

The BBC's correspondent in Peshawar, Daniel Lak, says Taleban troops have also largely abandoned the eastern city of Jalalabad.

But with rival tribal leaders apparently competing for power, there are conflicting reports about who controls it now


Bin Laden's nuclear secrets found

FROM ANTHONY LOYD IN KABUL
THE TIMES (UK)
NOVEMBER 15, 2001

  • Times reporter finds blueprint for 'Nagasaki bomb'
  • Singed files left by fleeing terrorists

OSAMA BIN LADEN’S al-Qaeda network held detailed plans for nuclear devices and other terrorist bombs in one of its Kabul headquarters. The Times discovered the partly burnt documents in a hastily abandoned safe house in the Karta Parwan quarter of the city. Written in Arabic, German, Urdu and English, the notes give detailed designs for missiles, bombs and nuclear weapons. There are descriptions of how the detonation of TNT compresses plutonium into a critical mass, sparking a chain reaction, and ultimately a thermonuclear reaction.

Both President Bush and British ministers are convinced that bin Laden has access to nuclear material and Mr Bush said earlier this month that al-Qaeda was “seeking chemical, biological and nuclear weapons”.

The discovery of the detailed bomb-making instructions, along with studies into chemical and nuclear devices, confirms the West’s worst fears and raises the spectre of plans for an attack that would far exceed the September 11 atrocities in scale and gravity.

Nuclear experts say the design suggests that bin Laden may be working on a fission device, similar to Fat Man, the bomb dropped on Nagasaki. However, they emphasised that it was extremely difficult to build a viable warhead.

While the terrorists may not yet have the capability to build such weapons, their hopes of doing so are clear. One set of notes, written on headed notepaper from the Hotel Grand in Peshawar and dated April 26, 1998, says: “Naturally the explosive liquid has a very high mechanical energy which is translated into destructive force. But it can be tamed, controlled and can be used as a useful propulsive fuel if certain methods are applied to it. A supersonic moving missile has a shock wave. That shock wave can be used to contain an external combustion behind the missile . . .”

The document was one of many found in two of four al-Qaeda houses which had been used by Arabs and Pakistanis and even reportedly by bin Laden himself. The houses — two in the Karta Parwan district and the others further to the east — were abandoned on Monday as Taleban units and their allies fled the city.

Attempts had been made to burn the evidence, but many documents still remained. They included studies into the development of a kinetic energy supergun capable of firing chemical or nuclear warheads, external propulsion missiles, preliminary research on the creation of a thermonuclear device, as well as a multitude of instructions for making smaller bombs.

There were also studies into Western special forces’ hostage rescue techniques, phone numbers for industrial chemical and synthetic producers, flight manuals, aerodynamic research, and advanced physics and chemistry manuals.

The houses were identified by local people. Looters had concentrated on more appetising objects, ignoring foreign language documents that were of no use to them.

Bin Laden sees it as his “religious duty” to obtain a nuclear bomb. In an interview with a Pakistani journalist last week, he threatened: “If America used chemical or nuclear weapons against us then we may retort with chemical and nuclear weapons as deterrent.”

Intelligence agencies already have indirect evidence from defectors, middlemen and scientists of bin Laden’s obsession with obtaining or producing a nuclear device.

Al-Qaeda agents are known to have spent more than £1 million trying to obtain enough fissile material to make a “dirty bomb” that, if detonated with TNT in a populous area, could kill thousands and contaminate it for decades.

Intelligence sources told The Times last month that bin Laden and al-Qaeda had acquired nuclear materials illegally from Pakistan. And at least ten Pakistani nuclear scientists have been contacted by agents for the Taleban and al-Qaeda in the past two years, according to reports.

Fears that bin Laden has components for a nuclear weapon is believed to lie behind the warnings from President Bush and Tony Blair that he would commit worse atrocities than the suicide assaults in America if he could.The Prime Minister’s spokesman said: “Bin Laden would have killed 600,000 people on September 11 if he could have done. This underlines again why he has to be stopped. ”


Khalili: ruling over Afghanistan
not merely the right of the United Front

Mashhad, Nov 14, IRNA -- Mohammad Karim Khalili, the leader of one of the branches of Afghanistan's Islamic Unity Party, told IRNA Wednesday that ruling over Afghanistan should not be monopolized to the United Front forces and authorities. Khalili who was calling IRNA from Kabul, added that there is no initiative on the part of any front or party about the future of Afghanistan and the only solution, accepted by all, is the establishment of a broad-based government inclusive of all Afghan tribes and parties. He added that the only possible prerequisite for realization of that broadly recognized objective is providing the necessary preparations for the establishment of the "Afghan Loye Jerge" (council of the elderly sages).

"The said council will in turn provide for the establishment of an interim government," said Khalili, adding that the interim government, too, will in turn pave the way for national democratic elections. Khalili reiterated that the United Front can not take the lead of the nation alone, and if its leaders make such a mistake Afghanistan will still face more crises in the future. He meanwhile announced that Afghanistan's Ghazni city is liberated and currently ruled by the United Front forces, led by Qari Seyed Baba, adding that no Taliban forces have remained in that border region with Iran and the people are living at peace, enjoying their liberties after the fleeing of the Taliban. NA/JB End ::irna 22:50


Victorious Alliance says: We don't want your peacekeepers

Fear of descent into chaos dampens coalition joy

Ewen MacAskill, Luke Harding in Islamabad,
Patrick Wintour and Julian Borger

Thursday November 15, 2001
The Guardian (UK)

The victorious Northern Alliance provided a foretaste of trouble by insisting yesterday that it would take care of security in Afghanistan and that an international peacekeeping force was unnecessary. Within the last 48 hours, the alliance has defied the US by capturing Kabul and has rejected calls from America, Britain and the United Nations to create a broad-based government that would include moderate elements of the Taliban.

The latest alliance rebuff and the re-emergence of feudal warlords in the south of the country dampened celebrations in Washington and London over the ease with which Kabul fell on Tuesday.

Both the US and Britain are anxious to see an international force in Kabul as soon as possible. The UN, too, has been making arrangements for a multinational force.

But the Northern Alliance foreign affairs spokesman, Abdullah Abdullah, said he saw the future role of the UN mainly as "observers".

Asked about allowing in an international peacekeeping force, Mr Abdullah said: "The obstacle to achieving peace is, of course, the Taliban and the terrorists. After getting rid of the Taliban and the terrorists, there won't be war and won't be a need for international peacekeeping forces."

The fear, shared by the UN, is of repeat of the descent into chaos that followed the overthrow of the Soviet-backed Afghan regime a decade ago, when the mojahedin factions that had fought the Russians turned on each other.

In Washington, the White House spokesman, Ari Fleischer, insisted that President Bush, was "very pleased" with developments in Afghanistan.

But the speed of the alliance advance and the collapse of the Taliban has thrown into disarray plans by the UN, the US and Britain for a multi-ethnic coalition government.

The UN is sending its special envoy, Francesc Vendrell, into Kabul tomorrow to assess how far the alliance is prepared to cooperate in allowing an international force in and creating a broad-based government.

America's special envoy to Afghanistan, James Dobbins, arrived in Pakistan last night to discuss how to forge the diverse groupings in Afghanistan into a government.

That task was made even more formidable by the re-emergence of the warlords who have been hibernating for the last five years of Taliban rule. Tribal leaders seized Oruzgan province and were poised to take Kandahar, the Taliban stronghold in the south-east. Various tribal groupings were fighting for control over Jalalabad.

Mr Vendrell and Mr Dobbins will have to decide how many of these leaders - who like the Taliban are from the majority Pashtun ethnic grouping - can be accommodated in a new government.

The former Afghan king, Zahir Shah, 87, who is in exile in Rome, issued a call for unity yesterday. His advisers say he intends returning to Afghanistan to play a role as a figurehead round which the various groups can unite.

The Northern Alliance is in a strong bargaining position, having possession of much of Kabul and most of the north of the country. But the US and the UN can threaten to withhold the financial aid needed to rebuild the country unless the alliance compromises over security and over creating a government that will include Pashtun leaders, former Taliban members among them.

The UN wants to hold a meeting of all the Afghan factions within the next week, preferably outside the country. The United Arab Emirates offered yesterday to host the meeting. But the Northern Alliance is instead inviting prospective members to Kabul.

Yesterday the UN security council was discussing a British-French resolution on the make-up of a future Afghan government.

The draft resolution stressed that the government should be multi-ethnic; that the UN should support efforts to establish security in areas no longer under Taliban control; and that the Afghans should fulfil human rights obligations.

Foreign Office minister Ben Bradshaw challenged the Northern Alliance by insisting that moderate Taliban members could form part of any government sponsored by the UN.

He also said there was growing evidence that former Taliban leaders were defecting, and were examining other political options, including the return of the former king.

Amnesty International UK wrote to Tony Blair yesterday accusing ministers of being complacent about the human rights record of the alliance. Its director of communications, Richard Bunting, said: "By failing to appreciate the gravity of the human rights concerns in relation to Northern Alliance leaders, UK ministers at best perpetuate a culture of impunity for past crimes; at worst they risk being complicit in human rights abuse."


Foreign military force unlikely to control territory

War on terrorism: United Nations

By David Usborne in New York
The Independent (UK)
15 November 2001

The United Nations is looking at sending a multinational force into Afghanistan primarily to shadow the troops and commanders of the country's warlords and to monitor the actions of the Northern Alliance. However, the troops would not take any explicit role in controlling territory.

The aim, UN officials said, would be at least to give the impression that the Afghans themselves were in charge of stabilising their own land. "You do not take a command position in a situation like this," one official noted, asking not to be named. "You stand behind them and ventriloquise to a certain extent."

The UN Security Council was ready last night to adopt a new resolution giving broad but non-specific support to the deployment of foreign troops. The draft encourages governments "to support efforts to ensure the safety and security of areas of Afghanistan no longer under Taliban control".

The same resolution aims to give clear backing to the UN special envoy dealing with Afghanistan, Lakhdar Brahimi, who is rushing to jump-start a process leading to the creation of a two-year transitional government in Kabul. Mr Brahimi is planning to convene a first conference of delegates of the National Alliance and other exile groups by early next week, probably in the United Arab Emirates, to begin political consultations.

Any multinational force will be composed in the first instance of soldiers from Britain and the United States, because they already have troops in the region. Several other countries are expected to send reinforcements, however, including Turkey, Australia, Malaysia, France, Canada and possibly Bangladesh.

Diplomats in New York drew a contrast with the multinational force deployed in Kosovo, which aggressively advanced and secured territory. This would be a lower-profile, stop-gap operation. And it would not be a UN force, which would take too long to organise. The Afghans have made it clear they only want foreign soldiers inside their borders for a short time.

Once there, the multinational force would assume several tasks. The operation to hunt down the al-Qa'ida network and Osama bin Laden as well as the Taliban leadership is far from over. That effort would continue. At the same time, foreign troops would be called upon to help tribal leaders and commanders police the cities and the countryside and to ease the flow of humanitarian aid.

There is also a desire that the Northern Alliance should feel it is being kept under scrutiny by the foreign community. "We will be sending as many people to as many places as possible to mark the Northern Alliance's card," one diplomat noted. The aim is to prevent any further atrocities being committed and to curb any instincts the Alliance might have to declare itself the government. Keeping an eye on the Northern Alliance will be the role of a second special UN envoy to Afghanistan, Francesc Vendrell, an assistant secretary general. A close adviser to the UN secretary general, Kofi Annan, Mr Vendrell is expected to travel to Kabul from Pakistan within 48 hours to set up a UN office in the capital. He will also be impressing upon the Northern Alliance that it should not be moving to take permanent control of the capital city.

Mr Brahimi, meanwhile, who is a former Algerian foreign minister, will be entering a diplomatic hailstorm as different factions jostle for representation at the conference he is attempting to convene next week. His aim is to reach an agreement to set up a more formal consultative conference to forge a pact on a transitional government. Later, perhaps early in the New Year, he would attempt to convene a traditional national assembly of all the tribes, known as a loya jirga, to endorse the work of the consultative conference, which would eventually include the drafting of a new constitution.

Central to Mr Brahimi's efforts will be the former Afghan king, Zahir Shah, 87, who has been meeting exile groups in Rome, where he has lived in exile for nearly 30 years. The best hope Mr Brahimi has of involving the non-Taliban elements of the majority Pashtun tribe in future talks is if they accept the over-arching authority of the former king. However, the UN does not see a long-term role for him.

The status of Kabul is also on Mr Brahimi's agenda. UN officials expect him in the medium term to try to establish the capital as a demilitarised zone. Again, foreign soldiers would probably be deployed behind Afghan troops to guard the perimeter of the city to stop other armed factions entering.


Afghan Government Only Under U.N. Supervision: Indian PM

NEW DELHI, Nov 15, 2001 (Xinhua) -- Indian Prime Minister Atal Bihari Vajpayee said on Wednesday that a new government in Afghanistan must be formed under United Nations supervision, the Statesman newspaper reported here on Thursday.

Vajpayee said his government had received "concrete suggestions " in this regard following the takeover of Kabul by the Northern Alliance, but refused to divulge the details, the newspaper said.

The prime minister made these remarks at his residence while receiving festival greetings from his ministers and other prominent people on the occasion of one of India's most important festivals, Deepawali.

Vajpayee appeared happy that the international coalition had achieved initial success in Afghanistan and stressed that the fight against terrorism would continue, said the Statesman.

Vajpayee, who just returned from his three-nation tour to Russia, United States and Britain, termed his visit as "highly successful" and stressed that the world was realizing the importance of India and the role it could play in the global arena.


U.S. Military Cautions War Not Over in Afghanistan

By Charles Aldinger
Wednesday November 14 10:41 PM ET

WASHINGTON (Reuters) - With the Taliban reeling before rebel forces and U.S. warplanes, the Pentagon cautioned on Wednesday the war in Afghanistan was not over and America was prepared to fight a guerrilla conflict there if necessary.

A senior U.S. military official told reporters that anti-Taliban Northern Alliance troops had made gains south of the captured capital of Kabul and that Pashtun rebels were also fighting to capture the key Kandahar airport to the south.

But Rear Adm. John Stufflebeem, a top operations officer on the military's Joint Staff, also said at a Pentagon briefing that it was far too early to declare victory over the Taliban and al Qaeda guerrillas headed by Saudi-born militant Osama bin Laden.

If their southward retreat from Kabul was toward caves in the mountainous south, the admiral suggested in response to questions, U.S. troops might have to go in and find them.

On Wednesday night, U.S. special forces rescued eight Western aid workers, including two Americans, who had been held by the Taliban under threat of death since August for allegedly spreading Christianity.

President Bush said, with the rescue, the United States had completed one of its missions in Afghanistan, but the main goal had yet to be accomplished.

``We still want al Qaeda and we want to make sure that Afghanistan is no longer a safe haven for terrorist activity,'' Bush told reporters at his ranch in Crawford, Texas.

Earlier on Wednesday, Defense Secretary Donald Rumsfeld told reporters traveling with him on a trip to New York City that elite U.S. Special Operations troops had set up checkpoints along roads in southern Afghanistan to keep Taliban and al Qaeda fighters from moving in either direction.

``If people know you're there, they are less likely to come,'' Rumsfeld said of the American troops, who were also directing U.S. air strikes against the Taliban and al Qaeda.

'YOU SHOOT THEM' -- RUMSFELD

Asked if any action might have been taken against those who had been stopped at the checkpoints, he replied:

``If they're the kind you want to shoot, you shoot them.''

``We don't assume that the job is nearly over with,'' Stufflebeem said at the Pentagon briefing. ``It is too early, we don't have enough factual information to assume that this war in Afghanistan is about to end.''

Stufflebeem said the U.S. military still had to find and destroy the al Qaeda network of bin Laden, accused by Washington of masterminding the Sept. 11 attacks on America.

``The U.S. is prepared if necessary to conduct a guerrilla war or a counter-guerrilla war,'' to hunt the Taliban and al Qaeda forces in the caves of southern Afghanistan if that is where they flee after this week's fall of Kabul to the Northern Alliance, he told reporters.

``The Northern Alliance has continued to make gains south of Kabul as well as Herat and at the outskirts of Jalalabad, but this is just a snapshot and the situation remains fluid,'' Stufflebeem said.

``Anti-Taliban opposition groups in southern Afghanistan are rebelling against Taliban control, especially near Kandahar. Again, though, this situation is very dynamic,'' he added.

KANDAHAR AIRPORT UNDER FIRE

He said he could not be more specific than to say that at least one anti-Taliban group other than the Northern Alliance was fighting to capture the airport at Kandahar, southern stronghold city of the Taliban.

Both Vice President Dick Cheney and Rumsfeld said that while gains by opposition rebels in recent days had been impressive the war was not over.

``This is a very good beginning to what's likely to be a long struggle,'' Cheney said in a speech to the U.S. Chamber of Commerce in Washington.

``They (the Taliban) have lost their control over a major part of Afghanistan. They've lost control of most of the cities. Many of their forces have been killed, captured or fled to the hills,'' he said.

Later in an interview on CBS's television's ``60 Minutes II,'' Cheney said the Taliban's guest, bin Laden, was probably still in Afghanistan but likely on the run.

``I think he's having to move pretty dramatically from place to place to try to stay ahead of the advancing forces of the opposition,'' Cheney said.

But he vowed, ``We'll keep after him until we smoke him out and run him to ground.''


U.S. Military Analysts Say Taliban Defeated

Wednesday, November 14, 2001 10:26 PM EST

Tabassum Zakaria

WASHINGTON (Reuters) - The Taliban are defeated, unlikely to win even guerrilla warfare with supply lines and internal support cut off, and their leadership's days in cave hide-outs are numbered, U.S. military analysts said on Wednesday.

The Pentagon was more cautious in its assessment of the war in Afghanistan, despite sweeping gains by the anti-Taliban Northern Alliance, including in the capital Kabul.

``It is too early, we don't have enough factual information to assume that this war in Afghanistan is about to end,'' Rear Adm. John Stufflebeem, a senior operations officer with the military's Joint Staff, told a media briefing.

But analysts said the Taliban were cornered, their options were limited, and even fleeing to the hills would not save them.

The current situation differed from the 1980s when Afghan fighters defeated the Soviet invasion after a decade of guerrilla warfare in rugged mountain terrain, analysts said.

This time, opposition Afghans want to vanquish an internal force -- the Taliban that ruled for five years through an interpretation of Islamic teachings that included forbidding women from working and education.

One symbolic shedding of Taliban rule came in the simple act of men in Kabul shaving long beards they were forced to grow under that regime.

``The Soviets were an occupying army, this is the Afghan people essentially liberating themselves. A lot of the people who fought the Soviets are the people overthrowing the Taliban,'' said Michael Vickers, director of strategic studies at the Center for Strategic and Budgetary Assessments, a nonpartisan think tank specializing in defense issues.

``The Taliban are really on the ropes, it looks like they abandoned some of the southern cities a while ago and were keeping a token presence,'' he said.

Vickers dismissed the notion that the Taliban were conducting a strategic withdrawal from major Afghan cities, noting that the leadership had issued calls for followers to obey and stick together.

``They're not retreating, they're not withdrawing, they're in a total rout, they're panicked,'' said Bill Taylor, senior adviser of international security affairs at the Center for Strategic and International Studies. ``As a governing entity, the Taliban is finished.''

HUNT FOR LEADERS

The U.S. military's job is not finished. It still must hunt down and destroy Osama bin Laden's al Qaeda network and the Taliban leadership, who could be hiding in mountain caves.

The United States blamed bin Laden for the Sept. 11 attacks on New York and Washington that killed thousands of people, and the U.S. military has bombed Afghanistan since Oct. 7 to destroy the Taliban for harboring the Saudi-born militant.

``We still want al Qaeda, and we want to make sure that Afghanistan is no longer a safe haven for terrorist activity,'' President Bush said at his Texas ranch. ``That is yet to be accomplished. In the meantime, we're making substantial progress on the ground,'' he added.

Increasing Taliban defections mean more information for U.S. special forces to pinpoint the location of bin Laden and top Taliban leaders, analysts said.

One indicator that U.S. forces were receiving more intelligence was the bombing of a building in Afghanistan where al Qaeda members were gathered on Tuesday.

The people inside were killed when U.S. military jets and a CIA unmanned plane equipped with anti-tank Hellfire missiles attacked the building. But their identities were not known, a U.S. official said on condition of anonymity.

Taliban and al Qaeda forces can only survive for a limited time in mountain hide-outs without supplies such as food, water, ammunition and arms, analysts said.

``And they can be blocked once you take the major towns and cities,'' Taylor said.

Some members of al Qaeda and the Taliban are easy to spot, and will be in danger of betrayal now the opposition is winning, in return for hefty rewards offered by the United States, analysts said.

``As far as the guerrilla war option, these guys are hated and there's bounties on their heads and some of them stick out like sore thumbs,'' Vickers said, noting that they including Arabs, Chechens and Pakistanis.

``They're not long for this world. And the box in which they're in has shrunk substantially,'' he added.

Taylor said the U.S. military should not send in large numbers of ground forces because they would be a big target for guerrilla warfare -- ``The Russians learned that the hard way.''

Instead, Special Operations forces will be key to hunting down bin Laden and al Qaeda and Taliban leaders.

``It could be a special forces raid, but most likely a combination of special forces working with opposition forces as was done in the north, or just someone betraying them, because the tides are shifting now pretty suddenly,'' Vickers said.


Taliban's 'dervishes of death' fight
back with guns, rockets and suicidal ambushes

War on terrorism: Afghanistan

By Justin Huggler in Taloqan, Afghanistan
The Independent (UK)
15 November 2001

We saw them march out of town, laughing columns of men, a victorious army on its way to liberate the Taliban's last stronghold in the north. And we saw them return, pitiful little bands of broken men, some with legs blown away, others riddled with machine-gun fire.

The war in Afghanistan is not over yet. Northern Alliance soldiers were cut down as they tried to march on Kunduz, the last Taliban town holding out in the north. But it was not the true Afghan Taliban who laid the trap. It was the volunteers who came from abroad, from Arab countries, Pakistan, and Chechnya to fight the jihad in Afghanistan, the so-called "Afghan Arabs" led by Osama bin Laden.

They drove in 38 Russian trucks, on a narrow road between two rows of houses where the Taliban soldiers were lying in wait on the roofs. They made no attempt to defend themselves, the Taliban commander in Kunduz was supposed to have defected, and Kunduz and the whole of northern Afghanistan were there for the taking. And then the Taliban soldiers on the roofs opened fire on them with guns and rockets..

"They were so close I could hear them speaking to each other," said Abdul Mawlood, a 24-year-old with the bones in his leg shattered by the machine-guns. "I could hear them speaking Urdu [a Pakistani language]".

He lay in the hospital, amid the rotting stench of old blood. There were bloodstains everywhere, and in the background you could hear the howling of a man who had just been brought in after driving over a landmine. "Allah," he cried, and the sound rose higher and higher into an inhuman yelp.

Mr Mawlood fell from the truck when they shot him, and crawled into the ditch where he hid. "I could see one of my comrades, lying wounded in the road," he said. "Some of the foreigners [volunteers] came up to him and shot him dead where he lay. They didn't see me."

He lay there bleeding until Northern Alliance relief forces came and dragged him away from the slaughter. Three hundred soldiers drove into that village. Fifty of them died, according to a commander. Several were injured by trucks desperately trying to reverse.

Similar stories are coming from all over Afghanistan. We heard of a village further north where the foreign volunteers, overwhelmed by Northern Alliance forces, waited until the Alliance troops were upon them and then killed themselves with grenades. Like the pilots who flew the planes into the World Trade Centre, they were not afraid to die.

But the foreign volunteers are almost the only ones fighting now. Across the country, the Afghan Taliban are defecting or surrendering. After steadily losing the war in Afghanistan for five years, the Northern Alliance has suddenly swept the country, and, except for the foreigners, the once all-powerful Taliban are melting away like snow.

It is not hard to find out why. On a ridge next to an old graveyard, just outside Taloqan, we found Taliban soldiers in little pieces. Twisted pieces of metal littered the ground, the remains of five tanks destroyed by an American bomb. Scattered around were strange little burnt fragments, with the springy texture of cooked meat. It took a while to realise they were bits of the bodies of Taliban soldiers blown to pieces by the bombs.

"It was terrible when the planes came," said Sakhi Mohammed, an Afghan Talib soldier taken prisoner by the Northern Alliance. "There were hands flying in the air. Lots of my friends died. Sometimes they bombed the jeeps, and the bits of jeep were thrown hundreds of metres away. How do you find the bodies if jeeps are blown apart like that?"

The Taliban endured weeks of that bombing before capitulating to the Northern Alliance's advance. But Mr bin Laden's "Afghan Arabs" are still fighting tooth and claw.

We found three of them in the prison. One had gone completely mad. He crouched on the dirt floor, gesturing wildly with his hands and crying out in a high, unearthly voice: "I am God! I am God! Bin Laden is God! Bin Laden is God!"

At times he became frantic,and seemed to act out some grotesque death. He ran his finger across his throat, and rolled his tongue out like a dying man. Then he seemed to be miming a man with his eyes popping out. What horror had he seen to make him act like that?

The prison guards said they believed he was feigning insanity in an attempt to be released. They said they found him manning a gun on the Taliban lines when the Northern Alliance captured Taloqan. Nobody knew his name, or even his nationality, but he was not Afghan.

Saleh Jan, a volunteer from Pakistan, sat smiling disconcertingly in the corner. "I came to Afghanistan to fight for Islam," he said. "If they release me, I will go and kill the Northern Alliance and Americans again."

There was no pretence about him. And for a man who could yet face summary execution – stories of Northern Alliance soldiers killing foreign volunteers are pouring out – he was disarmingly calm, smiling in the corner where the sun crept into the cell.

He wore not only his beard, but also his hair long and unkempt, as some very devout Muslims do, and he had the slightly crazed air of a mystic, like some dervish of death.

A third foreign volunteer, Maqsood Ali, also from Pakistan, sat quietly at the other side of the room. He was pleading ignorance. But not Mr Jan. He knew all about the 11 September attacks in New York and Washington, unlike most Afghan Taliban prisoners, who say they know nothing about them; some do not even seem to have heard they happened.

Mr Jan said: "What happened in New York was good. America suddenly felt on itself what it has inflicted on the rest of the world."

Asked about the fact that it was innocent civilians who died in New York and Washington, he replied: "Where were you with your concern for innocent civilians when Muslim civilians were dying in Palestine? Innocent civilians have been dying here in Afghanistan."

Mr Jan said he travelled to Saudi Arabia to study Islam before arriving in Afghanistan. "Bin Laden? I don't know anything about him," he said. "I don't even know if bin Laden is Afghan or Arab. I certainly don't take orders from him. But if America is an enemy of Islam I will kill Americans. I want to liberate the other countries of the world, and make one Muslim nation." And he sat smiling in the corner, a small man in a traditional coat that was too big for him.

The Northern Alliance says it has Kunduz surrounded now. But "Afghan Arabs" like Mr Jan are believed to be all over Afghanistan – more of them in the south where the al-Qa'ida training camps were – and Mr bin Laden's dervishes of death say they will fight to the end.


AFGHANISTAN
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Die letzte Reportage

 © Thomas Hegenbart
stern-Reporter Volker Handloik, 40, (l.),
stern-Fotograf Thomas Hegenbart (r.)
Volker Handloik wollte sich am Sonntag in der stern-Redaktion in Hamburg melden, um über den letzten Stand der Offensive der Nord-Allianz im Frontabschnitt bei Dasht-e-Qaleh zu berichten. Zusammen mit fünf weiteren Journalisten ging er am Nachmittag auf einem Schützenpanzer der Oppositionstruppen auf Erkundungsfahrt. Ein örtlicher Kommandant hatte die Reporter dazu eingeladen. Dabei geriet der Schützenpanzer nicht weit außerhalb der Ortschaft in einen Hinterhalt der Taliban. Die eröffneten das Feuer mit Maschinengewehren und Granatwerfern. Bei dem Gefecht starben die französischen Rundfunkjournalisten Johanne Sutton, 34, und Pierre Billaud, 31. Auch der 40-jährige Volker Handloik wurde bei dem Angriff getötet. Sein Leichnam konnte erst gegen Morgen geborgen werden. Die Schilderung der Erkundungsfahrt sollte die folgende Reportage über Commander Hassan, seine Truppe und die anderen Bündnispartner des Westens einleiten.

Die unheilige Allianz
Vor Mamur Hassans weitläufigem Landgut liegt das Wrack eines Taliban-Flugzeugs, abgeschossen von seinen Männern. In seinem Garten schnäbeln Gänse, in seiner Voliere wandern Fasane am Gitter entlang, eine Platane spendet Schatten, und er, der Kriegsherr, sitzt - nein, er thront auf einer Holzbank, und hinter ihm steht sein Sohn Ata, der Kronprinz. Mamur Hassan, der "Warlord" im Grenzgebiet, hält Hof. Seine Lieutenants umringen ihn. Menschen bringen Bittbriefe, der Kriegsherr schreibt Passierscheine. Ein halbes Dutzend seiner Männer hält in Uniform Wache. Neben einem Obstgarten steht eine Zwillingsflugabwehrkanone, zwischen Gesindeküche und Gästehaus lagern tarngrüne Munitionskisten - ein friedvolles Kriegslager.
Klinikausrüstung, an der tadschikischafghanischen Grenze zu wechseln: Kosten 1400 Dollar. Dann erhoben die Gebietsfürsten am Grenzposten bei Ai Khanoum noch einmal 1400 Dollar "Einfuhrzoll" für Medikamente, Milchpulver und Wärmedecken, die für die 70 000 Flüchtlinge auf dem Gebiet der Nord-Allianz bestimmt waren. Ein leitender Funktionär des "Außenministeriums" der Nord-Allianz in Chodja Bahauddin kaufte sich kürzlich vier neue japanische Jeeps. Erworben mit dem Geld, das örtlichen Dolmetschern und Fahrern von Hilfsorganisationen abverlangt wird, bis zu 20 Prozent ihrer Einnahmen. Kasse wird bei allem gemacht: Unterkunft für Journalisten, Passierscheine, Flussüberquerungen. Der Dollar verlor wundersamerweise innerhalb von vier Wochen die Hälfte seines Wertes.

Doch selbst dieses Außenministerium ist ein Nichts. Wirklich Geld verdient der Provinzfürst Mohammed Kabeer  Marzban, Herr von Chodja Bahauddin, ein alter Mudschaheddin und Kumpel von Mamur Hassan, welcher bei Dasht-e-Qaleh sitzt, inmitten seiner Fasane und Gänse und treuen Usbeken-Milizen. Wenn Marzban heute nicht mehr will, zieht das "Außenministerium" morgen aus. Durch Marzbans Gebiet läuft der Hauptexportweg afghanischen Opiums Richtung Tadschikistan.

"Das Land der Seufzer"
Der örtliche Warlord ist das Gesetz. Der ferne "König" - in diesem Fall Präsident Burhanuddin Rabbani - wird kaum wahrgenommen. Verwildertes Afghanistan - "das Land der Seufzer", wie es in der Landessprache, in Paschtu heißt. "Hat sich
Mamur Hassan, 57 ist er (vielleicht, so genau weiß er das selbst nicht), hat eine erstaunlich junge Stimme, zwei Frauen, sieben Kinder, 1000 Pferde und 5000 treue Soldaten. Er ist notorischer Rebell, Mudschaheddin, einer der Gotteskrieger, die schon gegen die sowjetische Besatzung gekämpft haben, und unter den Mudschaheddin ein Gebietsfürst, ein so genannter Commander. Er ist ein guter Mann. Er ist ein weiser Herrscher. Und er symbolisiert die Nord-Allianz und ihr Feudalwesen und mit ihm alles Schlechte Afghanistans. Denn seine Macht, die er nie aufgeben wird, steht jeder zukünftigen Zentralgewalt entgegen.

Verwobener Flickenteppich kleiner Herrschaftsgebiete
Männer wie er sind die letzte funktionierende Instanz in Afghanistan, aber so lange es ebendiese Männer gibt, wird das Land nie wirklich funktionieren. Männer wie er nehmen das Gesetz in ihre eigenen Hände, wenn sie es anderen entwunden haben. Sie sprechen Recht, wie an diesem Tag unter dem großen, schattigen Baum. Erst kürzlich ließ Mamur Hassan vier Männer, angeblich Mörder und Vergewaltiger, henken, öffentlich. Wie soll man auch anders richten in einem Land, das keinen Staat kennt, das ein unergründliches Feudalwesen ist? Das aus einem verwobenen Flickenteppich kleiner Herrschaftsgebiete besteht, die Polizeigewalt ausüben, Steuern erheben, Wegezölle eintreiben. Schamlos plündern die örtlichen Fürsten sogar Hilfskonvois. Sie nennen es Transportzoll oder "Steuern".

Die Organisation "Cap Anamur" wurde im Oktober gezwungen, die Lastwagen für ihre 40-Tonnen-Lieferung, inklusive

 © Thomas Hegenbart
Beten, bevor es in die Schlacht geht
Mamur Hassan, 57 ist er (vielleicht, so genau weiß er das selbst nicht), hat eine erstaunlich junge Stimme, zwei Frauen, sieben Kinder, 1000 Pferde und 5000 treue Soldaten. Er ist notorischer Rebell, Mudschaheddin, einer der Gotteskrieger, die schon gegen die sowjetische Besatzung gekämpft haben, und unter den Mudschaheddin ein Gebietsfürst, ein so genannter Commander. Er ist ein guter Mann. Er ist ein weiser Herrscher. Und er symbolisiert die Nord-Allianz und ihr Feudalwesen und mit ihm alles Schlechte Afghanistans. Denn seine Macht, die er nie aufgeben wird, steht jeder zukünftigen Zentralgewalt entgegen.

Verwobener Flickenteppich kleiner Herrschaftsgebiete
Männer wie er sind die letzte funktionierende Instanz in Afghanistan, aber so lange es ebendiese Männer gibt, wird das Land nie wirklich funktionieren. Männer wie er nehmen das Gesetz in ihre eigenen Hände, wenn sie es anderen entwunden haben. Sie sprechen Recht, wie an diesem Tag unter dem großen, schattigen Baum. Erst kürzlich ließ Mamur Hassan vier Männer, angeblich Mörder und Vergewaltiger, henken, öffentlich. Wie soll man auch anders richten in einem Land, das keinen Staat kennt, das ein unergründliches Feudalwesen ist? Das aus einem verwobenen Flickenteppich kleiner Herrschaftsgebiete besteht, die Polizeigewalt ausüben, Steuern erheben, Wegezölle eintreiben. Schamlos plündern die örtlichen Fürsten sogar Hilfskonvois. Sie nennen es Transportzoll oder "Steuern".

Die Organisation "Cap Anamur" wurde im Oktober gezwungen, die Lastwagen für ihre 40-Tonnen-Lieferung, inklusive

 © Thomas Hegenbart
Verlassene Stellungen der Taliban:
Hier gerieten sie in einen Hinterhalt
Klinikausrüstung, an der tadschikischafghanischen Grenze zu wechseln: Kosten 1400 Dollar. Dann erhoben die Gebietsfürsten am Grenzposten bei Ai Khanoum noch einmal 1400 Dollar "Einfuhrzoll" für Medikamente, Milchpulver und Wärmedecken, die für die 70 000 Flüchtlinge auf dem Gebiet der Nord-Allianz bestimmt waren. Ein leitender Funktionär des "Außenministeriums" der Nord-Allianz in Chodja Bahauddin kaufte sich kürzlich vier neue japanische Jeeps. Erworben mit dem Geld, das örtlichen Dolmetschern und Fahrern von Hilfsorganisationen abverlangt wird, bis zu 20 Prozent ihrer Einnahmen. Kasse wird bei allem gemacht: Unterkunft für Journalisten, Passierscheine, Flussüberquerungen. Der Dollar verlor wundersamerweise innerhalb von vier Wochen die Hälfte seines Wertes.

Doch selbst dieses Außenministerium ist ein Nichts. Wirklich Geld verdient der Provinzfürst Mohammed Kabeer  Marzban, Herr von Chodja Bahauddin, ein alter Mudschaheddin und Kumpel von Mamur Hassan, welcher bei Dasht-e-Qaleh sitzt, inmitten seiner Fasane und Gänse und treuen Usbeken-Milizen. Wenn Marzban heute nicht mehr will, zieht das "Außenministerium" morgen aus. Durch Marzbans Gebiet läuft der Hauptexportweg afghanischen Opiums Richtung Tadschikistan.

"Das Land der Seufzer"
Der örtliche Warlord ist das Gesetz. Der ferne "König" - in diesem Fall Präsident Burhanuddin Rabbani - wird kaum wahrgenommen. Verwildertes Afghanistan - "das Land der Seufzer", wie es in der Landessprache, in Paschtu heißt. "Hat sich


 © Thomas Hegenbart
Mamur Hassan: Kriegsherr von Dasht-e-Qaleh
jemals jemand um uns geschert, bevor New York in Flammen aufging?", fragt Mamur Hassan und lacht sein jungenhaftes Lachen. "Wir werden niemals müde zu kämpfen." Es gibt hier Schlimmere als diesen Mamur Hassan, Bessere kaum.

Soziale Verantwortung in dem durch 22 Jahre Krieg und Besetzung demoralisierten Landstrich kennt niemand. Es existieren zwar "Ministerien". Doch bis auf das Verteidigungs- und das Sicherheitsministerium sind sie Chimären: Lehrer und Ärzte gibt es kaum, oder sie werden nicht bezahlt. Das Flüchtlingselend wird durch westliche Hilfsorganisationen und das Nachbarland Iran gemildert.

Nur der heutige Tag zählt
Eine Million Tote, unzählige Verkrüppelte durch einst 50 Millionen Landminen haben die Menschen in ein modernes Mittelalter gestoßen, in dem nur der heutige Tag zählt. Intelligenz und Mittelschicht wurden ausgerottet oder sind geflohen. In den Bürgerkriegswirren entwickeln sich Verhältnisse, wie man sie in Europa seit dem Dreißigjährigen Krieg nicht mehr kennt. Eine Familie aus Chodja Bahauddin zum Beispiel wechselt seit 21 Jahren alljährlich ihre Wohnstatt, zieht von hier nach da, geht mit der Front und den Wechselfällen des Lebens, die sie weder verstehen noch beeinflussen kann.

In der Zeit gestrandete Polizisten in altersmüder Uniform und wackeliger Schirmmütze stapfen durch den Wüstendreck,


 © Thomas Hegenbart
Freude über jede amerikanische Bombe,
die auf den Gegner fällt
versuchen einen Verkehr zu regeln, den es nicht gibt, Ordnung zu halten, die niemanden mehr interessiert. Zurückgeblieben bei dieser Lebensweise auf dem Gebiet der Nord-Allianz sind arme Bauern und brotsuchende Soldaten und kleine Geschäftemacher.

Tolles Artillerie-Duell
Geschäfte: Über die angeblich so hart umkämpfte Frontlinie wird Benzin in das Gebiet der Nord-Allianz gebracht, gutes Benzin, das zuvor die Turkmenen an die Taliban verkauft haben. Um Geld von den jeweiligen Sponsoren zu erhalten, werden auch schon mal Gefechte abgesprochen; "National Geographic" zuliebe, so berichten es die Milizionäre, wurde im vergangenen Jahr ein tolles Artillerie-Duell aufgeführt, das schlagartig ein Ende fand, als das Kamerateam seine Ausrüstung einpackte: Zweck erfüllt.

Handel: Die gesamte Nahrung, alles außer Reis, wird aus dem Taliban-Gebiet mit Eselskarawanen eingeschmuggelt. Auch daran verdienen die örtlichen Machthaber, die fast alle emporgekommene Mudschaheddin sind. Zurück über die Grenze gehen Edelsteine aus den berühmten Bergwerken Badachshans und das Rohopium, mit dem die Warlords ihre Soldaten bezahlen. Immer wieder gibt es Berichte, dass die Kriegsherren sich in den Flüchtlingslagern Nachwuchs für ihre Hausmacht pressen. Auffällig oft werden Soldaten der Allianz älter gemacht, als sie sind. Auffällig auch, dass manche Freiwillige keine Waffen erhalten, nicht allein mit Journalisten reden dürfen, sich kaum bewegen können. Manche geben zu, dass ihre Eltern nicht

 © Thomas Hegenbart
Sie glauben fest daran, dass Allah auf ihrer Seite steht und siegen hilft
wissen, wo sie sind.

Krieg ist Alltag geworden. Krieg ernährt Krieg. Die Flüchtlingslager selbst werden als Artilleriestützpunkte missbraucht, am Lager Nowabad, in dem etwa 7000 Menschen leben, hat ein Commander eine 130-Millimeter-Kanone russischer Bauart eingegraben, die lustig ins 30 Kilometer entfernte Taliban-Gebiet feuert.

Wen es dort trifft, Bauern oder Soldaten, interessiert weder ihn noch die vierköpfige Besatzung. Und dass die Antwort der Taliban, ihre Granaten oder Raketen, dann im Flüchtlingslager einschlagen könnten, nehmen sie in Kauf.

Krieg ist Krieg
Krieg ist Krieg. Auch wenn er nur Theater ist, Brauchtum fast, ein Gegner findet sich immer. Erst kämpften sie untereinander, dann gegen die Sowjets, dann erneut untereinander. Wenn die Taliban verschwunden sein sollten, wieder untereinander. Die Nord-Allianz selbst wird dafür sorgen. Mamur Hassan und seine Usbeken wollen nach Westen, um sich bei Mazar-i-Sharif mit General Dostum zu vereinigen. Präsident Rabbani oder der Exilkönig ist ihnen völlig egal.

Die Tadschiken unter General Fahim - auch er ein Ex-Kommunist wie Dostum - streben nach Süden, ins Pandschirtal und in Richtung Kabul. Dort hat man ihnen die Zerstörung der Stadt, die Plünderungen und Massenvergewaltigungen noch nicht


verziehen. Nach Belagerung und dem Sturz des von den Russen eingesetzten Herrschers Nadschibullah waren sie 1992 als Eroberer und nicht als Befreier einzogen. Unvergessen auch die Orgie von 1988 an der "befreiten" Zivilbevölkerung von Kunduz, keine zwei Autostunden von Mamur Hassans Landsitz entfernt, als tadschikischstämmige Truppen sich genauso verhielten, wie man es an der Front der Nord-Allianz über die Taliban hört: Alte verbrannt, Kinder zertreten, Frauen missbraucht und abgeschlachtet. Eine Frauenrechtlerin in Chodja Bahauddin sagt durch ihre Burka hindurch: "Bei den Taliban muss ich aus religiösen Gründen verdeckt sein, bei den Mudschaheddin aus Sicherheitsgründen, denn sonst würden sie jede hübsche Frau vergewaltigen."

Wilddiebe in Uniform
Wilddiebe in Uniform. Verrat ist das falsche Wort für ihre Handlungen. Überleben ist eben alles. General Rashid Dostum ist ein farbiges Beispiel. Direkter Zögling des letzten kommunistischen Präsidenten, verließ er diesen zwei Monate vor seinem Sturz und schloss sich General Massud an, dem "Löwen vom Pandschir", der acht Offensiven der Sowjets trotzte. Der Usbeke Dostum kam durch Verrat, und er ging durch Verrat. Zwischenzeitlich hatte er einen Ministaat um Mazar-i-Sharif errichtet, mit eigener Fluglinie, eigenen Briefmarken, einem Palast mit Plastebäumchen und niedlichem Springbrunnen. Er trank maßlos Alkohol, schneiderte sich eine hübsche Uniform und hielt sich einen Kulturminister. Jetzt ist Dostum aus dem türkischen Exil zurück, zur rechten Zeit, und alles soll so sein wie früher.

General Fahim, Tadschike, Nachfolger des Märtyrers Masoud, war Geheimdienstchef zweier Herren: Erst diente er Nadschibullah, dann Masoud. Er war in Kabul bekannt für seine harte Hand.

Ein afghanisches Sprichwort sagt: "Hinter jedem Berg sitzt ein König." Nach General Massouds Ermordung durch zwei angebliche Journalisten trauten sich die Warlords des Nordens nicht zu ihren Verbündeten ins Pandschirtal im Süden zur Beisetzung des charismatischen Führers - zu groß war ihre Angst vor möglichen Rivalitäten. Massud war es übrigens, der dem "Commander-System" ein Ende bereiten wollte, dieser Quelle aller Zwistigkeiten in einem Land, von dem seine Bewohner sagen: Wenn drei Afghanen sich einig sind, können zwei davon keine Afghanen sein.

Verrat, Bestechung und Intrige
Die Taliban selbst haben die meisten ihrer Landgewinne nicht durch Eroberungen gemacht, sondern durch Verrat, Bestechung und Intrige. Vor allem an der Frontlinie um Taloqan - im Norden des Allianz-Gebietes - haben viele Mudschaheddin mehrfach die Fronten gewechselt. Geld war der Grund: Die Kommandeure hatten von Massud für 3000 Mann Sold genommen, 200 bezahlt, den Rest in die eigene Tasche gesteckt und dann die Fronten gewechselt.

Heute will die Allianz davon nichts mehr wissen und täuscht Einigkeit gegenüber dem Westen vor. Als ob Afghanistan je einig gewesen wäre, 40 Jahre Frieden hat das Land in den letzten Jahrhunderten gekannt, 40 Jahre unter einem milden König, der

von seinem eigenen Schwager fortgejagt wurde, als er zum Einkaufsbummel in Rom weilte.

Allah ist groß!
An diesem sonnigen Tag sitzt neben Mamur Hassan, der einst Agrartechnik studierte, bevor er in die Berge ging und Mudschaheddin wurde, ein Mann mit scharfen Zügen und dunklen Augen. Sein Cousin, der Mann von Hassans Nichte, der Mörder von Hassans Mutter, sein Gegner während 14 Jahren, Ex-Kommunist, Nadschibullah-Soldat. "Wir müssen vergeben lernen", sagt der Kriegsherr, "Afghanistan kommt zuerst, und unsere Feinde müssen wir vertreiben, so ist das eben im Krieg."

Und man sieht an seinen Augen und an der Körperhaltung seiner Lieutnants und in den würdevollen Gesichtern seiner Wesire, dass sie es sein werden, die entscheiden, wer Freund und wer Verbündeter ist, wer Feind und wer Taliban, wenn sie übermorgen wieder in Kunduz sind oder in Mazar-i-Sharif. Und dann weiß man, dass da der Westen nichts, aber auch gar nichts mitzureden hat. Allah ist groß!

Volker Handloik

AUGENZEUGEN
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"Wir haben noch Witze gemacht"
Zwei Journalisten, die den Beschuss eines Panzerfahrzeugs der Nordallianz durch die Taliban überlebten, haben am Montag ihre Eindrücke geschildert. Die französische Hörfunk-Journalistin Veronique Reyberotte (Radio-France), die mit den anderen fünf hinten auf dem Panzer saß, sagte auf France-Inter zu dem Vorfall am Sonntag Abend:

„Wir haben noch Witze gemacht über den eher zurückhaltenden Übersetzer, den wir mitgenommen hatten. Keinen Augenblick haben wir daran gedacht, dass das riskant sein könnte. Der Schützenpanzer ist mit sehr hoher Geschwindigkeit abgefahren, und vielleicht fünf oder zehn Minuten später sind wir nach ein paar Kilometern in diesen Hinterhalt geraten. Sie haben mit Kalaschnikows auf uns geschossen. Sie waren vom Schützenpanzer aus ganz in der Nähe zu sehen, mit den Kalschnikows, mit Anti-Panzer-Raketen.

Sie wollten wohl den Treibstofftank im hinteren Teil des Panzers durchlöchern. Alles ging dann ganz schnell. Viele Feuerstöße, Schüsse waren zu hören. Der Schützenpanzer hat abrupt gebremst, und die Leute sind heruntergefallen oder gesprungen. Es war eine dunkle Nacht, sie sind von dem Schützenpanzer gesprungen, vor allem Johanne Sutton und Pierre Billaud. Der Panzer ist sehr, sehr schnell wieder angefahren und wurde dabei noch ein paar Mal beschossen. Weiter weg sind wir bei einem Unterschlupf angekommen.

"Uns überkam Angst"
Es kam nicht in Frage, noch einmal umzukehren. Es wurde viel über Funk darüber gesprochen, auf welcher Strecke man durchkommen könnte, wir waren ein bisschen mitten in nirgendwo. Uns überkam Angst, wir wollten wissen, was aus unseren Freunden geworden war, die von dem Panzer gefallen waren.“

Paul McGeough von der australischen Zeitung „Sydney Morning Herald“ schrieb in einer E-Mail an seine Zeitung: „Drei von uns haben sich in Erwartung eines grausamen Todes (auf dem Fahrzeug) festgehalten, und wir überlebten“. Geoff Kitney, für die Außenpolitik bei der australischen Zeitung zuständig, sagte der australischen Nachrichtenagentur AAP zufolge nach einem Telefongespräch mit dem Reporter: „Er ist immer noch ziemlich mitgenommen, aber er kann seinen Job machen, er schreibt weiterhin Berichte“.

 © Thomas Hegenbart
Beten, bevor es in die Schlacht geht
Mamur Hassan, 57 ist er (vielleicht, so genau weiß er das selbst nicht), hat eine erstaunlich junge Stimme, zwei Frauen, sieben Kinder, 1000 Pferde und 5000 treue Soldaten. Er ist notorischer Rebell, Mudschaheddin, einer der Gotteskrieger, die schon gegen die sowjetische Besatzung gekämpft haben, und unter den Mudschaheddin ein Gebietsfürst, ein so genannter Commander. Er ist ein guter Mann. Er ist ein weiser Herrscher. Und er symbolisiert die Nord-Allianz und ihr Feudalwesen und mit ihm alles Schlechte Afghanistans. Denn seine Macht, die er nie aufgeben wird, steht jeder zukünftigen Zentralgewalt entgegen.

Verwobener Flickenteppich kleiner Herrschaftsgebiete
Männer wie er sind die letzte funktionierende Instanz in Afghanistan, aber so lange es ebendiese Männer gibt, wird das Land nie wirklich funktionieren. Männer wie er nehmen das Gesetz in ihre eigenen Hände, wenn sie es anderen entwunden haben. Sie sprechen Recht, wie an diesem Tag unter dem großen, schattigen Baum. Erst kürzlich ließ Mamur Hassan vier Männer, angeblich Mörder und Vergewaltiger, henken, öffentlich. Wie soll man auch anders richten in einem Land, das keinen Staat kennt, das ein unergründliches Feudalwesen ist? Das aus einem verwobenen Flickenteppich kleiner Herrschaftsgebiete besteht, die Polizeigewalt ausüben, Steuern erheben, Wegezölle eintreiben. Schamlos plündern die örtlichen Fürsten sogar Hilfskonvois. Sie nennen es Transportzoll oder "Steuern".

Die Organisation "Cap Anamur" wurde im Oktober gezwungen, die Lastwagen für ihre 40-Tonnen-Lieferung, inklusive

 © Thomas Hegenbart
stern-Reporter Volker Handloik, 40, (l.),
stern-Fotograf Thomas Hegenbart (r.)
Volker Handloik wollte sich am Sonntag in der stern-Redaktion in Hamburg melden, um über den letzten Stand der Offensive der Nord-Allianz im Frontabschnitt bei Dasht-e-Qaleh zu berichten. Zusammen mit fünf weiteren Journalisten ging er am Nachmittag auf einem Schützenpanzer der Oppositionstruppen auf Erkundungsfahrt. Ein örtlicher Kommandant hatte die Reporter dazu eingeladen. Dabei geriet der Schützenpanzer nicht weit außerhalb der Ortschaft in einen Hinterhalt der Taliban. Die eröffneten das Feuer mit Maschinengewehren und Granatwerfern. Bei dem Gefecht starben die französischen Rundfunkjournalisten Johanne Sutton, 34, und Pierre Billaud, 31. Auch der 40-jährige Volker Handloik wurde bei dem Angriff getötet. Sein Leichnam konnte erst gegen Morgen geborgen werden. Die Schilderung der Erkundungsfahrt sollte die folgende Reportage über Commander Hassan, seine Truppe und die anderen Bündnispartner des Westens einleiten.

Die unheilige Allianz
Vor Mamur Hassans weitläufigem Landgut liegt das Wrack eines Taliban-Flugzeugs, abgeschossen von seinen Männern. In seinem Garten schnäbeln Gänse, in seiner Voliere wandern Fasane am Gitter entlang, eine Platane spendet Schatten, und er, der Kriegsherr, sitzt - nein, er thront auf einer Holzbank, und hinter ihm steht sein Sohn Ata, der Kronprinz. Mamur Hassan, der "Warlord" im Grenzgebiet, hält Hof. Seine Lieutenants umringen ihn. Menschen bringen Bittbriefe, der Kriegsherr schreibt Passierscheine. Ein halbes Dutzend seiner Männer hält in Uniform Wache. Neben einem Obstgarten steht eine Zwillingsflugabwehrkanone, zwischen Gesindeküche und Gästehaus lagern tarngrüne Munitionskisten - ein friedvolles Kriegslager.

 

 

 

 

 

 

 

 
Afghanischer Ex-König zählt die Tage: Abwarten, Taktieren, Hoffen
 
Afghanischer Ex-König   Rom (dpa) - Eigentlich müsste "Seine Majestät" in Hochstimmung sein. Nach 28 Jahren im italienischen Exil, nach all dem Bangen und den Ängsten der vergangenen Wochen, müsste der afghanische Ex-König Sahir Schah hörbar aufatmen. Doch von Erleichterung ist in seiner Botschaft an "seine geliebten Söhne" nichts zu spüren.
 

Statt Freude über den unerwartet raschen Fall der Taliban zu zeigen, äußert sich der 87-Jährige besorgt, warnt die Nordallianz vor Vergeltung und Rache, mahnt sie, ihre Gefangenen gut zu behandeln. Zwar verspricht er eine "sehr baldige" Rückkehr in die Heimat - doch spricht man mit seinen Helfern im römischen Exil, steht der genaue Termin noch in den Sternen.

Auch im "Hotel Fleming" am nördlichen Stadtrand Roms, wo das Gefolge die "zweite Chance" des 1973 gestürzten Monarchen vorbereitet, knallen keine Sektkorken. "Das größte Problem in Afghanistan sind gegenwärtig die Sicherheit, die Bombardierungen (der USA) und das schnelle Vordringen der Nordallianz", meint etwa Abdul Sattar Sirat. Der Professor für Islamische Studien, der auch in Deutschland ein Verbindungsbüro unterhält, war bereits in den 60er Jahren Justizminister unter Sahir Schah; er zählt noch heute zu seinen engsten Beratern.

Zurückhaltend und ernst skizziert der Professor die Lage. Bevor "Seine Majestät", wie hier alle den Ex-König nennen, zurückgehe, müssten noch einige Bedingungen geklärt werden. So müsse die Sicherheit garantiert sein, möglichst durch UN-Truppen; auch die Modalitäten für den politischen Übergang müssten feststehen. Nicht einmal, wohin der König in der Heimat gehen könne, wisse man im Augenblick so genau. "Vielleicht nach Kabul, möglicherweise aber auch in eine andere Stadt."

Seinen Ärger, dass die Nordallianz trotz aller Warnungen der USA in Kabul längst Fakten geschaffen hat, kann er kaum verbergen. "Die Nordallianz ist kein legitimer Vertreter der Afghanen", wiederholt der Professor immer wieder.

Für die Anhänger Sahir Schahs gibt es nur eine einzige Lösung: "Seine Majestät, die Vater-Figur. Er allein kann das Land einigen." Als eine erste Lösung sollten bereits in Kürze ein "Hoher Rat aller politischen und religiösen Kräfte" gebildet werden, um eine Übergangsregierung unter dem Ex-König zu bilden. Erst danach könne die "Loja Dschirga", die Große Ratsversammlung aller afghanischen Stammesführer, zusammengerufen werden.

Auch der weitere Verlauf steht für die Exil-Politiker schon in vagen Umrissen fest: "Wahlen in eineinhalb oder zwei Jahren." Wenigstens darin stimmen die Männer im römischen Exil mit der Nordallianz überein. Burhanuddin Rabbani, von den Taliban entmachteter Präsident und einer der Führer der Nordallianz, hat zwar auch schon das Kommen des Ex-Monarchen in einem Interview begrüßt - "aber bitte nur als Staatsbürger".

 
   
   
 

Chronik  

Von den Anschlägen bis heute

 
Von Birgit Lutz
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13. November

 


16.11.2001

Schwerpunkt: Afghanistan
Gibt es Wege jenseits der Bomben? Wie kann der hungernden Bevölkerung geholfen werden? Was passiert, wenn das Taliban-Regime gestürzt wird? Und welche Rolle spielt der Ex-König Zahir Schah für die Zukunft des Landes? Ein Überblick.

Wege jenseits der Bomben
Die Befriedung des Landes macht Fortschritte - die Vereinten Nationen wollen möglichst bald alle Parteien an einen Tisch bringen. (Der Tagesspiegel, 15.11.2001 )
Rasche militärische Erfolge sind wichtig - für die humanitäre Hilfe und für die Zerschlagung des Terrornetzes um bin Laden in Afghanistan. Aber die Diplomatie kommt nicht schnell genug hinterher. Die USA und die Vereinten Nationen fürchten den Machthunger der Nordallianz. (Der Tagesspiegel, 14.11.2001 )

Die Uno ist sich im Kampf gegen den Terror einig - und spielt doch keine Rolle. (Der Tagesspiegel, 13.11.2001 )

US-Präsident Bush bittet die verbündeten Truppen, nicht zu früh zu erfolgreich zu sein. Hinter den Worten von Bush steckt eine konkrete Furcht. Die Politik hat noch kein Konzept für ein Nachkriegs- Afghanistan. (Der Tagesspiegel, 12.11.2001 )

In Afghanistan sprechen die Waffen. Ein erklärtes Ziel der USA ist der Sturz des Taliban-Regimes. Und dann? Die Zukunft des Landes steht zur Disposition. Wer aber bestimmt den politischen Kurs? Wer darf mitreden? Und - sind die Deutschen dabei? (Der Tagesspiegel, 05.11.2001 )

Gegen die Taliban hilft nur der Aufbau regionaler ziviler Strukturen unter Ausschluss der Militärmilizen. (Der Tagesspiegel, 27.10.2001)

Afghanistans Opposition bereitet in Istanbul eine neue Regierung vor. (Der Tagesspiegel, 25.10.2001)
Exil-Afghanen: Militärschläge werden Demokratisierung erschweren. (09.10.01)
Was passiert, wenn das Taliban-Regime gestürzt wird? Ist die Nordallianz eine Alternative? Und welche Rolle spielt der Ex-König Zahir Schah? Ein Überblick.(Der Tagesspiegel, 26.09.2001)

Hintergrund
Die USA drängen die Exilanten zur Verantwortung. Ob das reicht? Ex-König Schah, Usbekengeneral Dostum, Nordallianzchef Rabbani, Kriegsfürst Hekmatyar - sie waren alle schon mal da. Um sich zu bekämpfen. (Der Tagesspiegel, 02.10.2001)

(Der Tagesspiegel, 07.10.2001)

Das Elend der Flüchtlinge
Die EU will Afghanistan beim Wiederaufbau unterstützen – doch erst müssen sechs Millionen Flüchtlinge im Süden des Landes versorgt werden. Nach Wintereinbruch müssten die Lebensmittel aus der Luft abgeworfen werden. (Der Tagesspiegel, 09.11.2001)
Die Not in Afghanistan wird größer - die Situation für die Flüchtlinge katastrophal. Eine Unterbrechung der US-Angriffe, die eine Versorgung der Hungernden ermöglichen könnte, ist nicht in Sicht. Die Zeit läuft ab, warnen die Vereinten Nationen. (Der Tagesspiegel, 05.11.2001)
Die Taliban
Adbul Salam Saif, der Botschafter der Taliban in Pakistan, ist der einzige Kopf des Regimes, der im Fernsehen auftaucht. Von dort aus provoziert er die Welt. (01.11.2001)


Er war Buchhalter, dann wurde er Folterknecht der Taliban. Ihrem geistigen Führer Mullah Omar diente er als Leibwächter. Jetzt ist Hafis Hassani selbst vor der Gewalt in Afghanistan geflohen. Doch den Erinnerungen an seine eigene Grausamkeit entkommt er nicht. (Der Tagesspiegel, 30.10.2001)
Durch den Schutz des mutmaßlichen Terrordrahtziehers Osama Bin Laden haben die in Afghanistan herrschenden radikalislamischen Taliban das Land an den Rand des Abgrunds gebracht. (13.9.2001)

Hintergrund
Das Symbol der Taliban

Land am Abgrund
Gefallene, Verletzte, Flüchtlinge - seit 22 Jahren kennen die Menschen im Norden Afghanistans kaum etwas anderes als Krieg. Seitdem die US-Bomben fallen, glauben die Kämpfer der Nordallianz, dem Sieg über die Taliban nahe zu sein. Eine Reise ins Gebirge der Krieger.(Der Tagesspiegel, 25.10.2001)
Die Lage der afghanischen Frauen ist katastrophal - Vorwürfe richten sich auch gegen die Nordallianz. (Der Tagesspiegel, 10.10.2001)



Hintergrund
Vom Krieg gezeichnet




Übersicht

 

Reuters Photo
A woman lifts the veil on her burqa in downtown Kabul November 14, 2001 the day after Taliban forces vacated the Afghan capital. First lady Laura Bush will deliver the weekly presidential radio address on Nov. 17, using the airwaves to launch an international campaign for women's rights in Afghanistan. (Sayed Salahuddin/Reuters)

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Reuters Photo
_JC_ CAPTION -->Afghanistan's Northern Alliance stamped its control on Kabul Wednesday while defecting tribal leaders and relentless U.S. air raids pushed the hardline Taliban into a shrinking corner. This Reuters graphic shows the ethnic breakdown of Afghanistan, including brief profiles of the key players, plus views of neighboring countries. (Reuters Graphic) _JC_ END CAPTION -->
Associated Press
_JC_ CAPTION -->A man carries a VCR from a shop selling televisions and other electronics, in Kabul, northern Afghanistan, Wednesday, Nov.14, 2001. Under the Taliban regime, television and radio were banned. (AP Photo/Marco Di Lauro)
Associated Press
_JC_ CAPTION -->A young girl stands in front of the dresses on display in Kabul, Afghanistan Wednesday, Nov. 14, 2001. Shopkeepers in the capital who sold western style wedding dresses welcomed the departure of the hardline Taliban Islamic rulers, who opposed western dress and required women to wear head-covering burqas. (AP Photo/Amir Shah)


Der Spiegel

Osama Bin Laden

  1. Video über den Pate des Terrors - wer ist Osama Bin Laden?
    http://stream.spiegel.de:8080/ramgen/sptv/trailer/sptv_magazin_beitrag_bin_laden_170901.rm
  2. Al-Qaida
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,158498,00.html

Arte


Afghanistan: Die Diktatur der Gotteskrieger
Rückkehr ins Mittelalter

  1. http://info.arte-tv.com/info.php?dt=afgh&db=intro&dc=blau&lang=d
  2. http://www.arte-tv.com/special/afghanistan/dtext/menu.htm

Buch

  Ahmed Rashid:
Taliban : Islam, Oil and the New Great Game in Central Asia

GB, 2001
ISBN 1860644171
     

Albrecht Metzger:
Der Himmel ist für Gott, der Staat für uns. Islamismus zwischen Gewalt und Demokratie.

Lamuv Verlag, Göttingen 2000
238 Seiten
ISBN: 3889775691

DM 29,80
EUR 15,24

 

 

Bassam Tibi:
Im Schatten Allahs. Der Islam und die Menschenrechte.

Piper, München 1996

Taschenbuch, 415 Seiten
ISBN: 3492222854

DM 24,90
EUR 12,73

 

Rudolf Radke:
Im Namen Allahs. Der Islam zwischen Aggression und Toleranz.

Lübbe, Bergisch-Gladbach 1996
ISBN: 3404604326

DM 16,90
EUR 8,64
Taschenbuch, 429 Seiten

 

INFORMATIVE BOOKS
ON AFGHANISTAN AND ISLAM TO CHECK OUT
:

 

Afgha - Press agency, Afghanistan
Diese Seite bietet wahlweise auf Englisch oder Französisch eine riesige Anzahl von Archiven über die Geschichte Afghanistans und die aktuelle politische Lage, über Terrorismus und Menschenrechte. Des weiteren werden Landkarten, Video- und Audiodateien zum Download bereitgestellt, über ein Forum besteht die Möglichkeit des Meinungsaustauschs, ein Newsletter kann abonniert werden.
http://www.afgha.com

Azadi Afghan Radio
Die Sendungen von werden von Washington aus ausgestrahlt. Die Seite stellt zahlreiche Audiodateien (auf afghanisch) bereit, ebenso Gedichte, Texte und Links.
http://www.afghanradio.com

Payam-e-Mujahid
Das Radio der Mudschahedin im Netz
http://www.payamemujahid.com

Omaid Weekly
Die am weitesten verbreitete afghanische Zeitung.
http://www.omaid.com/

WAPHA - Women's Alliance for Peace and Human Rights in Afghanistan
Die Seite der afghanischen Frauen. WAPHA wurde von dem Anthropologen Zieba Shorish-Shamley gegründet und versucht, den Rest der Welt auf die Situation der Frauen in Afghanistan aufmerksam zu machen.
http://www.wapha.org

 

 

 

Spiegel Online
Berlin Online
Frankfurter runschau

Reuters
Die Welt
Neue Zürischer Zeitung


ISLAM

 

Mohammeds zornige Erben

Es sieht ganz so aus, als hätte Osama bin Laden die erste Schlacht bereits gewonnen. Da mögen amerikanische Bomber Nacht für Nacht die Flugabwehr-Stellungen der Taliban demolieren und Hubschrauber die Verstecke der Al-Qaeda-Kämpfer unter Beschuss nehmen. Da mag George W. Bush so viel Zustimmung im eigenen Land erfahren wie kaum ein Präsident je vor ihm. Mit jedem Tag, an dem die Alliierten Afghanistan noch mehr in Schutt und Asche legen, wächst die Kluft zwischen Morgenland und Abendland, zwischen Dritter Welt und Erster Welt, zwischen Islam und Christenheit. Genau darauf hat Osama bin Laden von Anfang an gesetzt. Schon sein erster erfolgreicher Gegenangriff, Stunden nach Beginn der Luftschläge vor drei Wochen, brauchte keine Waffen, sondern nur ein Video. Denn sein Heiliger Krieg zielt nicht auf die Eroberung eines Landes, er zielt auf die Eroberung von Hirnen und Herzen.

Fast jeder Muslim kennt eine Szene wie diese von Kindheit an: Osama bin Laden vor einer Felsenhöhle, umgeben von den Treuesten der Treuen, bedrängt von seinen Feinden, in der Stunde größter Not auf einer Art Gebetsteppich kniend, die Stimme voller Zuversicht - wie Mohammed, der Prophet der Propheten, im Jahre 622, als er vor den Ungläubigen aus Mekka geflohen war. In einer Grotte hatte er mit seinem engsten Gefährten Abu Bakr Unterschlupf gefunden und war damit den Mörderbanden knapp entgangen. Es war der Moment der größten Gefahr für den Propheten, eine Bedrohung durch die Kräfte des Bösen, aus der er bald siegreich hervorgehen sollte. Es war der Beginn einer neuen, der islamischen Zeitrechnung.


ISLAM
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Mohammeds zornige Erben

Proteste in Peshawar/Pakistan
(Foto: afp)

Es sieht ganz so aus, als hätte Osama bin Laden die erste Schlacht bereits gewonnen. Da mögen amerikanische Bomber Nacht für Nacht die Flugabwehr-Stellungen der Taliban demolieren und Hubschrauber die Verstecke der Al-Qaeda-Kämpfer unter Beschuss nehmen. Da mag George W. Bush so viel Zustimmung im eigenen Land erfahren wie kaum ein Präsident je vor ihm. Mit jedem Tag, an dem die Alliierten Afghanistan noch mehr in Schutt und Asche legen, wächst die Kluft zwischen Morgenland und Abendland, zwischen Dritter Welt und Erster Welt, zwischen Islam und Christenheit. Genau darauf hat Osama bin Laden von Anfang an gesetzt. Schon sein erster erfolgreicher Gegenangriff, Stunden nach Beginn der Luftschläge vor drei Wochen, brauchte keine Waffen, sondern nur ein Video. Denn sein Heiliger Krieg zielt nicht auf die Eroberung eines Landes, er zielt auf die Eroberung von Hirnen und Herzen.

Fast jeder Muslim kennt eine Szene wie diese von Kindheit an: Osama bin Laden vor einer Felsenhöhle, umgeben von den Treuesten der Treuen, bedrängt von seinen Feinden, in der Stunde größter Not auf einer Art Gebetsteppich kniend, die Stimme voller Zuversicht - wie Mohammed, der Prophet der Propheten, im Jahre 622, als er vor den Ungläubigen aus Mekka geflohen war. In einer Grotte hatte er mit seinem engsten Gefährten Abu Bakr Unterschlupf gefunden und war damit den Mörderbanden knapp entgangen. Es war der Moment der größten Gefahr für den Propheten, eine Bedrohung durch die Kräfte des Bösen, aus der er bald siegreich hervorgehen sollte. Es war der Beginn einer neuen, der islamischen Zeitrechnung.


 

Proteste gegen US-Militäraktion in
Jakarta/Indonesien (Foto: afp)


Natürlich wäre es unsinnig, Osama bin Ladens Popularität unter den Muslimen der Welt auf die symbolische Kraft eines Videos zu reduzieren. Aber dass die Worte so viel stärker als die Waffen wirken, hat viele überrascht. Vor allem die Amerikaner. Geblendet von der Überlegenheit ihrer Wirtschaft, ihrer Technik, ihrer Gesellschaftsordnung, hatten sie das tiefe Misstrauen in weiten Teilen der Welt gegen ihren "Way of life" gar nicht mehr zur Kenntnis genommen.

"Wer kann die Wut stoppen?"
Nun geht in der pakistanischen Stadt Islamabad ein Schnellrestaurant der US-Imbiss-Kette "Kentucky Fried Chicken" in Flammen auf. In Makassar und Yogyakarta in Indonesien verwüsten Demonstranten McDonald's-Filialen. Coca-Cola-Manager fürchten um den Absatz ihrer Limonade, seit ein muslimischer Mob Werbetafeln in mehreren Ländern umstürzte. Und überall in der islamischen Welt werden Strohpuppen des US-Präsidenten und Sternenbanner verbrannt. "Weshalb sie Amerika hassen" - das Thema war dem Nachrichten-Magazin "Newsweek" in der vergangenen Woche eine Titelgeschichte wert. Und das Konkurrenzblatt "Time" erschien mit der ratlos klingenden Frage "Wer kann die Wut stoppen?"

Denn es sind nicht bloß ein paar Verblendete, die den Hass auf Amerika und seine Verbündeten predigen. Während die einen durch die Straßen von Quetta oder Gaza ziehen und unter Bin-Laden-Postern "Tod den Ungläubigen" skandieren, sitzen andere beim Cappuccino im "Starbucks" von Doha am Persischen Golf oder bei süßem Tee in einem Cafe des feinen Kairoer Vororts Heliopolis und können eine klammheimliche Freude nicht verhehlen.
Proteste in Peshawar/Pakistan
(Foto: afp)
Es sieht ganz so aus, als hätte Osama bin Laden die erste Schlacht bereits gewonnen. Da mögen amerikanische Bomber Nacht für Nacht die Flugabwehr-Stellungen der Taliban demolieren und Hubschrauber die Verstecke der Al-Qaeda-Kämpfer unter Beschuss nehmen. Da mag George W. Bush so viel Zustimmung im eigenen Land erfahren wie kaum ein Präsident je vor ihm. Mit jedem Tag, an dem die Alliierten Afghanistan noch mehr in Schutt und Asche legen, wächst die Kluft zwischen Morgenland und Abendland, zwischen Dritter Welt und Erster Welt, zwischen Islam und Christenheit. Genau darauf hat Osama bin Laden von Anfang an gesetzt. Schon sein erster erfolgreicher Gegenangriff, Stunden nach Beginn der Luftschläge vor drei Wochen, brauchte keine Waffen, sondern nur ein Video. Denn sein Heiliger Krieg zielt nicht auf die Eroberung eines Landes, er zielt auf die Eroberung von Hirnen und Herzen.

Fast jeder Muslim kennt eine Szene wie diese von Kindheit an: Osama bin Laden vor einer Felsenhöhle, umgeben von den Treuesten der Treuen, bedrängt von seinen Feinden, in der Stunde größter Not auf einer Art Gebetsteppich kniend, die Stimme voller Zuversicht - wie Mohammed, der Prophet der Propheten, im Jahre 622, als er vor den Ungläubigen aus Mekka geflohen war. In einer Grotte hatte er mit seinem engsten Gefährten Abu Bakr Unterschlupf gefunden und war damit den Mörderbanden knapp entgangen. Es war der Moment der größten Gefahr für den Propheten, eine Bedrohung durch die Kräfte des Bösen, aus der er bald siegreich hervorgehen sollte. Es war der Beginn einer neuen, der islamischen Zeitrechnung.
Kuala Lumpur/Malaysia: "No war"
(Foto: ap)


"Wir lehnen den Terror islamischer Fundamentalisten vollkommen ab, aber der Terror Israels ist für uns genauso schlimm", sagt Abdulaziz, ein junger Mann in Katar, der wie viele andere junge Araber aus den Golfstaaten bis zum 11. September in Amerika studiert hat. Tags drauf kam das FBI und fragte ihn, ob er Bin-Laden-Leute kenne. Abdulaziz verkaufte überstürzt seinen Lexus, flog nach Hause und diskutiert seither mit den ebenfalls zurückgekehrten Freunden jenes Thema, um das sich seit Wochen jedes Gespräch, jede Talkshow und jeder Zeitungskommentar in arabischen Staaten dreht: Amerikas Doppelmoral.

Selbst in den Zeitungen der arabischen Alliierten der USA ist das Thema präsent. So zitiert die saudische Zeitung "Riyadh Daily" Präsident Bush, weil er vom "einsamen Pfad" der Taliban-Terroristen redet, und fügt im nächsten Satz hinzu: "Israel verfolgt diesen einsamen Pfad seit Gründung des Staates."

"Politisches Manöver"
Nach Umfragen des arabischen Fernsehsenders "Al Jazeera" sind 90 Prozent der arabischen Bevölkerung gegen eine Beteiligung islamischer Staaten am westlichen Anti-Terror-Krieg. Nur knapp ein Zehntel sieht in den Bemühungen des US-Präsidenten, einen unabhängigen Palästinenser-Staat zu schaffen, eine Kursänderung. Für 90,3 Prozent ist es ein "politisches Manöver".

Eisern versuchen viele arabische Staaten, die antiamerikanische Stimmung unter der Decke zu halten. So sind in den Golf-Staaten, im Jemen und in Saudi-Arabien Demonstrationen gegen das US-Bombardement in Afghanistan verboten. Aus Angst vor Unruhen im eigenen Land will kein islamischer Staat Basis alliierter Militäroperationen sein. 80 Prozent der Bevölkerung im Nato-Land Türkei sind grundsätzlich gegen die Aktion. In den meisten anderen islamischen Ländern gibt es keine Umfragen; wahrscheinlich, weil man die Ergebnisse scheut. Denn allabendlich sehen Millionen Muslime zwischen Nigeria und Indonesien im Fernsehen, wie amerikanische Flaggen und Bush-Puppen in Flammen aufgehen.

"Amerika ein Hort des Bösen"
Zwar distanzieren sich die wankelmütigen arabischen Eliten vom Protest des Pöbels, doch in den Unterschichten herrscht vielfach blinder Hass. "Afghanistan ist gut, Amerika ist ein Hort des Bösen", sagt ein Gemüsehändler auf dem Markt von Doha. Genüsslich verfolgt ein libanesischer Ingenieur auf CNN die Berichte über die Angst vor Anthrax in Manhattan. "In New York geht es jetzt zu wie in Israel", sagt der CNN-Reporter. Da freut sich der Libanese: "Amerikaner haben lange genug auf der Welt den lieben Gott gespielt, endlich haben die auch mal so richtig die Hosen voll."

Die Genugtuung kommt nicht von ungefähr. Seit jeher fühlen sich vor allem arabische Muslime vom Westen erniedrigt, ausgegrenzt, nicht ernst genommen. "Wir alle", befand während der Islamischen Weltkonferenz der katarische Außenminister Hamad al-Thani, "sollen uns jetzt am Krieg gegen den Terrorismus beteiligen, weil die Amerikaner attackiert wurden. Aber wenn es Opfer unter den Palästinensern gibt, kümmert das niemanden."Es ist vor allem die selektive Art amerikanischer Außenpolitik, hier Menschenrechte einzufordern und dort korrupte Potentaten an der Macht zu halten, mal von Demokratie zu reden und dann wieder knallhart die Interessen der Öl-Industrie zu unterstützen, die viele bis aufs Blut reizt. Der Frust ob all der Ohnmacht, gepaart mit kulturellem Stillstand und dem Fehlen jeglicher Demokratie im eigenen Land, bildet den idealen Nährboden für den islamischen Extremismus. Und für Verschwörungstheorien.

"Eine amerikanischjüdisch-indische Weltverschwörung"
Immer wieder sind in diesen Tagen zwischen Dubai und Damaskus die unglaublichsten Geschichten zu hören: Mal hat Israels Geheimdienst die Anschläge in den USA geplant, und seine Agenten haben die Flugzeuge gesteuert. Dann haben jüdische Geschäftsleute das World Trade Center zum Einsturz gebracht. Und im fernen Pakistan erklärt Sayed Khalid Ahmed Banori, Leiter einer der größten Koranschulen, in bestem Englisch und zwischen Schlucken von Coca-Cola, dass die USA kein Recht hätten, Afghanistan anzugreifen, weil bin Laden nicht hinter den Anschlägen vom 11. September stecke. "4000 Juden, die in den beiden Türmen arbeiteten, sind an diesem Tag zu Hause geblieben! Das Ganze ist eine amerikanischjüdisch-indische Weltverschwörung!"

Niemand profitiert von diesem Gemisch aus Unterlegenheitsgefühl und Rachlust mehr als Osama bin Laden. In seinen Videos tritt er als Herold der unterdrückten Palästinenser auf, wohl wissend, dass ihm dies viel neuen Zulauf beschert. Dann wieder
spricht er von den "mehr als achtzig Jahren Erniedrigung und Schande" in der muslimischen Welt - eine Erinnerung an die Friedenskonferenz von 1920, als die Siegermächte des Ersten Weltkriegs, Großbritannien und Frankreich, den Arabern nicht den versprochenen eigenen Staat gaben. Sie teilten den Nahen Osten lieber unter sich auf. Die Bemerkung bin Ladens mag Zuhörern in Amerika und Europa weit hergeholt scheinen. Die Menschen in Arabien haben ein längeres Gedächtnis, als vielen im Westen lieb ist.

Kein Wort davon
Wenig ist allerdings in arabischen Medien davon zu erfahren, dass sich der Gotteskrieger in der Vergangenheit kaum je um die Nöte der eher weltlichen Palästinenser gekümmert hat. Selten auch weisen arabische Zeitungen darauf hin, dass die Terroranschläge vom 11. September zu einer Zeit geplant wurden, als in Nahost nicht die Intifada wütete, sondern ein Frieden in greifbarer Nähe schien. Kein Wort davon, dass die Träume von der panarabischen Nation nicht bloß am bösen Westen, sondern auch an den Widerständen im eigenen Lager gescheitert sind. Umso mehr wirkt bin Laden wie der Prophet im Besitz der Wahrheit.

"Die arabischen Regime befinden sich in einer sehr schwierigen Lage", sagt Ahmed Salama, Kolumnist der Kairoer Zeitung "Al Ahram", "bin Laden macht sich eine Problemzone nach der anderen zunutze: Palästina, Irak, die US-Präsenz in Saudi-Arabien." Damit könnte er manches Land aus dem Gleichgewicht bringen.

Aus den Reihen des "Ägyptischen Islamischen Dschihad" und der "Gamaat al-Islamiya" stammen etwa ein Drittel jener Terroristen, die das amerikanische FBI seit den Anschlägen vom 11. September sucht. Einige sind mit Osama bin Laden in Afghanistan abgetaucht. Denn im eigenen Land sind die Führer der radikalen Bewegungen entweder zerstritten oder sitzen, zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt, im Gefängnis. Dafür hat Präsident Hosni Mubarak gesorgt, als er mit "außergewöhnlicher Brutalität" (so der Kairoer Soziologe Mohamed Said) das Netzwerk der Terroristen zerschlagen ließ.
Seither herrscht Ruhe im Land. Doch der innenpolitische Druck auf Mubarak - von den USA als verlässlicher Verbündeter mit jährlich zwei Milliarden Dollar Militär- und Wirtschaftshilfe belohnt - wächst. Ein Großteil seiner Untertanen lebt weiter in bitterer Armut und spürt kaum Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung - genau die rechte Mischung für islamistische Eiferer.

Größte Gefahr für das Regime
Die fundamentalistischen Muslimbrüder, 1928 vom ägyptischen Lehrer Hassan al-Banna gegründet, sind gut organisiert und stellen für das Regime heute die größte Gefahr dar. Ihre Kritik an der wuchernden Korruption und Unfähigkeit von Behörden und Regierung findet immer mehr Zuspruch, vor allem im Bürgertum. Deshalb versucht Staatschef Mubarak mit einer riskanten Doppelstrategie, den Erfolg der Islamisten zu unterlaufen. Einerseits stellt er seine Herrschaft als die wahre islamische dar, andererseits gibt er manchen ihrer Forderungen nach. Und lässt Mitglieder der Muslimbruderschaft als unabhängige Kandidaten zur Wahl zu.
So wurde auch Jihan El-Halafawi ins Parlament in Kairo gewählt. Ungeschminkt, das Gesicht von einem grauen Kopftuch umhüllt, nippt die 50-Jährige in einem Caf? an der Strandpromenade von Alexandria am Mangosaft. Neben ihr liegt ein Handy. Sie ist mit dem Hautarzt Mohamed El-Zaafarani verheiratet und hat fünf Kinder. Ihr Mann war bei den Wahlen als unabhängiger Kandidat der Muslimbrüder angetreten. Kurz vorher wurde er vom Geheimdienst verhaftet und ohne Anklage drei Monate eingesperrt. Da entschloss sich die studierte Volkswirtin und Theologin Jihan, statt seiner anzutreten. Gleich im ersten Wahlgang erhielt sie über 50 Prozent der Stimmen. Doch der Staat annullierte, angeblich wegen Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenzählung, den Entscheid. Nun müsste es laut Verfassung eine Nachwahl geben. Die ist aber auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

"Spüren immer mehr brennenden Zorn"
Dass es in Ägypten außer einigen Studentendemonstrationen weitgehend ruhig geblieben ist, könnte sich bald ändern, sagt sie. "Wir spüren immer mehr brennenden Zorn", ergänzt ihr Mann. Zorn über den Westen, der "uns Islamisten nun weltweit in die Ecke des Terrorismus stellt, obwohl wir strikt gegen Gewalt sind". Zorn über die autoritären Herrscher im Nahen Osten, die sich "nur mit Hilfe des Westens an der Macht halten, islamische Werte verraten und uns Gläubige nun für ihre Sünden bestrafen lassen." Und Zorn über die "Dummheit und Arroganz Amerikas und seiner Verbündeten, die mit ihren unbewiesenen Behauptungen Osama bin Laden erst zum großen Helden gemacht haben".
Auf dem Basar von Peshawar verkaufen Kinder T-Shirts mit Bin-Laden-Bild. An den Kiosken in Beirut, Kairo oder Sanaa gibt es bunte Blätter, in denen der Terrorist als Robin Hood verherrlicht wird. So ist auf der ägyptischen Postille "al-Hawadeth" ein mild dreinblickender bin Laden zu sehen, Gebetskette zwischen den Fingern, bewaffnet mit einem armseligen Geschütz auf Holzrädern. Im Hintergrund fallen amerikanische Bomben. Dabei, heißt es in den Basaren, habe es der reiche Gotteskrieger gar nicht nötig, sich im rauen Afghanistan zu plagen. Aber der fromme Mann scheue keine Entbehrung, um die Belange des Islam zu fördern.

Propaganda zeigt Wirkung
Die Freitagsgebete der orthodoxen Geistlichen und die Propaganda ihres neuen Propheten zeigen Wirkung. Nach einer Online-Umfrage des TV-Senders "Al Jazeera" ist Osama bin Laden nur für 8,7 Prozent der 4600 Befragten ein Terrorist. Den meisten gilt er als "Mudschaheddin" - ein Kämpfer im Heiligen Krieg.

Bernd Dörler, Hans-Hermann Klare, Tilman Müller, Uli Rauss, Christoph Reuter

 

AFGHANISTAN
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Beendet der Winter die Militäraktion in Afghanistan?
US-Außenminister Powell
Die USA wollen den Krieg in Afghanistan nach Worten von Außenminister Colin Powell noch vor Einbruch des Winters beenden. Die kalte Jahreszeit könne den Einsatz erschweren, sagte Powell in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN. Jedoch würden die Operationen solange fortgesetzt, bis das Ziel erreicht sei. Die Entscheidung, ob der Feldzug auch im moslemischen Fastenmonat Ramadan fortgesetzt wird, werde auf Grund militärischer und nicht dipolmatischer Überlegungen gefällt werden, sagte er weiter. Der Ramadan beginnt Mitte November.

Ein Kampf der "niemals endet"?
US-Vize-Präsident Richard Cheney sagte dagegen der "Washington Post", dass der Krieg gegen den Terrorismus möglicherweise "niemals enden" werde. "Wenigstens nicht zu unseren Lebzeiten", betonte Cheney. Generalstabschef Richard Myers sprach dagegen nur von einer langen Kampagne, die bis nächstes Jahr dauern könnte.

Mordauftrag für die CIA
US-Präsident George W. Bush hat nach Presseberichten dem Geheimdienst CIA die Befugnis erteilt, den internationalen Terrorführer Osama bin Laden zu töten. Wie die "Washington Post" am Sonntag berichtete, gab Bush der CIA die Anweisung, Bin Laden aufzuspüren, zu töten und seine Terrororganisation El Kaida zu zerschlagen. Es sei der umfassendste Auftrag an die CIA in ihrer 54-jährigen Geschichte. Seit 1973 war es der CIA offiziell verboten, Anschläge auf ausländische Politiker zu verüben. Dies gilt jedoch nicht in Kriegszeiten oder zur Selbstverteidigung der USA.

Army Rangers beim Absprung aus
einem Hubschrauber

Erneuter Anthraxfall
In den USA wurde unterdessen ein weiterer Anthraxfall bekannt. Damit stieg die Zahl der Infektionen mit dem Milzbrand-Erreger auf neun. Ein Mitarbeiter der Post in Washington ist nach US-Medienberichten an Lungenmilzbrand erkrankt. Der Mann arbeitet in einem Postamt, das Briefe für die Abgeordneten und Senatoren im Kongress sortiert. Die Suche nach den Tätern konzentriert sich immer mehr auf den Bundesstaat New Jersey. Dort waren mindestens drei Briefe mit den gefährlichen Erregern aufgegeben worden.

Anthrax-Spur zu Bin Laden?
Powell schließt nicht aus, dass die in den USA aufgetauchten Anthrax-Briefe das Werk des Terroristenführers Bin Laden sind. Die Behörden hätten die Absender aber bislang nicht ausgemacht, sagte Powell am Sonntag dem Fernsehsender CBS.

Erste Einsatz von Bodentruppen
Am Samstag war ein größeres Kontingent von US-Spezialkommandos mit bis zu 200 Elitesoldaten erstmals bei Kandahar mit Fallschirmen abgesprungen und in Bodenkämpfe mit Talibanmilizen verwickelt worden. Dabei erlitten die Amerikaner erste Verluste. Zwei Soldaten kamen beim Absturz eines Kampfhubschraubers ums Leben, der die Aktion von Pakistan aus unterstützen sollte. Fünf Soldaten wurden verletzt. Die Taliban behaupten, den Hubschrauber abgeschossen zu haben, was die USA energisch bestreiten. Auch die Luftangriffe auf Ziele in Afghanistan gingen weiter.

Afghanisches Flüchtlingsmädchen in
einem pakistanischen Camp

Weitere Einsätze
Myers kündigte weitere Operationen mit Bodentruppen an. "Sie werden nun für mögliche künftige Einsätze gegen terroristische Ziele in anderen Gegenden neu ausgerüstet und positioniert, die als Unterschlupf von Terroristen bekannt sind", sagte Myers auf einer Pressekonferenz am Samstagabend.

Russische Waffen für die Nordallianz
Zwei Wochen nach Beginn der Luftangriffe gegen die Taliban nahmen US-Kampfjets am Sonntag auch Frontlinien der radikal-islamischen Milizen unter schweren Beschuss. Damit soll der Vormarsch der oppositionellen Nordallianz begünstigt werden. Vertreter der russischen Militär- und Geheimdienstführung trafen mit Politikern der Nordallianz in Tadschikistan zusammen. Moskau will die Nordallianz verstärkt aufrüsten.


 

MILITÄRAKTION
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Weiterkämpfen auch im Winter
Taliban-Kämpfer in Torkham nahe der
afghanisch-pakistanischen Grenze

Die US-Militäraktionen gegen Ziele in Afghanistan werden sich vermutlich in den bevorstehenden Winter hineinziehen. Es sei unwahrscheinlich, dass der Krieg vor Wintereinbruch abgeschlossen sein werde, sagte US-Konteradmiral John Stufflebeem aus dem Generalstab nach Angaben des Nachrichtensenders CNN. In den USA wurden erstmals geringe Mengen Anthrax-Sporen in einer Poststelle des Weißen Hauses entdeckt. Diese liegt allerdings einige Kilometer von dem Regierungsgebäude entfernt.

Stufflebeem kündigte an, das radikal-islamische Taliban-Regime müsse sich auf weitere Bombenangriffe in den kommenden Monaten vorbereiten. Zudem deutete er den Einsatz zusätzlicher Bodentruppen gegen die Taliban und die Terror-Organisation El Kaida des Moslem- Extremisten Osama bin Laden an. Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon sagte, die Entscheidung über den möglichen Einsatz von britischen Bodentruppen werde "in Kürze" getroffen.

Bei den jüngsten US-Luftattacken auf die afghanische Hauptstadt Kabul wurden nach Medienberichten 22 Mitglieder einer militanten pakistanischen Moslemgruppe getötet. Bei den Opfern handelt es sich nach Berichten pakistanischer Medien um Anhänger der Harkatul Mudschahedin, die für den Anschluss Kaschmirs an Pakistan kämpfe.

Nach Angaben der britischen Regierung wurden zudem alle neun Trainingslager von El Kaida zerstört. Die USA und Großbritannien hätten auch neun Flugplätze in Afghanistan größtenteils zerstört. Die Luftwaffe der Taliban existiere "praktisch nicht mehr", sagte Verteidigungsminister Hoon.

Die Bombenangriffe der USA auf Ziele in Afghanistan gingen auch in der Nacht zu Mittwoch weiter. Dabei wurden nach Berichten des arabischen Fernsehsenders El Dschasira in der Taliban-Hochburg Kandahar 93 Menschen getötet. Eine unabhängige Bestätigung dieser Darstellungen gibt es nicht. Auch Frontlinien nödlich von Kabul und bei der Stadt Masar-i-Scharif im Norden des Landes wurden demnach erneut bombardiert. Die Taliban-Milizen und die Nordallianz seien dort in heftige Gefechte verwickelt gewesen, meldete CNN.

Bomben verfehlten Ziel
Das US-Verteidigungsministerium gab unterdessen zu, dass mindestens drei Bomben in den vergangenen Tagen ihr Ziel verfehlten. Zwei davon seien in einem Wohnviertel der Hauptstadt Kabul eingeschlagen. Eine dritte Bombe sei nahe einem Altersheim in der Stadt Herat detoniert. Informationen über Opfer gebe es nicht.

In den USA werden an immer neuen Stellen Spuren von Anthrax bekannt. Bislang starben drei Menschen an Milzbrand. Erst
am Wochenende waren zwei Mitarbeiter der zentralen Sortierstelle Brentwood nördlich vom Kapitol an Lungenmilzbrand gestorben. Über die Sortierstelle Brentwood, wo alle Infizierten arbeiteten, ging der Anthrax-Brief an Senator Tom Daschle.    Wie die Anthrax-Sporen in die Poststelle des Weißen Hauses gelangten, war zunächst unklar.

Regierungssprecher Ari Fleischer betonte, die Poststelle liege mehrere Kilometer vom Weißen Haus entfernt auf einem Militärgelände. Nach seinen Angaben wurden die Sporen am Dienstagvormittag (Ortszeit) an einer Maschine entdeckt, die Briefe automatisch öffnet. Er zeigte sich zuversichtlich, dass niemand im Weißen Haus selbst mit den gefährlichen Sporen in Kontakt gekommen sei. «Ich habe kein Anthrax», sagte US-Präsident George W. Bush dazu kurz und bündig. Wo die Sporen genau herstammen, sei noch unklar. Der Anthrax-Alarm in der kenianischen Metropole Nairobi von der vergangenen Woche hat sich mittlerweile als falsch herausgestellt.

In Kabul verteilte das Rote Kreuz erstmals seit Beginn der US-Bombenangriffe vor zweieinhalb Wochen wieder Hilfsgüter. Während einer Testphase sollen drei bis sechs Tage Lebensmittelpakete an rund 8000 Haushalte verteilt werden. Damit würden rund 50 000 Menschen erreicht, sagte eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK)

Vorbereitungen für neue afghanische Regierung
Die Vorbereitungen für eine neue afghanischen Regierung nach dem geplanten Sturz des Taliban-Regimes nehmen konkretere Formen an. Mehrere hundert im Exil lebende Anführer gesellschaftlicher Gruppen Afghanistans trafen sich in Pakistan zu Beratungen über die Zukunft ihres Landes. Die Vereinten Nationen sprachen sich in New York für eine Regierung aus Vertretern aller afghanischen Parteien aus. Der afghanische Ex-Präsident Sibghatullah Mudschaddidi befürwortete ebenfalls eine demokratische islamische Übergangsregierung, die von allen Afghanen akzeptiert werde.

 

PRESSESCHAU
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23.10.: Poker um den Sturz der Taliban
Kämpfer der Nordallianz beobachtet
US-Angriffe aus sicherer Entfernung
„La Stampa“: Alles hängt von den Schneefällen in Afghanistan ab
Die Turiner Tageszeitung „La Stampa“ schreibt am Dienstag über den Krieg in Afghanistan: „Die Schneemengen, die im November in Afghanistan fallen werden, könnten bestimmen, wie viele Einkäufe die amerikanischen Familien vor Weihnachten machen werden und wie hoch die weltweite Zahl der Arbeitslosen zu Ostern sein wird. Mancher könnte diese Zusammenhänge paradox, absurd oder sogar grausam finden, aber die Logik, die derart voneinander entfernte Ereignisse verbindet, ist nicht nur glaubwürdig, sondern betrifft uns alle unmittelbar. Die starken Schneefälle werden nämlich viele militärischen Operationen in diesem unglückseligen Land verlangsamen oder fast vollständig behindern. Die afghanische Frage wird sich fast mit Sicherheit bis ins Frühjahr hinziehen, falls man sie nicht vor dem ersten Schnee lösen kann.“

„The Financial Times“: Auf Rückschläge einstellen
Die britische Wirtschaftszeitung „The Financial Times“ schreibt am Dienstag zum Krieg gegen den Terror: „Die Öffentlichkeit muss sich darüber im Klaren sein, dass Kriege unbeabsichtigte Folgen haben können. Die zwei schwächsten Glieder in der von den USA geführten Koalition sind Pakistan und Saudi-Arabien. Das eine ist eine Nuklearmacht und ein unberechenbarer Verbündeter, das andere eine nervöse Monarchie, die auf den wichtigsten Ölfeldern der Menschheit sitzt. Die schweigende Mehrheit in beiden Ländern ist nicht notwendigerweise empfänglich für Anliegen der USA. Es wäre unbesonnen, den Sturz der saudischen Regierung vorherzusagen, obwohl dies vermutlich das ist, was Bin Laden am meisten am Herzen liegt. Aber wir wären gut beraten, uns auf weniger dramatische Rückschläge einzustellen.

Kämpfer der Nordallianz beobachtet
US-Angriffe aus sicherer Entfernung
„La Stampa“: Alles hängt von den Schneefällen in Afghanistan ab
Die Turiner Tageszeitung „La Stampa“ schreibt am Dienstag über den Krieg in Afghanistan: „Die Schneemengen, die im November in Afghanistan fallen werden, könnten bestimmen, wie viele Einkäufe die amerikanischen Familien vor Weihnachten machen werden und wie hoch die weltweite Zahl der Arbeitslosen zu Ostern sein wird. Mancher könnte diese Zusammenhänge paradox, absurd oder sogar grausam finden, aber die Logik, die derart voneinander entfernte Ereignisse verbindet, ist nicht nur glaubwürdig, sondern betrifft uns alle unmittelbar. Die starken Schneefälle werden nämlich viele militärischen Operationen in diesem unglückseligen Land verlangsamen oder fast vollständig behindern. Die afghanische Frage wird sich fast mit Sicherheit bis ins Frühjahr hinziehen, falls man sie nicht vor dem ersten Schnee lösen kann.“

„The Financial Times“: Auf Rückschläge einstellen
Die britische Wirtschaftszeitung „The Financial Times“ schreibt am Dienstag zum Krieg gegen den Terror: „Die Öffentlichkeit muss sich darüber im Klaren sein, dass Kriege unbeabsichtigte Folgen haben können. Die zwei schwächsten Glieder in der von den USA geführten Koalition sind Pakistan und Saudi-Arabien. Das eine ist eine Nuklearmacht und ein unberechenbarer Verbündeter, das andere eine nervöse Monarchie, die auf den wichtigsten Ölfeldern der Menschheit sitzt. Die schweigende Mehrheit in beiden Ländern ist nicht notwendigerweise empfänglich für Anliegen der USA. Es wäre unbesonnen, den Sturz der saudischen Regierung vorherzusagen, obwohl dies vermutlich das ist, was Bin Laden am meisten am Herzen liegt. Aber wir wären gut beraten, uns auf weniger dramatische Rückschläge einzustellen.

Der Kalte Krieg hatte Hochs und Tiefs, bis er mit dem Fall der Berliner Mauer endete. Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus erfordert Geduld, Mittel und politischen Willen. Diese Dinge halfen dem Westen, 1989 die Oberhand zu gewinnen. Sie sind heute nicht weniger wichtig.“

„The Times“: Niederlage der Taliban gehört zum Poker
Die konservative britische Zeitung „The Times“ schreibt am Dienstag zur US-Außenpolitik und der US-Strategie für Afghanistan: „Der Krieg ist bisher für Außenminister Powell nicht besonders gut verlaufen. Er ist ein zu konventioneller Denker, um sich mit den besonderen Gefahren einer Kampagne zum Suchen und Zerstören von Zielen mit speziell ausgebildeten Einheiten anzufreunden, deren Erfolg schwer messbar ist. Aber das sollte die Strategie nicht bestimmen. Die Priorität ist, Bin Ladens Fähigkeit zum Organisieren des Terrors auszuschalten. In einem entscheidenden Aspekt gibt es wirklichen Fortschritt, obwohl El Kaidas Netze im Ausland vermutlich noch funktionieren: Afghanistan hat schnell aufgehört, eine funktionierende Basis für Bin Ladens Terroroperationen zu sein. Aber die Streitkräfte der El Kaida und Taliban, die die Nordallianz blockieren, sind kaum angegriffen worden. Nur deren sichtbare Niederlage wird Desertionen auslösen. Das ist militärisches Poker. Und die USA müssen in diesem Spiel alle Trümpfe in der Hand behalten.“

„De Volkskrant“: Im Propagandakrieg um Afghanistan führen die USA
Zum Propagandakrieg um den Konflikt in Afghanistan meint die niederländische sozialdemokratisch orientierte Zeitung „Volkskrant“ am Dienstag: „Bisher war das amerikanische Vorgehen erfolgreich. Die Koalition ist trotz ihrer heterogenen Zusammenstellung nicht auseinander gefallen.

Der Aufruf Bin Ladens an die Moslems zum Aufstand gegen die Regime in ihren Ländern hat noch keine Wirkung gezeigt. Die erste Schlacht im Propagandakrieg hat er verloren. Die größte Gefahr für die USA liegt aber darin, dass das Bild eines aussichtslosen Kriegs entsteht. Vielleicht hat Minister Powell deshalb die Hoffnung geäußert, dass noch vor Beginn des Winters alles geregelt sein wird. Das ist nicht klug gewesen, denn wenn sich die Erwartung nicht erfüllt, wird sich Zweifel breit machen. Und dieser Zweifel würde sich publizistisch nicht so ohne weiteres beseitigen lassen.“

„Iswestija“: Streit um die Zukunft Afghanistans wird lange andauern
Die russische Tageszeitung „Iswestija“ (Moskau) sieht einen deutlichen Widerspruch in der Haltung Russlands und der USA zur Zukunft Afghanistans nach dem Taliban-Regime. Die Zeitung schreibt am Dienstag: „Die Zusammensetzung der zukünftigen afghanischen Regierung sorgt schon im Vorfeld für Streit. Die Amerikaner stehen in intensiven Beratungen mit den Machthabern im benachbarten Pakistan und Vertretern der afghanischen Opposition. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass man auch in Zukunft nicht ohne die Taliban auskommen wird. Russland dagegen lehnt eine Beteiligung der Taliban an der Macht kategorisch ab. Die Radikalislamisten hätten sich durch ihre Zusammenarbeit mit dem internationalen Terrorismus bloßgestellt, lautet das Argument Moskaus. Die Verhandlungen um dieses strittige Thema werden noch lange andauern. Und die Hauptakteure des Konflikts wissen das nur zu gut.“


Der Kalte Krieg hatte Hochs und Tiefs, bis er mit dem Fall der Berliner Mauer endete. Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus erfordert Geduld, Mittel und politischen Willen. Diese Dinge halfen dem Westen, 1989 die Oberhand zu gewinnen. Sie sind heute nicht weniger wichtig.“

„The Times“: Niederlage der Taliban gehört zum Poker
Die konservative britische Zeitung „The Times“ schreibt am Dienstag zur US-Außenpolitik und der US-Strategie für Afghanistan: „Der Krieg ist bisher für Außenminister Powell nicht besonders gut verlaufen. Er ist ein zu konventioneller Denker, um sich mit den besonderen Gefahren einer Kampagne zum Suchen und Zerstören von Zielen mit speziell ausgebildeten Einheiten anzufreunden, deren Erfolg schwer messbar ist. Aber das sollte die Strategie nicht bestimmen. Die Priorität ist, Bin Ladens Fähigkeit zum Organisieren des Terrors auszuschalten. In einem entscheidenden Aspekt gibt es wirklichen Fortschritt, obwohl El Kaidas Netze im Ausland vermutlich noch funktionieren: Afghanistan hat schnell aufgehört, eine funktionierende Basis für Bin Ladens Terroroperationen zu sein. Aber die Streitkräfte der El Kaida und Taliban, die die Nordallianz blockieren, sind kaum angegriffen worden. Nur deren sichtbare Niederlage wird Desertionen auslösen. Das ist militärisches Poker. Und die USA müssen in diesem Spiel alle Trümpfe in der Hand behalten.“

„De Volkskrant“: Im Propagandakrieg um Afghanistan führen die USA
Zum Propagandakrieg um den Konflikt in Afghanistan meint die niederländische sozialdemokratisch orientierte Zeitung „Volkskrant“ am Dienstag: „Bisher war das amerikanische Vorgehen erfolgreich. Die Koalition ist trotz ihrer heterogenen Zusammenstellung nicht auseinander gefallen.

Taliban-Kämpfer in Torkham nahe der
afghanisch-pakistanischen Grenze

Die US-Militäraktionen gegen Ziele in Afghanistan werden sich vermutlich in den bevorstehenden Winter hineinziehen. Es sei unwahrscheinlich, dass der Krieg vor Wintereinbruch abgeschlossen sein werde, sagte US-Konteradmiral John Stufflebeem aus dem Generalstab nach Angaben des Nachrichtensenders CNN. In den USA wurden erstmals geringe Mengen Anthrax-Sporen in einer Poststelle des Weißen Hauses entdeckt. Diese liegt allerdings einige Kilometer von dem Regierungsgebäude entfernt.

Stufflebeem kündigte an, das radikal-islamische Taliban-Regime müsse sich auf weitere Bombenangriffe in den kommenden Monaten vorbereiten. Zudem deutete er den Einsatz zusätzlicher Bodentruppen gegen die Taliban und die Terror-Organisation El Kaida des Moslem- Extremisten Osama bin Laden an. Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon sagte, die Entscheidung über den möglichen Einsatz von britischen Bodentruppen werde "in Kürze" getroffen.

Bei den jüngsten US-Luftattacken auf die afghanische Hauptstadt Kabul wurden nach Medienberichten 22 Mitglieder einer militanten pakistanischen Moslemgruppe getötet. Bei den Opfern handelt es sich nach Berichten pakistanischer Medien um Anhänger der Harkatul Mudschahedin, die für den Anschluss Kaschmirs an Pakistan kämpfe.

 

Kabul-Golbahar - einfach und zurück

Eindrücke an der innerafghanischen Grenze

bnn. Jawulsarash, 27. September

Auf dem Basar in Golbahar erwacht morgens um 5 Uhr das Leben. Die afghanische Provinzstadt liegt nördlich von Kabul in der Jamali-Ebene, durch die sich die afghanische Bürgerkriegsfront zieht. Das frühe Dämmerlicht spiegelt sich in aufwirbelnden Staubfahnen. Aus den Schatten der gedrungenen Lehmhäuser huschen Frauen in der alles verhüllenden Burqa zum Basar. Der Muezzin ruft zum Morgengebet. Alte Männer gehen langsam zur Moschee. Händler schliessen die Holzverschläge ihrer Läden auf und sortieren die Waren. Neben Weintrauben und Keksen aus iranischer Fabrikation werden Autobatterien angeboten. Batterien und Dieselgeneratoren sind die einzigen Stromspender im Jamali.

Das Geld kommt per Helikopter

Die Marktauslagen sind nicht mehr so reich, wie man es von afghanischen Basaren gewohnt ist. Eine drei Jahre währende Dürre hat die Reis- und Weizenernte empfindlich beeinträchtigt. Die durch die Frontlinien zerschnittenen Handelswege machen es für die Händler immer schwieriger, Güter in die Region zu bringen. Nur der 5000 Meter hohe Anjuman-Pass über den Hindukusch verbindet die Versorgungsbasis der Nord-Allianz an der afghanisch-tadschikischen Grenze in der nördlichen Provinz Takhar mit dem Panjshir-Tal und der Jamali-Ebene.

Mehr als drei Tage müssen sich die Lastwagen mit Treibstoff, Mehl, Reis und Kriegsmaterial über die halsbrecherischen Pisten quälen. Mit dem Wintereinbruch wird der Schnee diesen einzigen Versorgungsweg schliessen.

Das Panjshir-Tal zieht sich wie ein Weinschlauch von den Hochgebirgen des Hindukusch bis vor die Ebene von Jamali. Der Ausgang des Tales verengt sich zu einem felsigen Nadelöhr, durch das sich der Fluss Panjshir und eine enge Schotterpiste zwängen. Dank einer anhaltenden Schönwetterperiode fliegen seit vier Tagen ausgediente sowjetische Mi-6-Helikopter in das Tal.Einer von ihnen bringt an einem sonnigen Morgen frisch gedruckte afghanische Geldscheine indas Gebiet der Nord-Allianz. Die Kämpfer erhalten ihren Sold. Ein 43-jähriger Händler auf dem Geldmarkt freut sich auf das frische Geld, denn dann werden auch mehr Waren nach Jamali kommen.

Für sieben Franken nach Kabul

Die neue Strasse, die über Charikar direkt nach Kabul führt, ist durch den Frontverlauf gesperrt. Gleichwohl rufen die privaten Fuhrunternehmer auf dem Basar in Golbahar «Kabul, Kabul». Said, ein junger Afghane, steht auf seinem zerbeulten Pick-up und preist das Fahrziel, das er mit seinem Auto jedoch nicht erreichen wird, für 200 000 Afghani an, knapp 7 Schweizerfranken. Die Busse befördern ihre Passagiere, der alten Strasse nach Kabul folgend, nur bis zum Dorf Durnama, dann müssen die Reisenden zu Fuss das Herrschaftsgebiet der Nord-Allianz verlassen. In dem Dorf Giawa steigen sie im Taliban-Gebiet wieder in ein anderes Gefährt und fahren über Takab und Sarobi nach Kabul. Vor den angedrohten Vergeltungsschlägen der USA auf die Taliban hätten dieFahrer mit dieser Busroute ein gutes Geschäft erzielen können, erzählt Said. Dutzende von Kleinbussen bedienten noch vor einigen Wochen täglich die Strecke. «In Kabul sind die Waren billiger, es gibt mehr zu kaufen, und viele Einwohner im Jamali haben Familie und Verwandte in der afghanischen Hauptstadt», weiss der junge Afghane zu erzählen.

An diesem Morgen füllt sich der Wagen nur langsam. Erst nach zwei Stunden startet Said das zerbeulte Vehikel. Acht Männer haben auf der Ladebrücke Platz genommen. Einer will seine Familie aus Kabul holen, denn er befürchtet, dass die Amerikaner bald die Stadt bombardieren. Ein Rentner will in Kabul für seinen Laden Waren erstehen. Angst habe er keine, es sei eben schon immer Krieg gewesen und er müsse schliesslich an sein Geschäft denken, erzählt er.

Über eine löchrige Strasse holpert der Pick-up im Schritttempo nach Osten und durchquert ein kleines Dorf aus Lehmhäusern. Kinder spielen auf den Wegen, und die Männer ziehen zur Feldarbeit. Reis, Weizen und Melonen werden angebaut. In dem Dorf sind kaum Kriegsschäden zu sehen. «Wir ziehen einfach den Kopf ein und machen weiter wie bisher», sagt ein Schreiner, der hölzerne Fensterrahmen herstellt. Er lädt die Reisenden des Pick-up zu einem Tee ein, als ein geplatzter Reifen eine Pause erzwingt. Nach zwei Stunden erreicht das Gefährt völlig verstaubt das Grenzdorf. Die Passagiere gehen nun zu Fuss zwei Stunden über den Bergrücken zu den Taliban. Der Weg ist zwar mit Panzerminen bewehrt, doch Personen können gefahrlos passieren.

Widersprüchliches aus Kabul

Gegen Mittag überqueren Reisende aus Kabul kommend den Bergrücken. Ein Mann trägt seinen kleinen Sohn auf den Armen, seine Frau reitet auf einem Esel hinterher. Vier Jahre hat die Familie in Kabul gewohnt, der Mann als Taxifahrer gearbeitet. Er fürchte nun die Angriffe der Amerikaner, erzählt er, und wolle so lange bei seinen Verwandten im Panjshir-Tal leben, bis die Gefahr vorüber sei. Der Grenzwächter, ein schlaksiger Kämpfer, der gelangweilt mit seiner Kalaschnikow Kreise in den Sand zeichnet, erzählt, dass hauptsächlich nur Tadschiken aus Kabul die Grenze queren, die im Panjshir und im Jamali Verwandte und Familie hätten.

Während zweier Stunden kommen ungefähr 100 Reisende aus Kabul an. Aber nicht alle sind Flüchtlinge. Einige wollen nur Verwandte besuchen oder ein Geschäft tätigen und dann wieder nach Kabul zurückkehren. «Wir hätten auch nicht die Möglichkeit, eine grössere Zahl Flüchtlinge hier unterzubringen», sagt der stellvertretende Gouverneur von Golbahar. Die Nahrungsmittelreserven reichen kaum aus, um die örtliche Bevölkerung über den kommenden Winter zu bringen. Die Geschichten, die die Menschen aus Kabul mitbringen, sind vielfältig. Sie erzählen, dass die Taliban alle jungen Männer zwangsrekrutieren. Zwei junge Männer aus dem Panjshir-Tal waren gleichwohl vor über zwei Wochen in Kabul, konnten sich anscheinend dort frei bewegen und wieder zurückkehren. Einige erzählen, dass die Reisenden auf dem Fussweg ausgeraubt würden. Eine Frau trägt jedoch, für alle sichtbar, goldene Ringe an der Hand.

Zwischen den Taxifahrern in dem Grenzdorf und aus Golbahar ist es derweil zu einem Handgemenge gekommen. Die Fahrer aus Golbaharwollen ebenfalls die aus Kabul kommenden Reisenden transportieren, da es für die Passage in Richtung der afghanischen Hauptstadt kaum mehr Kundschaft gibt.

Neue Zürcher Zeitung, 29. September 2001

INFORMATIONSZENTREN
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Kritik zwingt USA zu Propagandaoffensive
 © REUTERS
US-Verteidigungsminister Rumsfeld beteuert, die Militäroperation verliefe nach Plan
Vier Wochen nach Beginn des Afghanistan-Krieges sehen sich die USA zu einer Propaganda-Offensive gezwungen. Trotz aller Beteuerungen aus dem Pentagon, dass die Militäraktion gegen Taliban und El Kaida „messbare Fortschritte“ gebracht habe, ist die Kritik an der Strategie in den vergangenen Tagen immer stärker gewachsen. In US-Zeitungen häufen sich beißende Kommentare, in denen Washington zu zögerliches Verhalten bei den Luftangriffen und mangelnde Unterstützung der Opposition vorgeworfen werden. Täglich gezeigte Videos und Satellitenbilder von einzelnen explodierenden Panzern und zerstörten Bunkern reichen für viele als Erfolgsbilanz nicht oder nicht mehr aus.

US-Informationszentren auf drei Kontinenten
Das Weiße Haus wird zwar nicht müde zu bekräftigen, dass die Operationen nach Plan verliefen und sich die USA keineswegs den Schuh anziehen müssten, die Taliban unterschätzt und die Stärke der Anti- Terror-Koalition überschätzt zu haben. Aber die Tatsache, dass sich Washington zur Einrichtung von rund um die Uhr arbeitenden Informationszentren auf drei Kontinenten bemüßigt sah, spricht Bände. Hinzu kommt eine Serie von Ansprachen an die Nation und das Ausland von Präsident George W. Bush in der nächsten Woche.

Pressekonferenzen gleichen Tribunalen
Pentagon-Pressekonferenzen glichen in den vergangen Tagen zunehmend kleinen Tribunalen. Zweidrittel der Frage-Antwort-Zeit mussten Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und hohe Militärs damit verbringen, Reporter von angeblich erreichten Fortschritten zu überzeugen.

 © REUTERS
US-Verteidigungsminister Rumsfeld beteuert, die Militäroperation verliefe nach Plan
Vier Wochen nach Beginn des Afghanistan-Krieges sehen sich die USA zu einer Propaganda-Offensive gezwungen. Trotz aller Beteuerungen aus dem Pentagon, dass die Militäraktion gegen Taliban und El Kaida „messbare Fortschritte“ gebracht habe, ist die Kritik an der Strategie in den vergangenen Tagen immer stärker gewachsen. In US-Zeitungen häufen sich beißende Kommentare, in denen Washington zu zögerliches Verhalten bei den Luftangriffen und mangelnde Unterstützung der Opposition vorgeworfen werden. Täglich gezeigte Videos und Satellitenbilder von einzelnen explodierenden Panzern und zerstörten Bunkern reichen für viele als Erfolgsbilanz nicht oder nicht mehr aus.

US-Informationszentren auf drei Kontinenten
Das Weiße Haus wird zwar nicht müde zu bekräftigen, dass die Operationen nach Plan verliefen und sich die USA keineswegs den Schuh anziehen müssten, die Taliban unterschätzt und die Stärke der Anti- Terror-Koalition überschätzt zu haben. Aber die Tatsache, dass sich Washington zur Einrichtung von rund um die Uhr arbeitenden Informationszentren auf drei Kontinenten bemüßigt sah, spricht Bände. Hinzu kommt eine Serie von Ansprachen an die Nation und das Ausland von Präsident George W. Bush in der nächsten Woche.

Pressekonferenzen gleichen Tribunalen
Pentagon-Pressekonferenzen glichen in den vergangen Tagen zunehmend kleinen Tribunalen. Zweidrittel der Frage-Antwort-Zeit mussten Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und hohe Militärs damit verbringen, Reporter von angeblich erreichten Fortschritten zu überzeugen.

Da Informationen aber nur extrem spärlich fließen und kein Journalist in der Lage ist, sie zu überprüfen, tappt die Öffentlichkeit praktisch im Dunkeln.

"Auflösung" der Taliban blieb aus
Nach jüngsten Pentagon-Berichten ist es gelungen, die Kommunikation innerhalb der Taliban-Miliz und der El Kaida erheblich zu stören. Auch mit Nachschub und Verstärkungen soll es nach vier Wochen Luftangriffen erhebliche Probleme geben. Unabhängige Beobachter in Pakistan schildern aber, dass die erhoffte „Auflösung“ der Taliban bisher ausgeblieben ist, es keinerlei Anzeichen für eine Demoralisierung gebe.

Nordallianz beklagt mangelnde Unterstützung
Nachdem auch die afghanische Nordallianz immer lautstärker mangelnde Unterstützung durch die USA an den Frontlinien beklagt hat, scheint sich nun eine Strategie-Veränderung anzubahnen. Die USA bauen offenbar nicht mehr länger darauf, dass sich in absehbarer Zeit die Grundvoraussetzungen für eine Koalitionsregierung in Kabul schaffen lassen - eine Hoffnung, die sie offensichtlich zur Zurückhaltung bei den Bombenangriffen zur Unterstützung der Nordallianz veranlasste.

Flächenbombadierungen nehmen zu
Inzwischen werden an den Frontlinien auch schwere Langstreckenbomber eingesetzt. Flächenbombardierungen werden immer häufiger. Im Pentagon wird als Ziel genannt, der Nordallianz nunmehr ein rasches Vorrücken zu ermöglichen und die Voraussetzungen für den Einsatz von weitaus mehr US-Spezialkommandos als bisher in Afghanistan zu schaffen.

Es gibt Berichte, nach denen der US-Oberbefehlshaber im Afghanistan-Krieg, Tommy Franks, bei seinem kürzlichen Besuch in Zentralasien mit Nordallianz-Vertretern ein besseres militärisches Zusammenspiel vereinbarte. Spekulationen gehen dahin, dass Rumsfeld bei seiner Visite in der Region am Wochenende versuchen wird, an Afghanistan grenzende Staaten zur Nutzung von Flugplätzen zu bewegen, von denen aus Jets und Soldaten auf den Weg geschickt werden können.

USA wollen Druck auf Taliban erhöhen
Das alles deutet darauf hin, dass die USA ihr Tempo und den Druck auf Taliban und El Kaida nun erhöhen wollen - und unbedingt müssen, wie Militärexperten meinen. Der Winter steht vor der Tür. Und da sind nicht nur US-Bodentruppen gegenüber den Taliban im Nachteil, sondern auch die von hohem Gebirge aus operierenden Nordallianz-Kämpfer.

KNOTENPUNKT
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Der Schlüssel zum Sieg
 © AP
Im Visier der US-Angriffe

Mehr als ein Jahrhundert lang war Masar-i-Scharif das Zentrum der Baumwoll- und Agrarregion Nordafghanistans, zunächst als Zentrum örtlicher Herrscher, später als wichtigste Garnisonsstadt der Sowjets. Seit Wochen haben sich die Kämpfer der oppositionellen afghanischen Nordallianz in Stellungen rund um die strategisch wichtige Stadt eingegraben, denn ihre Einnahme gilt als Schlüssel für den Sieg über die herrschenden Taliban.

Doch die Kommandeure der Nordallianz sind untereinander zerstritten und den Taliban militärisch unterlegen. Die USA hoffen trotzdem, dass es dieser Zweckgemeinschaft gelingt, den Taliban die entscheidende Niederlage zuzufügen und Masar-i-Scharif einzunehmen. Am Mittwoch flogen US-Kampfjets Angriffe auf die Stadt, doch ohne massive militärische Unterstützung wird diese kaum an die Taliban-Gegner fallen. Seit Tagen schon bombardieren die Amerikaner verstärkt Frontstellungen der Taliban zur Nordallianz, seit Tagen kündigt die Nordallianz den Beginn der Offensive auf Masar-i-Scharif an - doch bislang ohne sichtbaren Erfolg. Unter der Hand gestehen selbst die Kämpfer der Nordallianz ein: Die Stadt ist uneinnehmbar - bislang jedenfalls.

„Masar wird nicht bald fallen“, prophezeite Nordallianz-Führer Mohammed Hascham Saad dieser Tage in Usbekistan und fügte an: „Wir brauchen Zeit.“ Die bisherige Strategie der Nordallianz, die Taliban um Masar-i-Scharif direkt anzugreifen, brachte kaum Erfolg. Schwerere Waffen wie Panzer und Artillerie brachten den Taliban immer wieder Vorteile. Zudem sind ihre Truppen geeint. Seit mehreren Tagen ändert die Nordallianz ihre Taktik und zieht einen Belagerungsring um die Stadt, in der Absicht, die Versorgung des Gegners abzuschneiden. 5.000 Kämpfer hat die Nordallianz dazu zusammengezogen, Schätzungen zufolge kämpfen auf Taliban-Seite in diesem Gebiet aber deutlich mehr Soldaten.

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Im Visier der US-Angriffe

Mehr als ein Jahrhundert lang war Masar-i-Scharif das Zentrum der Baumwoll- und Agrarregion Nordafghanistans, zunächst als Zentrum örtlicher Herrscher, später als wichtigste Garnisonsstadt der Sowjets. Seit Wochen haben sich die Kämpfer der oppositionellen afghanischen Nordallianz in Stellungen rund um die strategisch wichtige Stadt eingegraben, denn ihre Einnahme gilt als Schlüssel für den Sieg über die herrschenden Taliban.

Doch die Kommandeure der Nordallianz sind untereinander zerstritten und den Taliban militärisch unterlegen. Die USA hoffen trotzdem, dass es dieser Zweckgemeinschaft gelingt, den Taliban die entscheidende Niederlage zuzufügen und Masar-i-Scharif einzunehmen. Am Mittwoch flogen US-Kampfjets Angriffe auf die Stadt, doch ohne massive militärische Unterstützung wird diese kaum an die Taliban-Gegner fallen. Seit Tagen schon bombardieren die Amerikaner verstärkt Frontstellungen der Taliban zur Nordallianz, seit Tagen kündigt die Nordallianz den Beginn der Offensive auf Masar-i-Scharif an - doch bislang ohne sichtbaren Erfolg. Unter der Hand gestehen selbst die Kämpfer der Nordallianz ein: Die Stadt ist uneinnehmbar - bislang jedenfalls.

„Masar wird nicht bald fallen“, prophezeite Nordallianz-Führer Mohammed Hascham Saad dieser Tage in Usbekistan und fügte an: „Wir brauchen Zeit.“ Die bisherige Strategie der Nordallianz, die Taliban um Masar-i-Scharif direkt anzugreifen, brachte kaum Erfolg. Schwerere Waffen wie Panzer und Artillerie brachten den Taliban immer wieder Vorteile. Zudem sind ihre Truppen geeint. Seit mehreren Tagen ändert die Nordallianz ihre Taktik und zieht einen Belagerungsring um die Stadt, in der Absicht, die Versorgung des Gegners abzuschneiden. 5.000 Kämpfer hat die Nordallianz dazu zusammengezogen, Schätzungen zufolge kämpfen auf Taliban-Seite in diesem Gebiet aber deutlich mehr Soldaten.

Einige Experten prophezeien bereits, dass die Nordallianz Masar-i-Scharif nicht wird einnehmen können. „Sie sind vielleicht stark genug, um einige Versorgungslinien abzuschneiden aber nicht, um einen Belagerungsring um die Stadt zu ziehen“, sagt Charles Herman, Redakteur von „Jane’s World Armies“ in London, „sie haben nicht genug Soldaten, sind nicht gut genug ausgebildet und haben nicht die notwendige Logistik.“ Die Einnahme von Masar-i-Scharif gilt deshalb als entscheidend, weil dies einen Landweg für den Nachschub schwerer Waffen aus Usbekistan eröffnen würde. 55 Kilometer nördlich der Stadt verläuft die Grenze zu der früheren Sowjetrepublik.

Normaler Alltag im „Grab der Heiligen“
Während sich vor den Toren von Masar die Kämpfer seit Wochen einen Stellungskrieg liefern, hat sich am Alltag der Bewohner wenig geändert. „Die Stadt ist von den Kämpfen kaum betroffen“, sagt Mahoob Scharif vom Kinderhilfswerk UNICEF. Noch immer gebe es Wasser und Strom, selbst die Telefonleitungen funktionierten noch. Scharif musste wie alle ausländischen UN-Mitarbeiter Afghanistan am Tag nach den Anschlägen in New York und Washington verlassen. Nun bleibt ihm nur noch der Telefonkontakt zu den afghanischen UN-Mitarbeitern.

Masar-i-Scharif bedeutet so viel wie „Grab der Heiligen“, hier soll auch Kalif Ali, Schwiegersohn des Propheten Mohammed, begraben liegen. Im Zentrum des schiitischen Wallfahrtsortes stehen zwei Moscheen. Im Gegensatz zur Hauptstadt Kabul wurde Masar-i-Scharif im Bürgerkrieg der vergangenen Jahre kaum zerstört. Zwei Mal nahmen die Taliban die Stadt ein. 1997 wurden sie nach kurzer Zeit an der Macht vertrieben, mindestens 2.000 Kämpfer wurden anschließend umgebracht. Ein Jahr später kehrten die Gotteskrieger zurück und rächten sich: Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen töteten sie 2.000 Tadschiken, Usbeken und Schiiten.

Louis Meixler

ZWISCHENBILANZ
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Ein Monat ist um, und nichts hat sich geändert
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Auch die Kämpfer der Nordallianz kommen nicht voran wie geplant
Für viele Afghanistan-Kenner ist das Szenario absehbar: Die Taliban-Kämpfer teilen sich in kleine Gruppen auf und führen von schwer zugänglichen Stützpunkten im kargen Bergland aus einen endlosen Kleinkrieg, der das Land unregierbar macht. Es ist ein Szenario, das sich auch dem US-Verteidigungsministerium aufdrängen muss. Seit vier Wochen schon versuchen dessen Truppen mit Bombardements die radikal-islamischen Taliban und das Netz des Extremisten Osama bin Laden zu zerstören - bislang mit wenig Erfolg. Sowohl Taliban-Chef Mullah Omar als auch Bin Laden sind offenbar am Leben und an einem sicheren Ort versteckt; wahrscheinlich tief in den Höhlen des afghanischen Berglandes, unerreichbar für die amerikanischen Bomben und Raketen.

Die Taliban wollen den Landkrieg
Die US-Streitkräfte haben die Militärtechnik der Taliban zerstört, einige alte russische Flugzeuge und Flugabwehrkanonen. Doch die Taliban selbst, etwa 50.000 Mann, die über ein Land größer als Frankreich verteilt sind, bieten nur wenig Ziele für die millionenteuren US-Raketen. "Ein Monat ist um und nichts hat sich geändert", sagte ein Offizier in Pakistan. "Den Taliban ist das egal - was ist schon zu zerstören?", fügt er hinzu, "sie wollen den Landkrieg." Für die Afghanen, die seit Jahrzehnten Invasionen und Bürgerkriege erleben, hat sich das Leben längst wieder "normalisiert". Auf den Märkten herrsche ein reges Treiben, berichten Reporter aus Kabul, Kandahar und Dschalalabad. Die Taliban haben einige Büros und Lager an Hilfsorganisationen zurückgegeben, deren Einrichtungen sie zu Beginn der Angriffe beschlagnahmt hatten.

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Auch die Kämpfer der Nordallianz kommen nicht voran wie geplant
Für viele Afghanistan-Kenner ist das Szenario absehbar: Die Taliban-Kämpfer teilen sich in kleine Gruppen auf und führen von schwer zugänglichen Stützpunkten im kargen Bergland aus einen endlosen Kleinkrieg, der das Land unregierbar macht. Es ist ein Szenario, das sich auch dem US-Verteidigungsministerium aufdrängen muss. Seit vier Wochen schon versuchen dessen Truppen mit Bombardements die radikal-islamischen Taliban und das Netz des Extremisten Osama bin Laden zu zerstören - bislang mit wenig Erfolg. Sowohl Taliban-Chef Mullah Omar als auch Bin Laden sind offenbar am Leben und an einem sicheren Ort versteckt; wahrscheinlich tief in den Höhlen des afghanischen Berglandes, unerreichbar für die amerikanischen Bomben und Raketen.

Die Taliban wollen den Landkrieg
Die US-Streitkräfte haben die Militärtechnik der Taliban zerstört, einige alte russische Flugzeuge und Flugabwehrkanonen. Doch die Taliban selbst, etwa 50.000 Mann, die über ein Land größer als Frankreich verteilt sind, bieten nur wenig Ziele für die millionenteuren US-Raketen. "Ein Monat ist um und nichts hat sich geändert", sagte ein Offizier in Pakistan. "Den Taliban ist das egal - was ist schon zu zerstören?", fügt er hinzu, "sie wollen den Landkrieg." Für die Afghanen, die seit Jahrzehnten Invasionen und Bürgerkriege erleben, hat sich das Leben längst wieder "normalisiert". Auf den Märkten herrsche ein reges Treiben, berichten Reporter aus Kabul, Kandahar und Dschalalabad. Die Taliban haben einige Büros und Lager an Hilfsorganisationen zurückgegeben, deren Einrichtungen sie zu Beginn der Angriffe beschlagnahmt hatten.

Die zunehmende Anzahl ziviler Opfer und die Aussichten auf eine Katastrophe unter jenen Menschen, die nur durch die Hilfe internationaler Organisationen überleben können, setzen die USA unter Druck, nicht die Taliban. Diese scheinen selbstbewusster zu sein als zu Beginn der Angriffe und laden auch wieder ausländische Journalisten ein. Demgegenüber kann die von den USA unterstützte Anti-Taliban-Allianz im Norden des Landes kaum Erfolge vorweisen. Bislang ist sie noch keinen Meter in Richtung der Hauptstadt Kabul vorangekommen.

Die Zahl der Deserteure ist geringer als erwartet
"Den Amerikanern scheinen die Schwierigkeiten der Lage immer deutlicher bewusst zu werden", sagte Fazal-ur-Rahman vom pakistanischen Institut für Strategische Studien. Die USA hätten erwartet, dass viele Taliban-Kämpfer desertieren würden, dass die Nordallianz schnell vorstoßen würde und dass sich die von den Taliban unterdrückten Menschen wehren würden. Nichts davon ist geschehen.

Eine politische Lösung ist nicht in Sicht
Die Bombardements gehen weiter, und eine politische Lösung ist nicht in Sicht. Die Bemühungen, eine Alternative zur Taliban-Regierung zu finden, die für das Mehrheitsvolk der Paschtunen akzeptabel ist, blieben bislang erfolglos. Der UNO- Sondergesandte für Afghanistan, Lakhar Brahimi, sagte nach intensiven Gesprächen mit Afghanen und Pakistanern vergangene Woche, eine Übereinkunft sei schnell möglich, wenn der politische Wille vorhanden ist. Er ist es aber offensichtlich nicht.

Ohne eine politische Lösung bleibt die Aussicht auf einen lang anhaltenden Krieg, selbst wenn die Taliban aus den großen Städten vertrieben werden. Sie sind keine zentralisierte Truppe, die ein gutes Ziel abgibt, sondern einzelne Männer mit Kalaschnikows, die an raue Bedingungen gewöhnt sind.

Zehntausend extrem gut organisierte Taliban sind kampfbereit
Die USA unterschätzten möglicherweise deren Fähigkeiten, sagte der Chef des pakistanischen Instituts für Politik-Forschung, Pervais Iqbal Cheema. "Es ist ein zerstörtes Land, und sie wissen, wie man unter solchen Bedingungen existieren kann."Die Taliban seien etwa 50.000 Mann, von denen man 40.000 vernachlässigen könne. "Aber es gibt 10.000, die gut organisiert, diszipliniert und erfahren sind", sagte Cheema, "und diese werden erbitterten Widerstand leisten." Wenn Kabul fallen sollte, würden sie sich in die Berge zurückziehen und von dort kämpfen. "Ein Mann mit einem Gewehr, einem Esel und ein paar Lebensmittel - und er kann Wochen überleben."

AFGHANISTAN
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Die Hoffnung auf einen schnellen Sieg zerbröselt
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Gefechtsstellung der Nordallianz
An der Front nördlich von Kabul herrscht die Hölle. Geschosseinschläge und Detonationen scheinen von allen Seiten zu kommen. Die Kämpfer der Nordallianz und der Taliban-Milizen schießen mit schwerem Geschütz aufeinander, dazwischen fliegen die US-Flugzeuge ihre Kampfeinsätze gegen die Taliban und deren Verbündete. Doch Gefechtslärm und splitternde Bomben täuschen nur den Neuankömmling darüber hinweg, dass hier eigentlich ein Stellungskrieg herrscht.

Nach über drei Wochen amerikanischen Luftkriegs gegen die Taliban-Machthaber in Kabul und die von ihnen beherbergten Terroristen sind die Hoffnungen auf einen schnellen Sieg über die fanatischen islamischen Krieger zerbröselt. Für ein Nachlassen der Kräfte oder ein Ende der Ressourcen der Mullah-Milizen gibt es keinerlei Anzeichen. Die oppositionelle Nordallianz, die die USA gern zu ihren Bodentruppen gemacht hätten, kommt dagegen mit ihren Bemühungen, die Taliban zurückzudrängen, nicht voran.

Trotzdem wollen die Allianztruppen schon in den nächsten Tagen eine neue Offensive zur Eroberung von Masar-i-Scharif, der strategisch wichtigen Hauptstadt der Provinz Balch, beginnen. Aber ohne verstärkte US-Luftunterstützung dürfte das nicht zu

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Gefechtsstellung der Nordallianz
An der Front nördlich von Kabul herrscht die Hölle. Geschosseinschläge und Detonationen scheinen von allen Seiten zu kommen. Die Kämpfer der Nordallianz und der Taliban-Milizen schießen mit schwerem Geschütz aufeinander, dazwischen fliegen die US-Flugzeuge ihre Kampfeinsätze gegen die Taliban und deren Verbündete. Doch Gefechtslärm und splitternde Bomben täuschen nur den Neuankömmling darüber hinweg, dass hier eigentlich ein Stellungskrieg herrscht.

Nach über drei Wochen amerikanischen Luftkriegs gegen die Taliban-Machthaber in Kabul und die von ihnen beherbergten Terroristen sind die Hoffnungen auf einen schnellen Sieg über die fanatischen islamischen Krieger zerbröselt. Für ein Nachlassen der Kräfte oder ein Ende der Ressourcen der Mullah-Milizen gibt es keinerlei Anzeichen. Die oppositionelle Nordallianz, die die USA gern zu ihren Bodentruppen gemacht hätten, kommt dagegen mit ihren Bemühungen, die Taliban zurückzudrängen, nicht voran.

Trotzdem wollen die Allianztruppen schon in den nächsten Tagen eine neue Offensive zur Eroberung von Masar-i-Scharif, der strategisch wichtigen Hauptstadt der Provinz Balch, beginnen. Aber ohne verstärkte US-Luftunterstützung dürfte das nicht zu

machen sein, wie der erste gescheiterte Versuch eines Vormarsches auf Masar-i-Scharif gezeigt hat, der vor einer Woche von den Taliban zurückgeschlagen wurde.

Allianz-Sprecher Aschraf Nadim erklärte denn auch, ohne verstärkte Luftunterstützung der USA sei das Ziel, Masar-i-Scharif bis zum Beginn des Fastenmonats Ramadan Mitte November zu erobern, nicht zu verwirklichen. Es gibt mittlerweile erste Anzeichen dafür, dass die USA dazu bereit sind. So erklärte die Pentagon-Sprecherin Victoria Clark, die Luftstreitkräfte würden ihre Aktionen bis zur afghanisch-tadschikischen Grenze nördlich von Masar-i-Scharif ausdehnen. Dort stoßen die Kämpfer der Nordallianz auf besonders heftigen Taliban-Widerstand.

Viele Ursachen für mangelnden Erfolg
Der mangelnde Erfolg der Nordallianz hat nach Ansicht von Landeskennern und Beobachtern viele Ursachen. Während die Taliban zu allem entschlossene Gesinnungstäter sind, setzt sich die Nordallianz aus vielen rivalisierenden Gruppen zusammen, die eigentlich nur die gemeinsame Gegnerschaft gegen die Taliban eint. Mit Grausen erinnern sich noch viele Afghanen an die Zeit, als die Gruppen, die heute die Nordallianz ausmachen, das Land beherrschten und es mit den unablässigen Kämpfen untereinander in weit größeres Chaos stürzten, als der zehn Jahre währende Guerillakrieg gegen die sowjetische

Besatzungsmacht und die von ihr geschützte Regierung das vermocht hatte. Dass heute in Kabul kaum noch ein Stein auf dem anderen steht, ist weder dem Wüten der Taliban noch den amerikanischen Luftangriffen zuzuschreiben, sondern den Straßenkämpfen der selbst ernannten Gotteskrieger, die sich so lange um den Besitz der Hauptstadt schlugen, bis die schwer heimgesuchte Bevölkerung sogar die zelotischen Taliban als Befreier begrüßte.

Paschtunen in der Nordallianz unterrepräsentiert
Kein Wunder also, dass sich in Kabul niemand die Warlords der Nordallianz zurückwünscht und lieber weiter den religiösen Terror der Koranschüler erträgt. Dazu kommt, dass in der Nordallianz die Paschtunen, mit 40 Prozent der Bevölkerung die stärkste Volksgruppe des Landes, stark unterrepräsentiert sind. So hat sich auch die Hoffnung der USA auf größere Mengen von Überläufern auf Seiten der Taliban bisher nicht erfüllt, die im Gegensatz zur Nordallianz dazu noch Zulauf aus dem Ausland erhalten. Dennoch muss der Westen weiter auf die Nordallianz setzen, wenn er weiter am Ziel des Sturzes der Taliban festhält. Denn sie ist die einzige Alternative zu einem Einsatz ausländischer Bodentruppen, den im Grunde niemand will, wie der Afghanistan-Experte Anthony Davis kürzlich in der Fachzeitschrift „Jane’s Defense Weekly“ schrieb.

Steven Gutkin

DSCHIHAD
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Das letzte Hemd für eine Kalaschnikow
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Weltweit machen sich Muslime auf, um ihren Glaubensbrüdern beizustehen
Von Südafrika bis Großbritannien machen sie mobil: Militante Moslems, die bereit sind, an der Seite der Taliban in den Krieg gegen die USA zu ziehen. Vor allem aus arabischen Ländern buchen sie zu Hunderten Flüge und Schiffspassagen. In überladenen Lastwagen versuchen sie, über die Grenze nach Afghanistan zu gelangen.

Wie viele Kämpfer unterwegs nach Afghanistan sind, vermag keiner zu sagen. Dass es um eine beträchtliche Zahl geht, scheint indes klar. Bilder von kampfbereiten Massen sind vor allem aus Pakistan bekannt. Beim Krieg gegen die einmarschierenden Sowjettruppen vor rund 20 Jahren kamen Tausende, die sich an die Seite ihrer moslemischen Glaubensbrüder stellten.

Die Kämpfer warten auf den Einsatz der US-Bodentruppen
Die willigen Kämpfer folgen dem Aufruf von Moslemführern aus der Region und in ihren Heimatländern - und dem von Osama bin Laden. Ein Sprecher des mutmaßlichen Topterroristen bat Moslems in aller Welt, sich bei der Verteidigung Afghanistans einzusetzen. Noch werden sie zwar nicht gebraucht, erklären die Taliban. „Wir müssen ihre Bitten abschlagen, weil die Schlachten am Boden noch nicht begonnen haben“, hat der Taliban-Botschafter in Pakistan, Abdul Salam Saif, dieser Tage erklärt. Das aber kann sich ändern. Und dann kann das Regime in Kabul auf zahlreiche Freiwillige zurückgreifen.

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Weltweit machen sich Muslime auf, um ihren Glaubensbrüdern beizustehen
Von Südafrika bis Großbritannien machen sie mobil: Militante Moslems, die bereit sind, an der Seite der Taliban in den Krieg gegen die USA zu ziehen. Vor allem aus arabischen Ländern buchen sie zu Hunderten Flüge und Schiffspassagen. In überladenen Lastwagen versuchen sie, über die Grenze nach Afghanistan zu gelangen.

Wie viele Kämpfer unterwegs nach Afghanistan sind, vermag keiner zu sagen. Dass es um eine beträchtliche Zahl geht, scheint indes klar. Bilder von kampfbereiten Massen sind vor allem aus Pakistan bekannt. Beim Krieg gegen die einmarschierenden Sowjettruppen vor rund 20 Jahren kamen Tausende, die sich an die Seite ihrer moslemischen Glaubensbrüder stellten.

Die Kämpfer warten auf den Einsatz der US-Bodentruppen
Die willigen Kämpfer folgen dem Aufruf von Moslemführern aus der Region und in ihren Heimatländern - und dem von Osama bin Laden. Ein Sprecher des mutmaßlichen Topterroristen bat Moslems in aller Welt, sich bei der Verteidigung Afghanistans einzusetzen. Noch werden sie zwar nicht gebraucht, erklären die Taliban. „Wir müssen ihre Bitten abschlagen, weil die Schlachten am Boden noch nicht begonnen haben“, hat der Taliban-Botschafter in Pakistan, Abdul Salam Saif, dieser Tage erklärt. Das aber kann sich ändern. Und dann kann das Regime in Kabul auf zahlreiche Freiwillige zurückgreifen.

Nicht nur lange Reisen nehmen sie auf sich, um für die Taliban in den Heiligen Krieg ziehen zu dürfen. Sie müssen sich auch gegen Vorschriften und scharfe Sicherheitsmaßnahmen ihrer Heimatländer durchsetzen - oder sie umgehen. In Jemen reagierte die Regierung auf Massenbewegungen gen Afghanistan mit neuen Kontrollposten an den Flughäfen und Grenzen. Der Hafen von Aden wurde teilweise geschlossen, die Küstenwache kontrolliert den Zugang zum Roten Meer.

Festnahmen auf dem Weg zum Dschihad
Saudi-Arabien nimmt alle fest, die verdächtigt werden, auf dem Weg in den Dschihad in Afghanistan zu sein. Erst kürzlich seien 40 Personen gestoppt worden, sagt ein Behördensprecher. Ebenso wie Jemen hat sich Saudi-Arabien in die Anti-Terror-Allianz um die USA eingereiht.

Wer die richtigen Leute kennt, kommt über die Grenze
Dennoch schaffen es nicht wenige. Aus Pakistan ist es offiziell nicht möglich, nach Afghanistan zu gelangen. Die Grenzen sind geschlossen. Aber wer die richtigen Leute kennt, kommt trotzdem durch. Tausende sind auf dem Weg, mit Gewehren und Raketenwerfern, mit Äxten und Schwertern. „Meine Mutter hat mich in den Dschihad geschickt, damit ich für unseren Glauben kämpfe“, sagt Farooq Shah in Temergarah. Die Mutter hat ihren Schmuck verkauft, um dem Sohn dafür eine Kalaschnikow zu erstehen.

Auch in westlichen Ländern opfern Moslems ihre aufgebaute Existenz dem Dschihad. Akbar Ebrahim verkauft sein Fast-Food-Restaurant im Johannesburger Vorort Melville, um Geld für die Reise nach Afghanistan aufzutreiben. Gemeinsam mit seinen beiden Söhnen will er in den Krieg ziehen. „Wir sind bereit zu gehen“, sagt er. „Wenn man Moslem ist und einen starken Glauben hat, dann muss man dorthin.“ Nach Darstellung der südafrikanischen Organisation Moslems gegen Illegitime Führer haben sich bereits 2.500 Südafrikaner für den Kampf an der Seite der Taliban gemeldet.

Die moslemischen Brüder müssen im Kampf zu unterstützt werden
200 Briten sollen in den vergangenen Wochen als Unterstützer für das Regime in Kabul nach Afghanistan gezogen sein. Ein Brite in Pakistan behauptet, er habe die Männer ausgebildet und über die Grenze geschmuggelt. „Wir ermutigen die Menschen, ihren islamischen Verpflichtungen gerecht zu werden“, erklärt ein Sprecher der fundamentalistischen Gruppe al-Muhajiroun in London in einem BBC-Interview. „Alle in der moslemischen Gemeinschaft haben die Pflicht, ihren moslemischen Brüdern und Schwestern beizustehen, wenn sie angegriffen werden.“ Die britische Regierung drohte mit rechtlichen Konsequenzen.

Extremisten auch aus den USA
Sogar aus den USA sind offenbar Moslemextremisten in Afghanistan, um gegen ihr eigenes Land zu kämpfen. Zwei seien in der vergangenen Woche bei US-Luftangriffen getötet worden, sagt ein Sprecher von al-Muhajiroun. „Sie starben als Märtyrer im amerikanischen Bombardement.“

Tote wurden auch in den Reihen weiterer ausländischer Kämpfer gemeldet. Bei einem Angriff in Kabul trafen Bomben auf ein Haus, in dem Ustad Farooq und 21 weitere Pakistaner gemeinsam mit den Taliban Militärstrategien entwarfen. Farooq hat nicht überlebt. Das aber schreckt die Gotteskrieger nicht ab. Für sie war Farooqs Einsatz ein Erfolg. „Mein Bruder hat sein Leben für den Islam geopfert“, sagt Abdul Rahim in der pakistanischen Stadt Karachi. „Wir bedauern seinen Tod nicht. Wir sind bereit, seine Mission fortzusetzen.“

AFGHANISTAN
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Der geheime Krieg
 © AFP
"Praktisch alles passiert im Verborgenen"
Noch ein Jahrzehnt nach dem Golfkrieg ist nicht bekannt, wie weit US-Sondereinsatzkommandos auf irakisches Territorium vorgedrungen waren. Einzelheiten über das Massaker, das amerikanische Soldaten 1950 in No Gun Ri in Korea verübt hatten, drangen erst nach einem halben Jahrhundert an die Öffentlichkeit. Der Vietnamkrieg hatte seine Geheimnisse, ebenso der Kosovokrieg. Und auch die derzeitigen Vorkommnisse in Afghanistan werden zum Teil wohl jahrzehntelang, wenn nicht sogar für immer im Dunkeln bleiben.

„Wenn sie jemanden fassen, der auf der Liste der meistgesuchten Terroristen steht, dann geben sie das vielleicht zu", sagt der Washingtoner Militär- und Geheimdienstexperte John Pike. „Aber nicht gleich“, fügt er hinzu. Zunächst werde jeder Festgenommene im Geheimen verhört, um möglicherweise noch andere Gesuchte zu fassen. Und wenn amerikanische Soldaten bei solchen Einsätzen ums Leben kommen? „Das werden sie uns sagen“, glaubt Pike. „Allerdings werden sie nicht sagen, wo und wie es passiert ist.“

Gerade bei der derzeitigen Militäroffensive, in deren Verlauf Sondereinsatzkommandos eine wichtige, vielleicht beispiellose Rolle spielen, geschieht vieles im Verborgenen. „Über einige der unsichtbaren Operationen werden wir informieren, über

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"Praktisch alles passiert im Verborgenen"
Noch ein Jahrzehnt nach dem Golfkrieg ist nicht bekannt, wie weit US-Sondereinsatzkommandos auf irakisches Territorium vorgedrungen waren. Einzelheiten über das Massaker, das amerikanische Soldaten 1950 in No Gun Ri in Korea verübt hatten, drangen erst nach einem halben Jahrhundert an die Öffentlichkeit. Der Vietnamkrieg hatte seine Geheimnisse, ebenso der Kosovokrieg. Und auch die derzeitigen Vorkommnisse in Afghanistan werden zum Teil wohl jahrzehntelang, wenn nicht sogar für immer im Dunkeln bleiben.

„Wenn sie jemanden fassen, der auf der Liste der meistgesuchten Terroristen steht, dann geben sie das vielleicht zu", sagt der Washingtoner Militär- und Geheimdienstexperte John Pike. „Aber nicht gleich“, fügt er hinzu. Zunächst werde jeder Festgenommene im Geheimen verhört, um möglicherweise noch andere Gesuchte zu fassen. Und wenn amerikanische Soldaten bei solchen Einsätzen ums Leben kommen? „Das werden sie uns sagen“, glaubt Pike. „Allerdings werden sie nicht sagen, wo und wie es passiert ist.“

Gerade bei der derzeitigen Militäroffensive, in deren Verlauf Sondereinsatzkommandos eine wichtige, vielleicht beispiellose Rolle spielen, geschieht vieles im Verborgenen. „Über einige der unsichtbaren Operationen werden wir informieren, über
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"Praktisch alles passiert im Verborgenen"
andere werden wir kein Wort verlieren“, sagte Generalstabschef Richard Myers vor einigen Tagen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Soldaten sollen geschützt und Taktiken geheim bleiben, die man auch bei künftigen Operationen anwenden will.

Kampf um die öffentliche Meinung
Doch bei alldem müssen Regierung und Streitkräfte die öffentliche Meinung auf ihrer Seite behalten. Zwar sind die meisten Amerikaner nach den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon so außer sich, dass sie vorerst keine permanente Rechenschaft von den Streitkräften fordern. Aber das wird sich ändern, sagt Dan Goure, Verteidigungsexperte am Lexington-Institut. „Wenn die Leute nicht das Gefühl haben, dass sich etwas bewegt, dass Dinge in diese oder jene Richtung gehen, dann werden sie äußerst unruhig werden.“

Ihre Erfolge, so glauben die meisten, wird die Armee verkünden, vielleicht ohne die Einzelheiten ihres Vorgehens zu nennen. Doch Geheimhaltung erlaubt zugleich die Vertuschung schlechter Nachrichten, zumindest vorübergehend. Der Tod von Soldaten beispielsweise könnte erst dann bekannt gegeben werden, wenn die Streitkräfte gleichzeitig Positives zu vermelden haben.
Die Terroristen verunsichern“
„Wir werden unser Bestes tun, Ihnen so viel Informationen zu geben, wie wir aus Sicherheitsgründen geben können“, sagte US-Verteidigungsminister Rumsfeld vor knapp einer Woche. Wenn Informationen, etwa über Bodenoperationen, durchsickerten, dann gefährde dies die beteiligten Soldaten, erklärte Rumsfeld. Ziel sei, die Terroristen zu „verunsichern“.

Viele Militäroperationen würden oft erst dann bekannt, so Goure, wenn Kriegsveteranen ihre persönlichen Geschichten erzählen - manchmal Jahrzehnte später. Was sich im Juli 1950 in No Gun Ri abgespielt hatte, kam erst ans Tageslicht, als die Nachrichtenagentur AP 1999 nach Gesprächen mit Überlebenden und US-Veteranen das bis dahin verschwiegene Massaker an koreanischen Flüchtlingen öffentlich gemacht hatte.

Die verdeckte Rolle des CIA bei der Wiedereinsetzung von Mohammed Resa Pahlawi als Schah von Persien 1953 wurde erst vor zwei Jahren bekannt. Das Ausmaß der CIA-Unterstützung bei der Ausbildung und Bewaffnung von Mudschaheddin-Gruppen in Afghanistan während der sowjetischen Besatzung in den 80er Jahren ist nach wie vor unklar. Noch immer nicht bekannt ist beispielsweise auch, wo die NATO während des Kosovokriegs überall Apache-Kampfhubschrauber stationiert hatte. Und in Afghanistan, so urteilen Beobachter, passiere momentan praktisch alles im Verborgenen.
BERICHTERSTATTUNG
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Reporter im Auftrag der Taliban
 © REUTERS
Trümmer in Kabul - welche sind Folge der US-Angriffe, welche sind älter?
Hass auf die USA, aber keine Angst vor den Luftangriffen - das ist es, was Reporter in der Taliban-Hochburg Kandahar im Süden Afghanistans zu hören bekommen. Zum zweiten Mal seit Beginn der US-Angriffe haben die Taliban Journalisten ins Land geholt, und sie führen ihnen die Wut der Menschen vor.

„Ich hatte weder etwas mit den Taliban zu tun noch mit Osama bin Laden. Aber jetzt werde ich aus Rache gegen Amerika kämpfen, denn meine drei Brüder sind hier umgekommen“, sagt der Händler Nias Mohammed, dessen Geschäft zerstört wurde.

Welche Trümmer stammen von wann?
Für die ausländischen Reporter ist es unmöglich zu überprüfen, wie authentisch die Aussagen sind. Kandahar war auch im Krieg gegen die Sowjetunion in den 80er Jahren schwer zerstört worden. Welche Trümmer aus jener Zeit stammen und welche tatsächlich durch US-Angriffe verursacht wurden, lässt sich schwer sagen.

Die Wut auf die USA wächst
Ebenso schwierig ist es herauszufinden, ob die Gesprächspartner echte Zeugen oder von den Taliban bestellt sind, denn die Reporter können sich nicht frei bewegen. Experten sind aber sicher, dass der generelle Eindruck stimmt, dass die Wut auf die USA wächst.

Das spiegelt sich auch in Gesprächen mit afghanischen Flüchtlingen in Pakistan wider, die nicht unter Aufsicht der Taliban stattfinden.

„Nachdem die USA mit ihrem Bombardement der Taliban gescheitert sind, zielen sie jetzt auf Zivilisten“, meint Abdul Habib, „ich werde bis zum Ende meines Lebens gegen Amerika kämpfen.“ Die USA selbst haben eingestanden, dass auch Zivilisten ums Leben gekommen sind und irrtümlich ein Lager des Roten Kreuzes angegriffen wurde.

Wer hat die Opfer zu verantworten?
Aber US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld macht die Taliban und die Terrorgruppe Bin Ladens für die zivilen Opfer verantwortlich. Er warf ihnen vor, Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. „Die Verantwortung für jedes einzelne Todesopfer in diesem Krieg liegt bei den Taliban und El Kaida“, sagte Rumsfeld.

In Afghanistan scheint diese Botschaft nicht anzukommen. In Salehan am Stadtrand von Kandahar steht Wali Dschan vor einem Haufen Balken und Lehm, die einmal ein Haus waren. „Hier sind keine Terroristen. Warum hat Amerika hier Bomben abgeworfen?“, fragt er. Zwölf Menschen seien umgekommen, fünf von ihnen kleine Mädchen.

Attacken lösen Panik aus
Im nahe gelegenen Dorf Durghani erzählt der 70 Jahre alte Haschmetullah, welche Panik die Attacken auslösten. Bomben schlugen ein, die Luft war voller Staub, und erst als er sich setzte, hätten sie sieben Tote entdeckt, sagt Haschmetullah.
Ansonsten achten die Taliban darauf, dass die Journalisten nicht viel von Angst und Panik mitbekommen. Der Madad-Platz in Kandahar ist umgeben von Geschäften. Zehn von ihnen sind zerstört, ein benachbartes Gebäude, in dem die Taliban ein Ministerium untergebracht hatten, wurde schwer beschädigt. Aber in den Läden, die noch stehen, geht das Leben weiter, Menschen sind auf den Straßen unterwegs. Die Botschaft, die das Taliban-Regime offensichtlich vermitteln will, lautet: Die Afghanen sind an Krieg gewöhnt, das Leben geht seinen normalen Gang, nur der Hass auf den Westen wächst.

 

KABULS FALL

Lynchjustiz der Eroberer

Von Uwe Klußmann, Kabul

Die Taliban sind geflohen. Kabul ist in der Hand der oppositionellen Nordallianz. Doch die Einnahme der afghanischen Hauptstadt verlief alles andere als friedlich: In der Nacht kam es zu blutigen Lynchmorden.

Nordallianz-Kämpfer nehmen einen Mann als Kriegsgefangenen - die Szene spielt in der Stadt Kuruk
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Nordallianz-Kämpfer nehmen einen Mann als Kriegsgefangenen - die Szene spielt in der Stadt Kuruk
Kabul - Mit Hupkonzerten und Fahrradgeklingel feiert der männliche Teil der Bevölkerung Kabuls den Abzug der Taliban. Frauen, völlig verschleiert, sind nur vereinzelt auf den Straßen zu sehen. Begeistert begrüßen Jugendliche Kämpfer der Nordallianz, die vorbei an verlassenen Ministerien zum Präsidentenpalais im Stadtzentrum fahren.

Die meisten Geschäfte sind noch geschlossen, nur vereinzelt offerieren Marktstände ein mageres Angebot an Granatäpfeln, Kürbissen und Bananen. Die Atmosphäre in der Stadt ist entspannt, den Gesichtern der Menschen ist die Erleichterung darüber anzusehen, dass ihre gemarterte Metropole nicht abermals zum Schlachtfeld wurde.

Taliban fliehen mit Millionen Dollar

Vorbei sind die fünf Wochen dauernden US-Luftangriffe, die nicht nur Militärobjekte trafen, sondern auch zahlreiche Zivilisten verletzten und töteten. Über Nacht sind die Taliban, die fünf Jahre lang Kabul terrorisierten, fluchtartig aus der Stadt abgerückt, unter Mitnahme von mehreren Millionen Dollar aus Wechselstuben. Am Montagabend waren die Streitkräfte der Nordallianz mit mehr als 6000 Soldaten bis an den Rand der afghanischen Hauptstadt vorgerückt.

Rache an den Besetzern

Mehrfach kam es in der Nacht zu Plünderungen. Auch Racheakte blieben nicht aus. In verschiedenen Stadtteilen liegen erschlagene junge Kämpfer der Taliban am Straßenrand, einige von ihnen viehisch gelyncht. In einer Mischung aus Schauder und Neugier umringen Gruppen Halbwüchsiger die Leichen.

Sultan Muhammad, 39, der in einer Menschenmenge vor dem leeren Gebäude des Industrieministeriums steht, spricht aus, was viele Kabuler empfinden: "Wir sind froh, dass die Freiheit da ist." Vorbei, sagt er, sei die Angst vor der Religionspolizei, die mit Strafe drohte, wenn der Bart zu kurz war, und die Unterhaltungsmusik ebenso verbot wie Fernsehen und Kino. "Wir haben", sagt Sultan Mohammad, "jahrelang in einem Gefängnis gelebt".

Die Hoffnung auf eine offene Gesellschaft

Ingenieur Schamir, der nach fünf Jahren Flüchtlingsdasein aus dem Norden Afghanistans heimgekehrt ist in die Hauptstadt, "kann es noch gar nicht fassen, dass ich wieder hier bin". Der gebildete Jurist hofft auf Demokratie und eine offene Gesellschaft im neuen Afghanistan, "in der Frauen unverschleiert spazieren gehen dürfen".

Doch der Weg dahin ist weit. Noch ist der Krieg in Afghanistan nicht zu Ende. Wenige Kilometer südlich der Hauptstadt errichten die Taliban derzeit neue befestigte Stellungen. Noch immer kontrollieren die Extremisten, die mit der Terrororganisation al-Qaida des Osama Bin Laden verbandelt sind, rund die Hälfte des afghanischen Territoriums.

Für einen weiteren Vormarsch nach Süden fehlen der Nordallianz nicht nur Truppen, Benzin und Munition. Im Süden Afghanistans leben zudem vor allem ethnische Paschtunen, aus denen die Taliban ihre Anhänger rekrutieren. Die Nordallianz stützt sich dagegen auf die Tadschiken, Hazara und Usbeken in den nördlichen Provinzen des Landes.

Das brüchige Bündnis

Überdies ist der ungleiche Bund zwischen der Dritte-Welt-Armee der Nordallianz und der Hightech-Weltmacht USA gerade durch den Fall Kabuls brüchig geworden. Inständig hatten die Amerikaner die Nordafghanen seit Ende letzter Woche gebeten, die Hauptstadt vorerst nicht einzunehmen. Doch die Mudschahidin, die schon die Weltmacht UdSSR zur Verzweiflung trieben, argwöhnten, Washington wolle sie bei der Verteilung der Macht in Afghanistan austricksen.

Zwar beteuert Nordallianz-Minister Abdullah Abdullah, seine Truppe erstrebe "eine breite politische Übereinkunft über die Zukunft des Landes". Doch gerade der Fall Kabuls zeigt, dass in Afghanistan nach 24 Jahren Bürgerkrieg eher die Maxime des chinesischen Revolutionärs Mao Tse-tungs gilt: Der lehrte die politische Macht aus den Gewehrläufen.

NORDALLIANZ

Einzug in Kabul, Verluste bei Masar-i-Scharif

Kabul ist fast eingenommen. Entgegen der Abmachungen mit den USA haben die Oppositionstruppen der Nordallianz damit begonnen, die afghanische Hauptstadt zu besetzen. Unterdessen vermelden auch die Taliban Erfolge: Sie wollen die Stadt Masar-i-Scharif zurückerobert haben.

Kämpfer der Nord-Allianz beim Einzug in Kabul
DPA
Kämpfer der Nord-Allianz beim Einzug in Kabul
Islamabad/Washington - Die oppositionelle Nordallianz hat am Dienstag die Hauptstadt Kabul eingenommen. Ungeachtet der Forderung der USA, eine politische Lösung abzuwarten, zogen am Vormittag die politischen Vertreter der Allianz in die Stadt ein, begleitet von Hunderten von Kämpfern und Militärpolizei.

Verteidigungsminister Mohammad Fahim und Außenminister Abdullah Abdullah seien in einem Geländewagen in der Stadt eingetroffen, berichteten Augenzeugen. Berichten der Opposition zufolge eroberten ihre Truppen am Morgen auch den Flughafen der Taliban-Hochburg Kandahar im Süden des Landes.

Dem Geländewagen der Minister seien in kurzem Abstand bewaffnete Militärpolizei in dunkelgrünen Uniformen sowie Hunderte von Soldaten in Tarnanzügen gefolgt. Sie führten Granatwerfer und Sturmgewehre mit.

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Nach Angaben des TV-Senders al-Dschasira sollen US-Streitkräfte auf dem Militärstützpunkt Baghram nahe der afghanischen Hauptstadt Kabul gelandet sein. Der Sender berichtete weiter, die Nordallianz habe erklärt, sie wolle nach dem Einmarsch in Kabul nicht die Macht an sich reißen. Die Nordallianz werde nicht versuchen, das Land alleine zu regieren.

Taliban auf der Flucht

Kabul ist gefallen, die Taliban sind weg: Ein Soldat der Nordallianz am Morgen nahe der afghanischen Hauptstadt
REUTERS
Kabul ist gefallen, die Taliban sind weg: Ein Soldat der Nordallianz am Morgen nahe der afghanischen Hauptstadt
In der Nacht hatten die Taliban Augenzeugenberichten zufolge die afghanische Hauptstadt geräumt. Nach Einbruch der Dunkelheit waren am Montagabend Panzer, Truppentransporter und andere Fahrzeuge beim Verlassen Kabuls gesehen worden. Sie seien in Richtung Kandahar gefahren, berichteten Beobachter. Ein Reuters-Korrespondent sagte, die Büros der Taliban seien verlassen und zum Teil geplündert worden. Anwohner berichteten, aus den Gefängnissen der Stadt seien Häftlinge ausgebrochen.

Die acht ausländischen Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter Now wurden von den Taliban offenbar mitgenommen. Sie sollen offenbar nach Kandahar gebracht werden. Das Gefängnis, in dem die Shelter-Now-Helfer zuletzt festgehalten wurden, blieb verlassen zurück. Bei den Gefangenen handelt es sich um vier Deutsche, zwei Amerikaner und zwei Australier, denen die Taliban christliche Missionstätigkeit vorwerfen.

"Nieder mit den Taliban"

"Wir haben Kabul eingenommen", rief ein Kämpfer der Nordallianz Medienberichten zufolge triumphierend auf einer Straße im Stadtzentrum. Die Fahrzeuge der Nordallianz waren mit Fotos ihres vor zwei Monaten bei einem Selbstmordanschlag getöteten Anführers, Ahmad Schah Masud, geschmückt. Die Taliban würden in Richtung Westen getrieben, sagte ein anderer Kämpfer. "Nieder mit den Taliban" und "Willkommen Nordallianz", riefen einige Einwohner. Vereinzelt waren Schüsse zu hören.

Bereits am Montag hatte die Nordallianz die Frontlinien der Taliban vor Kabul durchbrochen. Unterstützt wurde sie durch Artilleriefeuer und Luftangriffe der USA.

Dagegen haben die Taliban nach eigenen Angaben die Stadt Masar-i-Scharif zurückerobert. Das berichtete der arabische Sender al-Dschasira am Dienstag aus der Taliban-Hochburg Kandahar. Eine unabhängige Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Einzug in Kabul, Verluste bei Masar-i-Scharif (2)

Zurück zum 1. Teil

Der frühere afghanische Ministerpräsident Gulbuddin Hekmatjar erklärte unterdessen in einem Telefoninterview mit al-Dschasira aus der iranischen Hauptstadt Teheran, er verhandele derzeit über einen Zusammenschluss mit den radikal-islamischen Taliban. Die Nordallianz könne das Land nicht alleine regieren, sagte Hekmatjar.

Außerdem meldete al-Dschasira, ein US-Kampfflugzeug habe in der Nacht zum Dienstag das Büro des Senders in der afghanischen Hauptstadt Kabul bombardiert. "Es gibt derzeit für uns keine Möglichkeit, unseren Korrespondenten Taysir Aluni zu erreichen", sagte ein Nachrichtensprecher des in Katar ansässigen Senders.

Aluni war in den vergangenen Wochen der einzige ausländische TV- Korrespondent, der weiter aus der afghanischen Hauptstadt berichten konnte. Der Korrespondent von al-Dschasira in Kandahar sagte, zum Zeitpunkt der Bombardierung habe sich kein Mitarbeiter des Senders im Büro aufgehalten.

"Alles im Fluss"

Von der Regierung in Washington gab es zunächst keine Reaktionen auf die aktuelle Entwicklung. Ein hoher Beamter des Weißen Hauses wurde im Fernsehen lediglich mit den Worten zitiert: "Alles ist im Fluss." Die USA hatten die Allianz aufgefordert, nicht in Kabul einzurücken, bevor eine Übergangsregierung eingesetzt ist, die alle Volksgruppen repräsentiert.

Bush hatte am Wochenende gesagt, dass es nicht wünschenswert sei, wenn eine einzige Gruppe wie die Nordallianz die Stadt kontrolliere. Doch an diese Vorgaben fühlen sich die Kommandeure der siegreichen Truppen nicht gebunden. Bereits vor dem Einmarsch in Kabul wurde eine Polizeitruppe aus 7500 Sicherheitskräften zusammengestellt. "Wir haben einen Sicherheitsring vorbereitet", sagte der Botschaftsrat der Nordallianz in Berlin, Abed Nadjib, gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Nach dem Abzug der Taliban müsse die Nordallianz die Verantwortung für die Sicherheit in der Hauptstadt übernehmen. Sonst würde ein gefährliches Machtvakuum entstehen. Bushs Forderung sei eine Rücksichtnahme auf Pakistan. Diese sei zwar politisch richtig, "aber das ist keine dauerhafte Lösung für Afghanistan", so Nadjib, "Wir können nicht warten, das ist unmöglich."

Die Nordallianz steht unter Führung des ehemaligen Präsidenten Rabbani. Das Mehrheitsvolk der Paschtunen ist kaum in ihr vertreten. Die damalige afghanische Regierung hatte sich vor fünf Jahren mit der Nordallianz aus Kabul zurückgezogen, blieb jedoch international als Vertreterin des Landes anerkannt.

Fischer fordert "offene Stadt"

Über die Zukunft Kabuls hatten auch Bundesaußenminister Joschka Fischer und Uno-Generalsekretär Kofi Annan am Montagabend am Rande der Uno-Generaldebatte in New York gesprochen. Annan wolle versuchen, mit den verschiedenen Bevölkerungsgruppen einen Konsens über Kabul herzustellen, verlautete aus Delegationskreisen. Annan und Fischer hätten betont, dass Kabul eine "offene Stadt" bleiben müsse, hieß es. Die Sicherheit und die Versorgung der Bewohner müssten gewährleistet sein.


PAKISTAN

Entmilitarisierter Status für Kabul

Islamabad - Nach dem Ende des Taliban-Regimes in Kabul hat die pakistanische Regierung einen entmilitarisierten Status für die afghanische Hauptstadt gefordert. Dies sei dringend notwendig, um Blutvergießen zu verhindern und die Bildung einer multiethnischen Regierung zu gewährleisten, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Islamabad, Asis Ahmed Khan.

Pakistan hat die Taliban in den vergangenen Jahren massiv unterstützt, sich nach den Terroranschlägen vom 11. September aber auf die Seite der USA gestellt.

Die überwiegend von Tadschiken und Usbeken gebildete oppositionelle Nordallianz stößt bei einem Großteil der Bevölkerung der Paschtunen in Kabul auf Ablehnung. Grund: In der Nordallianz ist das Mehrheitsvolk der Paschtunen kaum vertreten. Als die heute in der Allianz vereinigten Gruppen Anfang der neunziger Jahre im Land regierten, gingen sie brutal gegen die Paschtunen vor.



UNABHÄNGIGE SCHÄTZUNG

Afghanistan-Krieg könnte zwölf Milliarden Dollar kosten

Während das Pentagon zu den Kosten des Afghanistan-Krieges schweigt, hat ein unabhängiges Forschungsinstitut eine erste Prognose vorgelegt. Demnach gibt die US-Regierung pro Monat mindestens eine halbe Milliarde für Bomben, Marschflugkörper und Flugstunden aus.

Washington - Möglich ist nach der Schätzung des amerikanischen Zentrums für Kostenschätzung (CSBA) auch, dass die Kriegsführung monatlich eine Milliarde kostet. So lange nicht bekannt sei, wie viele Bomben die US-Kampfjets abwerfen und was am Boden vor sich gehe, lasse sich diese Zahl des Zentrums für Kostenschätzung (CSBA) aber nicht weiter präzisieren.

AFP/DPA DPA AFP/DPA
AFP/DPA DPA REUTERS

Der für Haushaltsstudien zuständige CSBA-Direktor Steven Kosiak sagt, auf ein Jahr hochgerechnet könnten sich die Kosten des Krieges auf zwölf Milliarden Dollar belaufen - die Hälfte dessen, was die US-Regierung für medizinische Forschung ausgibt.

Zum Vergleich: Für den Kosovo-Krieg gab die USA rund drei Milliarden, für den Golfkrieg etwa 61 Milliarden Dollar aus. Bei letzterem erstatteten die Alliierten aber den überwiegenden Teil der Kosten, und manche Kalkulationen kamen sogar zu dem Ergebnis, dass die USA im Golfkrieg noch Profit gemacht hatten.

Relativ präsize beziffern lässt sich indes, wie teuer der einmalige Einsatz bestimmter Militärtechnologie ist. Eine Flugstunde mit dem FA-18-Kampfbomber der Marine wird mit rund 5000 Dollar veranschlagt. Eine der häufig verwendeten JDAM-Bomben kostet 25.600 Dollar, ein "Tomahawk"-Marschflugkörper zwischen 600.000 und einer Million Dollar.

Allein in der ersten Angriffswelle wurden nach Angaben aus US-Regierungskreisen 50 Cruise Missiles vom Typ "Tomahawk" abgeschossen, darunter einige britische Marschflugkörper. Der "Pave Low"-Hubschrauber, der bei schlechtem Wetter in Afghanistan abstürzte, hatte einen Wert von 40 Millionen Dollar, der in Pakistan abgestürzte Hubschrauber vom Typ "Black Hawk" kostete elf Millionen Dollar.

Das Pentagon hat bisher offiziell erklärt, es werde einige Zeit dauern, die Kosten des Afghanistan-Krieges zu benennen. "Das Verteidigungsministerium wird die Zahlen sammeln, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben wir sie noch nicht", sagte Pentagon-Sprecherin Susan Hansen.


UNO-GENERALVERSAMMLUNG

Fischer fordert Uno-Friedenslösung für Afghanistan

Außenminister Fischer hat vor der Uno-Generalversammlung eine Friedenslösung für Afghanistan unter dem Dach der Vereinten Nationen angemahnt. Nur unter dem Schutz der Weltorganisation werde es gelingen, "ausländische Einmischung für die Zukunft auszuschließen und eine friedliche Zukunft des Landes im Konsens mit seinen Nachbarn zu sichern".

Joschka Fischer vor der Uno: ''Ausländische Einmischung ausschließen''
DPA
Joschka Fischer vor der Uno: "Ausländische Einmischung ausschließen"
New York - Als "fatalen Fehler" bezeichnete es Fischer in seiner Rede vor der 56. Uno-Generalversammlung in New York, dass Konfliktprävention in Afghanistan niemals stattgefunden habe. Seit 20 Jahren spiele sich dort ein humanitäres Desaster ab, unter dem besonders Frauen und Kinder zu leiden hätten. Bürgerkrieg, Menschenrechtsverletzungen und bitteres Elend seien auch der Nährboden für "die Entstehung einer beispiellosen Symbiose zwischen den Terroristen der al-Qaida und dem Taliban-Regime" gewesen.

Von dort führten die Spuren direkt zu den Terrorangriffen vom 11. September. Wie dramatisch die Gefahr sei, zeige die Drohung des Topterroristen Osama Bin Laden, auch vor Atomwaffeneinsatz nicht zurückzuschrecken. Zivile Mittel reichten "leider nicht immer aus, um Gewalt und Terror zu beenden". Dies sei auch die Lektion auf dem Balkan gewesen, sagte Fischer.

Eine Friedenslösung mache es erforderlich, dass Afghanistan "nicht noch einmal mit seinen Problemen alleine gelassen" werde. Für die nächste Zukunft komme es darauf an, Flüchtlingen und Zivilbevölkerung zu helfen. Es dürfe nicht hingenommen werden, dass die Taliban humanitäre Hilfe behinderten und die Bevölkerung als Schutzschild missbrauchten.

Der Grünen-Politiker warf die Frage auf, ob es dazu nicht "humanitäre Schutzzonen" geben sollte. Er forderte die Staatengemeinschaft auf, ernsthaft zu prüfen, ob diese Zonen in Gebieten errichtet werden könnten, aus denen die Taliban vertrieben worden seien und aus Kabul eine offene Stadt zu machen. Alle Staaten müssten jetzt eine "große humanitäre Anstrengung für das geschundene afghanische Volk" leisten, forderte Fischer.



Terror und die Folgen
Amerikanische Elitesoldaten in Kabul / Taliban ziehen sich angeblich in die Berge zurück
 
 
13. Nov. 2001 Die Vereinten Nationen bereiten nach dem Ende des Taliban-Regimes in Kabul ein Verfahren für die Bildung einer neuen Regierung vor. Die Nordallianz in Afghanistan hatte sich über die  Warnungen der USA hinweggesetzt und marschierte in die Hauptstadt Kabul ein. Die Taliban haben sich scheinbar ohne Widerstand aus der Hauptstadt zurückgezogen. Auf dem Militärflughafen Bagram nahe Kabul sind angeblich bereits Mitglieder der amerikanischen Spezialeinheiten eingetroffen. Die Taliban haben bei ihrem Abzug die von ihnen festgehaltenen Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter Now offensichtlich mitgenommen. Pakistan forderte nach dem Ende des Taliban-Regimes in Kabul einen entmilitarisierten Status für die afghanische Hauptstadt.

Nach der Einnahme Kabuls strömten tausend Kämpfer der Nordallianz, Polizisten und Angehörige der  Nationalgarde seien auf Lastwagen, gepanzerten Fahrzeugen und zu Fuß im Norden der Stadt Kabul angekommen. Kommandeur Amanulah Gusar bestätigte  den Einzug seiner Kämpfer in die Hauptstadt. Wenige Stunden zuvor war eine rund 60 Mann starke Einheit der Nordallianz mit  Geländefahrzeugen nach Kabul eingerückt. Die radikalislamischen Taliban gaben die Hauptstadt offenbar kampflos auf. In Kabul kam es am Morgen zu Freudenkundgebungen von Einwohnern. Die USA hatten die Nordallianz ausdrücklich aufgefordert, nicht in die Hauptstadt einzumarschieren.

Amerikanische Soldaten in Kabul

Trotzdem sind auf dem Militärflughafen Bagram nahe der afghanischen Hauptstadt Kabul mit dem Hubschrauber angeblich zwei Mitglieder der amerikanischen Spezialeinheiten eingetroffen. Inzwischen wird angenommen, dass amerikanische Spezialisten die Offensive der Allianz seit Freitag koordiniert haben.

Taliban nehmen Shelter-Now-Mitarbeiter mit

Die acht ausländischen Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter Now sind beim Abzug der Taliban aus Kabul von diesen offensichtlich mitgenommen worden. Sie sollen offenbar nach Kandahar gebracht werden. Das Gefängnis, in dem die Shelter-Now-Helfer zuletzt festgehalten wurden, blieb verlassen zurück. Bei den Gefangenen handelt es sich um vier Deutsche, zwei Amerikaner und zwei Australier. Sie wurden am 3. und 5. August wegen angeblicher christlicher Missionstätigkeit verhaftet.

Pakistan fordert entmilitarisierten Status

Nach dem Ende des Taliban-Regimes in Kabul hat die pakistanische Regierung einen entmilitarisierten Status für die afghanische Hauptstadt gefordert. Dies sei dringend notwendig, um Blutvergießen zu verhindern und die Bildung einer multiethnischen Regierung zu gewährleisten, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Islamabad, Asis Ahmed Khan.

UN schaltet sich in Regierungsbildung ein

Die Vereinten Nationen bereiten nach dem Ende des Taliban-Regimes in Kabul ein Verfahren für die Bildung einer neuen Regierung vor. Vertreter der unterschiedlichen afghanischen Völker und Parteien sollen sich nach Informationen aus dem US-Außenministerium in den nächsten Tagen zu einer Konferenz einfinden, die möglicherweise in Genf, Wien oder Ankara stattfinden könnte.Der frühere afghanische Ministerpräsident Gulbuddin Hekmatjar erklärte unterdessen in einem Telefoninterview mit El Dschasira aus der iranischen Hauptstadt Teheran, er verhandele derzeit über einen Zusammenschluss mit den radikal-islamischen Taliban. Die Nordallianz könne das Land nicht alleine regieren, sagte Hekmatjar.

Räumen die Taliban auch Kandahar?

Nach ihrem Abzug aus Kabul sollen die Taliban auch damit begonnen haben, die südafghanische Stadt Kandahar zu räumen. Mit Ausnahme uniformierter Milizpolizisten hätten die Truppen die Stadt verlassen, teilte ein Bewohner mit. In der Bevölkerung werde vermutet, dass sich die Taliban in die Berge zurückziehen wollen, um dort den Guerillakrieg aufzunehmen. In von Agenturen verbreiteten Berichten von Augenzeugen ist von Schießereien und Militärsperren in Kandahar die Rede. Angeblich sind Soldaten der Nordallainz schon in die Stadt eingezogen.

Deutscher Reporter fällt Kämpfen zum Opfer

Bei dem toten deutschen Reporter handelt es sich um Volker Handloik. Der 40-jährige freie Journalist war auf dem Gebiet der Nordallianz zusammen mit fünf weiteren ausländischen Reportern auf einem Panzerwagen unterwegs und geriet offenbar in einen Hinterhalt der Taliban. Neben Handloik kamen zwei französische Kollegen bei dem Granat- und Gewehrfeuer-Angriff ums Leben. FAZ

Dienstag, 13.11.2001 - 10:02 Uhr (Quelle: dpa)
  Büro von El Dschasira in Kabul von US-Armee bombardiert
Büro von El Dschasira in Kabul von US-Armee bombardiert
 
Kabul (dpa) - Ein US-Kampfflugzeug hat in der Nacht nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira das Kabuler Büro des Senders bombardiert. Man könne den Korrespondenten vor Ort nicht erreichen, gab der in Katar ansässige Sender bekannt. Unterdessen ist das Schicksal der in Afghanistan gefangen gehaltenen "Shelter Now"- Helfer unklar. Das Auswärtige Amt in Berlin geht nach eigenen Angaben Gerüchten nach, wonach die Taliban die Ausländer bei ihrem Abzug aus Kabul in Richtung Kandahar mitgenommen haben.
  Kabul (dpa) - Ein US-Kampfflugzeug hat in der Nacht nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira das Kabuler Büro des Senders bombardiert. Man könne den Korrespondenten vor Ort nicht erreichen, gab der in Katar ansässige Sender bekannt. Unterdessen ist das Schicksal der in Afghanistan gefangen gehaltenen "Shelter Now"- Helfer unklar. Das Auswärtige Amt in Berlin geht nach eigenen Angaben Gerüchten nach, wonach die Taliban die Ausländer bei ihrem Abzug aus Kabul in Richtung Kandahar mitgenommen haben
 

US-Elitesoldaten in Bagram nahe afghanischer Hauptstadt Kabul

13.11 .2001 Quelle Reuters

Bagram (Reuters) - Auf dem Militärflughafen Bagram nahe der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Dienstag mit dem Hubschrauber Mitglieder der amerikanischen Spezialeinheiten angekommen. Von den sechs Elitesoldaten flogen vier wieder ab und ließen ihre beiden Kameraden und Ausrüstung zurück. Die Amerikaner waren in zivil, trugen aber Sturmgewehre des Typs M-16.

Die Nordallianz hatte am Dienstmorgen von Bagram aus Kabul eingenommen, nachdem die USA die Truppen der Taliban-Regierung dort und im Norden mit Luftangriffen zermürbt hatte. Es wird angenommen, dass amerikanische Spezialeinheiten die Offensive der Allianz koordiniert haben, die am Freitag im Norden begann. Die Allianz entstand aus der Koalitionsregierung, die die Taliban 1996 aus Kabul vertrieben, die aber stets von der UNO als rechtmäßige Vertreterin Afghanistans betrachtet wurde.



Taliban-Führer Mullah Omar angeblich geflohen

13.11 .2001 Südeutsche Zeitung

Mullah Mohammed Omar, der Führer der Taliban, hat sich nach Erkenntnissen der afghanischen Exil-Führung nach Pakistan abgesetzt.

Das berichtete ein Diplomat der afghanischen Botschaft in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe, wie die russische Agentur RIA-Nowosti meldete.

Mullah Omar halte sich inzwischen an einem nicht näher genannten Ort auf pakistanischem Gebiet versteckt. Nähere Angaben wurden dazu nicht gemacht.

Pakistan gegen Regierung der Nordallianz

Pakistan hat die UN aufordert, bei der Regierungsbildung in Afghanistan zu vermitteln. Pakistan hat nach dem Einmarsch der Nordallianz in Kabul gefordert, aus der afghanischen Hauptstadt eine entmilitarisierte Zone zu machen und unter internationale Überwachung zu stellen.

Eine Gruppe allein könne dem Nachbarland keinen Frieden bringen und seinen Bestand garantieren, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad. Deshalb werde eine Regierung auf breiter Grundlage gebraucht, die von den UN vermittelt werden müsse.

Der Einmarsch der Nordallianz nach Kabul stößt international auf Missbilligung, weil die Nordallianz nur Minderheiten repräsentiert und nicht die Paschtunen, die etwa 40 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Diese waren das Rückgrat der Taliban- Regierung, die von der Nordallianz aus Kabul verjagt wurde.

Nordallianz übernimmt Kontrolle in Kabul

Die Truppen der Taliban hatten die afghanische Hauptstadt Kabul in der Nacht preisgegeben und sich nach Kandahar zurückgezogen.

US-Präsident George W. Bush hatte davor gewarnt, in die Hauptstadt einzumarschieren. Die überwiegend von Tadschiken und Usbeken gebildete Nordallianz stößt bei einem Großteil der Bevölkerung der Paschtunen in Kabul auf Ablehnung.

Taliban sammeln sich in Kandahar

Nach Einbruch der Dunkelheit waren am Montagabend Panzer, Truppentransporter und andere Fahrzeuge der Taliban beim Verlassen Kabuls gesehen worden. Sie seien in Richtung der Taliban-Hochburg Kandahar gefahren, berichteten Augenzeugen.

Chaos steht möglicherweise bevor

Über die Reaktion der Stadtbevölkerung von Kabul gibt es widersprüchliche Angaben. Westliche Nachrichtenagenturen berichten von vereinzeltem Jubel und verbreiteter Zurückhaltung.

Nach Angaben des Fernsehsenders Al-Dschasira hätten Flüchtlinge aus Kabul von verbreiteten Plünderungen durch Kämpfer der Nordallianz gesprochen. Allerdings könne es auch sein, dass Einwohner mit den Gewalttaten Rechnungen untereinander begleichen wollten.

 

Geschlagene Taliban in Nordafghanistan

Nord-Allianz meldet Einnahme von Herat

Mit dem Fall weiterer Regionen im Norden und Westen Afghanistans wächst der Druck, einen Angriff auf Kabul zu beginnen. Allerdings gibt es noch keine politische Lösung, sollte die Hauptstadt eingenommen werden. Solange die Taliban Kabul beherrschen, werden die Dominosteine im Süden und Osten des Landes nicht fallen.

By. Delhi, 12. November

Der Zusammenbruch der Taliban-Fronten im Norden Afghanistans geht weiter. Am Montag soll Kunduz, der Hauptort der gleichnamigen Provinz östlich von Mazar-e Sharif, in die Hände von Truppen der Nord-Allianz gefallen sein. Südlich davon kontrolliert die Anti-Taliban-Front nach eigenen Angaben den Verkehrsknotenpunkt von Pol-e Khomri. Zuvor sei ein lokaler Kommandant übergelaufen. Falls dies zutrifft, würde der Rückzug der Taliban-Truppen in Richtung Kabul erheblich erschwert. Hinzu kommt, dass mit dem Fall der Städte Bamian und Yakowlang weitere Zufahrtsstrassen in die Hauptstadt blockiert sind. Im Gegensatz zum Osten gaben die Taliban die Provinzen Faryab und Badghis kampflos preis. Sie zogen ihre Truppen zurück, wohl auch deshalb, um deren Gefangennahme oder Überlaufen zu verhindern. Vermutlich liessen sie dabei - wie früher auch - einzelne Kampfgruppen zurück, die später als Widerstandsnester oder als Keimzellen für Aufstände dienen können. In der Stadt Herat wird laut Berichten von lokalen Vertretern des Uno-Flüchtlingswerks weiterhin gekämpft. Das Zentrum der Westregion ist für die Taliban ebenso wichtig wie Mazar-e Sharif für die Nord-Allianz, da von Herat aus die Zufahrtsstrassen nach Turkmenistan und Iran kontrolliert werden.

Zwang zu politischem Handeln

Auch in anderen Regionen beginnen die Frontlinien fliessend zu werden. In den zentralen Provinzen Ghor und Uruzgan wird weiterhin gekämpft. Sollte mit Tirin Kot der Hauptort von Uruzgan in die Hände der Nord-Allianz fallen, wäre diese nur noch rund hundert Kilometer von Kandahar entfernt. Beobachter in Afghanistan nehmen aber an, dass der Fall der Dominosteine immer mehr durch die ethnischen Bruchlinien verlangsamt und schliesslich aufgehalten wird. Dies trifft namentlich auf Kabul zu, das die Taliban nicht zuletzt wegen des grossen Anteils von Paschtunen an der Bevölkerung nicht kampflos preisgeben werden. Zudem würde eine wahllose Beschiessung der Hauptstadt Erinnerungen an die Greueltaten von Mitgliedern der Nord-Allianz Mitte der neunziger Jahre wachrufen. Eine solche dürfte daher rasch von den Amerikanern unterbunden werden. Laut Abdullah Abdullah plant die Allianz keinen Angriff auf die Stadt selber.

Mit dem Näherrücken der Front an die Hauptstadt wächst der Druck zu einer Lösung des politischen Übergangs. Diese ist in den letzten Wochen nicht vom Fleck gekommen. Nach Meinung pakistanischer Beobachter war es die frühe Bildung einer «unheiligen Allianz zwischen einem rachsüchtigen Sieger und einem bedeutungslosen Ex-Monarchen», welche eine breite Suche nach einer Lösung unter der Führung der Uno und unter Einschluss Pakistans blockierte. Selbst die von der Nord-Allianz und dem früheren König Zahir Shah vereinbarte Formierung eines Interimsausschusses von 120 Persönlichkeiten, welche die bedeutend umfangreichere Konstitution einer «Loya Jirga» an die Hand nehmen sollte, steht immer noch aus _ ein Zeichen dafür, dass bereits hier heftige Rivalitäten zum Tragen kommen.

Allerdings zwingen der ins Land ziehende Winter und die näher kommende Front die internationale Diplomatie zu einer rascheren Gangart. Dies gilt selbst für Lakhdar Brahimi, den Afghanistan-Beauftragten des Uno-Generalsekretärs, der kein Hehl aus seiner Auffassung macht, dass sich ein dauerhaftes Fundament nur mit einer langwierigen und mühsamen Kleinarbeit im komplexen ethnischen Teppich des Landes legen lässt - eine Bedingung, die dem gegenwärtigen Zwang zum Handeln entgegensteht. Entscheidend für Fortschritte wird zweifellos das Verhalten der Nord-Allianz in den von ihr zurückeroberten Regionen sein. Es wird sich zeigen, ob sie fähig ist, Entscheide zu fällen und dazu zu stehen, oder ob die Regionalfürsten erneut ihre Territorialansprüche abstecken werden unter Missachtung der etablierten Machtstrukturen in den eroberten Gebieten. Ein besonders scharfes Auge wird dabei auf General Rashid Dostom fallen, der sich als Herr von Mazar-e Sharif fühlt und früher wenig Lust zeigte, sich diszipliniert in ein Kollektiv einzufügen. Aber es gibt auch zahlreiche lokale Kommandanten, die es gewohnt sind, dass man ihnen - als Preis für ihre Unterstützung - freie Hand lässt.

Zurückhaltung Pakistans

Brahimi liess bisher nichts über die Gespräche anlässlich seiner Reise in die Region verlauten. Auch Pakistan hat sich Zurückhaltung auferlegt und vermeidet es nun, offen gegen die Nord-Allianz zu polemisieren, wohl wissend, dass es in den Augen vieler Afghanen der eigentliche Spielverderber ist. Präsident Musharraf wird es auch leichter fallen, sich aktiv an einer Lösung zu beteiligen, nachdem ihm seine Reise nach Paris, London und New York auch innenpolitisch den Rücken gestärkt hat. Die finanziellen Versprechen Frankreichs, Grossbritanniens und vor allem der USA sind wichtige Argumente in einem Land, das in einer tiefen wirtschaftlichen Krise steckt. Und mit der cleveren Art, in der ihr Präsident vor der Uno-Generalversammlung eine feine Trennlinie zwischen Terrorismus und dem Freiheitskampf in Kaschmir zog, stärkte er eine breite nationale Plattform, die Terrorismus ablehnt, aber den bewaffneten Kampf in Kaschmir unterstützt.

12. November 2001, 20:08

Rückzug der Taliban aus Kabul

Einheiten der Nord-Allianz rücken in die afghanische Hauptstadt ein

Kampfeinheiten der Nord-Allianz sowie ihre politischen Vertreter sind am Dienstag in Kabul eingerückt und haben ihren Vormarsch im Süden und Westen von Afghanistan fortgesetzt. Die Taliban verliessen die Hauptstadt kampflos. Der britische Premierminister Blair forderte unterdessen die schnellstmöglichste Uno-Präsenz, um das Machtvakuum zu füllen.

ap/dpa/Reuters) Fünf Wochen nach Beginn der amerikanischen Luftangriffe auf Afghanistan haben die Taliban die Hauptstadt Kabul fluchtartig verlassen. Unter dem Druck der vorrückenden Nord-Allianz zogen die Soldaten der Taliban-Miliz am Dienstagmorgen aus ihren Kasernen in Kabul ab. Erste Einheiten der von den USA unterstützten Nord-Allianz rückten in Kabul ein und übernahmen die verlassenen Militärstützpunkte. Vom Dach des Intercontinental-Hotels in Kabul berichtete eine Reporterin der Nachrichtenagentur AP, dass die Taliban in langen Militärkonvois abgezogen seien. Trotz Forderungen der USA, eine politische Lösung abzuwarten, zogen am Vormittag die politischen Vertreter der Allianz in Kabul ein, begleitet von Hunderten von Kämpfern und Militärpolizei. Verteidigungsminister Mohammad Fahim und Aussenminister Abdullah Abdullah seien in einem Geländewagen in der Stadt eingetroffen, berichteten Augenzeugen.

Leichen von Taliban-Kämpfern auf den Strassen

Dem Geländewagen der Minister seien in kurzem Abstand bewaffnete Militärpolizei in dunkelgrünen Uniformen sowie Hunderte von Soldaten in Tarnanzügen gefolgt. Sie führten Granatwerfer und Sturmgewehre mit. Die USA hatten die Allianz aufgefordert, nicht in Kabul einzurücken, bevor eine Übergangsregierung eingesetzt ist, die alle Volksgruppen repräsentiert. Vor dem Einzug der Regierungsvertreter hatte ein Allianz-Kommandant angekündigt, mit dem Einmarsch nach Kabul wegen der Sicherheitslage in der Stadt nicht warten zu wollen. Die Taliban hatten Kabul offenbar im Schutz der Nacht geräumt. In den Strassen lagen am Morgen Leichen mehrerer Taliban-Kämpfer. Die wichtigsten Regierungsgebäude seien von Kämpfern der Allianz besetzt, sagte einer ihrer Soldaten.

Taliban nehmen Shelter-Now-Mitarbeiter mit

Einwohner Kabuls reagierten nach Angaben der AP-Korrespondentin mit Freudenkundgebungen auf die überraschende Entwicklung. Passanten riefen sich Glückwünsche zu, Autofahrer fuhren hupend und Fahrradfahrer klingelnd durch die Strassen. Männer liessen sich den Bart rasieren, was ihnen bisher verboten war. Die Taliban hatten im September 1996 die Macht übernommen und ihr islamisches Regime mit Gewalt und Unterdrückung umgesetzt.

Die Taliban nahmen die acht gefangenen ausländischen Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter Now offenbar mit nach Süden. Vor ihrem Gefängnis in Kabul sagte ein einziger zurückgebliebener Wachmann, die Shelter-Now-Mitarbeiter - unter ihnen auch vier Deutsche - seien nicht mehr da. Die Ausländer waren Anfang August unter dem Vorwurf verhaftet worden, sie hätten christliche Missionsarbeit betrieben.

Einnahme des Flughafens von Kandahar?

Dass der Flughafen von Kandahar im Süden des Landes gefallen sei, hätten Chefs mehrerer Stämme bestätigt, sagte ein Sprecher der Nord-Allianz. Die Situation der Taliban in Kandahar habe sich zudem am Dienstag schnell verschlechtert. Die Stadt werde bald fallen, kündigte er in Quetta, einer pakistanischen Grenzstadt südlich Afghanistans, an, wo sich die Anführer mehrer Stämme versammelt hatten. Auch der arabische TV-Sender al-Jazira aus Katar berichtete von der Einnahme des Flughafens. Der amerikanische Nachrichtensender CNN berichtete, die Nord-Allianz habe zudem im Südwesten Afghanistans die Provinz Nimrus an der Grenze zu Iran eingenommen. Tags zuvor hatten die Truppen bereits die nahe gelegene Stadt Herat erobert.

Mit Unterstützung der seit 7. Oktober andauernden Bombardements durch die amerikanische Luftwaffe hatte die gegnerische Allianz am Wochenende die nordafghanische Stadt Mazar-e Sharif eingenommen. Ihre Einheiten stiessen danach weiter in Richtung Süden vor. Am Montag wurden die Verteidigungslinien der Taliban um Kabul durchbrochen.

Taliban-Chef ruft zum Widerstand auf

Das Oberhaupt der Taliban, Mullah Mohammad Omar, befahl seinen Truppen über Funk, sich dem Feind zu stellen und nicht zu ihm überzulaufen. «Ich befehle euch, euren Kommandanten rückhaltlos zu gehorchen. Ihr müsst euch neu gruppieren, Widerstand leisten und kämpfen», zitierte die Afghanisch-Islamische Presseagentur (AIP) am Dienstag den Taliban-Führer. Omar habe gesagt, er halte sich in Kandahar auf, berichtete AIP über die Ansprache, die acht Minuten gedauert habe.

Blair fordert Uno-Präsenz

Der britische Premierminister Blair forderte unterdessen die schnellstmögliche Präsenz der Vereinten Nationen. Blair sagte am Dienstag, die Uno müsste das Machtvakuum füllen, das nach dem Rückzug der Taliban aus Kabul entstanden sei. Es müsse alles daran gesetzt werden, eine stabile Regierung zu bilden.

Vertreter der unterschiedlichen afghanischen Völker und Parteien sollen sich nach Informationen aus dem amerikanischen Aussenministerium in den nächsten Tagen zu einer Konferenz einfinden, die möglicherweise in Genf, Wien oder Ankara stattfinden könnte. Der Uno-Sicherheitsrat erwartete am Dienstag den Bericht des Uno-Sondergesandten für Afghanistan, Lakhdar Brahimi. 

NZZ,13. November 2001, 16:24

 

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Alternative Leadership and Governance Arrangements  ROUNDTABLE ON AFGHANISTAN: Governance Scenarios and Canadian Policy Options Department of Foreign Affairs and International Trade, Ottawa 12 October, 2001 NEW
Afghans Explain Afghanistan By Los Angeles Times

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AFP Anti-Taliban offensive spreads across northern Afghanistan
AP British Troops Aid Northern Alliance
Asia Times Bombs for fathers, bread for children' under attack
BBC Eyewitness: Death in Peshawar
CNN Rumsfeld sees friction between Taliban, al Qaeda
Different Sources 1,000 Afghan leaders discuss a new regime (BG)
Daily Telegraph Afghan leader remains cool in heat of battle
Dawn Kabul residents eying future with hope, fear
Los Angeles Time  Bush Vows $900 Million for Pakistan
MSNBC Bin Laden Says He has Nuclear Arms
New York Times Rift Grows Among Anti-Taliban Leadership
Reuters alliance forces say they are poised to take Kabul
The Guardian Don't swap one evil for another
The News International A successor government in Afghanistan
Sunday Times UK  The city where betrayal and butchery reign
Times Magazine Saudi Prince: Afghans Could Have Sold Out bin 
Washington Post For Pakistani, War Brings Reversal of Fortune
Washington Times Russian mafia selling arms to Taliban

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Loya Jirga:

The Afghan Political Landscape by Dr. Hassan Kakar
Afghan Loya Jirga by Noorullah Khan
Tradition Versus Ideology by Juma Khan Sufi
Play the King by Dr. Rauf Roashan
Taliban & Pakistan
Afghanistan, the taliban and the united state the role of human rights in western foreign policy  By Nafeez Mosaddeq Ahmed NEW
Pakistan's Role in Creating and Sustaining Afghan Misery
An Introduction of Taliban by Kawun Kakar, Institute for Afghan Studies
Watch Pakistan by Dr. Rauf Roashan
Taliban: Flux in an Old Relationship by Tara Kartha, Research Fellow at IDSA
Northern Alliance
The Northern Alliance, A Brief Introduction by Jan Mohammad, Institute for Afghan Studies
The Northern Alliance, Iran, and Russia; Fueling the Afghanistan's War Taliban Wipes Out Opium Production Jim Teeple Jalalabad
Terrorism & Drug
Taliban Wipes Out Opium Production by Jim Teeple

human rights & Factors

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Analysis

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UN commissioner warns of Afghan starvation threat  By Guardian, 14 Oct. 2001 NEW
The Politics Of Abandonment by Sima Wali
Pakistan: Harassment and police brutality against Afghan refugees Amnesty International
Unveiling the Taleban Dress Codes Are Not the Issue, New Study Finds By Sonia Shah

Hawaneen, formerly a farmer and now a refugee, lays his eight-year-old son, recently dead from pneumonia, on his burial cloth at Mazlak camp

Taliban - Militant Islam, Oil and Fundamentalism in Central Asia by Ahmad Rashid
To Get at the Taleban, Apply Pressure on Pakistan
The Central Intelligence Agency (CIA) worked in tandem with Pakistan to create the "monster" that is today Afghanistan's ruling Taliban by Selig S. Harrison 
Stealthy Arabisation of Afghanistan By Dr. Rasool Amin
King Can Unify Afghanistan By Moni Bausi Atlantic Journal Staff
Afghanistan Veers Towards Chaos BBC
Central Asia's Great Game Turned on its Head  NEW The Great Game, the fabled race for power and influence in Central Asia, has been turned on its head by the U.S.-led "war on terror" that is rallying the whole world against Afghanistan

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National Treasures:
From Glory to Plunder By The Flouran Wali
Taliban Edict that Brought the Bamyan Statues Down
How the Precious Statues of Afghanistan Got Destroyed A Chronology of Events
Pakistan's Foreign Minister tries to shift the blame away from the Taliban
Country & People: 
NEW Afghan Currency worth more with the fall of Mazar
Economy Overview
Afghanistan: Natural Resources and Energy
Reconstruction: Key Problems
Afghanistan: Return, Repatriation,  Reconstruction By Louis Dupree
Prospects for a post-Taliban Afghanistan By Paul Burton, South Asian editor, Jane's Sentinel
Afghan Economy: Past, Present & Future By Omar Zakhilwal, Institute for Afghan Studies 
The Political Economy of War and Peace in Afghanistan By Barnett R. Rubin
Rupee Replacing Afghani in it's Hometown by Rahimullah Yousufzai
Economic Indicators 
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Der Terror-Krieg
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UN suchen dringend politische Lösung für Afghanistan
Die UN sollen sich an der Bildung einer Übergangsregierung in Afghanistan beteiligen fordert Tony Blair - doch bislang ist noch keine in Sicht. Generalsekretär Annan spricht von einer Chance für eine neue, friedliche Regierung. 
ARTIKEL
 |  13. Nov 17:22

ANALYSE

 
- Al Qaeda plant Angriffe mit Giftgas

 
- Eine Basis für bin Ladens Kämpfer ist Pakistan

 
- US-Regierung befürchtet «neues Vietnam»

 
- Die Karrieren der «Schläfer» Allahs

 
- Reform des FBI: Eine Legende stirbt

 
- Wer hat das Recht zum "Heiligen Krieg" aufzurufen?

 
- Der unsichtbare Krieg

 
- Die Waffen der Taliban

 
- US-Mission für die Ruhe nach dem Krieg

 
- Die Maßstäbe des Kalten Kriegs sind obsolet

 
- Rasterfahndung nach einem Phantom
 
- Wie führt man einen «Krieg neuer Art»?


Musharraf drängt auf politische Neuordnung Afghanistans
In Afghanistan dürfe kein politisches Vakuum entstehen, warnt Pakistans Staatschef Musharraf. Er fordert eine angemessene Regierungsbeteiligung der Paschtunen. 
ARTIKEL
 |  13. Nov 17:09

Schröder stellt die Vertrauensfrage:
Rot-grüne Koalition auf der Kippe

Bundeskanzler Schröder wird die Zukunft der Koalition mit der Entscheidung über den Bundeswehreinsatz verknüpfen. Am Freitag will er im Bundestag die Vertrauensfrage stellen, bestätigte SPD-Fraktionschef Peter Struck. 
ARTIKEL
 |  13. Nov 16:47

Nordallianz meldet Einnahme von Dschalalabad
Die afghanische Opposition will fünf weitere Provinzen eingenommen haben – darunter auch die strategisch wichtige Stadt Dschalalabad. 
ARTIKEL
 |  13. Nov 16:39

Exilpräsident will in Kabul einziehen
Burhanuddin Rabbani 
Foto: dpa
Schon in zwei oder drei Tagen will der afghanische Exilpräsident in die Hauptstadt einziehen. Noch vor einigen Wochen hatte er ausgeschlossen, sich an einer Übergangsregierung zu beteiligen. 
ARTIKEL

USA und Russland begrüßen Einnahme Kabuls
US-Präsident Bush hat die Eroberung der afghanischen Hauptstadt Kabul durch die Nordallianz begrüßt. Auch das russische Außenministerium sprach von einem «wichtigen Erfolg».  
ARTIKEL
 |  13. Nov 17:18

Kabul gefallen – und nun?
Man mache sich keine Illusionen: Der Fall von Kabul erleichtert die westliche Mission in Afghanistan in keiner Weise. 
ARTIKEL
 |  13. Nov 14:33

BIO-TERRORISMUS

 
- Die Psyche der «Trittbrettfahrer»
 
- Milzbrand - Spur führt in die USA
 
- US-Regierung will «Super-Anthrax» herstellen lassen

 
- Eine neue Generation von Biowaffen

 
- Neue Impfstrategie gegen Milzbrand

 
- Biowaffen-Detektoren schnell einsatzbereit

 
- Eine Spur führt nach Irak

 
- Milzbrand: «Kein Spitzenprodukt» der Waffenproduktion

 
- Milzbrand - Biowaffengefahr Nummer eins

 
- Infografik: Biokampfstoffe und ihre Wirkung

«Die verbotene Wahrheit» über
den Westen und die Taliban

Französische Geheimdienstexperten stellen fest: Die Pläne für die Zeit nach dem Taliban-Regime sind nicht neu - die USA hatten darüber vor dem 11. September mit den Taliban selbst verhandelt. 
ARTIKEL
 |  13. Nov 16:54

Mullah Omar ruft zum Kampf auf
Die afghanische Exilregierung - und die Taliban - dementieren Gerüchte von Mullah Omars Flucht. Der ruft die Taliban-Milizen zum Kampf auf. 
ARTIKEL
 |  13. Nov 15:30

KOMMENTAR

 
- Kabul gefallen - und nun?

 
- Über den Krieg muss geredet werden

 
- Der Krieg in Afghanistan: Es läuft nicht wie es soll

 
- Wunderwaffen machen blind für die Ursachen

 
- Die Offene Gesellschaft lebt vom Geheimnis

 
- Bin Laden bestimmt die Wahl der Waffen

 
- Dominanz und Sentimentalität

» WENIGER FREIHEIT
Einschränkung der Freiheit
USA beschränken die Freiheit. Bürgerrechtler sind alarmiert. ARTIKEL
 
» OHNE SIEG
 
Krieg ohne Sieg
Seit dem 7.Oktober kämpfen die USA gegen die afghanischen Taliban. Bisher haben sie so gut wie nichts erreicht. ARTIKEL
 
» LEITKULTUR
 
Eine neue amerikanische «Leitkultur»?
Eine neue amerikanische «Leitkultur»? Der Terror hat die USA verändert. ARTIKEL
 
» BUNDESWEHR
Infografik: Angriffsziele der USA
Das Kontingent der Bundeswehr für Afghanistan MEHR
 
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Die Waffen der USA
Die Waffen der USA - Einsatz, Kosten, Wirkung ARTIKEL
 
» ANGRIFFSABLAUF
Chronologie des Angriffs
Die Netzeitung dokumentiert seit dem 7. Oktober die wichtigsten Ereignisse in ihrer zeitlichen Abfolge. ARTIKEL
 
» ANGRIFFSZIELE
Infografik: Angriffsziele der USA
Die Karten zeigen die Angriffsziele der USA in Afghanistan MEHR
 
» ÖL-KAMPF
Kampf ums Öl
Die Politik in der Region um Afghanistan ist eine Politik um Pipelines ARTIKEL
 
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Was ist der Islam?
Was ist der Islam? Fakten, Begriffe, Hintergründe ARTIKEL
 
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Was ist Anthrax?
Was ist Anthrax? - Begriffe, Gefahren, Hintergründe ARTIKEL
 

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Hunderte Tote in Masar-i-Scharif
Kämpfer der Nordallianz haben offenbar Hunderte Taliban getötet, seit sie vergangene Woche die Stadt Masar-i-Scharif erobert haben. ARTIKEL |  13. Nov 15:20

Afghanischer Exilkönig wütend über Nordallianz
Nach ihrem Einzug in Kabul baut die Nordallianz weiter auf eine politische Lösung unter dem Exil-König Sahir Schah. Doch der ist über den militärischen Vormarsch verärgert. ARTIKEL |  13. Nov 13:58

Schröder will wegen Bundeswehr-Einsatz
Vertrauensfrage im Bundestag stellen

Bundeskanzler Schröder erwägt, wegen der Beteiligung deutscher Soldaten am Anti-Terror-Krieg nun doch die Vertrauensfrage im Parlament zu stellen. Die Abstimmung des Bundestages über den Einsatz müsste in diesem Fall verschoben werden. ARTIKEL |  13. Nov 14:37

Taliban: Masar-i-Scharif zurückerobert
Drei Tage nach der Eroberung der Stadt durch die Nordallianz wollen die Taliban Masar-i-Scharif zurückerobert haben. Das berichtet der TV-Sender Al Dschasira. ARTIKEL |  13. Nov 10:59

Mutmaßliche Al-Qaeda-Mitglieder
in Spanien verhaftet

Die spanische Polizei hat neun mutmaßliche Anhänger von Osama bin Laden festgenommen. Die meisten von ihnen sind Algerier und Tunesier. ARTIKEL |  13. Nov 13:11

Taliban räumen Kandahar
Nach dem Einmarsch der Nordallianz in die afghanische Hauptstadt Kabul haben die Taliban offenbar begonnen, auch ihre Hochburg Kandahar im Süden des Landes zu räumen. ARTIKEL |  13. Nov 16:23

US-Spezialkommando offenbar
bei Kabul gelandet

Ein US-Spezialkommando soll nach Medienberichten in der Nähe der afghanischen Hauptstadt Kabul gelandet sein. ARTIKEL |  13. Nov 10:41

UNO befürchtet Massaker in Kabul
Die UNO fürchtet nach dem Einmarsch der Nordallianz in Kabul um die Zivilbevölkerung. Denn deren Kämpfer haben einen schlechten Ruf. ARTIKEL |  13. Nov 11:38

Fischer drängt auf politische Lösung für Afghanistan
Bundesaußenminister Fischer hat vor der UNO gefordert, so rasch wie möglich Voraussetzungen für die Bildung einer neuen Regierung in Afghanistan zu schaffen. ARTIKEL |  12. Nov 18:39

Friedensgruppen wollen
gegen Regierung klagen

Zwei Friedensgruppen haben Anzeige gegen die Bundesregierung und den Bundestag erstattet. Vorwurf: Vorbereitung eines Angriffskriegs. ARTIKEL |  13. Nov 10:45

Blair: Der Krieg ist noch nicht vorbei
Trotz der Erfolge der Nordallianz gegen die radikal-islamischen Taliban, ist der Krieg noch lange nicht beendet, betont der britische Premierminister. Der diplomatische Kampf müsse noch gewonnen werden. ARTIKEL |  13. Nov 08:09


AFGHANISTAN
 - Der Spielball im kalten Krieg
 
- Ein Gottesstaat im Bürgerkrieg
 
- Die Nordallianz
 
- Karten der Region

HINTERGRUND
 - Special Forces - Leise Krieger
 
- Gegenschläge und Völkerrecht

OSAMA BIN LADEN
 - Bin Laden, «schwarzes Schaf» der Saudis
 
- Wo Osama bin Laden noch Zuflucht finden kann

NACHBARLÄNDER
 - Indien – der «verlässliche Freund»
 
- Pakistan riskiert einen Krieg
 
- Kaschmir-Konflikt


 
» TERRORANSCHLAG
Bilder aus New York: Die Katastrophe
New York: Bilder der Katastrophe MEHR
Mehr Bilder:
- Terror in Washington
- Die Fahndung nach
  den Tätern


- Präsident Bush am Ort
  des Terrors


- Gedenken an die
  Opfer des
  Terroranschlags


- Der Morgen danach

- New York: Chaos
  nach dem Anschlag


- Satellitenbilder World
  Trade Center und
  Pentagon


- Luftbilder des zerstörten
  World Trade Centers


 
» AUGENZEUGEN
Mitschnitte der Anschläge in den USA
Augenzeugen-Videos der Anschläge ARTIKEL
 

TERRORANGRIFF
 - Rekonstruktion: Der Morgen des Terrors
 
- FBI rekonstruiert den letzten Abend zweier Attentäter
 
- Chronologie des Anschlags
 
- Spendenaktionen für die Opfer
 
- Sicherheitslage in Deutschland
 
- Ablauf des Terrorangriffs
 
- Leserbriefe zu den Anschlägen

 
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Der Terror-Krieg
UN suchen dringend politische Lösung für Afghanistan
(13. Nov 17:22)
USA und Russland begrüßen Einnahme Kabuls
(13. Nov 17:18)
Musharraf drängt auf politische Neuordnung Afghanistans
(13. Nov 17:09)
«Die verbotene Wahrheit» über
den Westen und die Taliban
(13. Nov 16:54)
Schröder stellt die Vertrauensfrage:
Rot-grüne Koalition auf der Kippe
(13. Nov 16:47)
Nordallianz meldet Einnahme von Dschalalabad
(13. Nov 16:39)
Taliban räumen Kandahar
(13. Nov 16:23)
Mullah Omar ruft zum Kampf auf
(13. Nov 15:30)
Nordallianz rückt in Kabul ein
(13. Nov 15:23)
Hunderte Tote in Masar-i-Scharif
(13. Nov 15:20)
Schröder will wegen Bundeswehr-Einsatz
Vertrauensfrage im Bundestag stellen
(13. Nov 14:37)
Kabul gefallen - und nun?
(13. Nov 14:33)
Exilpräsident will in Kabul einziehen
(13. Nov 14:32)
Afghanischer Exilkönig wütend über Nordallianz
(13. Nov 13:58)
Pakistan verlangt multinationale Truppen in Kabul
(13. Nov 13:41)
Mutmaßliche Al-Qaeda-Mitglieder
in Spanien verhaftet
(13. Nov 13:11)
UNO befürchtet Massaker in Kabul
(13. Nov 11:38)
Taliban: Masar-i-Scharif zurückerobert
(13. Nov 10:59)
Streit um Schröders angebliche
Drohung mit Koalitionsbruch
(13. Nov 10:54)
Friedensgruppen wollen
gegen Regierung klagen
(13. Nov 10:45)

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This conflicting opinon in Rome  shows that one is
happy while another is disappointed at a historic
event.  This represent conflicting mindsets among
Zahir Shah supporters.  I think the two sides are the
old fashioned Abdul Wali supporters and newer
supporters of Mustafa Zahir.  Mirwais Zahir is totally
out of the solution but he is now the third way.
Zahir Shah has a big problem of getting his kin in
line before issuing a solution to Afghanistan.  Here
in the UK, many are saying that Blair promised
Pakistan that no one from Zahir Shah's family would
ever be allowed to go back to Afghanistan.  If this
rumour is try then our fate is sealed.

Harun
Liverpool


November 13, 2001 
Ex-king's camp sends mixed reaction to Kabul's fall

(Agence France Presse), The camp of Afghanistan's
ex-king showed mixed reaction to the unexpected
capture of the capital Kabul by the Northern Alliance
troops early Tuesday following the Taliban's
withdrawal overnight.

Abdul Sattar Sirat, a top aide to former monarch
Mohammed Zahir Shah, accused the Northern Alliance of
breaking a deal with the exiled king by entering
Kabul, while Zahir Shah's son, Mirwais Zahir, welcomed
the fall of the city as a good news.

In telephone interviews with AFP from Rome, both
however urged the Alliance leaders to establish law
and order and to protect civilian lives and property.

Sirat said the exiled king was concerned about the
safety of the residents and that his entourage was
surprised by the unexpected fall of the capital, which
he said was contrary to an agreement to keep military
forces out of Kabul. "This was something new and
beyond our expectations. It was agreed before that
Kabul be demilitarized," he said.

"We do not know the reason why (they entered Kabul),
but we are concerned about the safety of the people's
lives and property," Sirat said. "His Majesty is
concerned about the safety of the people."

Sirat is believed to be more influential in outlining
Zahir Shah's policies than his son.

Ignoring repeated warnings from Washington, the
Alliance forces marched on the Afghan capital Tuesday
at dawn, taking everyone including the ex-king by
surpise.

Zahir Shah, who has lived in Rome since 1973 after he
was overthrown by his cousin Mohammed Daoud, has been
at the centre of efforts to find a replacement to the
Taliban Islamic movement.

Many thought his tribal supporters in southern
Afghanistan would be the first to overthrow the
Taliban and to take the capital once the religious
militia started cracking under the sustained US aerial
bombardment, which started October 7.

A senior anti-Taliban official, Younis Qanooni, in
Kabul told AFP Tuesday that the Alliance has no plans
to rule the country and remains committed to a peace
process under the ex-king.

"We are just here to keep security and stop criminals
from from bothering our citizens," Qanooni said.

Sirat however complained that the Alliance's move into
Kabul went against a previous joint agreement that a
security and administrative body be assigned to take
charge of affairs in Kabul in the event of a Taliban
defeat.

"This military occupation should have been avoided.
Things have gone beyond the political process
framework," he said.

Mirwais Zahir, 44, Zahir Shah's youngest son, welcomed
the fall of Kabul and praised the new pledge by the
victorious Northern Alliance to remain committed to
the peace process under his father.

"It is a good news. Their commitment is quite
praiseworthy. It is good that they seem to be standing
by the promises they have made," he told AFP.

"We hope the issue of governing Kabul is solved as
soon as possible," he added.

Mirwais called upon the Northern Alliance forces not
to repeat the past mistakes of 1992-1996 when
one-third of the capital was destroyed under its
chaotic rule and thousands of citizens killed in
factional fighting for power.

"We do not want a repetition of bloodshed so that all
of us can go back home to rebuild our dear land," he
said.

He urged Alliance leaders to be "vigilant" and to keep
in mind the country's best interests.

The southern tribesmen are also ready to move on the
Taliban positions in their areas, the ex-prince
predicted.

"We receive phone calls every day to tell us of their
readiness," Mirwais said.

"We hope all our countrymen stand united in rebuilding
the country," he added, warning against renewed tribal
and factional bickering.

 

 

Von : 
Ahmad Pakhtun Ahmadpakhtun@yahoo.com

Betreff : 
Pashtoon Mullah
 
Datum : 
Mon, 12 Nov 2001 13:41:06 -0800 (PST)

Pashtoon Mullah.
By
Roshan Khan Yousafzai


Mullah, among the Pashtoons, is a class of social
parasite who breeds on ignorance and thrives on
superstitions of the masses. Any scheme of
enlightenment or education, science and technology is,
therefore, heretical in his book. A Mullah is the most
pathetic character in the Pashtoon society, which can
only arise, in one’s heart, feelings of sympathy and
pity for him rather than hatred. Look at his means of
subsistence, for example. Right from his Madrassa
days, he begs for what is cooked in your and others
homes. Then he waits for your Nikah or Funeral to
arrange marriage for his own daughters through the
money, which he receives as Khairat and Skhat.

Pashtoons seldom give their daughters in marriage to
a Mullah, signifying that the Mullah is not a social
equal in the social status ladder. Pashtoons never
allowed a Mullah to participate in tribal or clannish
matters except in cases of mediation between two
opposites. A Mullah is a beneficiary of chaos and
crisis as well, therefore, he has never left an
opportunity to persuade the superstitious Pashtoons
for a Jehad against one or other foreign power. And
Pashtoons who have historically enjoyed loot and
plunder, keeping in view their meager sources of
subsistence and their liking for adventurism, have
always been willing mercenaries to fight India in
Kashmir, the infidel Russians in Chechnya and Bosnia
and also his own kith and kin in Afghanistan.


Lately the Mullahs, in connivance with the vested
interest, are bent upon to deprive Pashtoons in
Pakhtoonkhwa of their social peace. There is a Mullah
from Lahore [Dr. Israr Ahmad] who says Islam will
start its renaissance from Khurasan and he claims it
is written in the Qur’an and Sunnah. There is another
Mullah [Sufi Muhammad] in Malakand who says Islam
should be imposed in Malakand Division only. A
socially degraded Mullah is enjoying every minute of
it. One day he is with Home Secretary and the other
day with the Commissioner. And does not care what
price the innocent people of the area have paid and
are yet to pay in the shape of their blood to elevate
him to the status of the elite.


The professional dougher called Mullah is made not out
of choice but economic compulsions. A cursory survey
of the Din Madaris would let you know that majority of
the Taliban belong to downtrodden families, which
derogatorily you can call as the social trash. These
children are often poor, a large number of them are
orphans of the Afghan Jehad. Political Mullahs, who
mislead my and your children to fight the infidels or
one’s own Muslim brother, if he belongs to a different
sect, have made it a business. Neither these political
Mullahs nor their children ever embraced marteyordom
themselves but they want other’s children to become
Shaheed for the political and monetary motives of one
Mullah or the other.

Economic situation determines the quality of brain
that is devoted to religious scholarship. It is no
surprise, then, that an Imam Ghazali could not be
produced in these Madrasas. All you can expect is
Mullah Omar, an un-creative mind who is totally cut
off with his immediate environment. He is socially
inferior but is the custodian of the Mimber of the
Prophet (pbuh).

Just imagine the feelings of a person who begs, twice
a day, cooked food. Is it not a constant humiliation?
Imagine the psychological damage done to him
throughout his days of studentship. But even after
scholarship, the future is not encouraging for him.
The young graduate who carries the knowledge of
ancient Fiqah, Khulasa, Munia or Gulistan and Bostan
in his intellectual pocket is again refused every
chance of decent livelihood, because his knowledge is
outdated, out-of-tune with the socio-economic needs of
the modern day world.

The desperate ambition of the young Mullah
thenceforward is to lookout for Imamship in a mosque
to get hold, which he uses as his residence also
during his bachelor days. He has to compete with an
army of other Mullahs for the slot. Then he has to
marry and find a house for his family.

Consider all these compulsions and the authority of
the Mullah on the pulpit. He is now firmly seated on
the pulpit of the prophet and recites the Juma Khutba
and other sermons. What should you expect from such a
person? A creative analysis of the secular dimension
of Islam or an authoritative work on the need of
polygamy in the modern world? A person whose soul is
so bruised and tortured for no fault of his can only
return what society, in its callousness and
insensitivity to his feelings, has bestowed on him i.e
un-happiness. Thus the Mullah would leave no stone
un-turned to make you believe that the terror and
wrath of Allah awaits you in the next world and that
every opportunity of your emotional catharsis must be
arrested so that the storage of social un-happiness is
not depleted.

Then he would strive for establishing another mosque
or Madrasa to survive, his ulterior worldly motives
concealed behind a thin religious mask. The worldly
motives behind establishing and running a Mosque or
Madrasa can be cited as:
1. To grab land
2. To accumulate money in the name of mosque/ Madrasa
without rendering and maintaining any accounts.
3. To create a constituency of influence.

Since the government and its Ministry of Auqaf and
Religious Affairs is either insensitive or short of
funds, therefore, these Mosques/Madaris run according
to the caprices of the Mullah.

In order to get rid of this sorry state of affairs,
society collectively through its executive organ, has
to seriously plan, manage and regulate the Dini
Madaris/mosques according to overall socio-economic
priorities of the government. The curriculum and
syllabi must be updated and made  more
market-jobs-oriented, the institution of Imamship
should be officially financed permanently and
prescribed qualification should be made for the
selection of Imams to the mosques and last but not the
least, efforts should be made to remove the social
stigma attached to Mullaeyat among the power elite and
the Mullah should be amalgamated in the respectable
social folds.

Tuesday, 13 November, 2001, 15:00 GMT
Kabul falls to Northern Alliance


The Northern Alliance has made rapid progress
Northern Alliance troops have taken control of Kabul amid scenes of chaos and jubilation.
In a dramatic overnight advance, Northern Alliance units entered the Afghan capital after Taleban fighters fled towards their southern stronghold, Kandahar.


Troops were backed by rockets and US bombing

There was a vacuum of authority in the city after the Taleban withdrew, with reports of looting, but the BBC's William Reeve says the atmosphere is now less tense.
Taleban leader Mullah Mohammed Omar is reported to have urged his troops to regroup and fight.
He is quoted by the Pakistan-based Afghan Islamic Press as telling his men to obey their commanders and not to desert.
Some Arab volunteers serving with the Taleban were summarily shot and a BBC camera crew was attacked as opposition troops entered Kabul.
Click here for map of the battlegrounds
Meanwhile, Afganistan's former King, Zahir Shah, has accused the Northern Alliance of reneging on a deal not to enter the capital.
"This was something new and beyond our expectations," his spokesman, Abdul Sattar Sirat, said. "His Majesty is concerned about the safety of the people."
In other developments:
Evidence emerges of massacres by retreating Taleban forces in the central town of Bamiyan, which they totally destroyed
Northern Alliance forces capture an airport near Kandahar, al-Jazeera television says - but the Taleban deny the report
Northern Alliance forces are reported to have captured 50 kilometres (31 miles) of the road to the eastern town of Jalalabad
The Taleban take eight foreign aid workers accused of preaching Christianity from Kabul to Kandahar
The White House describes the situation in Kabul as "very fluid" - but a senior Pentagon official says the Taleban departure is "great news"
Pakistan says it hopes no single group will occupy Kabul and calls for a demilitarised zone there
UN Secretary General Kofi Annan says the UN must move quickly to help set up a representative government in Afghanistan
Residents said music - banned by the Taleban - was broadcast on Kabul radio for the first time in five years.
"You can celebrate this great victory," a female announcer told residents - another novelty in a city where women have been banned from most work and education since 1996.
And men have been queuing at barbers' shops to have their beards shaved off - another gesture of freedom from the strict Taleban interpretation of Islam.
Northern Alliance Defence Minister General Mohammad Fahim and Foreign Minister Abdullah Abdullah have now entered Kabul.
Anti-Taleban crowds
Earlier, huge crowds gathered in the city, shouting "death to Pakistan" and "death to the Taleban," the BBC's John Simpson reported.
Correspondents say anti-Taleban anger is directed more towards Osama Bin Laden's foreign volunteers than towards Afghans in the Pashtun-dominated Taleban movement.


BBC correspondent William Reeve survived a bomb blast in Kabul

Thousands of people were seen crowding around an aid agency and carrying away tents, food and blankets in taxis and on bicycles.
And the Taleban are reported to have taken away the contents of Kabul's money markets and the national bank.
The UN Human Rights Commissioner, Mary Robinson, said there were reports of looting of humanitarian aid "and there is a fear that the situation could turn worse".
The Kabul office of Qatar-based al-Jazeera television took a direct hit from a US bomb overnight. The building was destroyed, but the staff had already left building.
William Reeve says a US bomb landed earlier on a house about 100 metres from the BBC office where he was broadcasting. The blast smashed all the office windows.
On the way to Kabul the alliance forces passed through miles of devastation - ruined towns, razed orchards and burnt vineyards, the BBC's Kate Clark reports.
But as soon as they got closer to Kabul, she says, villagers stood cheering on the alliance, some throwing flowers on the tanks as they drove past.
Northern Alliance gains
The advance followed sweeping gains by the Northern Alliance across the north of the country on Monday.


Ismail Khan's forces have entered Herat

Backed by US bombing, Northern Alliance troops broke through two lines of Taleban trenches north of Kabul on Monday, leaving only the final defences on the city's outskirts.
The alliance has also taken control of the key western city of Herat and is pursuing retreating Taleban forces in the north-eastern Kunduz province.
In Herat, two opposition factions - the Shia Hezb-e-Wahdat militia and troops under former city governor Ismail Khan - have established control.
Herat commands vital highways leading to Iran and Turkmenistan.
It could also be the gateway for an advance on Kandahar.
The BBC's defence correspondent Jonathan Marcus says the war in southern Afghanistan could be very different, as the Northern Alliance itself may be unwilling to press on into largely Pashtun territory.

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Northern Alliance Takes Kabul
Tuesday, November 13, 2001 9:06 AM EST
KABUL, Afghanistan (AP) -- Ignoring appeals to stay out of the capital, Afghan opposition fighters rolled into Kabul on Tuesday after Taliban troops fled. Residents, freed of the Islamic militia's restrictions, celebrated by blaring music from radios and shaving their beards.
Heavily armed alliance troops roamed the city, hunting Taliban stragglers and their Arab allies from Osama bin Laden's al-Qaida movement. At least five Pakistanis and two Arabs were slain.
Clashes broke out near the airport near Kandahar, the Taliban movement's headquarters in the south, when 200 fighters mutinied, a Taliban official, Mullah Najibullah, said at the Pakistani border at Chaman. There were signs the Taliban were abandoning Kandahar and other urban centers in the south, possibly to wage a guerrilla war from the mountains.
The United Nations reported that alliance troops had executed 100 Taliban fighters hiding in a school in the northern city of Mazar-e-Sharif on Saturday, and there were ongoing reports of reprisals.
As the Taliban retreated from Kabul, they took eight foreign aid workers, including two Americans, accused of spreading Christianity in Muslim Afghanistan, witnesses told The Associated Press.
``I saw them with my own eyes. They put them in the truck and then left at midnight. They said they are going to Kandahar,'' said Ajmal Mir, a guard at the abandoned detention center in the heart of the city where the eight had been held.
The fall of Kabul set off alarms in key U.S. ally Pakistan, which strongly opposes a takeover by the opposition alliance in neighboring Afghanistan. Its foreign ministry Tuesday appealed to the United Nations to send peacekeepers to control the city until a broad-based government can be installed.
``It is our hope that calm prevails and bloodshed is avoided,'' Foreign Ministry spokesman Aziz Ahmed Khan said in Islamabad, adding that Pakistan hoped a multiethnic government would be formed with U.N. help.
President Bush had urged the opposition to stay out of the capital until a new, broad-based government could be formed to replace the Taliban.
Alliance officials said the unexpected Taliban evacuation made it necessary for them to enter the city to maintain public order.
The alliance's interior minister, Yunis Qanoni, said the main body of opposition forces would stay out of the city.
Mindful of international concern over a potential wave of revenge killings in the city, the alliance was rushing in 3,000 specially trained security troops to maintain order. Alliance Defense Minister Mohammad Fahim and Foreign Minister Abdullah entered the city around midday.
As the sun rose over the Hindu Kush mountains, Kabul residents shouted out congratulations, honked car horns and rang bells on their bicycles. Men shaved off beards -- mandated by the Taliban -- and the sounds of music returned after having been banned by the Islamic militia.
In Kandahar -- the birthplace of the Taliban movement and home to its supreme leader, Mullah Mohammad Omar -- a resident contacted by telephone said many Taliban appeared to have left the city, except for uniformed militia police. The resident spoke on condition of anonymity.
Sources contacted by telephone in Jalalabad said it appeared the Taliban were preparing to abandon that northeastern city too. The sources spoke on condition of anonymity.
Taliban guards Tuesday also abandoned the Torkham border station along the Pakistani frontier. A group of local Afghan elders was trying to sort out who would man the station, near the Pakistani city of Peshawar.
Pakistan has expressed fears that the opposition seizure of Kabul will spark bloodshed and revenge killings.
U.N. spokeswoman Stephanie Bunker said the opposition was carrying out ``punitive action'' in Mazar-e-Sharif, which it seized Friday. ``We have also heard that fighting is continuing in and around the city,'' she told journalists in Islamabad.
In Kabul, bands of heavily armed northern alliance soldiers roamed the city in taxis, trucks and cars, seeking out Arabs, Pakistanis, Chechens and others who had come to Afghanistan to fight with the Taliban.
Five Pakistanis were killed in a shootout early Tuesday, witnesses said. Their bodies lay in a public park hours later. Alliance troops were setting up roadblocks on streets where Arabs and others associated with al-Qaida movement had been living.
The bodies of two dead Arabs lay on the street near a U.N. guest house. Close to the bodies were rocket launchers and a rifle.
On the Shomali Plain on the road to Kabul, a large crowd stood around three dead Taliban fighters.
Alliance soldiers stood guard outside the offices of some international aid organizations. Some, however, appeared to have been looted. ``Some illegal people went through and took everything from the offices,'' said Ghulam Ali, an elderly resident.
The alliance's special security troops drove into the capital in cars festooned with pictures of their late commander Ahmed Shah Massood, who was killed in September in a suicide bombing.
Qanoni said there are no plans for the deposed president, Burhanuddin Rabbani, to return to Kabul immediately. Kabul's 1 million people are wary of the alliance because of the bloody infighting that marked the four years of rule by Rabbani and his coalition.
That turmoil paved the way for the southern-based Taliban to capture Kabul in 1996, a move that was hailed by many residents as a step toward stability. However, the Taliban's harsh enforcement of strict Islamic rules alienated many urban dwellers.
Bush launched the air campaign here on Oct. 7 after the Taliban refused to hand over bin Laden, prime suspect in the Sept. 11 terrorist attacks that killed 4,500 people in the United States.
After weeks of heavy U.S. bombing, the opposition broke through Taliban front lines Monday and took the hills above Kabul after a string of victories that began with Mazar-e-Sharif's capture in the north.
From the rooftop of the Intercontinental Hotel on a hill overlooking Kabul columns of Taliban vehicles could be seen heading south beginning Monday night. The exodus continued after sunrise.
The Taliban forces were said to be heading toward the town of Maidan Shahr, about 25 miles south of Kabul. As they had in the north of the country, the Taliban appeared to have decided to surrender territory rather than fight.
``I think it is great news. It means the initial phase of the campaign is going well,'' Army Secretary Thomas White said on CNN's ``Larry King Live.''
The fall of Kabul may complicate efforts to establish a broad-based government acceptable to the dominant Pashtun ethnic group, the core of Taliban support. The alliance is dominated by ethnic Tajiks, Uzbeks and Shiite Muslims.
At the United Nations, the United States, Russia and six nations that border Afghanistan pledged ``to establish a broad-based Afghan administration on an urgent basis.''
The aim is to put together a transitional leadership that is broadly acceptable, possibly including Taliban defectors. However, alliance leaders have rejected bringing in former Taliban members. Holding the capital increases the alliance's claim on a dominant role in a future government.
That could cause problems for Pakistan. The northern alliance considers Pakistan a patron of the Taliban even through Pakistani President Pervez Musharraf abandoned them after the Sept. 11 terror attacks.
Musharraf has called for Kabul to be declared a neutral city.
During an appearance Monday night on The NewsHour with Jim Lehrer, Musharraf said the alliance's move on Kabul was ``dangerous'' because ``we are now getting information that there are certain atrocities being perpetrated in Mazar-e Sharif.''
``And that is exactly my apprehension that we have seen a lot of atrocities, a lot of killings between the various ethnic groups in Kabul after the Soviets left, and that's why we are of the opinion that Kabul should be maintained as a demilitarized city,'' Musharraf said.

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Northern Alliance forces enter Kabul
Tuesday November 13, 2:13 PM
-AFP
Opposition troops entered the Afghan capital of Kabul after chasing out forces of the ruling Taliban militia to score their biggest victory in a stunning week-long offensive.
Between 50 and 60 troops of the Northern Alliance, with their distinctive pakool caps were seen entering the city from the north in jeeps and four-by-four vehicles.
No Taliban fighters were sighted in the city except for a group of four apparent prisoners escorted by opposition soldiers.
Small crowds of Kabul residents lined the streets in the north of the city to cheer the arrival of the Northern Alliance forces.
They chanted "Allah o Akhbar (God is Great)" as the opposition troops shouted the same greeting.
"They have already arrived. They have already arrived," said an exultant Mohammed Ajmal, a resident in the north of Kabul. "The Taliban have gone. The Taliban have gone."
In a sign the Taliban influence had waned in the city, local men were seen without the turbans required by the Islamic regime, and were walking with simple caps.
On one street lay three or four bodies of Taliban soldiers, apparently blown up by US warplanes.
A senior opposition commander told AFP the Northern Alliance were holding its main military units out of Kabul as advance security forces patrol the city to prevent looting and clean up pockets of Taliban resistance.
"We have not allowed our mujahedin to enter the city. We have only sent police forces," said commander Gul Haider from the mountains outside Kabul.
Opposition security forces were guarding key markets around the city Tuesday as sporadic gunfire echoed through the Shari Naw area, where hardline Arab supporters of the Taliban were believed to be hiding.
An AFP reporter saw civilians looting the vacant Pakistani embassy, carrying away electric fans, air conditioners, blankets and quilts.
Residents said the Sara-e-Shazada main money exchange market had also been looted, along with the nearby Mandawi market. It was not clear who was robbing these areas.
People in the city were nervous about the return of the mujahedin factions, which reduced Kabul to ruin and anarchy during the 1992 to 1996 internecine infighting.
But many were also happy to see the back of the Taliban.
"If the opposition forces are able to keep security and ethnic differences do not emerge among them then I will be very happy to see them back in Kabul because the Taliban were a tyrannical regime," said resident Abdul Gafoor, 58.
"But if the opposition forces repeat the atrocities of six years earlier that will be a tragedy for Afghanistan and especially for Kabul."
Commander Haider was careful to assure people they were safe.
"We ensure Kabul citizens that we are their friends. We are from Kabul and Kabul is ours." he said.
Washington had been urging the Northern Alliance, a fractious coalition of mostly ethnic minorities, to surround but not enter Kabul to allow time for the constitution of a government acceptable to the dominant Pashtuns.
In New York, US Secretary of State Colin Powell and his Russian counterpart Igor Ivanov met at the United Nations with top diplomats from China, Iran Uzbekistan, Pakistan, Tajikistan and Turkmenistan to discuss Afghanistan's post-Taliban future.
The so-called "six plus two" group called for a broad-based post-Taliban government freely selected and multi-ethnic.
UN Secretary General Kofi Annan and Powell were concerned that political developments be speeded up to match the military situation.
Opposition forces chalked up new gains elsewhere, notably taking the western city of Herat, Afghanistan's wealthiest city with thriving links to Iran.
The Northern Alliance forces were almost completely in control of the Shomali plain outside Kabul and "there are no major obstacles remaining in front of us," Salik told AFP.
An Alliance commander, Babrak, told AFP the Taliban hardly put up a fight.
The jubilant commander said it took three years for his forces to attack because "the Taliban's morale was very high and ours was low," until the start of the US air strikes on October 7.
Buoyed by a stunning series of weekend victories that saw them sweep through seven provinces after the fall Friday of the strategic prize of Mazar-i-Sharif, opposition troops claimed Monday to have also taken Kunduz, in the north, and the central province of Bamiyan.
Taliban spokesmen denied the fall of Herat and Kunduz.
They said Kunduz, where their troops retreated from the weekend onslaught, would be the site of a defiant last stand.
Herat and Kunduz were the last two pockets of Taliban resistance in northern Afghanistan.
UN officials in Islamabad said Mazar-i-Sharif was rife with violence.
Looting, kidnapping, roving gunmen and summary executions were reported, and UN High Commissioner for Human Rights, Mary Robinson, on a visit to India, appealed for civilians to be spared in Mazar-i-Sharif, with its "history of retaliation" that led to major civilian loss of life in the past.
The reports were swiftly denied by opposition commander Haji Mohammad Muhaqiq, who told AFP by phone from Mazar-i-Sharif the city was calm and peaceful.

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Alliance Minister Pledges Interim Afghan Government
Tuesday, November 13, 2001 8:51 AM EST
DUBAI (Reuters) - The Northern Alliance vowed to help prepare a transitional Afghan government Tuesday after seizing Kabul in defiance of international pressure to stay out.
The alliance cautioned that while it would not go on to formally occupy Kabul, a move opposed by the U.S.-led coalition against terror, it would not be told what to do by foreigners.
``We are based on a mission to provide security to Kabul and I am not here in the capacity of a government official,'' alliance interior minister Yunis Qanuni, the movement's most senior official in the capital, told Iranian television.
He was speaking after alliance fighters seized the capital Tuesday following a lightning series of victories against the Taliban, which abandoned Kabul hours earlier.
``The forces who have entered the city are only security forces. Our troops are not in the city, they are merely positioned on the outskirts of the city,'' Qanuni told Iranian television monitored in the United Arab Emirates.
``We have not entered here to establish a government ...We are still abiding by our previous position,'' he said, referring to a promise the alliance made to the U.S.-led coalition against terrorism not to occupy Kabul and become the sole power in Afghanistan.
French President Jacques Chirac, in Abu Dhabi, called for the immediate formation of an interim administration.
The British government urged the international community to work rapidly to piece together a truly representative coalition government.
Pakistan, a former supporter of Afghanistan's Taliban rulers and uncomfortable bedfellow in the coalition supporting U.S.-led military action, urged the Northern Alliance to keep out of Kabul and declare the capital a demilitarized zone.
A foreign ministry spokesman in Islamabad said pending the establishment of a political solution, Kabul should remain a demilitarized city under the control of a United Nations or multinational peacekeeping force.
But Qanuni suggested the alliance would not blindly follow foreign advice.
Asked if he was worried about U.S. and British pressure on the decisions of the alliance, Qanuni said: ``We follow our own strategy and our own plans, and we are not looking for the leadership or recommendations of anyone outside of Afghanistan.
``We are here to pave the way for the creation of a council to serve as a true representative of the people of Afghanistan and to make decisions about a transitional government.''
Qanuni was later quoted by Iranian television as saying alliance forces expected to take the southern city of Jalalabad later Tuesday or Wednesday.
``Our forces are moving toward Jalalabad and we expect to clear things up by tonight or early tomorrow morning,'' an Iran television correspondent quoted Qanunui as saying.
``We have put Vardak province south of Kabul behind us.''

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Bodies, Soldiers Fill Road to Kabul
Tuesday, November 13, 2001 8:44 AM EST
SHOMALI PLAIN, Afghanistan (AP) -- Residents crowded around the dead bodies of Taliban soldiers. Children shouted, ``Welcome!'' to victorious opposition fighters. Deep craters and destroyed dwellings covered the parched landscape -- testaments to weeks of U.S. bombings.
Only a day ago, the Shomali Plain north of the Afghan capital was a war zone with Taliban and opposition soldiers firing at each other from the rooftops of mud huts.
But as the front lines broke, opening a key road leading south to Kabul on Tuesday, civilians and soldiers crowded into jeeps to make the 25-mile journey to the city abandoned by the Taliban.
Along the road, people smiled, waved to each other and shouted ``God is great!'' Ten-foot-deep craters from U.S. bombs punctured the ground, which was littered with abandoned tanks, shell casings and bullets.
Dozens of villagers stood around the dead bodies of three Taliban fighters. There have been reports of summary executions of prisoners in recent days, but the cause of these men's death wasn't clear. Clad in knee-length shirts, baggy pants and turbans, the bodies lay face up on the ground alongside the road.
A convoy carrying 1,000 policemen traveled from the town of Charikar, in the Shomali Plain, to the capital. Their jeeps displayed the opposition's green, white and black flags in addition to posters of the opposition's slain military leader, Ahmad Shah Massood. Hundreds of Charikar's residents lined a dirt road to cheer the policemen as they departed.
Their mission was to take control of Kabul without a large presence of armed soldiers -- a nod to U.S. concerns about the opposition northern alliance's ability to form a viable post-Taliban government.
``The police forces are going to Kabul, not military troops,'' said Mohammed Yunis Qanooni, the opposition's interior minister who inspected the policemen moments before they left.
By the time they arrived at Khair Khana pass just north of Kabul, however, it was clear Qanooni's promise was not holding up. Thousands of Kalashnikov-toting soldiers sitting atop tanks, armored personnel carriers and buses entered the city anyway.
Last week, President Bush asked the opposition to refrain from entering the capital until an agreement can be reached on the makeup of a post-Taliban regime.
The alliance represents mostly minority groups in the north and its leaders virtually destroyed Kabul through bloody infighting when they held power from 1992-96.
Still, alliance soldiers and policemen received a warm reception Tuesday from residents lining the road to Kabul.
``We're being reborn in the world,'' declared Abdul Shukur, a 40-year-old janitor in the capital. He stroked his long beard -- a requirement for all men under Taliban rule -- and said, ``Now I will shave it.''
The Taliban's hold in northern Afghanistan has been collapsing since Friday, when the militia lost the strategic northern city of Mazar-e-Sharif. Monday night and early Tuesday, Taliban soldiers and their allies -- Arabs, Pakistanis, Chechens and others -- evacuated the capital as the northern alliance rolled in.
A truck carrying opposition fighters broke down along the road through the Shomali Plain. A dozen fighters crowded into and on top of a reporter's van, waving to jubilant villagers on donkeys and bicycles as the vehicle advanced.
``I wish Massood were alive to see this,'' said 33-year-old fighter Abdul Rashid of the slain leader who was considered the northern alliance's most charismatic personality.

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Kandahar Airport Falls to Opposition-Tribal Chief
Tuesday November 13 1:49 AM ET
QUETTA, Pakistan (Reuters) - The strategic airport outside the southern Afghan city of Kandahar, powerbase of the fundamentalist Taliban, fell to opposition forces on Tuesday, tribal leaders said.
``It's confirmed from tribal leaders,'' Mohammad Yusaf Pashtun, spokesman for former mujahideen governor of Kandahar, Gul Agha, told Reuters in this southwestern Pakistani city just across the border from Afghanistan.
``They don't know who took it,'' he said.
``Kandahar airport has fallen in the hands of the Northern Alliance,'' Qatar's al-Jazeera television said in an unsourced report and without further details.
The report came moments after the satellite television station's correspondent in Kandahar, Youssef al-Shouli, said in a live interview that he could hear small arms fire close to the city.
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Beginning of a new crisis
Tehran, Nov 13, IRNA -- Kayhan International in its Tuesday Viewpoint column wrote that the game the Americans are playing in Afghanistan is far more dangerous than it appears to the eye. The daily added it is definitely not a campaign against terrorism as the Western media likes to call it. Neither is it a simple use of brute force in Hollywood style, complete with bombs, missiles and saber-rattling, to replace a worn-out client regime with a new one. It is in fact the beginning of a new crisis and could turn out to be greater in magnitude than the present 22-year plight of the Afghan people in view of the inherent terrorist streak in Uncle Sam's nature, said the article hoping regional states will not be sucked into the conflict as Washington wants, but the presence of Americans, Britons, Turks, Pakistanis and others on Afghan soil, does not forebode well for peace. Right now the situation is volatile. The Northern Alliance, after taking advantage of the savage US air strikes to liberate large swathes of territory in the north, has regrettably decided to follow in full the dictates of the White House. It has reportedly stopped at the gates of Kabul when a bold drive was the need of the hour to inflict a psychological blow on the Taliban militia, it noted.
Any delay in taking the capital is likely to cost it dearly given the fact that the only factor binding this delicate grouping of Tajiks, Uzbeks, Hazaras and others, is the hatred of the Taliban and nothing else, warned the daily. At this critical juncture when the country resembles a mortuary, because of the US-British carpet bombing such pronounced pro-US sentiments could prove catastrophic for the Northern Alliance. The editorial continued: "The US is nobody's friend and is following its own sinister objectives for having a permanent base on Afghan soil. Other than a skeleton presence of certain ethnic and religious groups, the Americans are loath to see the formation of a truly independent and broad-based government in Kabul. Moreover, they are still in cohorts with the Taliban leaders and Muhammad Zahir, who dreams of holding court once again in the Afghan capital." With such a scenario looming in front of them, the Afghan leaders including the anti-Taliban Pashtuns, have little time to waste. But can they influence the seemingly hopeless situation by getting their heads down and not being carried over the American-supported victories on the battlefields? asked the paper. There is room for doubt whether they have any of the zest of jihad of the Soviet occupation against days left in them to make common cause against a new breed of infidels from across the seas, said the article concluding "whatever the outcome of the current phase of fighting, not only the Afghans but the neighboring countries should brace for unpredictable events since the lawless Yankees have come to put roots in the region. KK/RR End ::irna 15:22

Ex-king's men warn Northern Alliance on Kabul
By Luke Baker

ROME, Nov 11 (Reuters) - Advisers to the former king of Afghanistan warned the Northern Alliance on Sunday of the implications of taking Kabul and urged the anti-Taliban force to keep a promise not to seize the capital.
"They promised us they would not go into Kabul and we expect them to stick to that promise," Abdul Sattar Sirat, a senior representative of the ex-king, told Reuters.
"We fear that if they enter Kabul, other powers and factions would also enter from the southern part and so there would be some confrontations," he said.
In the past 48 hours, the Northern Alliance appears to have captured huge swathes of territory in the north and west of Afghanistan, including Pul-i-Khumri, a strategic town on the main road to Kabul.
The opposition force, which is being backed from the air by U.S. bombing raids, has said it is in a position to advance on the capital at any time and would enter the city if there was a "political vacuum."
"We would also prefer to achieve a broad political agreement between all groups before moving into Kabul," Northern Alliance Foreign Minister Abdullah Abdullah told Reuters in Afghanistan.
"But we do not commit ourselves to this if there is a political vacuum in Kabul...We would first consult the international community."
The last time the Northern Alliance captured the city, in 1992, a civil war ensued after commanders from the country's largest ethnic group, the Pashtun, refused to accept rule by the Alliance, which is based on minority Tajiks and Uzbeks.
The subsequent years of fighting left more than 100,000 dead and led ultimately to the hardline Taliban taking control.
"We don't want the mistake made again, we don't want history repeated and for Kabul to become the victim of different factions fighting," said Hamid Sidig, another adviser to ex-king Zahir Shah, who has lived in exile in Rome for 40 years.
Instead, the advisers said the Northern Alliance should hold off until a final agreement has been reached on forming a "Supreme Council" which will decide what sort of government replaces the Taliban.
The Northern Alliance and the king agreed in early October to create a Supreme Council which would then organise a grand assembly of Afghan leaders -- known as a Loya Jirga -- to decide the country's future.
But negotiations to seal the Supreme Council deal have not ended, with a planned meeting between the king's advisers and Northern Alliance representatives in Turkey regularly delayed.
"The Supreme Council for the national unity of Afghanistan must be finalised first -- before any entering of Kabul," said Sidig.
"Kabul is sacred place for all Afghans. It should be a place of no fighting. It should be a place where a Loya Jirga and the first meeting of the Supreme Council take place."
As the ex-king's advisers fretted about the future of Kabul, U.S. President George W. Bush also urged the anti-Taliban forces to restrain themselves from charging on to the capital.
"We will encourage our friends to head south...but not into the city of Kabul itself," Bush said. "We believe we can accomplish our military missions by that strategy."
British Defence Secretary Geoff Hoon appeared to back away from remarks quoted in the Sunday Times newspaper that he would be "quite happy" for the Northern Alliance to take Kabul.
"We want them to march towards Kabul, to take ground to deny the Taliban regime and Osama bin Laden space in Afghanistan. That has always been the strategy, to put pressure on the regime and Osama bin Laden. The Northern Alliance are an important part of that pressure," Hoon told BBC television.

Anti-Taliban forces take central Afghan town-radio

TEHRAN, Nov 11 (Reuters) - Anti-Taliban forces captured the central Afghan town of Bamian on Sunday after the provincial governor surrendered to the opposition, Iranian state radio reported.
"Bamian governor Mowlawi Islam and 300 of his troops surrendered and joined the (opposition) forces," an Iranian radio correspondent reported from Afghanistan.
The correspondent said opposition forces also captured the towns of Kahmard and Sayghan in Bamian province without facing any resistance from Taliban forces. The report could not be independently verified

Sunday November 11, 9:01 AM
Bush and Musharraf oppose Afghan alliance taking Kabul
By Patricia Wilson

NEW YORK (Reuters) - President George W. Bush said on Saturday the United States could accomplish its military mission in Afghanistan without the Northern Alliance taking the capital of Kabul and discouraged it from trying.
With Bush at his side in a joint news conference, Pakistani President Pervez Musharraf said he feared a Northern Alliance takeover would lead to the same atrocities that occurred after troops from the former Soviet Union were driven out more than a decade ago.
"I agree totally with the president," Musharraf told reporters.
Bush encouraged "our friends" to head south, but added "not into the city of Kabul itself." He said he would like to see it become an open city with all parties sharing power
"We believe we can accomplish our military missions by that strategy," he said.
After meeting Musharraf, a key ally in the U.S.-led war on terrorism, Bush rewarded him with a new aid package for Pakistan, bringing the total to more than $1 billion. Bush also said he supported debt relief for the South Asian country.
U.S. officials declined to say how much of this was new money, but noted that $100 million had already been pledged in direct assistance. Washington has also previously pledged another $500 million in direct aid.
The new aid was to come in the form of assistance for border security, refugees, and anti-terrorism measures, as well as debt relief developed through the International Monetary Fund and the Paris Club of creditors, and trade and investment incentives, said the official who briefed reporters on condition he not be identified.
"DAWN OF A NEW ERA"
Neither Bush nor Musharraf, who met on the fringes of the U.N. General Assembly opening session, mentioned the contentious issue of whether the United States would release F-16 fighters sold to Pakistan in the 1980s and then withheld because of Islamabad's development of nuclear weapons.
Musharraf said in an interview published in the New York Times on Saturday that he would ask Bush to make concrete "gestures" of appreciation for Pakistan's support, including the release of the 28 aircraft.
But a U.S. official said it was "highly unlikely" Musharraf would win release of the fighters and doubted the subject had come up in the meeting.
In a speech to the General Assembly on Saturday, Musharraf said his country needed "financial and commercial support on an urgent basis" and later, at the news conference, he appeared to be pleased with Bush's announcement.
"Let me assure the president that Pakistan will remain committed to this, to the fight against terrorism," Musharraf said. "I also see now the start of a dawn of a new era of a relationship between Pakistan and the United States."
The U.S.-led military campaign against Afghanistan's ruling Taliban, aimed at destroying the al Qaeda network of suspected terrorist mastermind Osama bin Laden, has generated protests among many Taliban sympathisers in Pakistan.
Musharraf said in his speech that a "fall back" political strategy was needed for Afghanistan and he renewed his call for the military operation to be "as short and accurately targeted as possible." He did not repeat those sentiments with Bush at his side.
"FALLOUT" IN REGION
"I did apprise the president on Pakistan's concerns and for Pakistan's difficulties from the fallout of whatever is happening in our region," Musharraf said. "And let me very gladly say the president showed total concern for it and also assured Pakistan to help out in the maximum possible way."
Musharraf, whose backing is considered critical to the U.S. effort launched after the September 11 attacks on the World Trade Center and the Pentagon, proposed creation of a trust fund under U.N. auspices to reconstruct Afghanistan once the war ends. Those attacks killed more than 4,600 people.
Also on Saturday, Bush met the leaders of Croatia, Uganda, Kenya, Madagascar, Mongolia and the Congo to discuss cooperation in the anti-terror effort and other issues.
His message on terrorism to all leaders was essentially the same, a senior U.S. official said. It was, "we are all collectively in this and we have to fight it together."
The official said Bush asked the African leaders to share information about terrorist activities, given U.S. suspicions that terrorist networks exist in African countries. Regional stability in Africa was also important to deprive terror groups of an environment in which to operate, she said.
Another official said Bush told Croatian President Stipe Mesic he endorsed steps Croatia had taken in the anti-terror campaign, including tightening borders, cracking down on financial networks and investigating possible terrorist groups in Croatia.

Saturday, 10 November, 2001, 17:05 GMT
Afghans enjoy freedom from Taleban



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Afghan warlord Dostum returns to personal fiefdom
Andrew Marshall
(Reuters) (Islamabad, November 10)
General Abdul Rashid Dostum, who said his forces took the key Afghan city of Mazar-e-Sharif on Friday, is an ethnic Uzbek warlord with a reputation for ruthlessness who ran the city as his personal fiefdom for years. Dostum, 47, is unlikely ever to emerge as a serious candidate to run Afghanistan, analysts say, but he commands a force who could influence who does.
The former communist general returned to Afghanistan in April after being driven out of the country by the fundamentalist Taliban militia in 1998.
He has seen decades of war in Afghanistan -- he rose through the ranks of the Afghan army after the Soviet Union invaded in 1979, but has changed allegiance almost as many times as the country has changed government.
At the height of his power, the burly moustachioed fighter ran a mini-state centred in Mazar-e-Sharif whose well-equipped army kept the Taliban at bay until 1997.
He printed his own money, set up his own airline, drove an armoured Cadillac and vowed never to bow to a government that banned whisky and music. He also promoted efficient health and education systems, including a university that counted hundreds of women among its students.
LAVISH LIFESTYLE
He made his home in the town of Shiberghan to the west of Mazar-e-Sharif where he kept a large and modern house equipped with numerous satellite phones and a swimming pool and furnished with ornate French-style furniture. He served lavish lunches to guests and handed out carpets to visitors.
His officers dressed in crisp Soviet army surplus and his fighters carried a razor in their packs to distinguish their clean-shaven chins from the bearded Taliban.
But he was forced to flee the country in 1997 when one of his top commanders switched sides and brought the Taliban into Mazar-e-Sharif. He returned later that year when that alliance fell apart.
He fled again when the Taliban re-captured Mazar-e-Sharif, this time for good, in August 1998.
His departure, which took him to Uzbekistan, Turkey and Iran, led to the fall of other opposition bastions in the north.
But on Friday he said he was back in the capital of his former fiefdom.
"We have taken Mazar-e-Sharif," he told CNN Turk television by satellite phone. "The Taliban troops have fled. The only Taliban left behind are the prisoners we have taken. We have full control of the town. The airport is in our hands, too."
Dostum has gained a reputation for treachery and brutality during his career, analysts say.
Pakistani journalist Ahmed Rashid said in his book Taliban that Dostum wielded power ruthlessly while his forces held Mazar-e-Sharif and its 19th century fort.
"The first time I arrived at the fort to meet Dostum there were bloodstains and pieces of flesh in the muddy courtyard. I innocently asked the guards if a goat had been slaughtered," Rashid wrote.
"They told me that an hour earlier Dostum had punished a soldier for stealing. The man had been tied to the tracks of a Russian-made tank, which then drove around the courtyard crushing his body into mincemeat."
After his rise in the Afghan army, Dostum established his own militia in northern Afghanistan in the mid-1980s with 20,000 fighters. He joined the communist government of late President Najibullah, with his soldiers often acting as the shock troops of the government.
But Dostum switched sides to the anti-Soviet mujahideen guerrillas in April 1992, enabling them to take Kabul.
He also staged an unsuccessful revolt, in alliance with former prime minister Gulbuddin Hekmatyar, against then President Burhanuddin Rabbani in 1994.
Distancing himself from Kabul, he established his northern stronghold in Mazar-e-Sharif, until its fall to the Taliban.
Born into a poor peasant family near Shiberghan, Dostum worked on a farm and as a plumber before joining the army in 1978.
via Hindustan Times (India)
November 10, 2001

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Afghan opposition claim new gains
BBC News
Saturday, 10 November, 2001, 15:56 GMT
Afghan opposition forces, bolstered by their success in capturing a key northern city with US air support, are claiming new advances against the Taleban. The loss of Mazar-e-Sharif to the opposition Northern Alliance on Friday represents a major setback for the Taleban, weakened by heavy American bombing of their front lines.
The Northern Alliance say they have now seized control of the northern provinces of Balkh and Samangan near Mazar-e-Sharif, although there is no independent confirmation.
Opposition commanders say their forces have also attacked the Taleban on the front line to the north of the capital, Kabul, where American B52 planes have been bombing Taleban trenches.
The Northern Alliance say they are also advancing in the other direction, near the border with Tajikistan.
They claim to have taken the northern town of Hairatan, near the Uzbek border, and the town of Sheberghan, former base of Northern Alliance commander, General Abdul Rashid Dostum.
So far, there has been no independent confirmation of these claims.
But the Taleban have conceded the loss of Mazar-e-Sharif, saying their forces have pulled back to Tangi Tashgurghan, 60 kilometres (40 miles) to the south.
The BBC's John Simpson, reporting from opposition-held territory in northern Afghanistan, said Northern Alliance commanders appeared confident that the next push would be towards Kabul. They said their troops were massing on the front about 30 kilometres (20 miles) north of the capital to intensify their offensive there.
The Northern Alliance has promised not to march into the capital, saying it would halt its advance just outside the city to limit bloodshed.
There may still be strong support for the Taleban, who are mainly ethnic Pashtun, among Kabul's mainly Pashtun residents. In Mazar-e-Sharif itself, the Northern Alliance says remnants of the Taleban remain holed up while its forces patrol the city.
The Alliance says 90 Taleban fighters were killed and several hundred captured as the city was taken.
Residents say Mazar is calm, with some shops open and so far no sign of the bloodshed which marked previous takeovers of the city.
Some women are reported to have taken advantage of the lifting of restrictions imposed by the Taleban to discard their veils, while men wanting to shave their beards have formed queues at barber shops.
Marar-e-Sharif's capture by the opposition opens a potential land corridor from Uzbekistan - which supports the United States - into central Afghanistan.
Washington has said that once the opposition controlled Mazar-e-Sharif, it would be easier to step up humanitarian aid to hungry Afghans during the Muslim holy month of Ramadan, which begins in about a week.

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Afghan Opposition Claim Capture Four Provinces
Saturday, November 10, 2001 11:19 AM EST
JABAL-US-SARAJ, Afghanistan (Reuters) - Afghanistan's opposition Northern Alliance said they had swept into four more provinces in the north on Saturday and Taliban fighters put up a fierce resistance in some places.
``Today we have captured Samangan, Sara-i-Pol, Faryab and Jowzjan,'' ethnic Uzbek General Abdul Rashid Dostum told Reuters by satellite telephone, interrupting a strategy meeting with other commanders to take the call.
He said his troops were now advancing on western Badghis in a move that would allow him to join his troops with those of mujahideen general Ismail Khan near the strategic western city of Herat.
``In some areas there was strong resistance, in others they fell without much fighting,'' Shiite Commander Mohakik told Reuters by telephone.

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Taleban 'capture southern rebels'
BBC News
Friday, 2 November, 2001, 12:55 GMT
Reports from Afghanistan say the Taleban have captured 25 supporters of a top aide to the exiled former king. The Pakistan-based Afghan Islamic Press agency (AIP), which has close links to the Taleban, said execution orders had been issued for some members of the group and they were expected to be hanged on Friday. The rebels - followers of the influential Pashtun tribal leader Hamid Karzai - were reported to have been seized after a clash in Uruzgan province in central Afghanistan.
But Mr Karzai's brother told the BBC that the reports were untrue. He said his brother had avoided capture, but that his family was "very worried" about him.
Royal mission
Mr Karzai slipped over the border a few weeks ago to rally support for the king's proposals for a loya jirga, or grand assembly, to choose a future government.
Another supporter of the king, Commander Abdul Haq, was killed by the Taleban while on a similar mission inside Afghanistan.
Speaking to the BBC earlier, Hamid Karzai said he was attracting support from Pashtun tribal leaders, one of whom said the rebels had captured 12 Taleban soldiers. But AIP quoted Taleban sources as saying that their troops, acting on a tip-off, attacked a hideout in the district of Dehrawut on Thursday night, despite attempts by US helicopters to rescue Mr Karzai.
Four rebels were said to have been killed and several others wounded in the fighting.
However, Ahmed Wali Karzai - the rebel leader's brother - gave a different version of events, denying Taleban claims to have captured 25 of his men.
He said the rebels had fought off the attack, together with local tribesmen with whom they were negotiating at the time.
None of Mr Karzai's men - who number more than 100 - were arrested, he said, though he did not rule out that some local supporters might have been captured.
Influential
Correspondents say there is no doubt that Mr Karzai is a highly influential figure.
He comes from the same clan as the former Afghan king and is a powerful Pashtun tribal leader in his own right.
He is well educated and speaks English fluently. He served as a deputy foreign minister in Afghanistan's first mujaheddin government in 1992.
When the Taleban erupted onto Afghanistan's political scene in the early 1990s, Mr Karzai initially supported them. However, by late 1994 he had become suspicious of the movement, fearing it had been taken over by people under the control of Pakistan.
Recently he has been one of the Taleban's most outspoken critics.
After the death of Haq, he is regarded as one of the royalist camp's best hopes for rallying support.

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Taliban capture, may hang ex-monarch's supporters: Press
Islamabad, Nov 2, IRNA -- Taliban have arrested 25 followers of tribal leader Hamid Karzai, a supporter of ex-king Zahir Shah, reported Pakistan-based Afghan Islamic Press (AIP). "It is expected that some of the important people of those arrested may be executed later today (Friday) in Kandahar though it is possible that they may be hanged in Uruzgan," it noted. The followers were arrested by Taliban Thursday during a chase to apprehend Karzai, a former deputy foreign minister in the previous government, in the mountains of central Uruzgan province. AIP said Taliban were still trying to find Karzai, who is believed to be on a mission similar to that of former Mujahideen commander Abdul Haq, captured and later executed by Taliban last weekend. However, Karzai' family members said that he was safe. Abdul Haq was buried in Afghanistan despite his relatives' efforts to bring his body to Pakistan and bury him near Peshawar. Meanwhile, the state-controlled Radio Pakistan said that Karazi, engaged in a bid to win backing for the former king, was in Taliban custody. According to the radio, he was arrested in southern Afghanistan with his followers. /KK/BH/AR End ::irna 11:28

Taliban to execute some captured Shah supporters, AIP says
ISLAMABAD, Nov. 2 (Kyodo) - Afghanistan's ruling Taliban militia will execute some supporters of the country's exiled king, Zahir Shah, on Friday in Kandahar, Afghan Islamic Press (AIP) reported.
The Pakistan-based news agency, quoting Taliban sources, said the fundamentalist Islamic regime on Thursday caught 25 followers of tribal leader Hamid Karzai after ambushing a ''secret hideout'' in Dehrawud, Uruzgan Province.
The Taliban sources told AIP that they have received orders to hang ''some'' important people among them later Friday in the Taliban stronghold of Kandahar.
Karzai, an influential Zahir backer, and his supporters apparently sneaked into Taliban-controlled territory from Pakistan in a bid to rally support for a new government to replace the Taliban.
Four of them were killed Thursday in what was described as a heavy fighting after the Taliban ambushed their hideout, while Karzai reportedly fled to the mountains and many of his followers were injured.
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1,200 Pakistanis enter Afghanistan to help Taliban: report
ISLAMABAD, Nov. 2 (Kyodo) - Some 1,200 armed Pakistanis have entered Afghanistan to fight alongside Taliban troops, and thousands more are waiting along the border to follow them, a Pakistani daily reported Friday.
The News, an English-language newspaper, said the soldiers ''were taken to the Pak-Afghan border in about 100 pickups to be given in the control of Taliban authorities'' in the eastern Afghan province of Konarha.
The daily quoted the chief of an Islamic religious sect as saying they will then be transported south to Jalalabad in neighboring Nangarhar Province, ''for onward deployments in the front lines elsewhere in the country.''
The group includes teenagers as well as the elderly men who ''have refused to go back and insist on going into Afghanistan,'' the daily said.
It said more than 8,000 tribesmen are waiting at several villages along the border, where locals provide them food and other facilities.
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Pashtun Uprising Reported in Afghanistan Prominent
Tribal Leader Said to Lead Insurgency in South of Country
By Marc Kaufman
Washington Post Staff Writer
Friday, November 2, 2001
A prominent Afghan tribal leader has begun the first known armed uprising against the Taliban in southern Afghanistan since the U.S.-led airstrike campaign began, fighting off a Taliban attack yesterday and claiming to control part of a southern province, according to his family and media reports.
Hamid Karzai, an influential figure from the leading ethnic Pashtun tribe, said he survived a Taliban attack on a meeting of tribal elders he convened in Uruzgan province, and that his forces captured 12 Taliban soldiers in the skirmish.
Karzai, who is close to Afghanistan's exiled former king Mohammed Zahir Shah, returned to Afghanistan last month to promote a national gathering aimed at forming a broad coalition government to replace the ruling Taliban, according to his brother, Qayum Karzai.
Although any rebellion led by Karzai would seem to be in its infancy, its onset would be welcomed by U.S. officials, who have been eager for the Taliban to come under attack in the Pashtun heartland, where the hard-line Islamic militia is strongest. The Bush administration has been working to foment a Pashtun insurgency in the south to match the military campaign being waged by the Northern Alliance coalition led by ethnic Tajik, Uzbek and Hazara minorities in the north of the country.
Absent a local uprising in the south, some Bush administration officials say they fear the U.S.-led anti-terrorism war could become too closely associated with the Northern Alliance, further cementing support among the Pashtuns for the Taliban. The Taliban is overwhelmingly made up of Pashtuns.
Karzai told the British Broadcasting Corp. yesterday that his forces had been attacked by the Taliban and had fought them off. Another Pashtun tribal leader, Mahalem Abdul Ghader, told the BBC that Karzai's group had withdrawn to the mountains with supporters and local people to start an armed rebellion.
The Taliban ambassador to Pakistan, Abdul Salam Zaeef, also reported that a battle with Karzai had taken place. He said that Karzai was being chased in the mountains and that some of his group had been killed or wounded.
Karzai's brother Qayum, who lives in the Washington area, said he had spoken with Karzai yesterday morning and that he was safe and well protected. "The Taliban and foreign soldiers did not get too close to the meeting -- we anticipated they would come and had good security arrangements," Qayum Karzai said in an interview. "The tribal forces are supporting my brother, and the Afghan people have an enormous amount of weapons to use. They are not running from the Taliban."
Until yesterday, there had been no reports of fighting against the Taliban in the south, and few confirmed defections of local commanders. Another anti-Taliban leader who tried to return last week and recruit Pashtuns to the opposition, Abdul Haq, was captured and executed by the Taliban. Haq's supporters feared that his death would set back the Pashtun opposition, but other Americans and Afghans involved in the anti-Taliban effort said that Abdul Haq did not have significant support inside Afghanistan to match Karzai's.
Zaeef also told the Afghan Islamic Press that four U.S. helicopters had come to Karzai's aid during the battle. But Karzai's brother said the report was false and that Karzai was not receiving American support.
There was no independent confirmation of the battle or Karzai's location.
A U.S. official said that he knew nothing about Karzai's battle with the Taliban, or about the Taliban report that U.S. helicopters were sent in to help. He said the U.S. government is aware of Karzai's effort, however, and knows that he is better armed "than Abdul Haq," who reportedly entered the country with few weapons or soldiers.
Qayum Karzai said his brother entered Afghanistan on Oct. 8 -- the day after the United States and Britain launched the airstrike campaign -- and spent a week in his home village less than five miles from the headquarters of Taliban leader Mohammad Omar in the southern city of Kandahar.
"These are our tribal forces, and we can go in and around the country on our own footing," Qayum Karzai said. "We know the Taliban is not 10 feet tall, and that many Afghans hate what they have done to our religion, our culture and our country."
Hamid Karzai is well educated, speaks fluent English and served as deputy foreign minister during the mujaheddin government of the early 1990s. He was elected the leader of the Popalzai tribe in 1999 after his father, Abdul Ahad Karzai, was assassinated in Quetta, Pakistan. His sons accused the Taliban and the Pakistani secret service of organizing the murder.
The Karzai family at first supported the Taliban in the belief it could help Afghanistan recover from its lawlessness after a 10-year Soviet occupation and civil war, but soon went into opposition. Qayum Karzai said that his family has been opposing the Taliban since 1996, "when the U.S. was still supporting them."
The CIA has sought to encourage Pashtuns to desert the Taliban, using money and offers of future prominence. But the agency has few people who can speak Pashtu, the local language, and reports say it has been relying on Pakistan to make the contacts.
The Karzais, however, have strained relations with Pakistan. Qayum Karzai said that his brother was possibly "safer now in Afghanistan than in Pakistan."
Staff writers Alan Sipress and Thomas E. Ricks contributed to this report.

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Pentagon and Taliban toy with the truth
By MARK RILEY
NEW YORK CORRESPONDENT
NEW YORK
The Age (Australia)
Saturday 27 October 2001
It was Senator Hiram Johnson who said during World War I that truth was the first casualty of war. It has been repeated in every war since but the lesson has never apparently been heeded.
There has only been one battlefield in this war on terrorism so far in which the opposing armies have stood toe-to-toe and exchanged fire. It is the battlefield of public opinion - a propaganda war within the war.
For the US, it is a battle for the minds of the Islamic world, with the US desperately trying to maintain a brittle coalition of countries as its bombing of Afghanistan continues.
The second front is in America, where the Bush administration must convince a frightened country to stay the course despite the looming spectre of casualties.
The Pentagon has made much play in recent weeks about its vastly more sophisticated weaponry. Yet, in the war of words, US weapons are conspicuously conventional and exceedingly familiar to those who witnessed its propaganda assaults in the Balkans and Persian Gulf.
Firstly comes denial, followed closely by demonisation of the enemy. Then, days, weeks and sometimes years later, comes the carefully worded disclosure that there was something to the original allegation after all. It is a predictable pattern and becoming increasingly evident as the war in Afghanistan continues.
This element of the propaganda war was illustrated last week when the Taliban accused the US of killing 200 civilians in the village of Khorum, and escorted journalists to witness the destruction.
The claim was emphatically denied by US Defence Secretary Donald Rumsfeld and the Pentagon, who said the attack had been limited to a nearby network of tunnels storing weapons and ammunition.
"We have seen repeatedly things that are not true put out by the Taliban," Mr Rumsfeld said. "We have seen them escort people to things they wanted seen, and we have seen the things they wanted seen and the lies they have been putting forward carried across the globe on television and in the press."
General Richard Myers, chairman of the Joint Chiefs of Staff, said: "There are no bomb craters on that village and, furthermore, intelligence tells us from our photographs that the village was not heavily occupied, if at all, during that strike."
The next day, journalists taken to the village reported seeing bomb craters and at least one unexploded US warhead lying in the dusty lanes. They also quoted villagers who claimed to have lost relatives, although they saw no bodies.
Pentagon officials conceded that the village might have been damaged after B-1 bombers dropped 2268- kilogram "bunker-buster" bombs into the tunnels.
Mr Rumsfeld then conceded there may have been fatalities. He insisted that anyone who died was probably close to the "isolated ammunition dumps" and was "likely there for a good reason, because they were part of that activity". "They were not cooking cookies inside those tunnels," he said.
The same tactics were evident last Monday, when Taliban officials claimed that US bombers had hit a hospital in Herat, outside Kabul, killing more than 100 men, women and children.
Mr Rumsfeld accused the Taliban of being "serial liars", saying the US had no evidence that any such facility had been hit.
The next day, the United Nations provided the evidence. UN workers said a hospital within a military compound at Herat had been bombed and that there had been an unknown number of casualties.
This forced the Pentagon into another embarrassing reversal, conceding that a 453-kilogram bomb from an F-18 fighter had "gone astray" during a raid on the military facility and had hit what the US described as a "retirement home".
The Pentagon later reluctantly acknowledged that the building might well have been a hospital, considering that Afghanistan did not have retirement homes.
"It is clear that American planes are targeting the Afghan people to punish the Afghan nation for having chosen an Islamic government," said Abdul Salam Zaeef, the Taliban's ambassador to Pakistan. "America has resorted to genocide."
This was not true but America's contradictory responses did not prevent the Taliban from scoring much-needed propaganda victories.
When the US denied claims this week by Taliban fighters that they had shot down two US helicopters, its rebuttal was subjected to heavy questioning by the Washington media. And more so when the Taliban released footage of mangled landing gear bearing the US manufacturer's mark.
But the landing gear was ripped from a US transport helicopter when it hit a barrier after collecting troops from the commando raids near Kandahar last weekend. The aircraft landed safely in Pakistan. The other helicopter had crashed when the pilot became disoriented in dust. Two servicemen died and the wreckage was retrieved.
US officials were right but the media took a lot of convincing.


Afghan opposition calls for heavier U.S. bombing

 
JABAL-US-SARAJ, Afghanistan, Oct 28 (Reuters) - Afghanistan's opposition on Sunday urged the United States and its allies to intensify air attacks on the ruling Taliban's front lines.

The call came a day after U.S. warplanes carried out their most sustained bombardment of forward positions north of the capital of Kabul since they began a week ago.

One missile fell on opposition-held territory, killing two civilians, according to opposition Foreign Minister Abdullah Abdullah.

"Yesterday's damage to the Taliban capacity in the front lines was significant," he told a news briefing.

"If yesterday's type of bombing becomes the standard, the objective of the eradication of terrorism and the war against terror as a whole could be achieved much quicker -- sooner rather than later."

Washington is spearheading a military coalition against the hardline Islamic Taliban movement, accused of sheltering Saudi-born dissident Osama bin Laden, the main suspect behind the September 11 hijack attacks on U.S. cities.

Abdullah, speaking in English, criticised the United States for failing to coordinate its bombing sorties more closely with the United Front opposition, also known as the Northern Alliance.

"I would say that it could be much more effective than it is," he said, adding that Saturday's attacks had caused real damage to Taliban forces.

"It has paralysed the Taliban. As a military force the Taliban are paralysed. But...there is lots of room for improvement."

PLAYING DOWN SETBACKS

Abdullah sought to play down a series of setbacks to opponents of the Taliban during the last few days.

Hopes of a swift assault on the key northern city of Mazar-i-Sharif have been dashed by fierce defence from the Taliban over the last few weeks, and the opposition has lost the town of Marmul to the southeast.

Abdullah said he was confident the alliance could retake the city, but did not indicate when this might be.

He also urged Pakistan to halt pro-Taliban Pakistani tribesmen and Afghan exiles who are waiting on the border to cross into Afghanistan.

"Thousands of new recruits from one of the militant groups in Pakistan started their march towards Afghanistan to join the Taliban.

"It has to be stopped, because Pakistan cannot claim cooperation with the international alliance from one side...and then allow hundreds, perhaps thousands of people to cross the front line in daylight and join in the battle against the people of Afghanistan," he said.

Abdullah said some good may come from the execution this week by the Taliban of leading Pashtun representative Abdul Haq, seen in the West as a blow to any post-war peace moves.

"It will not be the end of the opposition against the Taliban in Pashtun-dominated areas. It will rather fuel the anger of the people," Abdullah said.

The Taliban draws most of its support from the Pashtun majority in Afghanistan, while the opposition represents mainly Uzbek and Tajik minority groups.

It is concerned at being sidelined by international efforts to form an interim government to fill a post-Taliban power vacuum.
Taliban Say They've Executed Abdul Haq
Bitmap Image

By KATHY GANNON
.c The Associated Press

 
KABUL, Afghanistan (AP) - Afghan opposition figure Abdul Haq was captured after slipping into Afghanistan and executed by the Taliban for treason, the Taliban's Bakhtar news agency reported Friday.

Bakhtar said Haq was ``killed by the Taliban'' under a religious edict that decreed death for anyone spying for Britain and the United States, which are targeting the Taliban as part of a campaign against terrorism.

Haq, a guerrilla leader in the war against the Soviets in the 1980s, had gone to Afghanistan with peace proposals on behalf of former king Mohammad Zaher Shah, an aide to the former monarch said in Rome.

``Commander Haq was on a mission for peace, not for war. He was not going to fight anyone but to talk to tribal elders to inform them about the peace initiative of his majesty, the king,'' said the spokesman, Hamid Sidiq.

The United States and other Western countries have urged the former king to play a major role in forming a government to replace the Taliban. Sidiq called Haq ``an important part of his majesty's peace efforts.''

Haq was captured early Friday after villagers in Logar province near Kabul tipped off Taliban intelligence to his whereabouts, Bakhtar reported.

It said a firefight ensued between Haq's party and the Taliban in which four Taliban soldiers and three civilians were injured. Haq was captured and later executed by the Taliban, who accused him of spying for the United States and Britain, the agency said.

It did not say how he was killed.

According to Bakhtar, Haq was found with two satellite telephones, U.S. dollars and documents. The news agency didn't say what the documents were.

``At the same time Abdul Haq was captured one jet and two helicopters came to try to help him but they failed,'' the agency said.

The Pakistan-based Afghan Islamic Press quoted unidentified Taliban officials as saying they believed Haq had crossed into the Taliban's territory on a mission to rally opposition against them.

Haq returned to Afghanistan from exile Sunday, traveling in what Western media widely reported to be a bid to win support of tribal chiefs and Taliban military leaders for a new, southern-based opposition alliance.

The Afghan Islamic Press quoted the Taliban officials as saying they spent two days tracking Haq. Before dawn, Taliban fighters surrounded and arrested Haq and men with him at the town of Azra, 20 miles south of Kabul, before dawn, the news agency said.

The capture came on a night of heavy bombardment by U.S. warplanes. The news agency said the Taliban claimed Haq had used a satellite telephone to call in attacks by U.S. aircraft in an attempt to stave off capture, and that he was seized him as he tried to escape on horseback.

In Peshawar, Pakistan, Haq's nephew, Mohammed Yousuf, questioned the report of his death. ``Bakhtar news agency is lying. Know that he is alive,'' he said.

Asked how he knew his uncle was alive, he replied: ``We don't have any source but we know that he's alive.'' He refused to give details.

The nephew said Haq went to Afghanistan six days ago along with six or seven people, most of them his relatives.

Family and allies of Haq insisted he had been on a peace mission to help bring an end to the U.S. bombing campaign.

``The mission was not against the Taliban. The mission was for Afghanistan,'' brother Hajii din Mohammad told reporters in the northwestern Pakistan city of Peshawar.

Haq was a hero of Afghan resistance against Soviet forces in the 1980. One of his feet was sheared off during the fighting.

Like most of the Taliban and most of southern Afghanistan's people, Haq was a Pashtun. Afghanistan's opposition now is based in the north and made up mainly of minority ethnic Uzbeks and Tajiks - which limits their support among Pashtuns.

On Jan. 12, 1999, two masked men scaled a wall at Haq's home in Peshawar, Pakistan, and killed his wife, their 11-year-old son and the family bodyguard. Haq was away at the time.

No one claimed responsibility for those slayings. But many Afghan exiles and Amnesty International say prominent Afghan exiles and their families were targeted by the Taliban. The Taliban said their fighters did not operate outside Afghan territory. Friday, 26 October, 2001, 15:39 GMT 16:39 UK
Taleban opponent 'executed'

Abdul Haq (right): Hero of anti-Soviet resistance
The Taleban say they have executed Afghan opposition commander Abdul Haq, who was captured in Afghanistan.
Mohammed Tayyab Agha, a spokesman for Taleban leader Mullah Omar, told the BBC that two of Mr Haq's men, captured with him, had also been executed.
He said at least one American had been travelling with Abdul Haq and was now on the run.
Mr Haq, one of the best-known guerrilla commanders who fought against the Soviet occupation of Afghanistan in the 1980s, is thought to have slipped back into the country from Pakistan with the aim of raising a rebellion against the Taleban.
Taleban forces captured Mr Haq after surrounding his hiding place south of the capital, Kabul.
Major setback
Mr Agha said US helicopters had launched a rescue attempt during the arrest, but failed.
Mr Haq had been executed at 1300 local time (0830 GMT) on a religious edict issued by Mullah Omar and Muslim clerics in Afghanistan.
The arrest had been described as a major setback in US-backed efforts to replace the Taleban regime with a broad-based and multi-ethnic government.
Mr Haq is thought to have entered Afghanistan to try to win over fellow Pashtuns and moderate elements within the Taleban for the rebellion.
But Mr Haq's nephew, Mohammed Yousuf, said in Pakistan that the Taleban were lying about his uncle's death.
"We don't have any source but we know that he's alive."


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Nuclear scientist detained
The News: Jang (Pakistan)
October 25, 2001
ISLAMABAD: The authorities here have detained a former nuclear scientist over links between his relief agency and Taliban regime, a military spokesman here told AFP on Wednesday.
Sultan Bashiruddin Mehmood, the scientist who helped Pakistan become a nuclear power has been detained, his family said. The government has said the man, a public supporter of Afghanistan's Taliban regime, had been placed in protective custody.
Relatives of Sultan Bashiruddin Mehmood, who won prestigious Sitar-e-Imtiaz award in 1998, said the arrest was made Tuesday by intelligence officials. "We don't know on what charges," said Asim Mehmood, the scientist's son. He said at least two other scientists, friends of his father, were also arrested Tuesday in Lahore. Mehmood has informed his family that he is safe, his son said.
Family members said he had been working recently on projects in Afghanistan, including land development, educational reform and developing ways to feed the nation's impoverished population.
Officials at the PAEC said on Wednesday that Mehmood was project director of Pakistan's nuclear programme and had remained in key positions until he retired last year. His links with Islamic groups and pro-Taliban sentiments had drawn scrutiny from Pakistani security agencies in recent months, sources said. Asim Mehmood said his father is loyal to Pakistan." "He has always worked for the betterment of the country," Asim said.
Afghan exiles leave Northern Alliance in the cold
By David Fox
PESHAWAR, Pakistan (Reuters) - Afghan elders, warriors and religious leaders demanded an end to U.S. bombing Thursday and called for a grand council headed by the deposed king to map out Afghanistan's political future.
A gathering of some 1,500 Afghans in the Pakistani border city of Peshawar also condemned the Sept. 11 attacks on the United States believed to have been masterminded by Saudi-born Osama bin Laden. It called on foreigners to leave Afghanistan, where bin Laden is hiding.
Clad in flowing robes and turbans and sporting mobile phones in their waistbands instead of traditional daggers, the exiles made no mention of the Northern Alliance in their debate, suggesting Afghanistan's woes may not end with the toppling of the ruling Taliban.
The Northern Alliance, helped by the U.S. offensive, say they are poised to seize the capital, Kabul.
The meeting focused on swiftly establishing a Loya Jirga, a traditional grand council of the country's elders, to pave the way for a broad-based government that would operate from a demilitarized Kabul under the auspices of the United Nations and Organization of the Islamic Conference.
It also saw a role for moderate elements of the Taliban -- thus satisfying Pakistan, which has pressed for their inclusion in any long-term settlement.
"The prevailing crisis of Afghanistan has entered a very critical phase," said the resolution carried by the meeting.
"Military operations carried out by the U.S. and its allies may cause the fall of the Taliban regime at any time which will create a political vacuum," it said, after 19 days of U.S.-led air raids aimed at punishing the Taliban and flushing out bin Laden.
The final declaration was read out by Pir Ahmad Gailani, the organizer of the conference and ally of ex-king Zahir Shah, now in exile in Rome.
Although the Taliban were not officially represented, there were some officials from the hard-line rulers present as well as members of other Afghan groups and parties.
Many observers saw the meeting as the formation of a "southern alliance" made up of the country's Pashtun majority as a more credible political alternative to the northern opposition which is dominated by ethnic minority Uzbeks and Tajiks.
It certainly appeared to be dominated by exiles form Pashtun tribes from south of the Hindu Kush mountain chain that divides the poverty-stricken country, and indeed issued a veiled warning against a leading role for the Northern Alliance.
"If that (power) vacuum were filled by a particular group through military operations, it would turn to a new phase of bloodshed and disorder," Gailani said.
"We are not excluding the Northern Alliance, but they have their business at the moment and we have ours," said one of Gailani's aides afterward.
"We would welcome all participants from Afghanistan, but just because you have been fighting doesn't mean you have the right to power. Others have been fighting in other ways."
The Pashtuns have banked on mass defections to weaken their fellow Pashtun Taliban from within, but their efforts to win turncoats have not made much progress -- partly because Afghans traditionally rally against any foreign attack as they did against the British twice in the 1800s and against the Soviet Union more recently.
Gailani told the meeting that there was a major role to be played by the ex-King, seen by many as the only figure with the gravitas to pull together Afghanistan's many warring factions and ethnic groups

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ANALYSIS: Afghan Opposition Struggles to Maintain Unity
Thursday, October 25, 2001 9:55 AM EST
KHOJA BAHAWUDDIN, Afghanistan (Reuters) - Maintaining the unity of Afghanistan's opposition Northern Alliance is a delicate and essential task, its foreign minister, Abdullah Abdullah, told Reuters.
The ethnic and territorial divides in the alliance were often difficult to overcome, he said of the anti-Taliban group that comprises former mujahideen groups that composed the anti-Soviet resistance, members of the Tajik, Uzbek and Hazara ethnic minorities from throughout the north as well as local warlords.
The opposition's military was in what Abdullah called a period of transition after the assassination last month of the former leader of the Northern Alliance, veteran commander Ahmad Shah Masood who was known as the Lion of Panjsher for his fighting in and around the inaccessible valley of that name.
``It is a delicate matter to maintain unity. It needs effort,'' Abdullah told Reuters.
``It is essential to maintain unity with the geographical differences in northern Afghanistan.''
That unity may prove elusive without the force of Masood's personality, his prestige as a warrior and his abilities as an organizer to hold together the Northern Alliance that was cobbled together from among both rivals and foes last year on the basis that they faced a common enemy -- the hardline ruling Taliban.
Abdullah said Masood's military leadership was ``being transferred'' to his successor General Mohammad Fahim, but declined to say how much responsibility the general had over military decisions.
ALL DECIDE TOGETHER
``They are taken by the council,'' he said, referring to the highest ranking body of the opposition that is composed of the leaders of groups represented in the alliance.
But just a few years ago some of these allies were battling each other for power in Kabul, bombarding the city with rockets almost daily in an internecine war that left 50,000 residents dead and ended only with the triumphant entry of the hardline Taliban in 1996.
Tensions remain.
``With Masood gone, no Tajik has enough clout over the others. No Hazara either,'' said Afghan analyst Ahmed Rashid.
And the vacuum left by Masood's death at the hands of two Arab suicide bombers on September 9 had sucked his successor Fahim and former rival-turned-ally, warlord General Abdul Rashid Dostum, into a power struggle, Rashid said.
``There is no reason for Dostum to listen to Fahim,'' Rashid said, explaining that previously all leaders bowed to the seniority of a leader whose prowess against the Soviet army had made him the most respected in Afghanistan.
``They were all obliged to Masood,'' Rashid said. ``Now the only way they can all gel together is through the king.''
Exiled former monarch, Zahir Shah, 87, is increasingly being seen as the only man who can take on a facilitator role and ensure Afghans of all ethnic roots put aside their rivalries and come together to shape a post-Taliban government.
Abdullah refused to say whether Dostum took orders from Fahim, saying only that Dostum ordered his own troops and coordinated his attacks with Fahim.
``Military action is coordinated with Fahim,'' he said.
FACTION VS FACTION
But power in the Northern Alliance is divided among many factions and, with Masood's departure from the stage, was now ebbing toward various groups and away from the center, Rashid said.
The Northern Alliance contained two main factions from the ethnic Tajik minority, he said.
One contained those loyal to Masood -- now dominated by Fahim, Abdullah and a former defense minister, Younis Qanuni who visited Rome recently to strike an alliance with the ex-King.
The other contained followers of President Burhanuddin Rabbani, dismissed by many as weak and lacking influence, but retained because he holds Afghanistan's U.N. seat.
Along with Dostum, these were probably the most powerful groups, but none was first among equals, Rashid said.
The other groups wielded little clout.
The small Hezb-i-Wahdat Shiite group made of ethnic Hazaras had been decimated by Taliban massacres in revenge for an uprising in the late 1990s.
Commander Ismail Khan whose powerbase was in the ancient western city of Herat was now the most senior mujahid, or holy warrior, after Masood's death but did not command enough men to put him in the top league, Rashid said.
Abdullah dismissed suggestions that internal pressures could be ripping at the heart of the alliance.
``Masood's death created a sense of anger and revenge which has pulled the soldiers together,'' he said.


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Pro-Zahir elements to be monitored
By Rauf Klasra
The News: Jang (Pakistan)
October 25, 2001
ISLAMABAD: Balochistan and the NWFP governments are being asked to check the movements and activities of pro-Zahir Shah elements in their respective provinces.
Sources said Pakistan has just started preliminary work on the future political scenario in Afghanistan and its interests after the likely fall of the so far defiant Taliban government and is also considering many options to protect its own regional interests.
Instructions were being issued in the light of reports compiled by some government agencies about the expected impact of likely installation of former king Zahir Shah in Afghanistan on Pakistan.
Sources said a set of proposals to address this situation has already been submitted to the government authorities concerned for their review and subsequent decisions. Explaining the proposals to address the future problems for the country, the authorities concerned have been informed that the expected fall out of arrival of former King in Afghanistan could create some serious problem for the country.
Sources said the government has been informed that the expected change of rulers in Kabul would, however, have a positive impact in the Central Asian Republics like Turkmenistan, Tajikistan and Uzbekistan and Iran. These countries are likely to accept the influence of a liberal multi- ethnic government in Kabul that is expected to reduce the level of religious sentiments in these states.
But, sources said the report has pointed out that this change could put a negative impact on Pakistan as well. Explaining these negative factors, sources said the government has been informed that Zahir Shah regime could renew the old nationalist and regionalist tendencies in Balochistan province in particular.
Likewise, it has been feared that Afghan nationalists having anti-Pakistan feeling may be used by the new proposed Afghan government headed by the former king that may again raise the buried issues of Durand line and Pashtunistan on the insistence of India.
Similarly, sources said the report has also pointed out that the nationalist and leftist political parties in Balochistan could also have the backing of the expected pro Zahir Shah government in Afghanistan creating problems.
Meanwhile, sources said the government has also been informed that polarization between the two tribes of Balochistan -- Durrani and Ghilzai -- is also rising after the reports of Zahir Shah coming to power in Afgahnistan.
The government has been told that the Durrani tribe was supporting the former king while the Ghilzai tribe was loyal to Taliban ruler Mulla Omar. Sources said a few days back a conciliatory meeting of elders of both the tribes was also arranged by one Mulla Ahmad in his Madrassa inside Afghanistan, but it failed to yield any significant result. Sources said the government has been told that Mahmood Khan Achakzai was also advocating the return of Zahir Shah in Afghanistan.

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Anti-Taliban Pashtun commander enters Afghanistan
By M. Ismail Khan
DAWN (Pakistan)
October 25, 2001
PESHAWAR, Oct 24: A key commander went into Afghanistan with a force of men to try to open the first Pashtun frontagainst Taliban as an Afghan Shura met here on Wednesday to reach a consensus on the future setup for Afghanistan, Pakistani and Afghan sources said.
Highly credible sources told Dawn that Commander Abdul Haq had gone into Afghanistan on Sunday with hundreds of supporters to mount a military offensive against the Taliban in Nangrahar.
A source close to the former Mujahideen commander said that an attack on Taliban was imminent."He has gone in with a large force," the source claimed. "He said that he would go for the jugular," the source quoted Mr Haq as referring to Jalalabad.
Commander Haq's office in Peshawar, however, denied that he had gone intoAfghanistan and said he was still in Peshawar.
Pakistani sources, meanwhile, confirmed that Abdul Haq had crossed into Afghanistan and positioned somewhere in Spingar mountainous range north of Jalalabad that divides Paktia and Nangrahar. "It was hard to cross (into Afghanistan) and harder once he got there," the source close to Abdul Haq said.
Former Mujahideen commanders say Abdul Haq has good influence in Sarobi and Kabul regions since the 1980s and could make good use of his contacts among his former comrades-in-arm in the area to cause problems for the Taliban.
An Afghan source said the Taliban had got wind of Mr Haq's presence in Nangrahar and had mounted an operation to track him down but it failed.
The 43-year-old Abdul Haq has been associated with Hezb-i-Islami of Maulawi Yunis Khalis and was commander of the Kabul region during and after the Russian invasion of Afghanistan.
He was appointed commander of security in the Afghan capital soon after the Mujahideen took over power from the communist regime in 1992 but quit to return to Pakistan. "Because I did not want to become a part of the power struggle," he told Dawn in a recent interview. He remained in Dubai for a long time to run his own business and returned to Pakistan early this month to organise uprising and armed opposition against the Taliban.
"The next 10 days are very important," his office in Peshawar said. He is widely being tipped for an important slot in the future dispensation under former king Zahir Shah, though Abdul Haq has denied that he was interested in any office.
Dawn has learnt on good authority that the United States did offer some help to the commander over the weekend, a day before he went into Afghanistan, but he had turned it down saying it was peanuts.
Abdul Haq's efforts coincide with similar moves by other former commanders, who are actively organising troops to fight off the Taliban and engineer defections and desertions apart from encouraging public uprising.
SHURA MEETING: Also, Mr Haq's attempt to militarily dislodge the Taliban, at least from the eastern provinces, comes just when a Shura of Afghan leaders met in Peshawar to arrive at a consensus on the future setup of Afghanistan and narrow down mutual differences.
"The objective is how to bring peace in Afghanistan and remove differences," Pir Syed Ahmad Gillani, head of the Assembly for Peace and Unity of Afghanistan said here in an interview.
Pir Gillani said that efforts were being made to evolve a consensus on an interim setup, which would draft a constitution and make other recommendations for convening the Loya Jirga in Afghanistan.
The Jirga, he said, would then endorse the constitution and elect the future head of state. He supported the former king as an elderly distinguished person who, he added, was a 'legitimate contender'. "His majesty would be a component of a leadership council," Mr Gillani, who recently met with the exiled former king in Rome, said.



Thursday, 25 October, 2001, 14:14 GMT 15:14 UK
Exiles demand end to Afghan fighting

Gailani (right) is a supporter of the former king
A high-profile meeting of Afghan exiles has called for all the combatants in Afghanistan to end their operations as soon as possible.
The resolution was one of several adopted by hundreds of tribal elders, former mujahideen commanders, clerics and scholars meeting in the Pakistani city of Peshawar.
The resolution said they also hoped the exiled former Afghan King Zahir Shah, would play an effective role in any future government.
Meanwhile, the United Nations special envoy to Afghanistan has dismissed the idea of UN troops enforcing any post-Taleban peace agreement.
Fears of power vacuum
The meeting of exiles was called to discuss the formation of a future broad-based government in Afghanistan.



In the final resolution, they warned that the present fighting could cause the fall of the Taleban and leave a political vacuum.
It urged all sides in the fighting to "pave ground for a political solution and understanding to ensure on one hand protection of life of innocent people and on the other hand prevention of further destruction of Afghanistan".
Most of those taking part in the Peshawar meeting were from Afghanistan's main ethnic group, the Pashtuns. It was convened by a senior Pashtun, Pir Sayad Ahmad Gailani, an associate of former King Shah.
The meeting expressed fears that the opposition Northern Alliance, which is mainly backed by minority groups, could recapture the Afghan capital, Kabul, creating bloodshed and disorder.

It said the disarmament of Kabul would be an important step towards a stable political future for the country.
A BBC correspondent in Pakistan says the meeting is being seen as a useful first step towards forming a future administration.
However, it was not attended by any main representatives from the Northern Alliance, nor by anyone from the entourage of the former king.
The UN's envoy to Afghanistan, Lakhdar Brahimi, is reported as rejecting a peacekeeping role for the UN.
No foreign troops
"I rule out the idea of a UN administration, like the one in Kosovo or East Timor, because each situation is different," Mr Brahimi told the Italian daily Corriera della Sera, according to the AFP news agency.
"The Afghans will never accept foreign troops on their soil," he said.
The envoy argued that the Northern Alliance should be a key part of any post-Taleban administration, a position opposed by Pakistan.



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Putin pledges more military aid to Afghan opposition
By Sergei Yakovlev
Monday October 22, 12:07 PM
DUSHANBE (Reuters) - Russian President Vladimir Putin pledged more military assistance for Afghanistan's opposition Northern Alliance on Monday and said he saw no role for members of the ruling Taliban in a future Afghan government.
Giving a considerable morale boost to Afghanistan's opposition forces, Putin held talks in the Tajik capital early on Monday with Burhanuddin Rabbani, recognised by the United Nations and most governments as Afghanistan's president.
"We all know that Russia supports Rabbani," Putin told reporters at the end of a three hour stopover in Tajikistan on his way back from the 21-nation Asia-Pacific summit in Shanghai.
"We confirmed that Russia is going to continue its support to the (recognised) government of Afghanistan in the military sphere and confirmed our wish to give humanitarian assistance to the Afghan people."
Rabbani fled Kabul when the hardline Taliban movement seized the Afghan capital in 1996. He now heads the Northern Alliance opposition, which holds up to 10 percent of Afghan territory and is led by ethnic Tajiks and Uzbeks from the country's north.
Putin fully backs the U.S.-led campaign against the Taliban, who shelter Saudi-born Osama bin Laden, prime U.S. suspect in the September 11 attacks on New York and Washington.
LIMITED SUPPORT BY WASHINGTON
Although U.S. Secretary of State Colin Powell told television talk shows on Sunday that the United States saw the Northern Alliance as an important component of its strategy against the Taliban, Washington has withheld wholehearted support for the opposition group.
In two weeks of aerial bombardment of Taliban targets, U.S.-led forces have failed to clear a way for an opposition advance on Kabul.
Washington apparently fears the Alliance's lack of support among Afghanistan's Pashtun majority -- which dominates the Taliban -- could mean fresh conflict if it captured the capital.
Putin expressed doubts that so-called "moderate Taliban" could be included in an ethnically-mixed Afghan government.
"We think the Taliban has been compromised because of their cooperation with international terrorists," he said. "I think the (recognised) Afghan government has well-grounded reasons to say that the Taliban should not take part in a future government."
Rabbani said support for the Northern Alliance was the quickest way to bring peace to Afghanistan.
"We are fighting for peace and all countries that support us fight for peace too," he told reporters, adding that he hoped Afghanistan's political future would be free of foreign interference.
Putin also briefly met the Alliance's military commander, Mohammed Fahim, shaking his hand firmly as they spoke quietly in front of reporters.
STANDOFF IN NORTH
Northern Alliance officials said on Sunday that a planned Taliban counter-offensive had not materialised and neither side had been able to break a standoff near the strategic northern city of Mazar-i-Sharif.
Alliance forces had moved to within six km (four miles) of the Taliban-held city a week ago.
Putin lined up as one of U.S. President George W. Bush's firmest backers at the Shanghai summit of the Asia Pacific Cooperation Forum -- in contrast to Moscow's denunciation of the 1999 NATO bombings of Yugoslavia.
Leaders in Shanghai condemned last month's attacks on the United States "in the strongest terms" and Putin described U.S. action in Afghanistan as "measured and adequate".
The Northern Alliance has long received vocal backing from Moscow, which accuses the Taliban of exporting Islamic extremism to Chechnya and other parts of the former Soviet Union.
Monday's meetings in Dushanbe also included Tajik President Imomali Rakhmonov, whose country shares a 1,300 km (800-mile) border with Afghanistan patrolled by Russian troops.
Both Tajikistan and Uzbekistan have allowed the United States to use their airspace and bases for humanitarian and rescue operations.
About 1,000 U.S. troops are reported to be in Uzbekistan.


Putin signs declaration with ex-Afghan president Rabbani
DUSHANBE, Oct 22 (AFP) - Russian President Vladimir Putin signed a joint statement here Monday with his Tajik counterpart Emomali Rakhmonov and deposed Afghan president Burhanuddin Rabbani on "the need to find a political solution in Afghanistan".
"All the ethnic groups should take part in forming the next Afghan government," and that process should involve the United Nations "and all foreign governments," the signatories said in their joint statement read out to reporters by a Tajik presidential spokesman.
"Permanent consultations" will be set up "at the highest level" added Moscow, Dushanbe and the Afghan government in exile.

Russia to join forces with Iran and Tajikistan against Taliban
DUSHANBE, Oct 21 (AFP) - Russia is to forge closer links with with Iran and Tajikistan to form a common front against the ruling Taliban regime in Afghanistan, said Russian Defence Minister Sergei Ivanov following top-level talks in the Tajik capital on Sunday.
The aim of this increased cooperation is not only "to fight against the pure evil which is terrorism" but also "against the other threats represented by the Taliban," said Ivanov.
He said these included "genocide against the Afghan people, the destruction of (Afghanistan's) national heritage and drug trafficking" which were destabilising the Central Asia region.
Ivanov was speaking after he and the head of Russia's security service (FSB, ex-KGB), Nikolai Patrushev, held talks with the Tajik President Emomali Rakhmanov.
The pair stopped off on their way back to Moscow from Shanghai after attending the Asia Pacific Economic Cooperation forum.
They were later due to meet top officials from the (Afghan opposition) Northern Alliance.
Ivanov said Moscow wanted "to find ways of strengthening the coordination" efforts of those countries which "have helped and are actively continuing to help the Northern Alliance, (namely) Iran, Tajikistan and Russia.
"The current situation in Afghanistan and in the region as a whole is very complicated.
"We are here on the orders of (Russian) President Vladimir Putin to meet the Tajik leaders as well as military and political officials from the Northern Alliance," he explained.
An Afghan diplomat told AFP that deposed Afghan president Burhanuddin Rabbani and Afghan opposition General Abdul Qassim Fahim -- who succeeded the late charismatic commander Ahmad Shah Masood as leader of the Northern Alliance -- were also in Dushanbe on Sunday.
Rabbani was deposed by the Taliban in 1996 but is still recognised as Afghanistan's president by the United Nations and most states.
The Tajik capital has become a major centre of diplomatic activity since the start of the US-led military strikes against Afghanistan to flush out Osama bin Laden, Washington's prime suspect for the September 11 attacks on New York and Washington.
Russia's military chief of the general staff, General Anatoly Kvashnin, held talks with General Fahim and the Afghan government-in-exile's foreign minister Abdullah Abdullah on Thursday.
Subsequent visitors have included Iranian Foreign Minister Kamal Kharazi and Joschka Fischer, Germany's foreign minister.
Moscow in particular has been keen to ensure that it continues to play a key role in Afghanistan's future.
Eleven thousand Russian border guards are already deployed along the 1,200-kilometre (800-mile) Tajik border with the former Soviet republic, under the terms of a 1992 agreement between Moscow and Dushanbe.
Putin has also called for US-led military operations in Afghanistan to give way rapidly to a political solution. Many of Afghanistan's neighbours have said they fear they will be flooded with refugees if the military action continues indefinitely.


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Afghan groups to discuss
post-Taliban scenario on Oct 24th
Islamabad, Oct 18, IRNA - Head of the National Islamic Front of Afghanistan (NIFA) Pir Seyed Ahmad Gailani, one of the seven Afghan Mujahid leaders has called a meeting of a number of Afghan groups in Peshawar, on October 24th (Wednesday), Afghan sources said Thursday. Pir Gailani, known for his support for Mohammad Zahir Shah, the former king, hopes to create a new coalition to bring about national unity in Afghanistan. The prospective coalition members are expected to include representatives of some of the Afghan mujahidin factions from the 1980s, along with a representative of the former king.
The arrival in Islamabad of Hidayat Amin Arsala, representative of the king, ahead of the meeting, has strengthened speculation that Pakistan, once averse to the king, now stands ready to support a new government to be led by him. In a meeting on Monday with Abdul Sattar, Pakistan's foreign minister, Arsala is believed to have said that a future Afghan government would protect Pakistan's interests in Afghanistan. Additionally, according to sources in NIFA, Pir Gailani is seeking the support of the "good Taliban" - a reference to moderates within the Taliban regime who would be prepared to break away from Mullah Mohammad Omar, the reclusive Taliban leader known for his hardline policies, such as prohibiting women from engaging in most professions. This latest initiative to restore Afghanistan's monarchy is primarily driven by the interest in the establishment of a stable government capable of rescuing the country from years of destruction and continuing uncertainty.
It is this uncertainty which has triggered frequent rounds of fighting between rival Afghan groups struggling to seize power. It has also been at the centre of concern on the part of donors over the prospect of large-scale economic assistance going to waste in the wake of political rifts. Humanitarian and relief agencies will need improved security conditions as a first prerequisite to launch large-scale operations in Afghanistan, especially ahead of the onset of winter. A stable government representing a cross section of Afghans and headed by the former king is proposed by his supporters as a first step towards establishing internal order in the country, followed by efforts to put in place a national army and police force to re-establish order.
The apparent correlation between the effort to back the former king on the one hand and the appalling humanitarian conditions obtaining in Afghanistan on the other, is reinforced by the country's adverse economic conditions. According to the UN Development Programme (UNDP), with an average life expectancy of about 40 and a mortality rate of about 26 per cent for children under five, Afghanistan is one of the world's most destitute countries. Of the world's 187 countries, only seven have a life expectancy lower than Afghanistan's. TK/MMZ/HR End ::irna 23:04



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FarhadAfghan Group Opposes US Gov't Plan
Thursday, October 18, 2001 8:23 PM EDT
EDITH M. LEDERER, Associated Press Writer
UNITED NATIONS (AP) -- Afghanistan's opposition told the United States Thursday that it vehemently opposes Secretary of State Colin Powell's plan to include moderate Taliban representatives in a future Afghan government.
The Taliban should be tried in court -- not allowed to govern, said Ravan Farhadi, Afghanistan's U.N. ambassador who represents the former Afghan government.
Farhadi stated the opposition's position in a note to Richard N. Haass, the State Department's director of policy planning who is Powell's coordinator for Afghanistan.
``The Taliban have given not only shelter to (Osama) bin Laden but they facilitated his international terroristic acts,'' Farhadi told reporters after handing the note to Haass in a U.N. corridor. ``We don't agree with Mr. Powell because we think that the Taliban leaders ... need to be (on) trial in a court.''
The ``position paper'' Farhadi handed Haass accuses the Taliban of committing ``genocide and crimes against humanity'' in relation to the Afghan people, and of providing training centers and safe haven for terrorists.
``In no way they could be considered as eligible for the future political set up of a democratic Afghanistan,'' the one-page statement concluded.
Farhadi represents the ousted Afghan government led by Burhanuddin Rabbani, which is still recognized by the United Nations. It is part of the northern-based opposition alliance fighting the Taliban, which currently controls less than 10 percent of the country.
A U.S. official, speaking on condition of anonymity, called the opposition statement ``all spin and no substance.''
During a visit to Pakistan on Tuesday, Powell said the more moderate officials from the radical Taliban regime should be allowed to serve in a post-Taliban government ``where the rights of all are respected.''
Pakistani President Gen. Pervez Musharraf, who leads the only country that still recognizes the Taliban, agreed that a future Afghan government could include ``moderate Taliban leaders.''
The U.S. administration hopes the Taliban, if they fall, will be replaced by a coalition built, perhaps, around the 87-year-old former King Mohammad Zaher Shah, who was overthrown in 1973.
But Farhadi warned that including the Taliban could derail efforts to form a broad-based democratic government representing all ethnic minorities.
Farhadi said the opposition United Front hopes a ``loya jirga,'' or grand assembly representing all ethnic groups, can meet -- perhaps in March -- to adopt a new constitution.
Haass said ``it's too early for people to be presenting plans'' about Afghanistan's future.



Who are the "moderate Taliban?"
ISLAMABAD, Oct 17 (AFP) - Who are the "moderate Taliban" whose role in a future broad-based Afghan government has been mooted by the United Nations, Pakistan and even the United States?
For the moment they remain as unknown as they are undefinable.
The United Nations was among the first to raise the possibility of a split in the ranks of the purist Islamic fundamentalist militia which has ruled the country since emerging from Islamic seminaries in Pakistan and capturing the capital Kabul in September 1996.
There are "decent people" within the Taliban, the UN special envoy to Afghanistan, Francesc Vendrell, told AFP in a recent interview, adding "it is very important for these people to lift their heads now."
"They were people who were willing to discuss in depth and at length ideas on the future of Afghanistan, what terrorism meant, what jihad (holy war) meant and what religion meant," he said.
Pir Sayed Ahmad Gailani, an Afghan spiritual leader close to exiled former king Zahir Shah, last week put forward his own definition. In an appeal for Aghans to unite, he said the process should include "those elements of the Taliban mindful of their religious and national responsibilities."
Abdul Haq, a hero of the anti-Soviet resistance, claimed last week in Peshawar, Pakistan that he was in contact with "good" Taliban.
While he did not elaborate, he said the majority of the members of the Taliban could be defined as "good."
"Decent," "responsible" or "good," acceptable Taliban moderates appear to be those who are primarily Afghan nationalists rather than sharing the vision of a global jihad or holy war of Saudi-born Islamic militant Osama bin Laden.
Bin Laden is close to Taliban supreme leader Mullah Mohammad Omar and his Arab fighters have provided invaluable assistance to the militia over the years in the battle against the opposition Northern Alliance.
According to Abdul Haq, efforts are going on behind the scenes to convince members of the Taliban to abandon Mullah Omar and take part in the formation of a broad-based multi-ethnic government.
Most of the Taliban are members of Afghanistan's ethnic Pashtun community, the country's largest ethnic group, and a Pashtun presence is considered vital for the stability of any future government.
Few names of "Taliban moderates" have surfaced with the exception of Foreign Minister Wakil Ahmed Mutawakel, whose disappearance from public view over the past week has led to fevered speculation in the media about his doings.
According to reports -- none of which could be substantiated here -- Mutawakel has either defected, begun holding secret talks with former Taliban ally Pakistan or is negotiating a secret handover of bin Laden with CIA agents.
A spokesman for Mullah Omar denied reports of Mutawakel's defection as "baseless, concocted and sheer lies," and said the foreign minister was still in the southern Afghan city of Kandahar, continuing with his duties.
The Taliban ambassador to Pakistan, Abdul Salam Zaeef, vehemently rejected suggestions of a split in the Taliban ranks and said the embattled movement was fully behind Mullah Omar.
Pakistan President Pervez Musharraf for his part insisted Tuesday at a joint press conference with visiting US Secretary of State Colin Powell that members of the Taliban should have a role to play in a future Afghan regime.
He said the process of establishing a new government could involve former king Zahir Shah, the Northern Alliance and moderate elements in the Taliban.
"Extremism is not in every Taliban," Musharraf said. "I wouldn't like to get into the details of who are moderates, but we know for sure there are many moderates in the Taliban."
Asked what defined a Taliban moderate, a government official said the key dividing line would be a willingness to break with Omar.
"Not all the Taliban are like Mullah Mohammad Omar. We will support moderate elements who do not approve the disastrous policies of the leadership in Kandahar."

Taleban minister's 'peace role' mystery
BBC News
Conflicting reports are emerging from Pakistan as to whether the Taleban foreign minister is attempting to negotiate an end to the US strikes on Afghanistan.
Wakil Ahmed Muttawakil is widely described as a moderate within the Taleban leadership.
The last few days have seen an extraordinary burst of rumour and counter rumour about Mr Muttawakil's activities, most of it emanating from diplomatic sources in Pakistan.
Much of it claims that Mr Muttawakil has been in Pakistan to make offers that would include the handing over of Osama bin Laden for trial.
The reports began in earnest on Monday, when a news agency in the United Arab Emirates (UAE) said Mr Muttawakil had arrived there - and defected from the Taleban.
Such a defection, analysts argue, would be precisely the kind of propaganda coup the United States has been looking for in its war against terrorism.
US and British politicians, as well as the opposition Northern Alliance within Afghanistan, have repeatedly said that there are signs of splits within the Taleban. However, they have failed to produce evidence in support of these claims.
Within minutes the UAE authorities denied Mr Muttawakil was on their territory.
And the Taleban embassy in Islamabad almost simultaneously dismissed the report, saying their foreign minister was inside Afghanistan.
However, it is widely reported in the Pakistani and foreign press that Mr Muttawakil did visit Islamabad shortly before the arrival there on Monday of US Secretary of State Colin Powell.
Pakistan's Frontier Post newspaper says he held 90 minutes of talks with the head of Pakistan's powerful intelligence service, Lieutenant General Ehsanul Haq.
Sources close to the Taleban foreign minister say he urged General Haq to persuade the United States to suspend its air attacks on Afghanistan.
That, the paper reports, would have allowed moderates in the Taleban to press its hardline leader, Mullah Omar, to reconsider his policies.
According to the Frontier Post, many moderate Taleban leaders are aghast at the results of Mullah Omar's policies, but it does not spell out which policies in particular.
Nevertheless, before Mr Powell's arrival in Islamabad, the Taleban moderated their conditions for the handing over of Bin Laden.
While still insisting the US must provide hard evidence of his involvement in the 11 September attacks on New York and the Pentagon, the Taleban dropped their insistence that he be tried in an Islamic country.
The Guardian newspaper in London goes one step further. It says Mr Muttawakil even dropped the demand for hard evidence in meetings which included staff of the US intelligence service, the CIA.
If Mr Muttawakil ever did hold such meetings, there are no signs yet of the US accepting his appeal for a break in the bombing.
If anything, the air strikes have become heavier in recent days. Hard information about Mr Muttawakil's whereabouts continues to be noticeable by its absence.
On Wednesday morning, Reuters news agency quoted an official with the exiled Afghan king - a possible focal point for any post-Taleban settlement - as saying Mr Muttawakil had left Afghanistan and made contact with the king's advisers.
A short while later, the Associated Press news agency quoted exactly the same official saying the Reuters report was "absolutely wrong".


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Goals for Afghans Include a Broad Coalition and Security
The New York Times
By DAVID E. SANGER
Sunday October 14 12:05 AM EDT
In a series of meetings in recent days, President Bush has begun discussing how the United States and its coalition partners could quickly assemble a new government in Afghanistan.
WASHINGTON, Oct. 13 In at least two meetings in recent days with his National Security Council, President Bush has begun discussing how the United States and its coalition partners could help Afghans quickly form a new government.
The discussion so far, one senior official said, has focused on what arrangements should emerge if the Taliban government falls. The planning sessions have had three broad aims: creating a viable and broad- based coalition government, beginning economic rebuilding and providing a security force that would keep the peace.
In those sessions, Mr. Bush "has said repeatedly that we don't want to have to deal with a similar threat like the Taliban three years from now," an official said.
A power vacuum and renewed civil war would create that risk, which could mean that the American bombing campaign would have been wasted, Mr. Bush has warned his aides, as the discussion picks up speed.
In the latest military actions, the Pentagon said today that a 2,000- pound bomb fired from a Navy jet had landed in a residential neighborhood of Kabul. Reports by news agencies operating there of four people killed and eight injured could not be confirmed in Washington, but casualties were considered likely. The Pentagon said it appeared that a targeting error had aimed the bomb, which is guided by satellite, at the wrong spot. The intended target, a military helicopter on the ground, was about a mile away. [Page B2.]
Taliban leaders rejected today President Bush's offer of a second chance to surrender Osama bin Laden and stop the week-long bombing.
The White House has said nothing in public about Mr. Bush's involvement in discussions of a new government in Kabul. Senior officials worry that any overt action to shape an Afghan government will inflame fears in Central Asia that once again a superpower is trying to unite the country on its own terms, even though the United States has made assurances that it will not try to choose the country's leaders.
Russia and Britain struggled to make decisions for Afghanistan in a succession of wars and invasions from the 1830's to the 1980's, and were always stymied by the terrain, feuding tribes and the nation's tradition of opposition to strong central authority in Kabul.
The sensitivity of Mr. Bush's personal involvement in the subject was evident on Friday when his spokesman, Ari Fleischer, was asked if the administration had already begun work on the shape of a new government in Kabul. "Not that I'm immediately aware of," he said, though he added quickly that "there are many smart people who work on future contingencies" who "may be doing some thinking about that topic."
In fact, officials familiar with the discussions say that in at least two meetings in the last few days Mr. Bush has delved into the details.
"The conversation has gained a lot of speed," one senior administration official said, "reflecting the growing recognition that the use of military force will create opportunities, but that it could also create a dangerous vacuum."
Another official said that at a meeting last week Mr. Bush was told that the United States might need to create the conditions for a new government within weeks. Secretary of State Colin L. Powell is likely to discuss the issue on a trip to Pakistan and India that begins on Sunday.
Then, on Thursday, Mr. Bush and Secretary Powell will meet in Shanghai with Asian and Pacific leaders at the region's annual economic summit meeting. This will include talks with President Jiang Zemin of China and President Vladimir V. Putin of Russia. The Russian and Chinese foreign ministers have already held at least one parallel discussion on their own about Afghanistan's next government, American officials said.
Mr. Bush has asked for regular briefings on negotiations under way in Geneva to help a coalition government come together under the symbolic leadership of the country's 86- year-old former king, Mohammad Zahir Shah, who could provide a unifying presence. Under most plans under discussion, however, the former king would not actually rule the country, officials said. One senior administration deeply involved in the discussions said the question at the White House has been "is the king a factor, and how?"
In meetings with members of Congress and others, Mr. Bush has said that the reconstruction of Afghanistan would cost billions of dollars, and he seems likely to raise the question of sharing the costs when he meets with leaders in Shanghai.
The administrator of the United States Agency for International Development, Andrew Natsios, discussed the depth of that challenge this week when he said that "we need to begin the agricultural reconstruction of the country, reconstruction of wells, of roads, not huge projects." Eventually, he said, the country would need airports and universities. The few airports in the country, largely military, have been destroyed in the week of bombing, but he added that such projects were "for a large-scale reconstruction and will have to come later on."
Officials said Mr. Bush has, somewhat reluctantly, come to accept the approach advocated by Prime Minister Tony Blair of Britain of putting the United Nations at the center of efforts to form a new government. Mr. Bush alluded to a leading role for the United Nations at his news conference on Thursday, without adding that hours before he had discussed the issue with Kofi Annan, secretary general of the United Nations.
He raised the issue again when he called Mr. Annan on Friday to congratulate him on winning the Nobel Peace Prize.
But Mr. Bush is described by aides and Congressional leaders who have visited him as adamant that American troops should not get tied down in a peacekeeping role in Afghanistan. He is concerned, those officials say, that American forces could be ensnared in precisely the kind of open-ended "nation-building" exercises that have tied up thousands of American troops in the Balkans. Mr. Bush has often said that American military forces should be reserved for fighting wars, not helping governments, schools and justice systems to sprout.
"I wouldn't read anything he's saying to suggest he plans to keep American troops on the ground in Afghanistan," one senior official said. "He's quite adamant on the point." But a senior member of Congress, who discussed the issue with Mr. Bush recently, said, "I'm not sure there is a Plan B yet" that would call for the insertion of an international force after the end of the military operation.
A hint of the nature of the discussions came up on Thursday when Deputy Secretary of State Richard L. Armitage said that "we have had discussions with some of our coalition partners about the eventual shape of an Afghanistan." But he quickly added: "We have said we don't want to run it; it's not ours."
Then he repeated the administration's position that the next government had to be "broad based and representative of all Afghans," code words for the American determination that the Northern Alliance, which has long fought the Taliban, could not dominate a government.
The Pentagon appears to be prosecuting its bombing campaign in a manner that makes it difficult for the Northern Alliance to take Kabul. The alliance appears to have an agreement in place with representatives of the former king, who has been living in Italy for about three decades. American officials are hoping to expand that government-in-waiting to include the largest tribe, the Pashtuns, along with Tajiks and Uzbeks.
Though the White House has not discussed the issue publicly, administration officials say any new government could also include defectors from the Taliban. "The Pakistanis very much want the defectors to be part of it," said one senior State Department official, hoping their participation would help quell the pro-Taliban, anti-American protests in several Pakistani cities.
Mr. Armitage also noted on Thursday that the United States would be unwise to press for a strong central government in Kabul. "As we've studied the situation," he said, "the Afghan experience seems to show that when government is roughly a loose federation, it seems to work best with a lot, a very high degree, of local autonomy."

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Zahir's family for demilitarisation of Kabul
The News: Jang (Pakistan)
October 11, 2001
ROME: Afghanistan's former royal family has called for the immediate demilitarisation of the Afghan capital Kabul and expressed concern that chaos could return if US-led military strikes force the ouster of the country's ruling Taliban regime.
Mustapha Zahir, grandson of ex-king Muhammad Zahir Shah, said late on Tuesday that there would be a popular uprising if the former monarch was denied the chance to call his long-planned Loya Jirgah, or grand assembly, of tribal chieftains and local elders to discuss the country's fate.
"Kabul should be demilitarised," he said. "The capital can be a good venue for holding the Loya Jirgah. We should learn from history." The ex-prince stressed that Afghans believed peace should be given a chance at last after 22 years of turmoil and bloodshed. "Otherwise there will be a national uprising by Afghanistan's silent majority," he said and warned that the current opportunity would not be at hand forever. "Maybe a month or two. His Majesty does not have a programme of war. He is not a candidate to become a king," the former prince said.

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Ex-Afghan King Pushes for Meeting
By NICOLE WINFIELD
Associated Press Writer
Wednesday October 10 11:35 PM ET
ROME (AP) - With U.S. airstrikes pounding Taliban targets, Afghanistan's former king is pushing ahead with plans for a gathering of tribal leaders to select a new head of state and now wants to hold the meeting in a demilitarized Kabul, a senior aide said Wednesday.
No date has been set for the meeting, or loya jirga, but former King Mohammad Zaher Shah is working to convene the assembly in the Afghan capital if a cease-fire is secured, Yusuf Nuristani said.
``No ethnic group can claim they own Kabul,'' he said, making the capital the ideal seat for the grand national assembly of tribal leaders to construct a transitional government if the Taliban regime should collapse.
He stressed that the Taliban were welcome to take part.
Zaher Shah, who turns 87 this weekend, and the main anti-Taliban northern alliance announced an agreement last week to convene Afghanistan's first loya jirga since 1964. Initially, it appeared the meeting would be in alliance-controlled parts of the country instead of Taliban-controlled Kabul.
Then, on Sunday, the United States began striking Taliban targets in Kabul and elsewhere as it began hunting down Osama bin Laden, the prime suspect in the Sept. 11 terror attacks on New York and the Pentagon.
Another aide to the king, Abdul Sattar Sirat, stressed Wednesday that the agreement with the northern alliance was only to convene a loya jirga and was not an exclusive deal.
``They are a part of the Afghan nation and any solution for the Afghan issue will be open to them and to other Afghans,'' he said.
Powerful Pashtun tribes who had viewed the monarch as a unifying figure have questioned his agreement with the U.S.-backed alliance, which mostly represents Afghanistan's minority groups.
While many tribal chiefs dislike the Taliban, they regard the northern alliance as little more than agents of foreign powers. And many alliance leaders have been discredited because of the anarchy that swept Afghanistan when they were in power.


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The end of Pakistan's great game?
By Kesava Menon
The Hindu (India)
Wednesday, October 10, 2001
``WON'T ALL of Afghanistan's problems be solved if it becomes a part of Pakistan?'' The question was posed by a Pakistani journalist to the Afghan Ambassador in Islamabad in the early 1990s. ``You have your history all mixed up,'' came the prompt reply. ``Afghanistan was never a part of Pakistan but Pakistan in times past has been a part of Afghanistan.'' The Ambassador in question represented the regime of Najibullah and his anger towards a Pakistan that was supporting the mujahideen groups was understandable. (At the time Najibullah was trying to negotiate a deal with the mujahideen, though still fighting them, and his envoy's presence was tolerated in the Pakistan capital). But there was something more than the hostility between the regimes that made the Ambassador give such a caustic and undiplomatic response. His Pashtun pride - the pride of the Durranis - would not let him accept that the men of the Salt Ranges (people who have always been conquered by invaders from the east and the west) should now entertain thoughts of ruling the Afghans.
Fast forward to another scene a few months later by which time Najibullah was gone and Pakistan's protege Gulbuddin Hekmatyar was jostling for power in Kabul. Professor Sibghatullah Mojadedi was nominally the President but all Afghanistan-watchers were waiting to see how the conflict between Hekmatyar and Ahmed Shah Masood would pan out. Masood everyone agreed was the far more able commander and from all indications the far more pleasant person. But Hekmatyar had Pakistan's backing and the odds seemed to be in his favour. It was in this setting that the second scene unfolded. The Pashtun leader of a small opposition party buttonholed an Indian journalist in the near-empty cafeteria of the Pakistan National Assembly.
India had made a big mistake, he said, by failing to militarily pressure Pakistan when it was fully engaged in the mujahideen war. By failing to apply such pressure India had harmed Afghanistan's cause, was his contention. ``Why can't India understand that what the Afghans are facing is Punjabi colonial aggression,'' he said in parting.A decade since then the circle seems about to close. Pakistan's hold over Afghanistan, courtesy the Taliban, seems destined to come to an end within a few days time. While the western media appears fascinated by the Taliban's ``indefatigable'' warriors and the masses from the madrassas that are flowing out into the streets of Peshawar and Quetta, only the newcomers among these journalists probably see any merit in these stories. The activists of the two wings of the Jamaat Ulema-e- Islam who are parading in the streets and burning the U.S. President, Mr. George W. Bush's effigy are doing so only because their leaders, Fazlur Rehman and Samiul Haq, have been given the nod by the ISI. These demonstrations make Gen. Pervez Musharraf look good and bolster his claims that he made a very bold decision to join the U.S. coalition despite the threat from the fundamentalists.
Former Talib (students) from the madrassas run by the two wings of the JUI and other religious parties form one element in the core group of the Taliban while the Arab-Afghans form the other. The rest of the support is more diffuse. Local, district and provincial clan leaders who led the mujahideen bands against the Soviets make up this more ephemeral group of supporters. They were either bought over (probably with funds provided by the two West Asian states that joined Pakistan in recognising Mullah Omar's regime once it was installed in Kabul) or bowed to the inevitable when confronted with the combination of the Talibs and the Arabs that had been welded into an effective force under the supervision and with the assistance of the ISI.
Tensions between the core Taliban elements and the more ephemeral groups was in evidence right at the outset when a clan of Pashtuns forced Mullah Omar's regime to hand over the body of Dr. Najibullah which had been battered and left to hang in a Kabul street. But Mullar Omar, or more probably the ISI, appear to have handled the contradictions rather well till the aftermath of the September 11 bombings in the U.S. Recently there has been a flood of reports that Pashtun clans and local chieftains have been deserting Mullah Omar's regime in province after province of south-eastern Afghanistan. If the Pashtun clans continue to desert the Taliban this development could form the fulcrum on which the whole situation in Afghanistan turns around. It is highly probable that Pakistan has had to close down its close support for the Taliban now that western intelligence and special forces are present in large numbers in the territories.
Without the active support and guidance of Pakistan the two core elements of the Taliban constitute a force that has been considerably reduced in effectiveness. The Pashtun clans that are now reportedly asserting their independence of Mullah Omar's regime are the real people of the land led by their traditional elite. In contrast, those recruited from the madrassas and the Arab-Afghans are artificial entities with no roots. Neither the madrassa recruits nor the Arabs will have any sanctuaries in Afghanistan once the local people have turned against them. Earlier the core of the Taliban could coerce the local people because they had external support but now they can only do so if they concentrate their forces against particular clans at a time. If they do so concentrate they will provide relatively easy pickings for the U.S. air armada that is just looking for juicy enough targets to take out.
Mullah Omar's regime has probably been the first in Afghan history in which the under-class, as represented by the gleanings from the madrassas, has ruled the country. From most accounts neither the madrassa recruits nor the Arab-Afghans have treated the traditional elite with any respect, especially in the cities. The desire for revenge would be very strong and it is not inconceivable that the tribesmen will turn on the madrassa recruits and the Arabs even if they (the tribesmen that is) are not able to forge unity among themselves whether through a Zahir Shah- convened Loya Jirga or otherwise. The situation is fraught with a host of negative prospects for Pakistan. In turning their backs on the Taliban, Pakistan has succeeded in serially betraying every single faction and group in Afghanistan.
Pakistan is now apparently trying to get on the right side of the designated ``good guys'' by cosying up to the Zahir Shah option, but are the Afghans going to forget or forgive what Pakistan has done to their country? Minority groups bundled together under the Northern Alliance have never considered the Taliban as anything but a force of Pakistani colonialism. Will the now-emerging Pashtun elite forgive Pakistan for subjecting it to the rule of the under-class and foreigners for five years and more? It is too early for anyone to predict whether Afghanistan will slip into even greater chaos than before or whether, miraculously, this war-torn country will achieve a measure of stability. But it does look like Pakistan's great Afghan enterprise has come to an end. There was a time when Pakistan entertained visions of using a subordinate Afghanistan as the launching pad for extending its influence into Central Asia.
At the very least, Pakistan thought, a subordinate Afghanistan would provide it with ``strategic depth'' against India. These hopes are a shambles now. There could be worse to come. There are already reports that Baluch and Pashtun nationalists in western Pakistan are be- stirring themselves for a new struggle for extensive autonomy. If rage inside Afghanistan against Islamabad's interventionist policies runs out of control Pakistan could be left with a western border land that is as turbulent and rebellious as it was till the Soviet invasion gave them and the Afghans a common purpose.
Gems Give Afghan Opposition License to Print Money


by Mike Collett-White -

DESHITIQALA, Afghanistan (Reuters) - How does Afghanistan's ragtag opposition force fund its campaign against the ruling Taliban?

By selling emeralds and printing money, it seems.

General Baryalai, a senior commander in the Northern Alliance movement locked in civil conflict with the hardline Islamic Taliban, spoke with great pride this week about the quality of the Afghan gemstone.

"Our emeralds are the best in the world," he said over a lunch -- lavish by local standards -- in his remote base in northern Afghanistan.

"They are better than those in Colombia."

The urbane officer explained that there were two main production centers controlled by the opposition -- Safed Cher and Khench, both in the north of the Panjsher district.

The Alliance controls the very northeast of Afghanistan and the Panjsher Valley, which runs south toward the capital of Kabul.

"In the north of the Panjsher, people just carry them around for sale. Rough emeralds can go for anything from $1,000 to $2,000 to millions," he boasted, enjoying the attention of a small group of journalists invited to lunch.

"But a huge stone which goes for $3 million here can fetch $10 million when polished and cut."

He estimated that emerald sales raised $40 million to $60 million for the opposition campaign each year, mainly for arms from Russia and equipment from countries including China.

The mathematics may not be 100 percent accurate. Baryalai also said the Northern Alliance had 120,000 soldiers -- including a large reserve force. This is several times bigger than most Western intelligence estimates.

LICENSE TO PRINT MONEY

The other main source of cash is money.

The afghani, the local currency, is printed in Russia and changed back into dollars, which are then used to buy military hardware.

"We print money," he said, when asked how the opposition funded itself. He said the amount printed was strictly limited to avoid inflation.

Not that there is much danger of that at the moment. In the nearby town of Khoja Bahawuddin, the dollar is now worth 65,000 afghanis, compared with 130,000 two weeks ago.

The sharp rise has been attributed to the positive news for the alliance of the U.S. air strikes against the Taliban -- and the influx of Western journalists queuing up to change money.

He played down reports of U.S. and Russian support for the opposition, saying Russian tanks on display at a nearby training camp were bought on the market and were not gifts.

But he did hint that they may have been subsidized.

"The good thing is that we buy guns and ammunition at a cheap price," Baryalai said.
- Article added at 1:21 AM (CST) on 10/11/2001.



Zahir's aide warns against interference in Afghan affairs
The News: Jang (Pakistan) - October 10, 2001
ROME: Afghanistan's former royal family has warned Pakistan not to try to play a king-maker's role if the Taliban regime collapses. General Abdul Wali, a senior aide and son-in-law of former monarch Zahir Shah, told AFP on Tuesday that the ex-king had, however, nominated a delegation to travel to Pakistan in a week's time.
"Nobody has the right to interfere in our Afghan policy," he warned. "The delegation will exchange views on the two countries' bilateral relations," he said. He also warned Pakistan not to interfere in Afghanistan's internal affairs by favouring one Afghan ethnic group against the other.
"Pashtuns, Tajiks, Uzbeks, Turkmen, Hazaras, Nooristanis and others constitute the Afghan people," he said. "It is the job of the Afghan people and only the Afghan people to determine the future government of Afghanistan. We have no consultations with others," he said after attending a session of Zahir's associates and other exiled Afghan dignitaries here.
According to Wali, Zahir Shah is keenly following the situation in and around the country and his loyalists were regularly meeting here to find out "how the Afghan people could heave a sigh of relief at last and assume a place among the civilised countries".
20-member Afghan Shoora in offing
By Salim Bokhari - The News: Jang (Pakistan) October 10, 2001
LAHORE: The stage appears to be set to form a 20-member joint council of Afghan representatives once the Taliban government collapses under the weight of the ongoing attacks by the United States and its allies.
The Northern Alliance and deposed King Zahir Shah will nominate 30 members each to the new Shoora by the end of the current month. Highly reliable sources confided to The News that out of 60 persons who will be nominated, 20 would be selected through a scrutiny process keeping in mind their links with Afghan tribes and different Mujahideen organisations.
The proposed Afghan council is said to have full blessings of the US while Pakistan is understood to have accepted it with a pinch of salt. One diplomat commented on this situation saying: "For Pakistan, the dilemma is like heads they win, tails we lose.
Recently a representative delegation of Northern Alliance headed by its foreign minister held a meeting with former King Zahir Shah in Rome after a US Congressional delegation held talks with him to work out details of the future Afghan set-up. Pakistan has also extended an invitation to Zahir Shah to visit Islamabad after special emissary of the monarch held talks with foreign office here a week ago.
It may be mentioned here that Pakistan has long been opposed to any role of the Northern Alliance in future set-up and has been supporting the Taliban after being the first country to grant recognition to their government. But, according to diplomatic observers, the ground realities have changed and Pakistan is left with no option but to side with the international coalition to take on the Taliban.
These observers are of the view that the former monarch's deteriorating health has forced the powers that be to hasten up the process to establish an authority that can take care of Afghan affairs in any eventuality. Another fact that is being taken into consideration is lack of leadership in Northern Alliance following the assassination of Commander Ahmad Shah Masood.
One diplomat said once the Northern Alliance and Zahir Shah, cut a deal among themselves, then they will raise their bargaining chip for talking to concerned countries like Iran, Pakistan and of course the United States.



Bush Announces $320 Million in Afghan Aid
By Steve Holland
WASHINGTON (Reuters) - President Bush said on Thursday the United States would give $320 million in urgent humanitarian aid to ease a growing refugee problem in Afghanistan triggered by threatened U.S. military action.
"This is our way of saying that while we strongly and firmly oppose the Taliban regime we are friends with the Afghan people," Bush said in a speech at the State Department.
The money includes $25 million in previously announced aid. It is to be used for food, medicine and "to help the innocent people of Afghanistan deal with the coming winter," Bush said.
It will help deal with thousands of refugees who have crossed from Afghanistan into Pakistan and could sweep into Iran, Tajikistan, Uzbekistan and Turkmenistan as well.
The aid underscored a U.S. attempt not to alienate the Afghan population even as it threatens military action against the country's Taliban rulers for refusing to turn over Osama bin Laden, suspected of masterminding the Sept. 11 attacks on New York and Washington.
Bush insisted that his war on terrorism was not aimed at the Islamic faith amid fears in the region about this. He called it a "war between good and evil."
"This is not a war between our world and their world. It is a war to save the world, and people now understand that," Bush said.
Much of the aid would be distributed through the United Nations and private volunteer organizations, Bush said. Afghans who have already fled to neighboring countries would also receive assistance, he said.
In addition, Pentagon officials said plans were being drawn up to parachute food rations to thousands of displaced persons within Afghanistan. The drops would likely involve Humanitarian Daily Ration packages which include enough food for one person for one day and are designed to be religiously and culturally acceptable to all.
Bush said his campaign against terror was unique in that it will require a broad coalition of nations to carry out different tasks, from contributing troops to freezing financial assets of bin Laden's al Qaeda organization.
"We are engaged in a noble cause and that is to say loud and clear to the evil doers that we reject you, that we will stand firm against terror, and that this great nation, along with many other nations, will defend freedom," he said.
The U.N. High Commissioner for Refugees has reported 15,000 new arrivals in Pakistan since Sept. 11, and up to 20,000 Afghans waiting on the Afghan side of the Afghanistan-Pakistan border, according to the U.S. Agency for International Development.
A White House fact sheet on the aid said "after 22 years of war, three years of severe drought and five years of Taliban rule, Afghanistan now faces a major famine."
It accused the Taliban of causing a humanitarian crisis through "repressive policies" and harassment of foreign aid workers.
Meeting with former Afghan king
By Ian MacKinnon, in Islamabad - The Australian
PAKISTAN has invited an envoy of Afghanistan's former king, Zahir Shah, to travel to Islamabad as soon as possible to map out a role for the ruler in any alternative administration to the Taliban regime.
The move came as Pakistan President Pervez Musharraf told a meeting of the National Security Council and the cabinet that the only way to bring peace and stability to Afghanistan was through a broad-based, multi-ethnic political set-up.
Islamabad's focus on a post-Taliban scenario lends weight to suggestions Pakistan may also be trying to engineer a coup within the regime's leadership to replace hardliners with more moderate figures.
Pakistan is today expected to host a four-hour visit by Britain's Tony Blair, one of President George W. Bush's key allies in the war on terrorism.
The visit emphasises Pakistan's crucial role in the build-up to expected US strikes against prime suspect Osama bin Laden and his allies harboured in Afghanistan.
Islamabad was yesterday examining more evidence, described as "impressive" by Pakistan Foreign Minister Abdul Sattar, of bin Laden's involvement in the September 11 attacks. But in a reflection of Pakistan's awkward domestic position, he said he would not sit in judgment of the evidence. He added Pakistan would like the information to be published to help it undermine the segment of extremist Muslim opinion at home that would use an information vacuum to bolster its support.
In another sign of the political game Pakistan is trying to play, Islamabad denied it had invited the representative of the Rome-based ex-king even after Italian Foreign Minister Margherita Boniver told of the decision.
"President Pervez Musharraf asked me to convey a message to (former) king Zahir Shah to send his emissary to Pakistan as soon as possible," she said after an hour-long meeting. Pakistan has always linked the possible role of the former king to a UN role in forming a new government.
But in a minor setback to the plans for an alternative government, ousted Afghan president Burhannuddin Rabbani, in exile in Tehran, said the plan was not to bring back the monarchy but to form a national coalition around him.
The former president did, however, support the move by the former king and the anti-Taliban Northern Alliance to call an assembly of political leaders and tribal chiefs to find a way forward.
The diplomatic dance by Pakistan appears aimed to extract the best from a bad situation, with its policy of supporting the Pashtun-dominated Taliban now shredded.
Its best hope may be to prop up a more moderate Taliban to seize control from the hardline clique around supreme leader Mullah Mohammad Omar, a move that would play better with Pakistan's large community of ethnic Pashtuns.
Mullah Omar has warned that anyone supporting any movement other than the Taliban would be accused of treason, an offence punishable by death.

U.S. troops fly to Uzbekistan-U.S.official

TASHKENT, Oct 5 (Reuters) - A U.S. defence official said on Friday that 1,000 troops from the U.S. 10th Mountain Division were on their way to Uzbekistan, a Central Asian country bordering Afghanistan.
"Troops from the 10th Mountain Division are on their way (to Uzbekistan)," the official, accompanying U.S. Defence Secretary Donald Rumsfeld on a trip to Uzbekistan, told Reuters.
Troops from the division have been on alert pending movement to Central Asia to join a buildup of U.S. forces near Afghanisatn following last month's suicide attacks on the United States which killed thousands.
Anti-Taleban envoy to meet Rumsfeld in Uzbekistan
BBC Monitoring Service - United Kingdom; Oct 4, 2001
An Afghan Northern Alliance envoy is to hold talks with US Defence Secretary Donald Rumsfeld in the Uzbek capital Tashkent, the Northern Alliance consul in Uzbekistan, Ali Ahmad, told the Russian news agency RIA in Tashkent on Thursday.
Rumsfeld is expected in Tashkent in the next few days after he ends his tour of the Middle East.
"The parties will discuss interaction concerning US strikes against Taleban bases," the agency quoted Ahmad as saying.
Source: RIA news agency, Moscow,
Northern Afghans oppose any Taliban role in next government
KWHAJA BAHAUDDIN, Afghanistan, Oct 5 (AFP) - The people of northern Afghanistan, who know to their cost what life is like under Taliban rule, have vehemently ruled out any role for the Islamic militia in the next government.
"We don't need lessons in democracy," said a young ethnic Tajik working as an interpreter in the foreign ministry in this northern town in Takhar province, which serves as a base for the anti-Taliban opposition.
"Seeking to include the Taliban in a government of transition would not be a good thing. "Of course all the ethnic groups within the country should participate, but there are other Pashtuns than the Taliban."
His comments came after opposition commander Ismail Khan warned the United States that elements of the Taliban should be involved in efforts to reconstruct Afghanistan.
Deal to oust Taleban sealed

The opposition met the ex-king in Rome
Afghanistan's former monarch, Mohammad Zahir Shah, and members of the opposition have reached an agreement aimed at ousting the country's ruling Taleban regime.
The two sides have agreed to form a supreme council of Afghan leaders which in turn would convene a traditional Loya Jirga, or Grand Council.
The Loya Jirga is a centuries-old institution which brings together representatives of all the main ethnic groups, and is composed of tribal chiefs, intellectuals and religious leaders.
In an apparent move to counter the opposition, the Taleban announced that it had reached a power-sharing arrangement with tribal leaders in three southern provinces.
Anti-Taleban alliance
Leaders of the opposition Northern Alliance have been meeting with Zahir Shah in the former king's residence in exile, in the Italian capital Rome.


The king belongs to the majority Pashtun community

The former king has been at the centre of international efforts to forge an alliance to replace the Taleban.
Over the weekend, he met with United States congressmen from both the Democrat and Republican parties.
On Monday, senior US officials quoted by The New York Times said President George Bush had approved covert efforts to help the opposition, including possible military funding.
"The purpose is to enhance their ability to move against the Taleban," the paper quoted an unidentified US official as saying. "It is not limited to political support."
The US sees the 86-year-old former king - who belongs to the largest ethnic group in Afghanistan, the Pashtuns - as a critical figure in setting up any unity government to replace the Afghan regime, which has been sheltering Osama Bin Laden since 1996.
Taleban
But in a swift move, the Taleban said they would share power with leaders in the Khost, Paktika and Paktia provinces in the south, in an announcement carried by the Pakistan-based Afghan Islamic Press.


The opposition is attempting to advance

"Tribal elders and Jihadi commanders or their representatives will be included in the government machinery," Rehmad Wahid Yar was quoted as saying.
It is the first time the Taleban have agreed to any form of power-sharing since they captured Kabul in 1996.
But in a sign of growing pressure on the hardline regime, Pakistani President Pervez Musharraf told the BBC that it appeared the Taleban's days were numbered.
Pakistan has been the Taleban's strongest supporter and is the only country to still maintain diplomatic ties with Afghanistan.
The opposition Northern Alliance holds about 10% of Afghan territory.
Its forces have been engaged in fierce fighting with the Taleban in an effort to advance on Kabul, and they have been emboldened by the growing US military build-up in the region.




Ex-Afghan King, Anti-Taliban Forces Reach Agreement
Monday October 1 9:03 AM ET
ROME (Reuters) - The ex-king of Afghanistan has reached an agreement with the opposition Northern Alliance aimed at ousting the Taliban rulers in Kabul, the two sides said on Monday.
Under the terms of the accord, the anti-Taliban coalition called for the convening of a traditional grand council of Afghan leaders.
This council would then convene a so-called Loya Jirga, made up of representatives of all of Afghanistan's ethnic and tribal groupings. It was not immediately clear when or where the Loya Jirga would take place or whether it was dependent on the Taliban being ousted from power.
The parties said in a statement that the Loya Jirga would elect a head of state and transitional government.
Western diplomats say that ex-king Mohammad Zahir Shah, who has lived in Italy in exile since 1973, is the only figure with the authority to assemble a broad anti-Taliban front. The Northern Alliance is the main force still fighting the Kabul regime and controls under 10 percent of Afghan territory.


US backs former Afghan king - BBC
A delegation of United States congressmen have said they came away "very much impressed" from talks with the former King of Afghanistan, Mohammed Zahir Shah, on setting up an alternative to the Taleban government.
The former king met the congressmen, from both the Democrat and Republican parties, and also had further discussions with members of Afghanistan's opposition Northern Alliance.
They US see the 86-year-old former monarch - who belongs to the largest ethnic group in Afghanistan, the Pashtuns - as a critical figure in setting up any unity government to replace the Afghan regime, which has been sheltering Osama Bin Laden since 1996. A spokesman for the former monarch said the talks had been "very fruitful".
The US delegation, which also had a meeting with the Northern Alliance, had already discussed the crisis with officials in Moscow.
US republican delegation head Curt Weldon said : "He wants to see people of Afghanistan liberate themselves. That's the same thing that we want, but we think that perhaps he is the person who can rally those against the Taleban most effectively".
The Taleban supreme leader, Mullah Mohammed Omar, warned the monarch, who was deposed in 1973, not to meddle in Afghanistan's affairs.
"How dare you think you can return to Afghanistan backed by the United States. How are you going to rule the country? How can you think of such things?" he said in a speech on Afghan radio.
There is also believed to be a reluctance among many groups fighting the Taleban to allow the former monarch a prominent role amid fears Zahir Shah could risk becoming a US puppet.
The former king has called for a grand assembly of elders to be convened to create an anti-Taleban coalition.
An outline agreement for the establishment of new supreme and military councils has already been reached. The new governing council would include tribal leaders and intellectuals from both inside and outside Afghanistan.
On Saturday, the congressmen told representatives of the anti-Taleban Northern Alliance that the US would help rebuild Afghanistan in exchange for help in overthrowing the Kabul government.
But exiled President Burhanuddin Rabbani - still recognised by the UN as leader of the legitimate government of Afghanistan - said any authority imposed from outside would be unacceptable.

"We are sending a delegation (to Rome) to offer them a 'national unity,'" he said, in a statement quoted by the AFP news agency.
"It is Afghans themselves who will decide their destiny, and people or groups abroad which do not take the realities of the country into account or are imposed from outside will be doomed to fail."
The Northern Alliance coalition holds about 10% of Afghan territory. Its forces have been engaged in fierce fighting with the Taleban in an effort to advance on the capital, Kabul.
They are pinning their hopes on possible US strikes against their enemy. But, according to the Tajik news agency Asia-Plus, the alliance has admitted losing control of a key district in the north to the Taleban.
A Northern Alliance diplomat based in Russia, Mohammad Saled Registani, was quoted as saying that anti-Taleban forces had briefly captured Zari District, 90 kilometres (55 miles) west of Mazar-e Sharif, only to see their enemies retake it.

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Former king to preside over Afghan councils: spokesman
ROME, Sept 28 (AFP) - The Afghan opposition agreed at a meeting here Friday to create a supreme council and a military council under the authority of ex-king Mohammed Zahir Shah to prepare an attempt to take power from the Taliban, the king's spokesman told AFP.
Members of Afghanistan's Northern Alliance met in Rome earlier Friday and are due to meet the 86-year-old exiled monarch at his home in the Italian capital on Sunday or Monday, the spokesman, Zalmai Rassul, said by telephone.
"It has been decided to create a supreme council and a military council under the aegis of the king," Rassul said.
"The composition of these two authorities will be decided in the next few days," he added.
The opposition figures will first meet with the king's advisors at 3:00 pm (1300 GMT) on Saturday, Rassul said.

Cyprus says will not allow Afghan opposition meet

By Michele Kambas

 
NICOSIA, Sept 28 (Reuters) - Cyprus said on Friday it could not allow an exiled Afghan politician to hold an opposition meeting on the island to rally support and form a coalition government against the ruling Taliban.

Foreign Minister Ioannis Cassoulides said the island did not want to host any event which could be seen as involvement in the internal strife ravaging Afghanistan or as taking sides.

"Under present circumstances, it will not encourage any initiatives on its soil. Cyprus is a small country with its own problems, the problem of (Turkey's) occupation, and wants to be especially careful," Cassoulides told journalists.

Homayun Jarir, a former foreign minister of Afghanistan, told Reuters on Thursday he would travel to the island in coming days in a bid to convene an opposition meeting of Afghan factions, with the ultimate goal of forming a broad-based coalition government.

"We are trying to create a broad-based government. It would help the international community and the United States against the Taliban and terrorism inside Afghanistan," he said by telephone from Tehran, where he now lives.

Cassoulides said there was an internationally recognised government of Afghanistan based in Dushanbe, Tajikistan.

Members of Afghan tribes have been meeting regularly on the island from 1999, in an effort to build reconciliation among them in what has become widely known as the Cyprus Process.

Asked about meetings Cyprus has hosted in the past, Cassoulides said: "Meetings which have as their goal national reconciliation is one thing. Meetings which however have as their goal anything which could mean involvement in the internal civil conflict is something else."

Jarir said that he planned to invite all factions with the exception of the Taliban, the Islamic purist movement which has ruled Afghanistan since 1996.

Its leaders now face the prospect of a U.S. attack for allegedly harbouring wanted militant Osama bin Laden, who Washington believes masterminded the attacks on the World Trade Center and the Pentagon on September 11.
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Pakistan, US agree on broad-based Afghan govt
Washington says strike against Osama not imminent
By Amir Mateen
The News: Jang (Pakistan)
September 28, 2001
WASHINGTON: The United States has said it has "very continuous contacts" with Pakistan as both countries agree "that Afghanistan needs a broad-based and representative government,....and that government can't be made up from the outside."
The State Department spokesman said on Thursday the US shared "the goal with Pakistan of ending the use of Afghanistan as a safe haven for terrorists." The spokesman parried the tongue-in-cheek question that if Pakistan believed it required a similar broad-based representative government.
He once again clarified that it had never been "our view to make the government -- to decide on the government of Afghanistan." US officials also sounded a cautious note about plans to bolster Northern Alliance and acknowledged the seriousness of Islamabad.
A State Department official said meaningfully the administration hopes to foster an Afghan opposition front far broader than the Northern Alliance that would also include dissident commanders within the Taliban movement. "It's a new world for us and the Pakistanis, the Indians and the Afghans. It will require some new thinking, which is still developing," the official said.
He said the US was in touch with a wide variety of Afghan groups and factions which were involved in the situation inside Afghanistan, as well as exiled groups and other interested parties on the subject of Afghanistan. "We have had some contact with the Northern Alliance. We have had contact with former king Zahir Shah in Rome. And we have had contact with others. We keep in touch with various factions inside Afghanistan, as well as people outside the country who care."
The decision for the US attack on Afghanistan seems to have been delayed, if not cancelled, as top US officials said on Thursday that "a military strike against Osama bin Laden and his supporters in Afghanistan is not imminent".
Defence Ministry official Paul D Wolfowitz's statement issued at NATO headquarters in Brussels, released simultaneously in Washington, was interpreted by local media as a clear indication of the Bush administration backing off from immediate military strikes in Afghanistan.
"I think it can't be stressed enough that everybody who is waiting for military action ... needs to rethink this thing," Wolfowitz said, while citing the need for gaining better intelligence before any strikes against Osama and his alleged camps. "If we need collective action, we will ask for it. We don't anticipate that for the moment," he was quoted as saying.
In the face of scepticism from NATO allies over going to war without establishing evidence against Osama bin Laden, the Bush administration said that military operations would not be the "primary piece" of its campaign.
A Pentagon official told reporters that the United States would ask the alliance for logistical, intelligence and other support, but "the military piece is not the primary piece." The harsh criticism by NATO allies may have contributed to the postponement decision already being contemplated because of larger consequences of a rash military strike and insufficient intelligence about Osama's whereabouts.
Reports from the meeting of NATO defence ministers suggest the European states pressed for, but did not get, a detailed showing of evidence that would justify any attack on Osama bin Laden's Al Qaeda network in Afghanistan.
After Secretary of State Colin Powell's statement last Sunday that the government would "put before the world, the American people, a persuasive case," the NATO allies were frustrated over not getting the much touted white paper.
Rudolf Scharping, the German defence minister, bluntly said he expected the American side to arrive with a "white paper", spelling out the evidence connecting terrorist acts to Al Qaeda. The New York Times acknowledged that the US allies had been led to expect more. Similar, remarks by US Defence Secretary Donald H Rumsfeld indicate that the administration will be taking "a more deliberate approach to launching of a military campaign against bin Laden and the Taliban."
After the initial euphoria caused by Bush's aggressive stance adopted in his address the US Congress, the US administration is now talking about needing "time and a coalition." Expectations had been raised by a steady build-up of American troops and aircraft in the Persian Gulf and elsewhere. While hundreds of US warplanes stay alert in the region, the Bush administration is now headed towards a 'go-slow approach'.
The US officials openly confessed about lowering expectations for a major military campaign. "In this campaign, it's worth emphasising one of the most important things is to acquire more information about an enemy, one of whose principal means of operation is to hide and conceal," Wolfowitz said. "That is one of the reasons why it is not so easy to lay out a specific campaign plan and lots of specific actions and why many of the most important things that we are asking for are being done in the intelligence channels."
The US officials also said the administration has adopted a methodical approach because it wants to avoid an action that badly misfires, such as the botched attempt to rescue American hostages held by Iran in 1980.
Another Defence official said: "The military won't play the most important part in the campaign against terrorism. It isn't exclusively military," he was quoted as saying by ABC TV network. "It isn't even primarily military. Even when military action is taken one of the major objectives of that action will be to get more information" -- that is, to gather additional intelligence.
After the delayed policy, the US planners on TV networks were found expressing frustration about the unattractive array of military options in war-torn Afghanistan, where destitute refugees were in flight toward the sealed borders of Iran and Pakistan. "The people of Afghanistan are already beginning to suffer the humanitarian consequences from this -- just in anticipation of events," a senior Pentagon official said.
The Washington Post reports that Wolfowitz provided an overview of the administration's case against bin Laden, but did not go into detail, officials said. It said the desire of NATO ministers for more evidence caused tension. The NATO secretary-general, Lord Robertson, came to US rescue, asking whether it was even necessary for "an ally to produce evidence."
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UN sees role for Zahir Shah, Taliban in Afghan government
Vendrell says Taliban may control about 90 pc of Afghanistan but this does not mean they have 90 pc support
By Naveed Ahmad
The News: Jang (Pakistan)
September 28, 2001
ISLAMABAD: The United Nations Special Representative for Afghanistan, Francesc Vendrell, said former Afghanistan king Zahir Shah is willing to do his best for the people of his country.
Addressing a press conference on Thursday, he said at the same time, the Taliban movement could play a role in any future government in Afghanistan. Vendrell, who recently met Zahir Shah in Rome, said the former king was in good health and willing to do his best for the people. Vendrell said he has seen great support for Zahir Shah inside Afghanistan as well as in areas like Quetta and Peshawar.
When asked about the future role of Taliban he said, "There is a role for everybody in Afghanistan. In due course there must be some role for Taliban with the backing of the people. There are Taliban I know that are decent people who had an honest dialogue."
He also noted that help from many countries would be required for uniting the Afghans and not doing the opposite. To another question, he said, "The Taliban may control about 90% of the area but this does not mean that they have 90% support." He said "the time has come to apply the principle that territorial conquest is not the basis of distribution of power".
Vendrell, who is also the assistant secretary general of the United Nations, said the international community has been asking the UN to play a pro-active role before the worst happens. "The UN in turn requires the cooperation of the member states, so that we could work as the coordinator of various efforts," he said.
He also called upon the international community to set for itself clear objectives in Afghanistan and move through a strategy that would achieve these aims. To a question about "indifferent role" of UN Secretary General Kofi Annan in pressing the US not to attack Afghanistan, Vendrell said: "The time of negotiations with Taliban is past." He explained: "The secretary general is barred by the resolution of the Security Council and General Assembly. He has condemned terrorism at the same time saying that this must not be seen as an excuse for attacking some country."
"The proof against Osama is not a matter for the US and not for the United Nations," he said. He said the Security Council unanimously simply sent one message to the Taliban, "surrender bin Laden and disassemble his network". "I have to abide by the Security Council," Vendrell said.
He lauded Ahmad Shah Masood as a major figure. "His assassination is a national and international tragedy. He had a major role to play," Vendrell remarked. "The next weeks will be hard for the people of Afghanistan, already victims of 22 years of conflict. Now the international community approaches the Afghan people as partners in its struggle towards terrorism."
The Security Council has joined the secretary general in condemning the terrorist attacks and has unanimously voted to support actions against those responsible as well as against the states who harbour it, he recalled.
Both the UN bodies and the secretary general want a political settlement of Afghanistan and for the establishment of a broad-based and truly representative government, said the UN assistant secretary general.
"This aim is more relevant now than ever. It is important to bear in mind that the new initiative taken by the international community is far more likely to succeed if we have the support of the Afghans," he emphasised.
He believed that it could just be achieved if the Taliban are persuaded by the international community, which is seriously committed to the urgent achievement of a lasting political solution based on the setting up of a government in Afghanistan enjoying both internal and external legitimacy. He also remarked that only such a government would have the capacity to meet the aspirations of the various ethnic and religious groups that comprise the Afghan nation.
Earlier, UNOCHA spokesperson Stephanie said unlike the rest of Afghanistan, there has been no internal displacement in eastern Afghanistan, and NGOs and United Nations are operating there as normal. "This is the only area where the international staff is not only present but also likely to increase in the coming days," she explained.


Ex-king seeks Afghan revival
Wednesday, 26 September, 2001, 12:28 GMT 13:28 UK BBC News
The former king is concerned by the plight of his people
The former king of Afghanistan has said he would be prepared to return to his country to end "30 years of cruelty".
"I could not get rid of the images. I wish that such a thing would never happen in any country in the world"

Mohammed Zahir Shah on suicide attacks
In his first broadcast interview since he fell from power in the 1970s, King Mohammad Zahir Shah explained that his first concern was not the war on terrorism, but the plight of his own people.
He compared the Taleban to an occupying force, and said he wanted a Loya Jirga - a national assembly of Afghan leaders - to be called to discuss the future of Afghanistan and draw up a new, democratic constitution.
Mohammed Zahir Shah, now 86, condemned the terrorist attacks on America and indicated he would be prepared to accept foreign troops on Afghan soil.  
Foreign intervention
Speaking through an interpreter from his home in Rome on Tuesday, he told BBC Radio 4's Today programme: "The intervention of foreign troops in any country is something that's not easy to accept.
"But if it's an intervention such as we witnessed in Europe with the Second World War when the British, the Americans and the Canadians came down in France to get rid of the Nazis, this is different.
"It has to be performed by a country that has proved it is a friend to the people and it has helped the freely-elected government in the country."
Ousted in a coup
The former king said the people of Afghanistan should vote for either a republic or a monarchy.
Many Afghans would oppose a US-imposed government

"Even if it's a monarchy it will depend entirely on the people," he said.
The former king, who was head of state for 40 years until overthrown in coup in 1973, said he had written to President Bush to convey his condolences.
"This event was something very saddening, not just for the country where it took place, but for all of us," he said.
"It affected me so deeply that I tried very hard, but I could not get rid of the images. I wish that such a thing would never happen in any country in the world."
'No puppet regime'
Zahir Shah, who has lived in Rome ever since the coup, said if Osama Bin Laden was behind the attacks he should be brought to justice.
On Tuesday, the former king met America's most senior diplomat in Italy, US Charge d'Affaires in Rome William Pope, to assess the situation in Afghanistan.
It is one of many meetings the US has been holding with Afghan opposition groups and individuals since the attacks on New York and Washington on 11 September.
In Afghanistan, Pakistan Foreign Minister Abdul Sattar warned on Tuesday against any foreign government trying to install a puppet regime in Afghanistan to replace the Taleban.
He said any foreign power in the past which had tried to install a proxy government had paid a heavy price.

Afghans want fall of Taliban
Khalid Duran - Washington Times opinion 9/26/01
Two days before the suicide missions in the United States, another suicide commando achieved an important "victory" for Osama bin Laden, this time in Afghanistan. The country's most successful leader of the freedom struggle against the Soviets, Ahmad Shah Massoud, was assassinated by two "journalists" who turned out to be Algerians traveling on Belgian passports. When they took a snap of Massoud, the camera exploded, wounding the Afghan leader so badly that he died a few days later. One of the assassins died with the explosion, the other one was shot by Massoud's guards.
This murder is of far-reaching geopolitical consequences, because Massoud was the commander of the anti-Taliban forces called the "Northern Alliance." These troops are backed by a coalition of such unlikely partners as India, Iran, Russia, Tajikistan, Uzbekistan and lately the United States.
This terrorist attack came on the heels of advances made by the Northern Alliance against the Taliban militia. Half a year ago it looked as if the days of Massoud's last mountain stronghold were numbered. Two developments helped him to bounce back. First, the brutality of the Taliban, especially the cruel treatment of ethnic and religious minorities, made a number of Taliban commanders defect to the Northern Alliance. Second, Massoud received supplies from his bitter foes of yesterday, the Russians.
The reverses suffered by the Taliban prompted Pakistan's President Pervez Musharraf to call the U.N. weapons embargo against the Taliban unjust. In this way he confirmed Islamabad's backing for the Taliban. Ironically, the Pakistani press and opposition politicians have condemned Islamabad's support for the Taliban more than any foreign government. Not only are the Taliban guided by military advisers from Pakistan, their dwindling ranks have been filled by some 30,000 Pakistanis, according to conservative estimates. Those are mostly jihad enthusiasts who go to Afghanistan on their own accord, and Islamabad does little to stop them. Among Taliban prisoners held by Massoud's forces are Pakistani nationals. They have been interviewed by some two dozen reporters from various countries.
Lately Gen. Musharraf has warned jihad organizations to stop their recruiting activities. The strong language he used was provoked by the independence of those heavily armed and vainglorious groups. However, there is as yet no Pakistani disengagement from the Afghanistan adventure. The military is bent on having the neighbor country as a vassal state. Many of the Taliban are Afghan orphans brought up in Pakistani refugee camps. Their militia was created to ensure Islamabad's control over Kabul.
The assassination of Ahmad Shah Massoud is symptomatic of the unending conflict over this unfortunate country. Afghanistan is a state of several antagonistic ethnic groups. Yet the real problem is interference by too many powers, first and foremost among them Pakistan. Islamabad has a legitimate interest in not wanting to see a hostile government installed in Kabul, but its expansionist policy in Afghanistan is likely to result in precisely such a development.
Pakistan's military government is implicated in the assassination of Massoud, because the Taliban and their protege, Osama bin Laden, are quite isolated in landlocked Afghanistan. Despite their shared anti-Americanism, bin Laden and the Iranian clerics do not see eye to eye. The terrorists' sole outlet to the world is via Pakistan, with borders that are more than porous. It is difficult to absolve Islamabad of anything bin Laden does or gets done, be it inside Afghanistan or outside.
Massoud's death is a tragedy for Afghans who lost in him the one leader whom everybody admired, including those who did not share his Islamist orientation. He was truly a hero of the people who sacrificed the larger portion of his life ¯ a quarter century ¯ in ceaseless battle without any comfort. Memorial services held for him brought together the largest number of Afghans ever since the outbreak of the Afghan tragedy, in Hamburg, Washington and elsewhere.
Bin Laden's success in eliminating Massoud as the obstacle to Taliban rule is likely to boomerang. The Saudi fugitive has long been hated by most Afghans. Now they consider him a devil. Washington has to keep up the momentum without alienating its Afghan allies. They have been longing to do the job for a number of years, but they want nothing less than to rid the country of the Taliban, no half measures. Once the Taliban dictatorship is removed, bin Laden will be like a fish without water, even if he is not killed or captured right away.
Removal of the Taliban will meet with resistance from Islamist circles in Pakistan, not excluding a section of the present regime. Luckily, those Islamists are unpopular in their own country, just as the Taliban are unpopular in Afghanistan. If Washington compromises with the Taliban in order not to risk a confrontation with the Islamists in Pakistan, the anti-Islamist forces in both countries will be doomed. The United States needs that moderate Muslim majority. Confidence in U.S. leadership can only be restored if moderates need no longer feel like orphans.
Khalid Duran is a former chairman of the Solidarity Committee for the Afghan People.
Afghan opposition courts former king
By Frances Harrison in Delhi - bbc
A delegation from Afghanistan's Northern Alliance opposition is on its way to Rome to meet former Afghan king Zahir Shah to discuss the formation of a future government.
It looks as if the alliance, which is mainly made up of non-Pashtun ethnic groups, wants to extend its appeal as a national force by inviting the former king to help shape post-Taleban Afghanistan.
The Afghan Charge d'Affaires in Delhi, Syed Sardar Ahmad Ahmadi, said the five-member delegation would invite Zahir Shah to help form a national assembly in Kabul in the future, which would determine a future government.
The same delegation is to meet Afghan exiles from Italy, Germany, France, Britain and the Netherlands to seek their involvement.
Mr Ahmadi said the Northern Alliance had no problem if Zahir Shah was chosen as the head of a transitional government, as opposed to their leader President Borhanoddin Rabbani, as long as the wishes of the Afghan people were represented.
But Afghan diplomats in the Northern Alliance say they do not believe their country should revert to a monarchy.
They say they prefer a broad-based multi-ethnic government. Mr Ahmadi said a future government could include defectors from the Taleban, as well as other armed groups.



Bush Calls on Afghan Citizens to Help
By Steve Holland
Tuesday September 25 6:30 PM ET
WASHINGTON (Reuters) - President Bush on Tuesday called on Afghan citizens disenchanted with Taliban rule to help the United States in its bid to punish Saudi exile Osama bin Laden for the Sept. 11 attacks.
As Bush pushed ahead with his military and diplomatic response to the attacks that left nearly 7,000 dead or missing, the White House announced the president would cut short a trip to Asia next month, attending a two-day summit of Asia-Pacific leaders but postponing visits to Beijing, Seoul and Tokyo.
Bush, answering questions after a meeting with Japanese Prime Minister Junichiro Koizumi, said the United States was not interested in engaging in ``nation-building,'' suggesting he was not looking to topple the Taliban regime outright in punishing it for harboring bin Laden.
But he clearly was trying to stoke anti-Taliban fervor in Afghanistan, where Northern Alliance rebels, driven out of Kabul in 1996, control an estimated 5 percent of the country, and many are fed up with repressive practices particularly against women. Russia pledged to arm the rebels on Monday.
``Now, the mission is to root out terrorists, to find them and bring them to justice,'' Bush told reporters.
``And the best way to do that and one way to do that is to ask for the cooperation of citizens within Afghanistan who may be tired of having the Taliban in place or tired of having Osama bin Laden, people from foreign soils, in their own land willing to finance this repressive government,'' he said.
``This is an administration, we're not into nation-building. We're focused on justice, and we're going to get justice. It's going to take a while probably, but I'm a patient man. Nothing will diminish my will and my determination. Nothing.''
State Department spokesman Richard Boucher said a senior U.S. diplomat in Italy had met the former king of Afghanistan near Rome to ``assess the situation in Afghanistan''. The meeting was one of many contacts the United States has initiated with Afghan groups and individuals since pinpointing bin Laden as the prime suspect in the Sept. 11 attacks.
NOT REPLACING ONE REGIME WITH ANOTHER
White House spokesman Ari Fleischer said any U.S. action was not designed to ``replace one regime with another regime.''
``Part of the process also will be mindful of stability in the region throughout the process. But it is not nation-building, but that is not to say the Taliban will be given a free pass because they encourage terrorism, harbor terrorism,'' he said.
Bush said he was ``most pleased'' by Saudi Arabia's decision to sever diplomatic relations with the Taliban.
But he stopped short of asking Pakistan -- the last nation with diplomatic relations with the Taliban -- to sever them.
Bush suggested Pakistan could suffer within if it made such a decision. There have been protests within Pakistan over the military government's decision to help the United States in its campaign to find bin Laden.
The president enlisted the support of Koizumi in the international coalition to fight against terrorism. Koizumi told reporters Japan would help on the financial and diplomatic fronts but would not take part in a military conflict.
Bush, who has been drumming up global support for his war on terrorism with phone calls and personal meetings, will meet 19 other leaders at the Asia Pacific Economic Cooperation forum in Shanghai on Oct. 20-21.
But Fleischer said Bush was postponing stops in Beijing, Tokyo and Seoul because he wanted to shorten the amount of time he would be out of the country.
BUSH VISITS FBI HEADQUARTERS
Bush made a morale-boosting trip to FBI headquarters on Tuesday, praising those who are probing the Sept. 11 attacks and visiting the investigation's command center.
In remarks to employees, Bush defended his administration's request for expanded wiretap and detention powers, saying they were vital to the war on terrorism.
The administration has asked Congress to give law enforcement officers expanded powers to tap telephones, conduct searches, seize assets and detain suspected terrorists.
``Ours is a land that values the constitutional rights of every citizen and we will honor those rights of course,'' Bush said. ``But we're at war ... and in order to win the war we must make sure the law enforcement men and women have got the tools necessary, within the Constitution, to defeat the enemy.''
Bush began his day by briefing leaders of Congress on the U.S. military deployment aimed at bin Laden and his Islamic militant network. They also discussed airline security.
Bush met later with Transportation Secretary Norman Mineta, but Fleischer said Bush had made no decisions yet on how to improve aviation security, though a decision could come soon.
Fleischer said Bush would travel to Chicago on Thursday to meet with airline workers to, among other things, express his concern about the many people who have lost their jobs in the airline industry in the two weeks since the attacks by hijackers caused many Americans to shun flying.


U.S. Official, Ex-Afghan King Talk
ROME (Kyodo) Afghanistan's former king met Tuesday with the top U.S. official in Italy as diplomatic activity intensified around the monarch, who aides say wants to help his country find peace.
The U.S. charge d'affairs, William Pope, requested the meeting with former King Mohammad Zahir Shah, and the two huddled at the monarch's secluded villa on the outskirts of Rome for an hour, a U.S. Embassy spokesman said.
It was the second top-level meeting in recent days for the normally reclusive Zahir, 86, who has lived in Italy since his 1973 ouster. On Sunday, he met with the U.N. envoy for Afghanistan, Francesc Vendrell.
He is also awaiting a visit from members of Afghanistan's anti-Taliban Northern Alliance. An aide to Zahir, Yusuf Nuristani, said Tuesday the opposition members' arrival in Rome had again been delayed. He didn't say when they were expected.
Vendrell and aides to Zahir have said the former king would be willing to play a role in Afghanistan. Vendrell said Sunday that Zahir had no desire to return as monarch, but could help form a transitional government in the country if the Taliban are ousted.
The flurry of contacts came as the United States was preparing to retaliate militarily for the Sept. 11 terrorist attacks on the World Trade Center and the Pentagon.
The prime suspect, Saudi-born millionaire Osama bin Laden, has been living in Afghanistan as a ``guest'' of the Taliban. Washington has warned the Taliban they will be targeted if they don't hand over bin Laden and his lieutenants, among other things.
Zahir's 40-year reign ended with a coup by his cousin, which opened Afghanistan to three decades of conflict.




Erbitterter Kampf um Taliban-Bastion
16.11 .2001 Spiegel Online


Kundus ist die letzte wichtige Stadt in Nordafghanistan, die noch von den Taliban gehalten wird. Verzweifelt wehren sie sich gegen die Angriffe der mit den USA verbündeten Nordallianz.

Talokan - "Es gibt etwa 20.000 Taliban in Kundus, viele von ihnen Araber, und sie versuchen auszubrechen", sagte ein Sprecher der Allianz. "Sie sind verzweifelt. Sie haben gesehen, was mit Arabern passiert, wenn die Nordallianz sie in die Finger bekommt."
Der Vertreter der Allianz in Tadschikistan, Said Ibrahim Hikmat, sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Wir haben sie aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen, aber sie wollen sich nicht ergeben."

Die Nordallianz hat innerhalb von wenigen Tagen die Taliban aus fast allen Teilen Nordafghanistans vertrieben. Die Taliban sprechen dagegen von einem strategischen Rückzug. Kundus ist die letzte Stadt, die die Taliban und die mit ihnen verbündete al-Qaida-Organisation von Osama Bin Laden noch im Norden des Landes halten.

Zahlreiche Ausländer - darunter Pakistaner, Tschetschenen und Araber - kämpfen für die al-Qaida. Viele von ihnen sind nach den Siegen der Nordallianz getötet oder zusammengeschlagen worden. Am Dienstag waren zahlreiche arabische und pakistanische Kämpfer aus der belagerten Stadt ausgeflogen worden.

Afghanistan: Soldaten der Nordallianz auf einem Hügel südlich von Kabul

Al-Qaida-Anführer bei Bombenangriff getötet?

Hikmat bestätigte Berichte nicht, nach denen die Nordallianz schwere Verluste bei einer versuchten Einnahme von Kundus erlitten habe. Seinen Angaben zufolge sind 29 Kämpfer der Allianz getötet worden. "Es gab gestern Kämpfe und heute wurden sie bombardiert", sagte er. "Es gibt für sie keine Möglichkeit zu entkommen - keine Möglichkeit, sich freizukämpfen, und keine Chance, sich zurückzuziehen."

Auch Kampfflugzeuge der Amerikaner sollen Taliban-Stellungen in der Umgebung Kundus angegriffen haben. Die Taliban-Hochburg Kandahar soll ebenfalls bombardiert worden sein. Dabei wurden nach einer Meldung der unabhängigen Nachrichtenagentur AIP acht Zivilisten getötet und 22 verletzt. US-Bomber zerstörten im Taliban-kontrollierten Teil Afghanistans angeblich ein Gebäude, in dem sich mehrere Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida befanden. Sie sollen bei der Attacke getötet worden sein.


Im Osten Afghanistans gab es Berichte über einen Sturz der Taliban in Dschalalabad. Der stellvertretende Uno-Gesandte Francesc Vendrell sagte, die Stadt sei "eindeutig nicht in der Hand der Taliban, aber es ist etwas verwirrend festzustellen, in wessen Hand sie sich befindet". Auch Nordallianz-Kommandeur Said Hussein Anwari sagte, der Status von Dschalalabad sei unklar. Die Provinzen Paktika, Paktia und Teile der Provinz Logar sind nach seinen Angaben in der Hand paschtunischer Gruppen, die sich gegen die Taliban erhoben haben.

Bush erneuert Kampfansage

US-Präsident George W. Bush bekräftigte unterdessen seine Kampfansage an die Taliban und an al-Qaida. Es sei das gemeinsame Ziel der USA und Russlands, den Terrorismus überall auf der Welt auszurotten, sagte Bush am Donnerstag bei einem Auftritt mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin in der High School von Crawford in der Nähe seiner Ranch im Bundesstaat Texas.

Die erste Forderung der USA an Afghanistan sei mit der Freilassung der internationalen Helfer erfüllt worden, sagte Bush. Jetzt gehe es noch um al-Qaida und ihre Helfer. "Täuschen Sie sich nicht, (...) al-Qaida wird zur Rechenschaft gezogen. (...) Wir werden nicht einhalten, bis wir das erreicht haben."

Das vierte Gipfeltreffen mit Putin habe die Regierungen der USA und Russlands enger zusammengebracht, sagte Bush. Putin sei ein "starker Partner im Kampf gegen den Terrorismus" und ein Mann, der gemeinsam mit den USA die Welt sicherer machen werde. "Wir stimmen nicht in jeder Frage überein, aber ich respektiere ihn und mag ihn als Menschen."

Der russische Präsident nannte Bush einen "Mann, der tut, was er sagt". Wenn der Kurs des gegenseitigen Vertrauens fortgesetzt werde, seien Lösungen in den umstrittenen Fragen gewiss möglich.


Britische Bodentruppen in Afghanistan gelandet
15.11 .2001 Die Welt

Die ersten 100 britischen Soldaten sind auf den Stützpunkt Bagram in der Nähe der afghanischen Hauptstadt Kabul eingeflogen worden
London - Die Soldaten sollen zunächst die Lage auf dem Stützpunkt erkunden. Ziel sei, die Möglichkeit für humanitäre Hilfslieferungen vorzubereiten, verlautete aus Kreisen des britischen Verteidigungsministeriums. Bereits am Mittwoch hatte Großbritannien mehrere tausend Soldaten mobilisiert, die als Vorhut für ein größeres UN-Kontingent nach Kabul und Masar-i-Scharif geschickt werden könnten.

Unterdessen hat das Pentagon heftige Kämpfe zwischen Oppositionskräften und Taliban in der Umgebung der nordafghanischen Stadt Kundus bestätigt. 2000 bis 3000 Taliban seien dort eingeschlossen, darunter auch zahlreiche Kämpfer der Terrororganisation El Kaida, sagte der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Afghanistan-Krieg, General Tommy Franks.

Beobachter aus der Region hatten berichtet, nach den Niederlagen und dem Rückzug der Taliban seien im Norden Afghanistans bis zu 20 000 Taliban-Kämpfer eingeschlossen. Sie hätten sich aus den benachbarten Provinzen Samangan, Tachar, Baghlan und Bamian dorthin zurückgezogen.



Stammesführer wollen mit Taliban verhandeln
16.11 .2001 Süddeutsche Zeitung

Afghanische Stammesführer aus dem Süden des Landes wollen mit den radikal-islamischen Taliban über ein Ende des Krieges verhandeln.

„Unsere Botschaft an die noch mit den Taliban kämpfenden Kommandeure ist, dass sie aufgeben sollen“, sagte Abdul Chalik, einer der Stammesführer, nach einem Treffen im pakistanischen Quetta.

In den kommenden Tagen solle eine Friedensdelegation aus sechs Provinzen in die Taliban-Hochburg Kandahar geschickt werden, erklärten die Stammesführer nach ihrem Treffen. „Wir sind ein Afghanistan und sollten einen Anführer haben und das ist Ex-König Mohammad Sahir Schah“, sagte Chalik.

Stammesführer Mullah Malung sagte, die Taliban wüssten, dass sie geschlagen seien. Er sei daher zuversichtlich, dass der Plan angenommen werde.

Taliban wollen nicht aufgeben

Der Taliban-Vertreter Maulwi Nadscheebullah lehnte bei einem Besuch in Pakistan die Friedenspläne und ein Treffen der Stämme zur Bildung einer Übergangsregierung ab. „Wir werden unseren Heiligen Krieg fortsetzen, wir werden am islamischen Recht festhalten“, sagte er. Kandahar sei noch unter Kontrolle der Taliban.

Dagegen sagte der Stammesführer Hamid Karsai, die Bewohner der Stadt hätten sich gegen die Taliban erhoben. „Die Bürger von Kandahar gehen auf die Straße. Die Taliban ziehen schweres Gerät aus Kandahar ab.“ Nicht-Regierungsorganisationen berichteten von Flüchtlingen, die wegen anhaltender Kämpfe aus der Region um Kandahar geflüchtet seien.

USA verstärken Suche nach Bin Laden

Die Stammesführer erklärten die Absicht, Bin Laden an die USA auszuliefern. „Er ist nicht nur ein Mörder von Amerikanern, sondern auch ein Mörder der afghanischen Nation“, sagte Malung.

Unterdessen verstärkten US-Spezialtruppen ihre Suche nach Osama bin Laden. Die USA bereiteten sich darauf vor, mit ihren Truppen das südafghanische Bergland und die dortigen Höhlensysteme nach dem Islamistenführer zu durchkämmen, hieß es in Regierungskreisen. Die afghanische Nachrichtenagentur AIP zitierte einen Taliban- Sprecher mit den Worten, Bin Laden sei an einem sicheren Ort. Er werde lieber sterben, als von den USA gefangen genommen zu werden.



Gefahr aus den Bergen
Pentagon befürchtet Beginn eines langen Guerillakrieges
16.11 .2001 JungeWelt

Innerhalb von sechs Tagen wurden die Taliban aus nahezu